Dr. Frank-Walter Steinmeier (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Frank-Walter Steinmeier
© spdfraktion.de
Geburtstag
05.01.1956
Berufliche Qualifikation
Dr. jur.
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, Fraktionsvorsitzender
Wohnort
Saaringen und Berlin
Wahlkreis
Brandenburg an der Havel - Potsdam-Mittelmark I - Havelland III - Teltow-Fläming I
Ergebnis
32,8%
Landeslistenplatz
1, Brandenburg
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(...) In den letzten Jahren hat sich unerwünschte Telefonwerbung zu einem erheblichen Problem für die Verbraucherinnen und Verbraucher entwickelt. Vermehrt werden außerdem Fälle von "untergeschobenen" Verträgen, insbesondere in Verbindung mit Telefonwerbung, bekannt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
06.01.2012
Von:
Ulf

Sehr geehrter Herr Dr. Steinmeier,

da Sie die Entwicklung hinsichtlich des Bundespräsidenten sicher gespannt verfolgen, will ich nur einige Eckpunkte nennen:

WeltOnline schrieb gestern: "Allerdings verwahrte sich Wulff dagegen, die Pressefreiheit eingeschränkt zu haben: "Ich habe nicht versucht, die Berichterstattung zu verhindern." Er habe bei der "Bild"-Zeitung nur um Verschiebung gebeten."
Die Chefredaktion der Bild widerspricht: Die Zielrichtung des Anrufs sei klar die Verhinderung des Artikels gewesen.
Problematisch ist dabei nicht das schlechte Verhältnis des BP zur Presse - für das er sich entschuldigt und Besserung gelobt hat.
Viel gravierender ist sein gebrochenes Verhältnis zur PresseFREIHEIT, das in seinen diversen Anrufen offensichtlich wird.
Ein Bundespräsident darf den Respekt vor dem GG, das er schützen soll, auch in schwierigen Situationen nicht verlieren.

Dann hatte gestern Herr Diekmann eine Veröffentlichung des Wortlautes des Anrufs des Bundespräsidenten auf seiner (Diekmanns) Mailbox vorgeschlagen, um im Geiste der von Herrn Wulff im Fernsehinterview angekündigten Transparenz alle Missverständnisse auszuräumen.
Zwischenzeitlich hat der Bundespräsident eine Veröffentlichung des Wortlautes des Anrufs abgelehnt.
Wie auch Herr Oppermann habe ich "kein Verständnis dafür, dass Christian Wulff gestern Transparenz ankündigt und heute die erste Chance dafür verstreichen lässt.”
Es erhärtet sich hier der Verdacht, dass die Darstellung der Bild-Zeitung zutrifft und der Bundespräsident nicht die Wahrheit gesagt hat.
Auch hat zwischenzeitlich die BW-Bank den Aussagen des Juristen Wulff widersprochen.

Wollen Sie weiterhin einen Bundespräsidenten stützen, der offensichtlich auch ein gebrochenes Verhältnis zur Wahrheit hat?

Daher meine Fragen:

Werden Sie den Bundespräsidenten jetzt endlich zum Rücktritt auffordern?
Wenn Nein: warum nicht?

Für Ihre Bemühungen vielen Dank im voraus.

Freundliche Grüsse
Ulf
Antwort von Dr. Frank-Walter Steinmeier
bisher keineEmpfehlungen
30.01.2012
Dr. Frank-Walter Steinmeier
Sehr geehrter Herr ,

leider ist in der Causa Wulff noch immer kein Ende abzusehen. Es ist mir unverständlich, dass der Bundespräsident seine öffentlichen Auftritte bisher nicht genutzt hat, um alle Fragen zu beantworten. Solange Menschen Politik machen, werden sich Näheverhältnisse zwischen einzelnen Politikern und der Wirtschaft ergeben. Aber diejenigen, die in der Politik Verantwortung tragen, müssen auf ihre Unabhängigkeit achten und dürfen nicht den Eindruck der Beeinflussbarkeit erwecken. Ob und inwieweit Herr Wulff das beherzigt hat, ist noch immer nicht klar.

Sie fordern einen Rücktritt des Bundespräsidenten. Ich sage: Rücktrittsforderungen sind zunächst einmal Sache derjenigen, die Herrn Wulff gewählt haben. Die Causa Wulff ist längst zu einer Causa Merkel geworden. Sie war es doch, die den Kandidaten der schwarz-gelben Koalition gegen den überparteilichen Kandidaten Joachim Gauck durchgesetzt hat. Sie kann nun nicht so tun, als hätte sie mit der ganzen Angelegenheit nichts zu tun. Und gleichzeitig muss auch der Bundespräsident selbst wissen, ob er seiner Kernaufgabe weiter nachkommen kann: nämlich, den Menschen moralische Orientierung zu geben. Es wird ein langer Weg für Christian Wulff, die Autorität zurückzugewinnen, die er dafür braucht. Wenn er auf dem unsicheren Grund seiner bisherigen Antworten bleibt, dann ist dieser Weg zu lang.

Mit freundlichen Grüßen

Frank-Walter Steinmeier
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Frage zum Thema Gesundheit
06.01.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Steinmeier

Meine Frage gilt der Organspende, wie sie bei Ihrer Frau stattgefunden hat. Mein Bruder, seit 3 Jahren ,gänzlich ohne Niere,hat in seiner Cousine eine Spenderin gefunden Nun zieht sich die "behördliche Prozedur " seit September 2011 ewig dahin,voraussichtlich bis März oder April 2012 Da mein Bruder in einem mittlerweile sehr schlechtem Zustand ist, habe ich die Befürchtung, daß er unter Umständen die Freigabe zur Spende gar nicht mehr erlebt. Kann dieser Vorgang denn nicht unbürokratischer beschleunigt werden? Im Falle einer "Totspende" ist dies doch auch eine sofortige Entscheidung. Entschuldigen sie diese unkonventionelle Art der Anfrage, aber ich weiss mir im Moment keinen besseren Ansprechpartner.

Mit freundlichen Grüßen,

M.
Antwort von Dr. Frank-Walter Steinmeier
bisher keineEmpfehlungen
25.01.2012
Dr. Frank-Walter Steinmeier
Liebe Frau ,

wir versuchen gern, Ihnen bzw. Ihrem Bruder zu helfen. Es ist in der Tat nicht nachvollziehbar, warum es in Ihrem Fall so lange dauert - zwischen Cousins ist die verwandschaftliche Beziehung ja eindeutig, so dass es da eigentlich keine Probleme geben dürfte. Bitte wenden Sie sich unter
frank-walter.steinmeier@bundestag.de direkt an uns!

Herzliche Grüße,

Ihr Team Steinmeier
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Frage zum Thema Arbeit
08.01.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Steinmeier,

eben musste ich im SPON lesen ( www.spiegel.de ), das in Neukölln 1-Euro-Jobber Schulen bewachen sollen. Ich finde das etwas komisch, denn 1-Euro-Jobber sollen doch der Privatwirtschaft keine Konkurrenz machen. Zudem gilt doch im Wachgewerbe sogar ein "Mindestlohn". In Anführungsstrichen deshalb, weil man einen Lohn von 6,53 Euro nicht Lohn nennen kann. In meinen Augen ist der Einsatz von 1-Euro-Jobbern für diesen Einsatz schlichtweg illegal und gesetzwidrig. Da ich befürchte, dass dieses Beispiel Schule machen wird, interessiert es mich, wie Ihre Meinung zu dieser Problematik ist. Wer sitzt eigentlich in den Gremien, die darüber entscheiden, ob die Jobs zusätzlich sind?

Mit freundlichen Grüßen

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Frage zum Thema Soziales
10.01.2012
Von:
-

Sehr geehrter Herr Steinmeier,

als Neumitglied Ihrer Partei möchte ich Sie auf den ARD-Beitrag "Das Riester-Dilemma: Porträt einer Jahrhundertreform" hinweisen.

Link: mediathek.daserste.de

Zusammenfassend ist das Fazit des Filmes desaströs: die von der Regierung Schröder in die Wege geleitete Reform führt zu steigender Altersarmut, rentiert sich nur für Großverdiener und kostet den Arbeitnehmer mehr als die prognostizierte Steigerung der Beiträge auf 12,5% für den Fall, daß man sich zum Verbleib in der gesetzlichen Rente entscheiden hätte.

Am Ende des Streifens wird auf den SPD-Parteitag Ende 2011 eingegangen, bei dem das Thema Riester-Rente nicht angegangen, sondern in einer weitere Sonderkommission verschoben wird. Sigmar Gabriel verteidigt die kapitalgedeckte Altersvorsorge mit dem Argument "zu teuer" - ein Argument, daß sich bei genauerem Betrachten der Faktenlage nicht halten lässt, ebensowenig wie die Rente mit 67.

Wie wird die Antwort meiner Partei auf diese dringende Frage lauten? Mir ist bewußt, das es nicht ganz einfach ist, Fehler aus der Vergangenheit anzusprechen. Zumindest scheint man sich aber mit den aktuellen Forderungen nach Vermögensbesteuerung, Transaktionssteuer und Bürgerversicherung aus dem neoliberalen Schatten der Schröder-Zeit zu lösen, ein Grund übrigens für meinen von großem Optimismus getragenen Parteibeitritt.

Bitte erläutern Sie mir, wie das Rentenkonzept der SPD für die nächste (eventuell ja sogar schneller als gedacht kommende) Bundestagswahl aussehen wird. Beispielsweise wurde ja die schwedische Idee des staatlichen Rentenfonds im Film erwähnt - wäre das ein Alternative?

Mit freundlichen Grüßen.
Antwort von Dr. Frank-Walter Steinmeier
bisher keineEmpfehlungen
27.01.2012
Dr. Frank-Walter Steinmeier
Lieber -,

zunächst einmal: herzlich willkommen in der SPD! Schön, dass Du Dich uns angeschlossen hast.
Du sprichst Fragen an, die in der Tat nicht ganz einfach zu beantworten sind. Denn in der Rentenpolitik befinden wir uns in einem wirklich schwierigen Dilemma. Wir müssen abwägen zwischen den Interessen der Jüngeren, die wir nicht über Gebühr belasten dürfen, und den Interessen der Renterinnen und Rentner an einer auskömmlichen, wohlverdienten Rente. Wir müssen die Rente zukunftsfest machen, und gleichzeitig ein Auge auf Fehlentwicklungen haben.

Der Bundeszuschuss zur gesetzlichen Rentenversicherung beträgt zurzeit ca. 82 Milliarden Euro, bei einem Gesamtvolumen der Staatseinnahmen von ca. 280 Milliarden Euro. Wenn wir gar nichts tun würden, und etwa auf die Erhöhung des Renteneintrittsalters oder die private Altersvorsorge gänzlich verzichten würden, stiege nicht nur der Beitragssatz, sondern auch dieser Steuerzuschuss immer weiter an. Damit verringerten wir unsere Handlungsfähigkeit, die wir auch in anderen Bereichen, vor allem bei Investitionen in Bildung und in Infrastruktur, dringend brauchen.

Es stimmt aber nicht, dass wir diese Fragen nicht angehen. Wir "verschieben" sie nicht in irgendwelche Kommissionen, sondern setzen uns gerade dort intensiv mit ihnen auseinander. Was wir brauchen, ist eine echte und faire Balance von Interessen - und die zu finden, ist gar nicht so einfach!

Ich freue mich, dass Du der SPD beigetreten bist, und uns dabei helfen willst, einen solchen fairen Interessenausgleich zu formulieren!

Solidarische Grüße,

Dein Frank-Walter Steinmeier
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.01.2012
Von:

Betreff: Informationsfreiheit, Korruption

Sehr geehrter Herr Steinmeier,

Das Menschenrecht des Zugans zu Dokumenten der öffentlichen Verwaltung (Zivilpakt, EMRK) wird international als Voraussatzung für die Demokratie angesehen und ist wichtig im Kampf gegen Kurruption.

  • 84 Staaten mit ca. 4,5 Milliarden Bürger auf der Welt haben ein besseres Informationsfreiheitsgesetz als deutsche Bürger rti-rating.org ).

  • Mehr als 115 Staaten right2info.org mit mehr als 5,5 Milliarden Einwohnern haben entweder Informationsfreiheitsgesetze oder entsprechende Verfassungsbestimmungen. In 5 CDU/CSU regierten Bundesländern d. h. der Hälfte der Bevölkerung in Deutschland fehlen generelle Informationsfreheitsgesetze.

  • Die UN Konvention gegen Korruption ist zwar in mehr als 158 Staaten mit mehr als 6,5 Milliarden Einwohnern ratifiziert, nicht aber von Deutschland.

  • der Vorschlag der Staatengruppe gegen Korruption GRECO des Europarates das Strafrechtsübereinkommen über Korruption SEV-Nr. : 173 zu ratifizieren und die Transparenz der Parteienfinanzierung in Deutschland mit Hinweis auf Recommendation Rec(2003)4 zu verbessern ist bisher nicht umgesetzt www.lobbypedia.de ).

Leider sperrt sich die regierende CDU/CSU- FDP Fraktion diesen dramatischen Rückstand Deutschlands zu beheben um zu Europa und dem Rest der Welt aufzuschliessen.

Wird die SPD sich für Informationsfreiheit und Korruptionsbekämpfung einzusetzen?

Welche konkreten Vorschläge wird die Fraktion im Bundestag einbringen?

Mit freundlichen Grüßen


Netizen
Antwort von Dr. Frank-Walter Steinmeier
1Empfehlung
09.02.2012
Dr. Frank-Walter Steinmeier
Sehr geehrter Herr ,

Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich stark für Informationsfreiheit ein. Das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) auf Bundesebene ging seinerzeit auch auf unsere Initiative zurück. Derzeit wird es evaluiert - und zwar ebenfalls auf Initiative der SPD-Bundestagsfraktion. Je nach Ergebnissen der Evaluation werden wir beraten, ob wir Verbesserungsbedarf sehen und gegebenenfalls parlamentarische Initiativen auf den Weg bringen.

Für die Informationsfreiheitsgesetze in den Ländern sind diese selbst zuständig. Wir als Bundespolitiker unterstützen es, wenn die Länder solche Gesetze einführen. Unmittelbare Handhabe haben wir allerdings nicht. So ist das im Föderalismus: Der Bund kann ein IFG für die Bundesbehörden machen, die Länder machen IFG´s für die Länderbehörden.

Was die Korruptionsbekämpfung angeht, so kritisieren Sie völlig zu Recht, dass die Bundesrepublik zu den wenigen Vertragsstaaten zählt, die das von ihr im Dezember 2003 unterzeichnete UN-Übereinkommen gegen Korruption bis heute nicht in nationales Recht umgesetzt haben. Gleichzeitig häufen sich Medienberichte über Vorteilsnahme Einzelner, und das Vertrauen in die Integrität von Volksvertretern schwindet zunehmend. Deshalb müssen wir in Deutschland die Bekämpfung der Abgeordnetenbestechung dringend besser regeln! Die SPD-Bundestagsfraktion hat dazu einen Gesetzentwurf erarbeitet, den wir in Kürze in den Deutschen Bundestag einbringen werden. Diesen Entwurf können Sie hier abrufen:
www.spdfraktion.de

Mit freundlichen Grüßen

Frank- Steinmeier
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