Dr. Frank-Walter Steinmeier (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Frank-Walter Steinmeier
© spdfraktion.de
Geburtstag
05.01.1956
Berufliche Qualifikation
Dr. jur.
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, Fraktionsvorsitzender
Wohnort
Saaringen und Berlin
Wahlkreis
Brandenburg an der Havel - Potsdam-Mittelmark I - Havelland III - Teltow-Fläming I
Ergebnis
32,8%
Landeslistenplatz
1, Brandenburg
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(...) Ich habe mit meiner Kollegin Frau Wieczorek-Zeul, die das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit über viele Jahre sehr erfolgreich geleitet hat, gut zusammengearbeitet. Ich halte es für richtig, dass Deutschland ein eigenständiges Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit unterhält - die FDP, die dessen Abschaffung im Wahlkampf noch gefordert hatte, sieht das inzwischen offensichtlich auch so. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Sicherheit
27.11.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Steinmeier,

nachdem ich in den letzten Tagen Ihre Aussagen über Herrn Jung zum Thema des Raketenangriff in Afghanistan gehört habe muss ich mich sehr wundern.

Können Sie verstehen dass ehemalige SPD-Wähler es schwer nachvollziehen können wenn SPD-Politiker wie Sie als der bisherige Außenminister bis zur Wahl voll hinter dem damaligen Verteidigungsminister Jung standen und jetzt nach der Wahlniederlage aus allen Rohren auf den ehemaligen Kabinettskollegen schießen?

Können Sie mir erklären wie ein Wähler begreifen soll dass plötzlich wegen einer verlorenen Wahl genau die Aktionen scharf angegriffen werden die in Regierungsverantwortung vor vier Wochen noch richtig waren?

Ist es nicht genau dieses Verhalten welches zu der in letzter Zeit häufig genannten Unglaubwürdigkeit der SPD beim Wähler führt?
Glauben Sie wirklich dass die Glaubwürdigkeit der SPD mit solchen Meinungswechseln zurück gewonnen werden kann?

Mit freundlichen Grüßen

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Frage zum Thema Internationales
29.11.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Steinmeier,
zum Zeitpunkt des von Oberst Klein veranlaßten Luftschlages gegen Taliban am 4.September 2009 waren Sie Bundesaußenminister und Vizekanzler.
Damit hatten Sie Zugang zu allen Informationen und Berichten deutscher Diplomaten in Afghanistan. Es ist eher unwahrscheinlich, dass den Angehörigen der deutschen Vertretung in Kabul nicht bereits kurz nach dem 4. September zumindest Zweifel gekommen sind, dass es bei diesem Luftschlag keine zivilen Opfer gegeben hat und diese Zweifel dürften auch an das AA berichtet worden sein, zumal nicht auszuschliessen wäre, dass eine erhebliche Anzahl ziviler Opfer auch Auswirkungen auf die Beziehungen beider Staaten haben könnte.
Mich interessiert, was durch Sie veranlaßt wurde, diesen Verdachtsmomenten nachzugehen, um dem Parlament und der Bundeskanzlerin entsprechende ergänzende Lageinformationen aus Afghanistan zur Verfügung zu stellen und damit das inzwischen eingetretene Informations-desaster der ehemaligen Bundesregierung, der Sie mit herausgehobener Verantwortung angehört haben, zu vermeiden.
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Frank-Walter Steinmeier
2Empfehlungen
01.02.2010
Dr. Frank-Walter Steinmeier
Sehr geehrter Herr ,

Die Informationslage unmittelbar nach dem Angriff auf die beiden Tanklastzüge am 4. September war sehr unklar, es gab eine Fülle widersprüchlicher Meldungen.

Klar war von Anfang an, dass sich eine große Menschengruppe am Ort des Angriffs aufgehalten hat. Ich hatte deshalb von Anfang Zweifel an der Behauptung, dass es keine zivilen Opfer gegeben hat. Ich habe dies deshalb auch nie öffentlich ausgeschlossen. Am 8. September 2009 habe ich im Bundestag öffentlich erklärt, dass man von zivilen Opfern ausgehen müsse und mein Bedauern hierüber ausgedrückt.

Die detaillierte Untersuchung der Vorgänge vom 4. September oblag dem BMVg bzw. der NATO. Der erste Bericht der NATO (der sogenannte IAT-Bericht), in dem von zivilen Opfern die Rede ist, und der nach einigen Angaben schon am 6.September, spätestens aber am 7. September 2009 im BMVg vorlag, ist dem Auswärtigen Amt erst Tage später zugegangen. Zu diesem Zeitpunkt waren die darin enthaltenen wesentlichen Informationen bereits öffentlich bekannt.

Der Feldjägerbericht, der zum Rücktritt von Minister Jung geführt hat, hat das Auswärtige Amt erst nach der entsprechenden Bild-Berichterstattung Ende November, also lange nach meinem Ausscheiden aus dem Amt, erreicht.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Frank-Walter Steinmeier
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
02.12.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Steinmeier,

warum unterstützt die SPD nicht das Normenkontrollverfahren bezüglich der Abwahl des ZDF-Chefredakteurs Brender? Glauben Sie wirklich, dass die SPD aus dem Umfragetief hinaus kommt, wenn hier wieder mal der Eindruck entsteht, Machtinteressen gingen über Inhalte? Halten Sie diese Berlusconisierung des öffentlich rechtlichen Rundfunks für eine im weitesten Sinne linke Politik?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Dr. Frank-Walter Steinmeier
8Empfehlungen
11.12.2009
Dr. Frank-Walter Steinmeier
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen für ihre Anfrage.

Die Weigerung des ZDF-Verwaltungsrates, den Vertrag des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender zu verlängern, stellt einen gravierenden Vorgang dar und bedeutet einen schweren Schaden für den unabhängigen Journalismus und die Rundfunkfreiheit. Nach weitgehend übereinstimmender Einschätzung in den Medien hat die unionsorientierte Seite des Verwaltungsrates, organisiert vom Ministerpräsidenten Roland Koch, die erforderliche qualifizierte Mehrheit aus rein parteipolitischen Gründen verweigert.
Die SPD hatte den Vorschlag für die erneute Berufung von Nikolaus Brender unabhängig von dessen politischer Zuordnung unterstützt und eindringlich an die Mitglieder des ZDF-Verwaltungsrat appelliert, sich nicht für eine Verletzung der im Grundgesetz garantierten Rundfunkfreiheit zur Verfügung zu stellen. Diesem Apell sind die unionsorientierten Mitglieder des Verwaltungsrates mehrheitlich leider nicht gefolgt.
Der Vorsitzende des ZDF-Verwaltungsrates, Ministerpräsident Kurt Beck, hat deutlich gemacht, dass in der Sitzung kein stichhaltiges Argument vorgetragen worden sei, das dem qualifizierten Vorschlag des Intendanten entgegengestanden hätte. Die SPD-Bundestagsfraktion hat diese Entscheidung des ZDF-Verwaltungsrates in aller Deutlichkeit kritisiert und darauf hingewiesen, dass damit in der Angelegenheit Brender ein parteipolitisch motiviertes Agieren der Unionsvertreter zum Ausdruck gekommen ist, das die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die Garantie der Staatsferne grundsätzlich infrage stellt. Dieses Vorgehen der Union beschädigt nicht nur das ZDF, sondern bringt den öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt in eine schwierige Lage.
Die SPD in Bund und in den Ländern hat von Anfang an deutlich gemacht, dass der Vorgang Konsequenzen haben muss und wir hierüber sorgfältig beraten werden, auch mit den Betroffenen aus den Ländern und dem ZDF. Dabei kommen aus Sicht der SPD sowohl rechtliche Schritte als auch Änderungen im ZDF-Staatsvertrag in Betracht.
Mit ihrer Initiative vom 04. Dezember 2009 haben Kurt Beck und vier weitere SPD-Länderchefs konkrete Änderungsvorschläge zum ZDF-Staatsvertrag vorgelegt. Diese Vorschläge werden von der SPD unterstützt und in den Medien sowie seitens zahlreicher Staats- und Verfassungsrechtler begrüßt.
Nach weitgehend übereinstimmender Meinung von Medienvertretern und Journalistenverbänden sowie unter Staatsrechtlern leidet der derzeitige ZDF-Staatsvertrag unter schwerwiegenden Mängeln, die das sachlich nicht begründete Vorgehen der Union in Sachen Brender erst möglich gemacht haben. Ziel muss es sein, durch Änderungen an der Zusammensetzung des Fernsehrates sowie des Verwaltungsrates die Staatsferne des ZDF zu gewährleisten und zugleich sicher zu stellen, dass ein Personalvorschlag des Intendanten nicht aus sachfremden Erwägungen heraus abgelehnt werden kann. Beide Gesichtspunkte werden durch die von Kurt Beck vorgeschlagenen Änderungen aufgegriffen.
Vom Verfahren her ist es – nicht zuletzt auch mit Blick auf das ZDF und die dort tätigen Journalistinnen und Journalisten – richtig, zunächst den Weg einer Änderung des Staatsvertrages zu gehen, bevor über einen möglichen Gang nach Karlsruhe entschieden wird. Wenn alle Länder mitziehen, kann eine Vertragsänderung deutlich schneller zum Ziel und zu Rechtssicherheit führen, als ein Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht, das dann auch erst noch umgesetzt werden muss.
Ministerpräsident Kurt Beck wird die Änderungsvorschläge zum ZDF-Staatsvertrag nun in die Rundfunkkommission der Länder einbringen und auf die Tagesordnung der Sitzung am 15. Februar 2010 setzen. Dieser Vorstoß ist die beste und schnellste politische Initiative zur gebotenen Veränderung des Staatsvertrags. Der Vertrag kann bei konstruktiven Verhandlungen auf diesem Weg bereits im nächsten Jahr geändert werden.
Um den politischen Veränderungswillen der SPD zu unterstreichen und für den Fall, dass die politische Initiative von Ministerpräsident Kurt Beck auf der Sitzung der Rundfunkkommission der Länder im Februar von der CDU zurückgewiesen wird, werden Vorarbeiten für ein Normenkontrollverfahren bereits jetzt eingeleitet. Sollte sich die Union also einer substanziellen Änderung des ZDF-Staatsvertrages verschließen, wird die SPD-Bundestagsfraktion die Initiative ergreifen, um den ZDF-Staatsvertrag im Wege der abstrakten Normenkontrolle auf seine Vereinbarkeit mit Art 5 Abs. 1 Satz 2 GG vom Bundesverfassungsgericht überprüfen zu lassen.
Ziel aller Beteiligten muss es sein, zukünftig in vergleichbaren Fällen eine sachlich nicht begründete Entscheidung gegenüber einem inhaltlich nicht zu beanstandenden Personalvorschlag des ZDF-Intendanten auszuschließen und die Unabhängigkeit des ZDF auf eine rechtlich solide Grundlage zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Frank-Walter Steinmeier
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Frage zum Thema Soziales
04.12.2009
Von:

Guten Tag Herr Steinmeier,

ich gehe davon aus, dass Sie diese Nachricht weder persönlich lesen werden, noch persönlich beantworten werden. Dieser Fakt hindert mich jedoch nicht daran, trotzdem diesen Weg zu nutzen.

Das Thema, welches mich als treuer Wähler berührt ist leider nicht unter der vorgegbenen Auswahl, deshalb schreibe ich unter "Soziales", denn dem entspricht ja eigentlich der Kern der Partei.

Das Tief der SPD geht mir sehr nahe und die damit verbundenen Handlungsfreiheit in der deutschen Politik. Ich sehe die größte Herausforderung der Partei momentan nicht darin ein gutes Programm auf die Beine zu stellen und den Bundesbüger mit leeren Floskeln in den Schlaf zu wiegen. Auch sehe ich nicht die Herausforderung darin dem Bundesbürger das parteipolitische Programm plausibel zu machen.

Ich sehe die Herausforderung darin, dass die Partei Gesichter braucht, die frisch, unverbraucht und unbelastet sind. Gesichter und Charaktere, zu denen ein Wähler eine Bindung aufbauen kann.
Dieses innerparteiliche "Wirr Warr" interessiert den Bundesbürger nicht mehr, auch nicht die damit verbundenen Personen. Die Wähler können sich auch nicht mehr erinnern, was die SPD in Ihrer Legislaturperiode bewirkt hat, was heute erst zum tragen kommt. Nun schmückt sich die CDU mit diesen "Federn" und der Bürger applaudiert ihr auch noch dafür.

Welchen Strohhalm können Sie mir reichen, damit ich weiterhin meine Treue beweisen kann? Was kann ich über meine pflicht als Wähler hinaus dafür tun, damit die Partei wieder genügend Wasser unter dem Kiel hat?

Vielen Dank, dass ich meinen Gedanken hier ein wenig freien Lauf geben durfte und irgendjemand, ob nun Praktikant oder Mitarbeiter, eine Zeilen gelesen hat und ein wenig darüber nachdenkt.

Einen erfolgreichen Tag und ein verdientes Wochenende.

Mit freundlichen Grüssen
Antwort von Dr. Frank-Walter Steinmeier
1Empfehlung
18.12.2009
Dr. Frank-Walter Steinmeier
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen für Ihre Zuschrift und Ihr Interesse an einer Mitarbeit in der SPD. Informationen über die Hamburger SPD finden Sie im Internet unter www.spd-hamburg.de

Sie finden dort sowohl Kontaktmöglichkeiten in den Stadtteilen als auch zu den unterschiedlichen Arbeitskreisen und Arbeitsgemeinschaften der SPD. Und Sie finden zahlreiche Veranstaltungen, bei denen Sie sich über die Arbeit und die Personen der Hamburger SPD informieren können.

Ich freue mich sehr, dass Sie die SPD tatkräftig unterstützen möchten und wünsche Ihnen viel Spaß.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Frank-Walter Steinmeier
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Frage zum Thema Soziales
13.12.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Steinmeier,

Ich als Schüler beschäftige mich viel mit aktuellen politischen Begebenheiten
und möchte Sie fragen, was Sie persönlich vom bedingungslosen Grundeinkommen halten.

Mit freundlichen Grüßen.

Antwort von Dr. Frank-Walter Steinmeier
1Empfehlung
01.02.2010
Dr. Frank-Walter Steinmeier
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen für Ihre Zuschrift.

Seit einigen Jahren hat die Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen – auch in der SPD - eine neue Dynamik bekommen.

Die einzelnen Modelle für ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) sind auf unterschiedliche Begründungszusammenhänge aufgebaut. Alle Modelle für ein BGE haben jedoch die gemeinsame Annahme zur Grundlage, dass es in unserer Gesellschaft nicht mehr genügend Arbeit gibt, sodass die soziale Grundsicherung neu ausgerichtet werden muss. Wesentliches Element der meisten Ansätze ist die Bedingungslosigkeit der Grundleistung.

Die SPD steht den bisher diskutierten Modellen skeptisch gegenüber, da für uns Arbeit die zentrale Grundlage von Wohlstand und sozialer Sicherheit bleibt. Arbeit gibt es in der Gesellschaft genug, z.B. im sozialen Bereich. Sie muss organisiert und gerecht verteilt werden. Deswegen halten wir an der Forderung der Vollbeschäftigung und dem Ziel fest, den von Arbeitslosigkeit Betroffenen Zugänge zum Arbeitsmarkt zu eröffnen. Wir sind der Auffassung, dass Arbeit ein zentrales Element der gesellschaftlichen Teilhabe ist, Ausgrenzung verhindert und ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Wir treten ein für einen Sozialstaat, der die Bürgerinnen und Bürger zu Partizipation, Leistung, Kreativität ermutigt und befähigt und deshalb in die Menschen investiert, anstatt sie dauerhaft zu alimentieren.

Eine ausführliche Stellungnahme der Grundwertekommission beim Parteivorstand der SPD zum bedingungslosen Grundeinkommen finden Sie hier.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Frank-Walter Steinmeier
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