Dr. Ernst-Dieter Rossmann (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Ernst-Dieter Rossmann
Jahrgang
1951
Berufliche Qualifikation
Diplom Psychologe, Dr. der Sportwissenschaften
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Pinneberg
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Schleswig-Holstein
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(...) Als nächstes wichtiges Ziel sehe ich an, dass wir vor allen Dingen in der Zeit- bzw. Leiharbeitsbranche endlich erreichen, dass sich diese Branche nicht als Lohndrücker- und Dumpingbranche etabliert und weiter ausbaut. Mit dem Rückgang der Arbeitslosigkeit, den Mindestlöhnen als angemessene Lohnuntergrenzen, eine Stärkung der Gewerkschaften und auch mit politischen Maßnahmen, die wir im Gesamtkonzept "Gute Arbeit" beschließen konnten, hoffe ich auf einen Wendepunkt in unserem Land, bei dem der Aufschwung auch bei den Arbeitnehmern ankommt und wieder höhere Löhne auf breiterer Front gezahlt werden können. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Soziales
13.12.2006
Von:

sehr geehrter Herr Rossmann,

glauben sie noch immer, dass die harz -gesetze1-4 richtig, notwendig und wirkungsvoll sind ?

vorsicht bei der antwort, denn das arbeitsministerium beginnt ja langsam einsichtig zu werden. siehe letzte pressemitteilung.

gruss an münte.
kvd
Antwort von Dr. Ernst-Dieter Rossmann
1Empfehlung
18.12.2006
Dr. Ernst-Dieter Rossmann
Lieber Kurt von Dorp,

herzlichen Dank für die Frage an mich über das Internet-Portal abgeordnetenwatch.de . Ich möchte hiermit kurz ein paar Einschätzungen abgeben:

Die Hartz-Gesetze sind trotz aller Kritik insgesamt der richtige Weg, denn es musste eine neue Lösung dafür gefunden werden, die Förderung von Arbeitlosen effektiver zu gestalten und die Leistungen nicht in dem Maße ausufern zu lassen, dass durch eine Erhöhung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung die Lohnnebenkosten massiv steigen und somit der Erhalt und die Schaffung neuer Arbeitsplätze behindert werden. Natürlich sind die Lohnnebenkosten bei den Arbeitsplätzen nicht der entscheidende Faktor, aber ganz unbedeutend sind sie nicht.

Hartz-IV hat unbestritten einige Verbesserungen gebracht vor allem für Alleinerziehende, Familien mit Kindern und ehemalige erwerbsfähige Sozialhilfeempfänger, die durch die Reform eine bessere Förderung genießen. Jeder einzelne Vermittler bei den Arbeitsagenturen hat jetzt persönlich weniger Arbeitslose zu betreuen als früher und dies wirkt sich nicht nur bei den Erwachsenen positiv aus, sondern hat insbesondere auch die Situation der jugendlichen Betroffenen deutlich verbessert.

Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich neben den positiven Aspekten auch immer klare Kritik an einigen Regelungen der Hartz-Gesetze geübt habe: Gerade in meinem Spezialthema Weiterbildung erachte ich das Vorgehen für grundfalsch. Die Fort- und Weiterbildung von Arbeitslosen derart zurückzufahren, ist bildungspolitisch, aber auch arbeitsmarktpolitisch nicht sinnvoll. Hier hat nicht nur eindeutig die Qualität der Angebote gelitten, die Maßnahmen haben sogar zur Gefährdung einzelner Anbieter geführt. Und darüber hinaus ist zu bemängeln, dass die Bezahlung der in der Qualifizierung Beschäftigten häufig nicht akzeptabel ist. Bedauerlicher Weise bin ich wie auch andere Kritiker des jetzt praktizierten Vergabeverfahrens sowohl bei tonangebenden McKinsey-Ideologen der Bundesagentur für Arbeit als auch im Ministerium lange Zeit auf taube Ohren gestoßen. Glücklicher Weise setzt hier jetzt aber ein Meinungswandel ein, der hoffentlich künftig zu mehr Regionalität längeren Vergabezeiträumen und besserer Bezahlung führen wird.

Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, dass die Hartz-Gesetze laufend evaluiert werden. Die ersten Korrekturen sind bekanntlich schon mit dem SGB-II-Fortentwicklungsgesetz eingeleitet worden. Eine noch umfassendere Auswertung ihrer Auswirkungen findet momentan noch statt. Diese werden wir im nächsten Jahr intensiv nutzen, um einige oben genannten Maßnahmen zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verbessern. Wir werden uns die Vermittlungsgutscheine als Instrument der Qualifizierung genauer angucken müssen sowie die Arbeit der Personal-Service-Agenturen und die Wirkung der Ein-Euro-Jobs.

Zum Schluss noch ein Wort zum Kompromisscharakter der Regelungen: Man darf nicht vergessen, dass vor allem Hartz IV das Ergebnis zäher Verhandlungen mit der Union war und somit die SPD nicht alles durchsetzen konnte, was sie für richtig gehalten hat. So ist etwa das Nebeneinander verschiedener Systeme – in vielen Kreisen sind es die Argen, in anderen die Kommunen, die für die ALG II-Klienten zuständig sind – ein Kind des hessischen Ministerpräsidenten Koch, der diesen Wirrwarr unterschiedlicher Modelle bei den Verhandlungen in Rambo-Manier durchgedrückt hat.

Ich hoffe, die Frage zu deiner Zufriedenheit beantwortet zu haben und bedanke mich noch einmal für deine Mail.

Mit freundlichem Gruß

Dein Ernst Dieter Rossmann, MdB
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Frage zum Thema Gesundheit
23.12.2006
Von:
-

Sehr geehrter Herr Dr. Rossmann,

nachdem ich nun mit Interesse die Stellungnahme Ihres Kollegen Rainder Steenblock zu dem Thema gelesen habe möchte ich Ihnen und Ihrem Kollegen aus der "Großen Koalition" nun dieselbe Frage stellen: Was tun Sie, um Nichtraucher vor den vorsätzlichen Körperverletzungen durch Raucher zu schützen?

Im Sinne der Tabak-Mafia hat Deutschland Nichtraucherschutz innerhalb der EU so weit es eben geht behindert, werden EU-Gesetze zum Nichtraucherschutz nicht adäquat in deutsche Gesetzgebung umgesetzt.

Immer wieder werden die Interessen der Profiteure der Tabakindustrie über den Gesundheitsschutz gestellt, Täterschutz vor Opferschutz.

Das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit wird dazu missbraucht, wirksamen Schutz von Nichtraucher vor Zwangsbegasung zu verhindern. Auch heute noch gehen Erwachsene straffrei aus, die beispielsweise in Autos, in Lokalen, in geschlossenen Räumen im Beisein von Kindern rauchen.

Können Sie verstehen, dass sich mir der Verdacht aufdrängt, dass das Verhalten einiger unserer Politikerinnen und Politiker nicht nur durch Ignoranz und Arroganz sondern auch durch Korruption zu erklären ist?

Mit freundlichen Grüssen
-
Antwort von Dr. Ernst-Dieter Rossmann
bisher keineEmpfehlungen
04.01.2007
Dr. Ernst-Dieter Rossmann
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre E-Mail vom 23.12.06 über das Portal abgeordnetenwatch.de, in der Sie mich fragen, was ich für den Nichtraucherschutz tue.
Sie "rennen bei mir offene Türen ein"! Ich setze mich schon lange für ein radikales Rauchverbot in geschlossenen öffentlichen Räumen ein. Anbei sende ich Ihnen unten in einem Link den Antrag, den ich zusammen mit 143 weiteren Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Fraktionen unterschrieben habe. Außerdem möchte ich Sie auf meine Pressemitteilungen verweisen, die ich zu diesem Thema gemacht habe. Die aktuellste ist vom 20.12.06. Sie finden sie auf meiner homepage unter www.ernst-dieter-rossmann.de in der Rubrik "Presse".
Nachdem unser Koalitionspartner CDU immer wieder das generelle Rauchverbot in öffentlichen Räumen (auch in Gaststätten) als Lösung blockiert hat, ist uns jetzt auch die Bundeszuständigkeit dafür abgesprochen worden. Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen und habe auch in meiner Pressemitteilung vom 20.12.06 die Ministerpräsidenten der Länder aufgefordert, sich zügig mit dem Bund auf einen bundeseinheitlichen kompletten Nichtraucherschutz zu verständigen. Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung.
Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für das neue Jahr 2007

Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB

dip.bundestag.de
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Frage zum Thema Gesundheit
23.12.2006
Von:

Hallo Herr Rossmann,
die Abstimmung zur Gesundheitsreform rückt immer näher. Ich habe einmal versucht mich hier in den Gesetzestext einzulesen. Da dieser nur aus Änderunghinweisen zu Gesetzen besteht, habe die darin steckenden Änderungen / Auswirkungen nicht verstanden. Haben Sie diesen Text gelesen? Hat ein Abgeordneter wirklich den Durchblick über das, was er zu entscheiden hat?
Frohes Fest
Antwort von Dr. Ernst-Dieter Rossmann
bisher keineEmpfehlungen
05.01.2007
Dr. Ernst-Dieter Rossmann
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre E-Mail vom 23.12.06 über das Portal abgeordnetenwatch.de, in der Sie mich am Beispiel der Gesundheitsreform fragen, ob ich den Durchblick über das habe, was ich im Deutschen Bundestag mit entscheiden muss.

Hier muss ich differenzieren:

Wenn es um Themen geht, die mein Fachgebiet "Bildung" betreffen - und vor allem die speziellen Themen, für die ich Berichterstatter bin- , dann gehe ich die Gesetzesänderungsvorlagen genau durch und prüfe die Paragraphen bzw. verstehe dann auch alles genau.

Wenn es aber um Themen geht, für die ich kein Fachmann bin, dann muss ich mich auf die erklärenden Informationspapiere verlassen, die unsere Spezialisten zusammenfassend für uns erstellen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Informationsveranstaltungen und Diskussionsrunden in unserer Fraktion, in denen wir als MdBs die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen, unter anderem auch Fragen, auf die uns die Fachverbände und die Bürger aufmerksam machen. So verhält es sich auch bei der Gesundheitsreform. Im über 200-seitigen Gesetzentwurf habe ich mir nur einige Stellen genau angeguckt. Hilfreich ist oft der Begründungsteil eines Gesetzentwurfes, in dem erläutert wird, warum welche Paragraphen z.B. geändert werden. Dort schaue ich oft nach, wenn ich die Änderung eines Paragraphen nicht genau verstehe. Schließlich ist es auch eine Zeitfrage, warum man sich nicht bei jedem Gesetzentwurf bis ins letzte Detail einarbeiten kann. Bei der Vielzahl und Komplexität unserer Arbeit müssen wir uns die Detailarbeit nach Fachgebieten aufteilen.

Sollten Sie verständliche Informationen zur Gesundheitsreform benötigen, kann ich Ihnen ein Informationspaket zuschicken, wenn Sie mir per E-Mail Ihre Adresse verraten oder mein Berliner Büro (030 / 227-73447) anrufen.

Außerdem biete ich am 10.01.07, um 18 h eine Informationsveranstaltung zur Gesundheitsreform an, die im Foyer des Theaters in Wedel, Rosengarten 9, 22880 Wedel stattfindet und bei der die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Frau Dr. Carola Reimann als Fachabgeordnete dabei sein wird. Zu dieser Veranstaltung lade ich Sie herzlich ein. Über mein Berliner Büro können Sie sich dafür anmelden.

Ich wünsche Ihnen ein gesundes neues Jahr 2007.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
04.01.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Rossmann,

ich möchte Sie mit einer Frage konfrontieren, die ein Hartz IV-Empfänger in den Medien gestellt hat:
"Ich habe die beiden letzten Fallbeispiele aus Nürnberg gelesen.
Ich selbst bin seit Oktober wieder am Klagen gegen die Arge Oldenburg. Selbst Kindergeld hat man mir als fast 54 Jährigem als Einkommen fehlerhaft angerechnet, was ja wohl unmöglich ist. Nach dem die Arge das diesbezügliche Einstweilige Anordnungsverfahren nach zweimaligen Erstellen von neuen Bescheiden mit Pauken und Trompeten verloren hatte und alles in meinem Sinne nachzahlen musste, ließen sie sich gleich die nächste Schweinerei einfallen.
Sie hoben meinen Bescheid, den sie ja endlich mit meiner Hilfe und der des Sozialgerichtes Oldenburg, endlich richtig erstellt hatten mit einer neuen Begründung für den Monat Dezember auf.
Nachdem sie über 1 Jahr lang, mein Einkommen aus einer geringfügigen Beschäftigung ausschließlich über das Arbeitslosengeld I anrechneten, was der Arge auch bekannt war, wollten sie nun noch zusätzlich eine Anrechnung über das SGB II und kürzten einfach Pauschal meine gesamte Hilfe für Dezember in einer rechtswidrigen Art und Weise und auch vollkommen überzogen.
Dieses alles vor Weihnachten und obwohl die Sachbearbeiter ganz genau wußten, dass ich noch 3 Kinder zu Hause habe. Das einstweiligeAnordnungsverfahren ist übrigens noch nicht entschieden.Aber das ist noch nicht alles. Für den Januar 2007 sind mir noch gar keine Leistungen bewilligt worden und das nächste Einstweilige Anornungsverfahren kündigt sich bereits schon wieder an. Es scheint eine Kette ohne Ende zu werden. Die daraus folgenden wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten, die man ja gerade als Familie daraus bekommt, scheint überhaupt niemanden mehr zu interessieren.
Man bekommt zwangsläufig den Eindruck, als würden die Behörden nun auch noch versuchen, die Menschen gänzlich zu brechen. Wird ganz Deutschland zum Vernichtungslager?"
MfG
Antwort von Dr. Ernst-Dieter Rossmann
bisher keineEmpfehlungen
09.01.2007
Dr. Ernst-Dieter Rossmann
Sehr geehrter Herr ,

zur gerichtlichen Auseinandersetzung eines Hartz IV-Empfängers mit seiner ARGE kann ich keine Stellungnahme abgeben. Wer hier Recht oder Unrecht hat, muss das Gericht klären. Ohne den Vorgang mit Details und den Stellungnahmen beider Seiten zu kennen, kann ich mir kein Urteil bilden.

Dennoch möchte ich die Feststellung des Hartz-IV-Empfängers, Deutschland gleiche einem Vernichtungslager, welches die Menschen brechen würde, auf´s Schärfste zurückweisen und nachdrücklich verurteilen.

Wir haben in Deutschland einen funktionierenden Rechtsstaat und einen funktionierenden Sozialstaat mit einem hohen Niveau der Sozialen Sicherung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB
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Frage zum Thema Arbeit
10.01.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Rossmann,

vor dem Hintergrund der jetzt veröffentlichten Fälle von Lohndumping und der günstigen Entwicklung der Arbeitslosenstatistik würde ich gern wissen, ob ich irgendwo mehr erfahren kann, wie viele gut bezahlte Stellen durch solche mit Niedrig- oder Dumpinglöhnen ersetzt wurden. Gibt es Zahlen, die erklären, welche Veränderungen es hinsichtlich der Höhe des Lohnes/Gehaltes gibt? Gerne sehr detailliert.

Ich kann mich nämlich des Eindrucks nicht erwehren, dass es vielleicht tatsächlich mehr Jobs gibt, aber eben nur solche mit sehr schlechter Bezahlung.

Danke für Ihre Mühe.
Mit freundlichem Gruß
Antwort von Dr. Ernst-Dieter Rossmann
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16.01.2007
Dr. Ernst-Dieter Rossmann
Sehr geehrte Frau ,

herzlichen Dank für Ihre Frage zum Lohndumping und den Arbeitsmarktentwicklungen.
Ganz genaue Zahlen zu Ihrer Frage kann ich Ihnen nicht zusenden, dennoch schicke ich Ihnen als Links einige Informationsquellen, die Ihre Fragen zum Teil beantworten.

Aus meiner Sicht gibt es als Erklärung, warum die Arbeitslosenzahlen sinken, sowohl erfreuliche Gründe als auch Besorgnis erregende Entwicklungen, die wir sehr intensiv beobachten müssen.

Einerseits ist es unbestritten, dass wir 2006 ein kräftiges Wachtum der Wirtschaft hatten, was dazu geführt hat, dass mehr Arbeitsplätze entstanden sind. Wir haben im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung von rund 338.000 Personen. Die Zahl der Erwerbstätigen allgemein hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 426.000 erhöht. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr von 11,1% auf 9,6% gesunken (Dezember 2006). Dazu hat unter anderem auch das 25-Milliarden-Programm für mehr Wachstum und Beschäftigung beigetragen, welches die Bundesregierung Anfang 2006 aufgelegt hat. Auch sind die Bruttolöhne 2006 um 1,4% gewachsen.

Andereseits dürfen wir nicht vergessen, dass Ein-Euro-Jober, die mindestens 15 Stunden pro Woche einer Arbeitsgelegenheit nachgehen, nicht als Arbeitslose gezählt werden. Darüber hinaus ist zu beobachten, dass viele neue Jobs, die entstehen, durch Zeitarbeiter (über Zeitarbeitsfirmen) besetzt werden und schlechter entlohnt werden als die Stammbeschäftigten. Stundenlöhne von 5 Euro brutto sind hierbei keine Seltenheit. Es gibt zwar mit den seriösen Zeitarbeitsfirmen Tarifverträge, die bei 7 Euro Stundenlohn liegen, diese werden aber nur von diesen eingehalten und nicht von allen. Die SPD hätte gern eine Ausweitung des Entsendegesetzes auf die Zeitarbeitsbranche, auch um zu vermeiden, dass ab 2009 z.B. polnische Zeitarbeiter für 2,50 Euro pro Stunde arbeiten. Dieses Vorhaben blockiert jedoch die CDU bis jetzt. Ebenso setzt sich die SPD dafür ein, dass die Tarifparteien Mindestlöhne festlegen. In den Branchen , wo dies nicht geschieht, wollen wir vom Staat festgelegte Mindestlöhne einführen. Auch hierzu haben wir bis jetzt nicht die Unterstützung der CDU. Zu den vereinzelten Fällen von absoluten Dumpinglöhnen, wovon oft in den Medien berichtet wird, hat sich der Schleswig-Holsteinische Arbeits- und Justizminister Uwe Döring neulich geäußert . Er findet sie - wie ich persönlich auch - skandalös und schließt juristische Schritte dagegen nicht aus, da Stundenlöhne von 3 oder sogar 2 Euro sittenwidrig sind. Solche Dumpinglöhne könnten ein Fall für die Staatsanwaltschaft werden.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort und mit den Links einiges verdeutlicht zu haben. Die negativen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt werde ich intensiv beobachten und für Schritte kämpfen, die sie verhindern. In einer Großen Koalition mit der CDU/CSU ist jedoch nicht alles durchzusetzen, was wir für notwendig erachten.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB

www.pub.arbeitsamt.de
www.destatis.de
www.destatis.de
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