Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Ernst Dieter Rossmann
© spdfraktion.de
Geburtstag
04.02.1951
Berufliche Qualifikation
Diplompsychologe
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Elmshorn
Wahlkreis
Pinneberg
Ergebnis
31,8%
Landeslistenplatz
1, Schleswig-Holstein
weitere Profile
(...) Auf dem Gebiet der Gleichstellungspolitik gibt es also noch einiges zu tun. Wir brauchen endlich flächendeckende Mindestlöhne, gesetzliche Quoten in Vorständen und Aufsichtsräten und eine Infrastruktur, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für beide Elternteile endlich wirklich möglich macht. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
10.05.2012
Verlängerung des Bundeswehreinsatzes gegen Piraterie (Atalanta)
NEIN
29.03.2012
Abbau der kalten Progression
NEIN
29.03.2012
Kürzungen der Solarförderungen
NEIN
29.03.2012
Pläne für ein Betreuungsgeld aufgeben
JA
27.02.2012
Zweites Rettungspaket für Griechenland
JA
26.01.2012
Verlängerung Afghanistan Einsatz (ISAF)
JA
01.12.2011
Verlängerung des Anti-Terror-Einsatzes im Mittelmeer (OAE)
NEIN
01.12.2011
Verlängerung des Bundeswehreinsatzes gegen Piraterie (Atalanta)
JA
26.10.2011
Ausweitung des Euro-Rettungsschirms (EFSF)
JA
29.09.2011
Euro-Stabilisierungsfonds EFSF
JA
29.09.2011
Reform des Bundestagswahlrechts
NEIN
29.09.2011
Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Südsudan (UNMISS)
JA
08.07.2011
Deutsche Beteiligung an UN-Aufbaumission in Südsudan
JA
08.07.2011
Keine Panzer an Saudi-Arabien verkaufen
JA
08.07.2011
Verlängerung des Darfur-Einsatzes
JA
07.07.2011
Abschiebestopp für syrische Flüchtlinge
JA
07.07.2011
Eingeschränkte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik
JA
07.07.2011
Unterirdische Speicherung von CO2
NEIN
30.06.2011
Atomausstieg bis 2022
JA
09.06.2011
Verlängerung des Libanon-Einsatzes (UNIFIL)
JA
09.06.2011
Verlängerung Kosovo-Einsatz (KFOR)
JA
26.05.2011
Schwarzarbeiterbekämpfungsgesetz
JA
25.03.2011
AWACS-Einsatz in Afghanistan
nicht beteiligt
17.03.2011
Sofortige Abschaltung von Alt-AKW
JA
17.03.2011
Unverzügliche Abschaltung aller deutschen AKW
enthalten
17.03.2011
Vorübergehende Aussetzung von AKW-Laufzeiten (Moratorium)
NEIN
28.01.2011
Verlängerung Afghanistaneinsatz (ISAF)
enthalten
03.12.2010
Anpassung und Veränderung von Hartz IV
NEIN
03.12.2010
Vorläufiger Bau- und Vergabestopp bei Stuttgart 21
JA
02.12.2010
Kampf gegen Piraten (ATALANTA)
JA
02.12.2010
Verlängerung Bosnien-Einsatz (ALTHEA)
JA
02.12.2010
Verlängerung des Anti-Terror-Einsatzes im Mittelmeer (OAE)
NEIN
26.11.2010
Haushalt 2011
NEIN
12.11.2010
Einführung bundesweiter Volksentscheide
NEIN
12.11.2010
Gesundheitsreform
NEIN
11.11.2010
Neuordnung am Arzneimittelmarkt
NEIN
28.10.2010
Abschöpfung von Zusatzgewinnen aus AKW-Laufzeitverlängerung
NEIN
28.10.2010
Brennelementesteuer
NEIN
28.10.2010
Sparpaket (Haushaltsbegleitgesetz)
NEIN
28.10.2010
Verlängerung von AKW-Laufzeiten
NEIN
18.06.2010
Reduzierung der Wehrpflicht
NEIN
17.06.2010
Bundeswehr ohne Wehrpflicht
enthalten
17.06.2010
Reform der Jobcenter
JA
17.06.2010
Verlängerung des Darfur-Einsatzes (UNAMID)
JA
17.06.2010
Verlängerung des Libanon-Einsatzes (UNFIL)
JA
17.06.2010
Verlängerung des Sudan-Einsatzes (UNMIS)
JA
10.06.2010
Austritt aus der Kernfusion (ITER)
enthalten
10.06.2010
Verlängerung Kosovo-Einsatz (KFOR)
JA
21.05.2010
Euro-Rettungsschirm
enthalten
07.05.2010
Notkredit für Griechenland
enthalten
06.05.2010
Mindestsicherung statt Hartz IV
NEIN
06.05.2010
Schnellere Absenkung der Einspeisevergütung im EEG
NEIN
22.04.2010
Beibehaltung der Steuerfreiheit bei Feiertags- und Nachtarbeit
JA
25.03.2010
Abschaffung der reduzierten Mehrwertsteuer für Hotels
JA
19.03.2010
Bundeshaushalt 2010
NEIN
26.02.2010
Verlängerung Afghanistaneinsatz (ISAF)
JA
18.12.2009
Bundeswehreinsatz in Bosnien Herzegowina
JA
18.12.2009
Kampf gegen Piraten (ATALANTA)
JA
04.12.2009
Verzicht auf Mehrwertsteuersenkung für das Hotelgewerbe
JA
04.12.2009
Wachstumsbeschleunigungsgesetz
NEIN
03.12.2009
Verlängerung Afghanistaneinsatz (ISAF)
JA
03.12.2009
Verlängerung des Anti-Terror-Kampfes (OEF)
NEIN
03.12.2009
Verlängerung Libanon-Einsatz (UNFIL)
JA
Fragen an Dr. Ernst Dieter Rossmann
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
28.01.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Rossmann,

ich ärgere mich seit langem darüber, dass am Telefon angeblich geschlossene Lottospielverträge keiner schriftlichen Bestätigung bedürfen. Gibt es denn seitens der Politik kein Interesse, die Bürger vor diesen bekannten Machenschaften zu schützen, indem nur ein unterschriebener schriftlicher Vertrag rechtsgültig ist.
Ich habe schon Inkasso-Schreiben erhalten, obwohl ich nie mitgespielt habe, auch keine Rechnung und keine Mahnung erhalten habe. Wie kann das angehen?
14 Tage später kam über diese Firma im Fernsehen ein Bericht! Zwei Konten der Firma waren schon gesperrt. Warum darf diese Firma weitermachen?
Etwas später .....
Nach einem Telefonat, in dem ich das Mitspielen verneinte, zwei Tage später aber trotzdem ein freundliches Schreiben bekommen habe, in dem man mir bestätigte, dass ich angeblich mitspielen will. Man sollte doch bei diesen Gewinnspielen durch ein Gesetz festlegen, dass eine schriftliche Einwilligung erforderlich ist.
Ich würde mich freuen, etwas von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Ernst Dieter Rossmann
bisher keineEmpfehlungen
10.02.2012
Dr. Ernst Dieter Rossmann
Antwort von Herrn Dr. Rossmann plus zwei Anlagen:

Sehr geehrter Herr ,

erst einmal möchte ich Ihnen herzlich für Ihre Frage danken. Als Bildungspolitiker befasse ich mich mit dieser Thematik nicht schwerpunktmäßig. Ich habe mich aber bei unseren Verbraucherpolitikern erkundigt und kann Ihnen folgende Informationen geben:

Sie sprechen hier ein wichtiges Thema an und Sie sind nicht der einzige Betroffene. In einer Erhebung von 2010 gingen in nur neun Monaten fast 80.000 Beschwerden über unerlaubte Telefonwerbung bei den Verbraucherzentralen ein. Dabei ging es bei über 60 % der Beschwerden - wie bei Ihnen - um Gewinnspiel- und Lotteriewerbung und über 30 % der Angerufenen sagten aus, dass ihnen ein Vertrag untergeschoben wurde.

Hier besteht natürlich ganz klar Handlungsbedarf von Seiten der Politik. Um diese unlauteren Praktiken zu bekämpfen, hat noch zu Zeiten der Großen Koalition die damalige Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) das "Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung und zur Verbesserung des Verbraucherschutzes bei besonderen Vertriebsformen" auf den Weg gebracht. Dieses Gesetz untersagt es Anbietern, Verbraucher/-innen unerlaubt mit Werbeanrufen zu belästigen - unter Androhung eines Bußgeldes von 50.000 Euro. Außerdem wurde die Rufnummernunterdrückung bei Werbung verboten und telefonisch abgeschlossene Verträge können seitdem generell widerrufen werden.

Wenn kein Vertrag abgeschlossen wurde, sollten Sie die Forderung zurückweisen - die Beweispflicht, dass ein Vertrag zustande kam, liegt beim Rechnungssteller. Auf der Webseite der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein ( www.verbraucherzentrale-sh.de ) finden Sie eine genaue Anleitung, wie Sie sich gegen solche Vorgänge zur Wehr setzen können.

Warum in Ihrem Fall die Firma weiterhin agieren darf, kann ich Ihnen ohne genauere Informationen leider nicht beantworten. Die Strafverfolgung wird aber in vielen Fällen dadurch behindert, dass die Verantwortlichen oder der Tathergang nicht ermittelbar sind. Denn oft nutzen die Täter organisierte kriminelle Strukturen oder agieren aus dem Ausland heraus.

Das "Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung" war ein wichtiger Schritt, der die Rechte von Verbraucherinnen und Verbrauchern deutlich gestärkt hat. Das Problem ist aber noch nicht gelöst, wie Sie ja leider selbst erleben mussten. Deshalb stimme ich Ihnen voll und ganz zu - telefonische Verträge, die bei unerlaubten Werbeanrufen abgeschlossen wurden, bedürfen einer schriftlichen Bestätigung! Nur so können Verbraucherinnen und Verbraucher nicht mehr durch dubiose Anbieter überrumpelt und unter Druck gesetzt werden.

Deshalb setzen wir uns auch aus der Opposition heraus für einen besseren Verbraucherschutz ein. Die SPD-Bundestagsfraktion hat im Februar 2011 einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der den Verbraucherschutz in der Telekommunikation allgemein stärken sollte. Diesen Antrag (Drucksachen-Nr.: 17/4875) füge ich Ihnen als Anlage bei. Außerdem haben die SPD-regierten Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Berlin eine Bundesratsinitiative eingebracht, die genau so eine "Bestätigungslösung" vorsieht. Am 27.05.2011 folgte der Bundesrat der Initiative. Diese beinhaltet, dass am Telefon abgeschlossene Verträge nur dann gültig sind, wenn sie innerhalb von zwei Wochen schriftlich bestätigt wurden. Desweiteren sollen strengere Regeln für Inkasso-Unternehmen eingeführt und die Bußgelder für unerlaubte Werbeanrufe auf 250.000 Euro erhöht werden. Auch diesen Antrag (Drucksachen-Nr.:17/6482) habe ich Ihnen mitgeschickt.

Leider war die Reaktion der schwarz-gelben Bundesregierung auf diese Initiativen bisher unbefriedigend. Obwohl die derzeitige Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner sich schon 2010 für die Bestätigungslösung ausgesprochen hatte, hat sich bisher wenig getan. Erst im Dezember letzten Jahres gab es Presseberichte, dass das Bundesjustizministerium zumindest eine abgespeckte Version der Bestätigungslösung plane. Einen Artikel der Süddeutschen Zeitung zu den Vorhaben der Justizministerin finden Sie unter www.sueddeutsche.de . Das würde immerhin für Gewinnspiel- und Lottoverträge eine schriftliche Bestätigung notwendig machen - in anderen Bereichen wären Telefonverträge weiter auch ohne gültig. Dies wäre zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. Wir als SPD kämpfen aber weiter für eine umfassendere Ausweitung des Verbraucherschutzes im Bereich der Telekommunikation.

Bis es zu so einer Gesetzesänderung kommt - die Bundesregierung ist hier in der Bringschuld -, können Ihnen die Verbraucherzentralen weiterhelfen. Sie können gegen Unternehmen, die unlautere Praktiken anwenden, vorgehen und geben Tipps, wie man das Risiko unerwünschter Werbeanrufe senken kann. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein erreichen Sie unter www.verbraucherzentrale-sh.de , eine Übersicht aller Verbraucherzentralen Deutschlands ist unter www.verbraucherzentrale.de einsehbar.

Ich hoffe, dass ich Ihnen bei Ihren Fragen weiterhelfen konnte und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB
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Frage zum Thema Frauen
09.04.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Rossmann,

mir fällt auf, dass die PIRATEN besonders starken Zulauf von jungen Männern haben. Haben die sogenannten "Volksparteien" versäumt, rechtzeitig zu erkennen, dass gute Frauenpolitik auch darin bestehen sollte, sie NICHT auf dem Geldbeutel der Männer auszutragen?

Ich stelle zudem fest, dass junge Frauen sich nichts mehr wünschen, als funktionierende, liebevolle Beziehungen zu Männern, dass aber das zur Zeit in der gängigen Rechtspraxis) geltende Familienrecht Männer nicht nur von der Kindererziehung ausgrenzt, sondern leider gängige Männerklischees weiterhin benutzt, um Unterhaltsansprüche von Frauen zu realisieren.

Sollten der Deutsche Bundestag nicht mal langsam zu der Erkenntnis gelangen, dass das Ausspielen weiblicher gegen männliche Interessen auf lange Sicht für JEDES Volk den wirtschaftlichen und emotionalen Untergang bedeutet?

Wäre es nicht WESENTLICH gerechter, in Not geratene Frauen in solidarischer Gemeinschaft aufzufangen, als längst überholte Rollenbilder zu pflegen und dadurch unnötige Konflikte am Leben zu erhalten?

Wäre es nicht langsam auch einmal angesagt, zu erkennen, dass nicht nur Mütter, sondern auch Väter einer "Doppelbelastung" unterliegen, wenn sie Kinder erziehen?

Und den Begriff der "alleinerziehenden Mutter" in politischen Diskussionen zu ergänzen um den Begriff des "alleinbezahlenden Vaters"?

Wieviel junge Wähler müssen noch zu den PIRATEN überlaufen, bis die Etablierten begreifen, dass sie in der Frauen- und Familienpolitik einer Ideologie aufgesessen sind, die letztlich volkszersetzend wirkt?
Antwort von Dr. Ernst Dieter Rossmann
bisher keineEmpfehlungen
24.04.2012
Dr. Ernst Dieter Rossmann
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage über Abgeordentenwatch zu den PIRATEN bzw. zum wichtigen Thema der Gleichstellungspolitik.

In der Tat hat gute Gleichstellungspolitik nichts damit zu tun, die Interessen von Frauen und Männern gegeneinander auszuspielen. Das Ziel unserer Politik ist ein gleichberechtigtes Miteinander. Davon profitieren letztlich alle.

Derzeit gibt es aber leider noch immer eine Diskriminierung von Frauen in Deutschland – so erhalten sie weniger Lohn, sind häufiger in prekären Beschäftigungsverhältnissen angestellt und in Vorständen und Aufsichtsräten sind sie auch im 21. Jahrhundert noch immer unterrepräsentiert. Währenddessen erhält das Steuersystem überkommene Rollenverteilungen am Leben, die weder Männern noch Frauen gerecht werden.

Auf dem Gebiet der Gleichstellungspolitik gibt es also noch einiges zu tun. Wir brauchen endlich flächendeckende Mindestlöhne, gesetzliche Quoten in Vorständen und Aufsichtsräten und eine Infrastruktur, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für beide Elternteile endlich wirklich möglich macht. Auch die schwierige Situation von Alleinerziehenden – Männern wie Frauen – darf dabei nicht vernachlässigt werden.

Diese Maßnahmen sind nur einige von vielen, die dringend umgesetzt werden müssten, anstatt Milliarden für ein unsinniges Betreuungsgeld auszugeben. Solche besseren Maßnahmen würden allen Geschlechtern und letztlich auch der Volkswirtschaft zugute kommen. So schätzt die Europäische Kommission zum Beispiel, dass eine Beseitigung von geschlechtspezifischen Unterschieden in der Beschäftigung in den EU-Mitgliedstaaten im besten Fall zu einer BIP-Steigerung von deutlich über 15 Prozent führen würde.

Und dass Gleichstellungspolitik auch im Interesse der Männer sein kann, zeigt die Unterhaltsregelung, die vor einiger Zeit getroffen wurde. Hier wurde der Unterhaltsanspruch der Ex-Ehefrau eingeschränkt zugunsten des Unterhaltes für alle Kinder aus erster und zweiter Ehe/Beziehung und zugunsten der neuen Familie des oft männlichen unterhaltzahlenden Ex-Ehegatten.

Aber solange in Deutschland noch eine strukturelle Diskriminierung stattfindet, die insbesondere Frauen trifft, greifen meiner Ansicht nach die Vorstellungen der Piratenpartei nicht. Um erfolgreich gegen bestehende Ungleichheiten vorzugehen, müssen die gesellschaftlichen Strukturen, die Diskriminierung verursachen, Teil der Problemanalyse sein. Und während die Piratenpartei derzeit in der Tat ein Umfragehoch erlebt, geben viele Befragte an, sie würden die Piratenpartei aus Protest wählen ( www.sueddeutsche.de ). Der Unmut der Wählerinnen und Wähler, der bei solchen Aussagen deutlich wird, muss unbedingt ernst genommen werden. Doch die Umfragen zeigen auch, dass es für viele nicht die Inhalte der Piratenpartei sind, die sie überzeugen. Gerade was Gleichstellung betrifft, scheint die Piratenpartei noch einiges an Nachholbedarf zu haben. Was Sie als einen Zulauf junger Männer interpretieren, kann auch als Mangel an Frauen betrachtet werden – aktuell sind nicht einmal ein Fünftel der Parteimitglieder weiblich. Parteiintern wurde der Umgang mit Frauen wiederholt kritisiert und auch die Jugendorganisation der Piraten – die Jungen Piraten – beklagte Sexismus und Rassismus innerhalb der Partei, zuletzt in einem offenen Brief auf ihrer Webseite ( www.junge-piraten.de ). Hannah Beitzer hat, wie ich finde, hierzu einen interessanten Kommentar geschrieben, der auf der Internetseite der Süddeutschen Zeitung zu finden ist ( www.sueddeutsche.de ).

Zuletzt möchte ich mich noch einmal für Ihre Anfrage bedanken und hoffe, dass ich Ihnen die Gleichstellungspolitik der SPD-Bundestagsfraktion näher bringen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB
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Frage zum Thema Familie
27.04.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Rossmann,

bezugnehmend auf Ihre Antwort www.abgeordnetenwatch.de möchte ich Ihnen weitere Fragen stellen:

1. Woran machen Sie fest, dass Frauen (pauschal) in Deutschland im Berufsleben benachteiligt werden?
Folgende Sachverhalte sprechen, oder sprachen lange Zeit eher dagegen:

a) viele Frauen sind im öffentlichen Dienst oder großen Unternehmen und Sozialbetrieben beschäftigt, in denen tarifliche Regelungen gelten. Diese können niemals geschlechtsbezogen ungleiche Löhne enthalten. Weiter sind viele Frauen in Familienbetrieben beschäftigt, auch diese profitieren zur Hälfte vom Familienbetrieb. In welchen Berufssparten sehen Sie konkret noch eine BEWUSSTE Diskriminierung von Frauen und in welcher Form findet diese Diskriminierung statt?
b) Frauen konnten bis letztes Jahr 1-1,25 Jahre früher in das Berufsleben eintreten, da junge Männer zur Bundeswehr/Zivildienst MUSSTEN, Frauen jedoch nicht. Hat Herr zu Guttenberg da nicht eine geschlechtsbezogene Diskriminierung von Männern BESEITIGT?

2. Sie erwähnen, dass die SPD durch die Begrenzung des Gattenunterhaltes etwas verbessert hat. Richtig ist, dass Frau Dr. Zypris hier im Rahmen der letzten großen Koalition diese Veränderung eingebracht hat. Dennoch halten sich nicht alle Familienrichter automatisch daran.
Andererseits wurde 1978 durch Abschaffung der Klärung einer Schuldhaftigkeit der Scheidung faktisch der Gattenunterhalt für Frauen erst einmal massiv ausgeweitet.
Ist es wirklich eine große Leistung, wenn eine Partei erst auf massiven Druck seitens der Bevölkerung eigene Fehlentscheidungen korrigiert, und dies nicht konsequent? Hätte man nicht aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes bereits 1977 den Ehegattenunterhalt vollständig durch eine staatlich finanzierte Alimentierung ersetzen müssen?

3. Würden Sie, vorausgesetzt Sie werden 2013 die Regierung bilden, das Versprechen der GRÜNEN zur Einführung einer Kindergrundsicherung mittragen?
Siehe:
www.abgeordnetenwatch.de
Antwort von Dr. Ernst Dieter Rossmann
bisher keineEmpfehlungen
03.05.2012
Dr. Ernst Dieter Rossmann
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre zweite Mail an mich über abgeordnetenwatch.de mit weiteren Fragen. Haben Sie Verständnis dafür, dass ich sie nur kurz beantworten kann. Aufgrund der vielen Anfragen, die ich bekomme, kann ich leider nicht mit einem einzigen Bürger in einen intensiven ständigen Dialog treten, so gern ich dies auch tun würde. Dafür ist die Arbeit einfach zu umfangreich.

Zu 1. Vor allem in der Wirtschaft bzw. in privaten Unternehmen sehe ich in der Gleichstellung zwischen Mann und Frau erheblichen Nachholbedarf.
Diese fehlende Gleichstellung bezieht sich vor allen Dingen auf die unterschiedliche Bezahlung -auch innerhalb festgelegter Gehaltsrahmen-, die Diskriminierung bei den Aufstiegschancen und letztlich auch in der Zusammensetzung der Führungsgremien.

Bei Ihrem Hinweis auf die bis vor kurzem existierende Benachteiligung der Männer wegen der Wehrpflicht bitte ich zu bedenken, dass Frauen mit dem "Kinderkriegen" ebenfalls ihre Last zu tragen hatten und immer noch haben. Die Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes sowie die erste Zeit danach wirken auf jeden Fall nicht gerade förderlich im Berufsleben.

Zu 2. Ergänzend zu meinem Hinweis auf die Begrenzung des Ehegattenunterhaltes möchte ich Sie auf einen Antrag der SPD hinweisen, der die Möglichkeiten des gemeinsamen Sorgerechts bei nicht verheirateten Eltern neuregeln will. Hier werden unter anderem die Rechte von Vätern gestärkt. Nähere Informationen finden Sie in den zwei beigefügten Anlagen.

Zu 3. Im Falle einer Regierungsbildung mit den GRÜNEN ab 2013 kommt das Thema "Kindergrundsicherung" bestimmt auf die Tagesordnung. Hier müssen wir dann die unterschiedlichsten Modelle, die es schon gibt, unter dem Aspekt der Verteilungsgerechtigkeit und der Existenzsicherung von Kindern einer Prüfung unterziehen und entscheiden, wie und ob sie geeigneter sind als das heutige Modell der Familienleistungen. Die SPD hat hierzu auf ihrem letzten Bundesparteitag ein familienpolitisches Konzept verabschiedet, das ich Ihnen auch gerne beifüge. Dabei halte ich insbesondere das neue Konzept für das Kindergeld für sehr gut.
Dies wäre ein sehr wichtiger Schritt nach vorne, denn gegenwärtig werden die Kinder im Steuerrecht noch unterschiedlich gefördert. Dies zu ändern, wäre ein und auch mein erstes großes Ziel. Eine Kindergrundsicherung könnte dann ein mittelfristiges weiteres Ziel sein.

Soweit eine kurze Reaktion auf Ihre zweite Mail, die ich aus Zeitgründen nur ansatzweise beantworten kann.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB
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