Dr. Ernst-Dieter Rossmann (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Dr. Ernst-Dieter Rossmann
Jahrgang
1951
Berufliche Qualifikation
Diplom Psychologe, Dr. der Sportwissenschaften
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Pinneberg
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Schleswig-Holstein
weitere Profile
(...) Es ist aber meines Erachtens falsch zu glauben, dass die hohe Arbeitslosigkeit der letzten Jahre an den Hartz-Reformen gelegen hat. Die Hartz-Reformen beginnen zu wirken, die bessere "Förderung" Arbeitsloser und die zahlreichen Beschäftigungsprogramme greifen, das 25-Milliarden-Euro-Wachstums-und-Investitionsprogramm der Bundesregierung trägt seine Früchte, das Witschaftswachstum steigt und die Arbeitslosigkeit sinkt deutlich. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Dr. Ernst-Dieter Rossmann
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Soziales
21.08.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Rossmann,

am 01.06.2006 stimmten Sie im Bundestag für die "Anpassung und Veränderung von Hartz IV", diese enthält unter anderem:
"[...] Nach dem verabschiedeten Gesetz können Zahlungen komplett gestrichen werden, wenn Bezieher von Arbeitslosengeld II dreimal einen angebotenen Job ablehnen. Ferner sollen Außendienste eingeführt werden, die möglichen Leistungsmissbrauch aufdecken. [...]"
Freuen Sie sich, dass dieses Gesetz nun zur Vorlage für eine erfolgreiche Unterhaltungssendung im deutschen Fernsehen wurde? www.sat1.de
Sehen Sie darin einen gerechtfertigten und angemessenen Umgang mit den von den entsprechenden Sozialreformen betroffenen Bürgern? Können Sie jene Kritiker verstehen, die darin eine ´interessante´ Neuinterpretation der Menschenwürde sehen? Und können Sie sich vorstellen, dass auch Ihr damaliges Abstimmungsverhalten zu dieser Neudefinition beigetragen hat?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Ernst-Dieter Rossmann
3Empfehlungen
22.08.2008
Dr. Ernst-Dieter Rossmann
Sehr geehrter Herr ,
herzlichen Dank für Ihre Frage. Herr Dr. Rossmann hat momentan Urlaub. Auch Bundestagsabgeordnete benötigen eine Auszeit zur Regeneration und für gemeinsame Zeit mit ihren Familien, die wegen der hohen Arbeitsbelastung des/der Abgeordneten häufig zurückstecken müssen. Da er alle Fragen persönlich beantwortet, werden Sie erst Anfang September eine Antwort von ihm bekommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen
i. A. Anna Alexandrakis
Ergänzung vom 03.09.2008
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Frage vom 21.08.08 über abgeordnetenwatch.de .

Dass Leistungsmissbrauch beim Arbeitslosengeld II vermieden werden muss, da sind wir - denke ich - alle einer Meinung. Schließlich wird das ALG II vom Steuerzahler finanziert. Kontrollen sind hier leider unerlässlich. Und wenn sie vernünftig durchgeführt werden, verletzten sie auch nicht die Menschenwürde eines jeden Menschen.

Die Sendung bei SAT 1 "Gnadenlos gerecht -- Sozialfahnder ermitteln" habe ich nicht gesehen. Deshalb kann ich die Qualität der Berichterstattung nicht beurteilen. Leider gibt es zu viele Sendungen, die sehr einseitig Bericht erstatten und Vorurteile gegenüber allen Hartz-IV-Empfängern schüren. Sollte dies punktuell auch bei SAT 1 der Fall gewesen sein, finde ich dies sehr bedenklich. Meine Mitarbeiter, die eine Folge gesehen haben, haben mir jedoch erzählt, dass auch von Fällen berichtet wurde, in denen unbürokratisch und schnell ALG II bzw. entsprechende Leistungen bewilligt wurden, wenn dies berechtigt war. Es wurde also in der einen Folge nicht nur über Leistungsmissbrauch berichtet, sondern auch über unverschuldet in Not geratene Menschen, denen der Staat schnell und unbürokratisch hilft.

Da Sie auch die erste Folge der Sendung gesehen haben, möchte ich anregen, dass Sie sich direkt an die Redaktion von SAT 1 wenden, z.B. über einen Leserbrief. Das ist wichtig! Und je sachlicher und inhaltsreicher, umso besser! Auch die Medien sind auf solche Rückmeldungen angewiesen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Bildung und Forschung
22.08.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Rossmann,

Ich bin zurzeit ein Schüler der 10.Klasse eines Gymnasiums. Da ich auch einmal Politiker werden will, war für mich schon in der 9. Klasse klar, dass ich einmal einen Schülerauszausch machen werde. Nun war nur noch die Frage: Wann? und natürlich wie lange? Ich habe mich nun entschieden in der 11.Klasse einen Auslandsaufenthalt zu machen, und zwar nach Neuseeland oder Großbritannien.
Als ich von einem Freund hörte, dass man dort auch ein Internat besuchen und dann schließlich mit dem sog. "Weltabitur", dem International Baccalaureate Diploma (IB), seinen Abschluss machen könne, war ich gefesselt von der Vorstellung die dafür benötigten 2 Jahre in einem Land mit einer fremder Sprache zu besuchen.
Doch ein Problem besteht dabei: Ein solcher Auslandaufenthalt kostet zwischen 45.000€ und 60.000€, was meine Eltern ohne Hilfe nicht aufbringen können.
Meine Frage lautet also nun: Gibt es von der Bundesregierung ggf. irgendwelche Förderungsmaßnahmen, Steuererleichterungen oder Ähnliches? Und kann man wirklich 30% des Schulgeldes sparen, indem man es von der Steuer absetzt (Da meine Mutter meinte, dass man diese 30% dann wieder in irgendeiner anderen Steuer drauf zahlen muss)?

Vielen Dank im voraus für Ihre Bemühungen.

Mit freundlich Grüßen

Antwort von Dr. Ernst-Dieter Rossmann
1Empfehlung
25.08.2008
Dr. Ernst-Dieter Rossmann
Sehr geehrter Herr ,
herzlichen Dank für Ihre Frage. Herr Dr. Rossmann hat momentan Urlaub. Auch Bundestagsabgeordnete benötigen eine Auszeit zur Regeneration und für gemeinsame Zeit mit ihren Familien, die wegen der hohen Arbeitsbelastung des/der Abgeordneten häufig zurückstecken müssen. Da Herr Dr. Rossmann alle Fragen persönlich beantwortet bzw. alle von uns vor recherchierten Schreiben letztendlich von ihm freigegeben werden, bekommen Sie erst Anfang September eine Antwort. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Mit freundlichen Grüßen
i. A. Anna Alexandrakis
Ergänzung vom 03.09.2008
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Fragen zum Thema "Auslandsaufenthalt für Schüler in Neuseeland oder Großbritannien".

Erst einmal freut es mich, dass Sie sich politisch engagieren möchten. Ob es dann später die Berufspolitik sein wird, soll sich ja noch erst zeigen. Aber politisches Engagement, egal in welcher beruflichen Position, ist sicherlich eine ausgesprochen positive Grundeinstellung. Ein Auslandsaufenthalt während der Schulzeit ist zwar kein "Muss" für einen zukünftigen Politiker, kann aber sehr wertvolle Erfahrungen vermitteln und den Horizont für die spätere Tätigkeit erweitern. Insofern begrüße ich Ihr ehrgeiziges Ziel, einen internationalen Abschluss in Neuseeland oder Großbritannien zu machen.

Die Bundesregierung bzw. der Deutsche Bundestag fördern punktuell und oft indirekt Auslandsaufenthalte von Schülern.

Auch wenn es mit Neuseeland und mit Großbritannien nichts zu tun hat, möchte ich Sie trotzdem der Vollständigkeit halber auf das Stipendienprogramm des Bundestages mit den USA hinweisen. Das Parlamentarische Patenschaftsprogramm ist ein Programm zwischen dem Deutschen Bundestag und dem Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika, durch das pro Wahlkreis und Jahr ein Vollstipendium angeboten wird. Weitere Informationen hierzu sowie die Bewerbungsmodalitäten können Sie unter www.bundestag.de finden.

Darüber hinaus bieten die unterschiedlichsten Träger von Schüleraustauschen (Austauschorganisationen, Stiftungen, Firmen oder auch Stadtverwaltungen) Stipendien für Schülerinnen und Schüler an. Einen Einstieg bietet hier sicherlich das Portal www.rausvonzuhaus.de www.rausvonzuhaus.de das vom Bundesministerium für Frauen, Senioren, Familie und Jugend gefördert wird. Dort finden Sie unter dem Punkt "Finanzierung" auch wichtige Hinweise zu einem Schüleraufenthalt in Neuseeland. Einen Überblick über verschiedene Stipendienprogramme finden Sie unter www.rausvonzuhaus.de

Weitere Tipps und Anregungen finden Sie unter www.schueleraustausch.de . Das Angebot an Stipendien für die USA ist natürlich um ein Vielfaches größer als für Neuseeland.

Für ein Jahr Schulaufenthalt im Ausland kann außerdem BAföG beantragt werden, wenn das Einkommen der Eltern eine bestimmte Grenze nicht übersteigt, siehe www.bafoeg.bmbf.de . In diesem Rahmen werden auch zwei Hin- und Rückfahrten mit jeweils 250 - 500 Euro zum Auslandsziel bezuschusst.

Die von Ihnen erwähnte steuerliche Absetzbarkeit von Schulgeld greift meines Erachtens in Ihrem Fall in Zukunft nur für Großbritannien, weil Neuseeland nicht in Europa ist. Momentan kann man 30% der Privatschulkosten für eine Privatschule im Inland von der Steuer absetzen. Geplant ist eine Erweiterung auf allgemein bildende Schulen im europäischen Ausland, dafür aber mit einer Deckelung auf höchstens 3.000 Euro im Jahr, die man jährlich absetzen kann.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Umwelt
12.10.2008
Von:

Lieber Ernst-Dieter,

am 23.Sept. 08 zitierte das HH-Abendblatt im Beitrag:" Mayday! Was ist das für eine Küstenwache?" Ole Schröder zum Thema des Steineversenkens vor Sylt durch Greepeace. Schröder bedauerte danach, dass die Küstenwache nicht, oder zu spät gegen diese Greenpeace-Aktion eingeschritten sei. Immerhin eine Aktion, die ganz konkret etwas für den Umweltschutz - hier den Schutz der Tier- und Pglanzenwelt des Meeres -unternommen hat.
Wie stehst Du zu dieser Aktion von Greenpeace?

Mit freundlichem Grüß
Conny
Antwort von Dr. Ernst-Dieter Rossmann
9Empfehlungen
15.10.2008
Dr. Ernst-Dieter Rossmann
Lieber Conny,


ich muss gestehen, bezüglich der Aktion von Greenpeace vor Sylt schlagen zwei Herzen in meiner Brust: Das des Rebells, der Sympathie zu Greenpeace und seinen spektakulären Aktionen im Dienste des Umwelt- bzw. Meeresschutzes hegt, andererseits aber das Herz des in Verantwortung stehenden Bundestagsabgeordneten, der rechtswidrige Aktionen einfach nicht gut heißen kann.

Ich bin der Meinung, dass man hier auf der sachlichen legalen Ebene Lösungen finden muss. Greenpeace hat zwar mit seiner Aktion die Schifffahrt und die Fischer - nach meinen Informationen - zu keiner Zeit gefährdet, diese rechtswidrige Aktion hat aber vor Sylt für ziemlich viel Unruhe gesorgt und Ängste ausgelöst.

Deutschland braucht sich - was den Meeresschutz angeht - nicht zu verstecken. Als Vorreiter in der EU hat Deutschland im Mai 2004 31 Prozent der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ), also des küstenfernen Bereichs jenseits der 12-Seemeilen-Zone, als Beitrag zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 dem Naturschutz zur Verfügung gestellt. Geschützt werden 25 Vogelarten vor allem aus den Gruppen der Seetaucher und Meeresenten, die drei Meeressäugetierarten Schweinswal, Kegelrobbe und Seehund sowie sechs wandernde Fischarten. Entscheidend für den Schutz der Arten ist vor allem auch der Erhalt der für sie existentiellen Lebensräume "Sandbänke" und "Riffe". Für diesen Beitrag hat Deutschland im vergangenen Jahr einen Meeresumweltpreis der Umweltstiftung WWF erhalten.

Die Bundesregierung bereitet derzeit konkrete Naturschutzgebietsverordnungen für diese FFH-Gebiete in der AWZ vor. Über Beschränkungen für die Fischerei muss danach der EU-Fischereirat entscheiden.

Das Bundesumweltministerium hat den Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) in Kopenhagen beauftragt, unter Mitwirkung aller Betroffenen die Auswirkungen der Fischerei auf die Schutzgüter in allen Natura-2000-Gebieten in der deutschen AWZ zu untersuchen. Im November dieses Jahres sollen auf einem internationalen Symposium in Stralsund die Ergebnisse öffentlich vorgestellt und diskutiert werden.

Danach geht es darum, die erforderlichen Maßnahmen unter Mitwirkung aller Betroffenen zu konkretisieren. Ich persönlich bin dafür, dass es in diesen Gebieten flächendeckende Fischereiverbote gibt, damit es jedenfalls in einigen wichtigen Meeresgebieten absolut klare Regeln für den Naturschutz gibt. Ich hoffe, dass dies auch die Empfehlung der Experten und dann auch die Entscheidung sein wird.

Dieser Weg und nicht illegale Aktionen sollte weiter gegangen werden. Dass Greenpeace aber hier mit Zivilcourage, sozusagen als begrenzter kalkulierter Protest, ein Zeichen gesetzt hat, erkenne ich gleichwohl an. Siehe oben: Zwei Herzen in meiner Brust.


Beste Grüße aus Berlin
Ernst Dieter Rossmann
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Umwelt
18.11.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Rossmann,

ein Auszug aus der Pressemitteilung 1140 der Grünen(www.gruene-bundestag.de) vom 30.10.08 zum Eurosolar-Gutachten "Sicherung von Kernkraftwerken vor Terrorangriffen":

"Wir fordern die Bundesregierung auf, die Anlagenbetreiber im Rahmen einer Verordnung dazu zu verpflichten, Schadensvorsorge gegen Terrorangriffe auf Atomkraftwerke zu treffen.

Des Weiteren fordern wir die Bundesregierung erneut auf, in Kooperation mit den zuständigen Landesbehörden darauf hinzuwirken, dass die terroranfälligen AKW in Deutschland so schnell wie möglich vom Netz gehen und stillgelegt werden."

Unterstützen Sie und die SPD-Fraktion diese Forderungen?

Muß ich im Falle einer Fortsetzung der jetzigen Koalition nach der Bundestagswahl damit rechnen, daß das Akw Brunsbüttel wieder angeschaltet wird?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Ernst-Dieter Rossmann
5Empfehlungen
24.11.2008
Dr. Ernst-Dieter Rossmann
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zur Sicherheit von Kernkraftwerken vor Terrorgriffen.

Ich möchte voranstellen, dass ich den Atomausstieg für einen der zentralen Beschlüsse der rot/grünen Bundesregierung halte. Die bekannte Unsicherheit der Kernenergie mit unverantwortlichen Unfallrisiken und der Hinterlassenschaft von atomarem Müll für zehntausende von Jahren haben die SPD in den vergangenen Jahren dazu veranlasst, eine energiepolitische Wende einzuleiten. Unter Rot/Grün wurden der Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen sowie die öffentliche Förderung erneuerbarer Energien drastisch erhöht. Die im Jahr 2000 vereinbarte Befristung der Regellaufzeiten von Atomkraftwerken führt dazu, dass in den nächsten Jahren weitere Atomkraftwerke vom Netz genommen werden. Dazu stehen wir nach wie vor und sorgen dafür, dass der Atomausstieg auch gegen den immer wieder geäußerten Widerstand aus der CDU/CSU beibehalten wird.

Konkret nehmen Sie Bezug auf eine Pressemitteilung der Grünen. Zentrale Forderungen sind hierbei die Verpflichtung der Kernkraftwerke zur Schadensvorsorge gegen Terrorangriffe auf Atomkraftwerke sowie die Stilllegung terroranfälliger Atomkraftwerke.

Rechtlich relevant ist hier das 2000 unter dem grünen Umweltminister Jürgen Trittin novellierte Atomgesetz. In der damaligen Bedrohungsanalyse war die Gefahr durch Terrorangriffe bereits mit inbegriffen. Als Beispiel wird in der öffentlichen Debatte eine Attacke mit entführten Flugzeugen ähnlich der Anschläge vom 11. September 2001 in New York herangezogen. Nun kommt aber auch das von EUROSOLAR, einem Dachverband zur Ausweitung der Nutzung Erneuerbarer Energien, beauftragte Gutachten, auf das sich die Grünen beziehen, zu dem Ergebnis, dass letztlich keins der deutschen Atomkraftwerke einem Angriff mit einem Passagierflugzeug standhielte. Die politische Forderung der Grünen, dass die terroranfälligen Atomkraftwerke sofort vom Netz gehen müssten, läuft insofern darauf hinaus, alle deutschen AKW sofort vom Netz zu nehmen.

Dadurch wäre allerdings die Gefahr nicht sofort beseitigt. Nach Stilllegung eines AKW dauert es noch etwa zehn Jahre, bis dieses zurückgebaut werden kann, da die radioaktive Strahlung der Brennelemente erst soweit abklingen muss, dass ein Abriss möglich ist. Auch in dieser Zeit besteht noch die genannte Gefahr bei einem terroristischen Anschlag mit einem Passagierflugzeug. Die Wirkung wäre dann analog einer sogenannten "schmutzigen Bombe".

Die Maßnahmen, die von den Grünen gefordert werden, gehen am von den Grünen mitverantworteten Atomkonsens vorbei. Dieser besagt ja nun gerade, dass den deutschen Atomkraftwerken Restlaufzeiten zugewiesen werden und diese nach deren Ablauf abgeschaltet und rückgebaut werden. Bei aller Gegnerschaft zur Atomenergie müssen wir an diesem Plan festhalten, auch um ganz erhebliche Schadensersatzforderungen der Betreiber der Kernkraftwerke zu vermeiden.

Außerdem nehmen die Grünen in ihrer Pressemitteilung eine Forderung aus dem angesprochenen Gutachten mit auf, nach der der Bund von seiner Verordnungsermächtigung aus § 12 Abs. 1 Nr. 10 Atomgesetz Gebrauch machen soll, wonach die Anlagenbetreiber dazu verpflichtet werden können, Schadensvorsorge gegen Störmaßnahmen Dritter gegen die Atomkraftwerke zu betreiben. Der Weg, der unter dem grünen Umweltminister Trittin begonnen und jetzt vom SPD-Umweltminister Gabriel fortgesetzt wurde, ist ein anderer. Derzeit wird über Schutzkonzepte und Schadensvorsorge mit den Betreibern direkt verhandelt, der Weg über entsprechende Verordnungen des Bundes ist nicht gewählt worden. Das ist derzeit meiner Meinung nach auch ausreichend. Es ist mir nicht bekannt, dass hier Vorschläge in der Debatte sind, über die nicht im Einvernehmen mit den Anlagenbetreibern eine Einigung erzielt werden könnte. Insofern ist es derzeit nicht notwendig, die genannte Verordnungsermächtigung zu nutzen.

In diesem Zusammenhang möchte ich aber nicht unerwähnt lassen, dass die Bundesregierung eine Änderung im Atomgesetz (§ 12b) plant, die die Überprüfung der Zuverlässigkeit von Personen, die in oder an Atomkraftwerken arbeiten, zum Schutz gegen Entwendung oder Freisetzung radioaktiver Stoffe verschärfen soll. Diese Maßnahme ist auch eine Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage nach den Terroranschlägen vom 11.09.01 und soll die Gefahr von Atomkraftwerken "von innen heraus" minimieren.

Sie sprechen das Problem der Übertragung der Restlaufzeiten der Atomkraftwerke an. Die Grundkonzeption sieht so aus, dass im Atomgesetz Restlaufmengen für die einzelnen Atomkraftwerke festgelegt sind. Den Betreibern ist es freigestellt, Restlaufmengen von älteren auf neuere Kraftwerke zu übertragen. Umgekehrt ist dies nicht möglich, dazu müsste zunächst das Atomgesetz geändert werden. Die SPD-Bundestagsfraktion hat, gerade was das Kernkraftwerk Brunsbüttel angeht, regelmäßig darauf gedrängt, die Restlaufzeiten auf neuere, technisch sicherere Kernkraftwerke zu übertragen. Vattenfall als Betreiber sträubt sich dagegen und hofft vermutlich darauf, dass unter einer CDU/CSU/FDP-Bundesregierung nach der nächsten Bundestagswahl das Atomgesetz geändert und die Restlaufzeiten verlängert werden könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Bildung und Forschung
21.11.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Abgeordneter,

Warum lernt man an einer deutschen Universität,ich nenne diese beim Namen, JLU Giessen, im Studiengang Betriebswirtschaft,etwas über Asset backed securities,Mortgage Backed securities,Collateral Dept Obligations etc.
Werden Universitäten nicht mit Steuergeldern unterstützt?Diese "Produkte" müssen nun auch mit Steuergeldern unterstützt werden,bzw. die Banken die sich daran verhoben haben

Finden Sie es richtig,dass an deutschen Universitäten das "Zocken und Abzocken" gelehrt wird?
Ist es im Sinne der Bildung dass dort Theorien über "Massenvernichtungswaffen der Finanzindustrie" gelehrt werden?

MFG
Antwort von Dr. Ernst-Dieter Rossmann
7Empfehlungen
25.11.2008
Dr. Ernst-Dieter Rossmann
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihren Hinweis über abgeordnetenwatch.de .

Ich stehe diesen Geldmarktinstrumenten auch sehr kritisch gegenüber, aber erstens herrscht bei uns aus guten Gründen "Freiheit in Forschung und Lehre" und zweitens tun wir uns keinen Gefallen damit, solche Inhalte aus dem Lehrplan zu verbannen; die zukünftigen Betriebswirte müssen zumindest wissen, worum es bei diesen Finanzmarktinstrumenten geht, wenn wir sie national wie international eingrenzen und in Extremfällen auch verbieten wollen und müssen.

Ich hoffe sehr, dass Dozenten und Professoren diese nach dem alten Humboldt-Prinzip kritisch beleuchten und auch Themen wie "Ethik in der Wirtschaft" mit in die Lehre einschließen. Denn wir brauchen eine kompetente Realwirtschaft und mehr Verantwortung der Finanzmärkte für die Allgemeinheit.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Dr. Ernst-Dieter Rossmann
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.