Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Dr. Ernst Dieter Rossmann
Jahrgang
1951
Berufliche Qualifikation
Diplom Psychologe, Dr. der Sportwissenschaft
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Elmshorn
Wahlkreis
Pinneberg
Ergebnis
31,8%
Landeslistenplatz
-, Schleswig-Holstein
(...) Bei Ihrem Beispiel der Diäten möchte ich gerne und auch etwas stolz auf die Initiative der schleswig-holsteinischen SPD-Bundestagsabgeordneten zur letzten geplanten Erhöhung hinweisen: Wir hatten uns im Bundestag als erste geschlossen gegen eine solche Erhöhung ausgesprochen. Im Zuge dieser Initiative und der entsprechenden Diskussion darüber wurden schlussendlich die Diäten nicht erhöht. (...)
 
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Frage zum Thema Außenpolitik
10.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Rossmann,

ich möchte Sie gern auf die internationale Kampagne, die sich für die Einrichtung einer parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen einsetzt, aufmerksam machen. Die Kampagne wird parteiübergreifend bereits von mehr als 600 Parlamentariern aus aller Welt unterstützt, darunter etwa 60 deutsche Abgeordnete.

Ich würde mich freuen, wenn Sie ab heute ebenfalls dazu gehören würden. Ich möchte Sie deshalb fragen, wie Sie zur Etablierung eines Parlaments bei den Vereinten Nationen stehen. Können Sie sich vorstellen, den Aufruf der Kampagne unter de.unpacampaign.org zu unterzeichnen?

Herzlichen Dank

Antwort von Dr. Ernst Dieter Rossmann
bisher keineEmpfehlungen
14.09.2009
Dr. Ernst Dieter Rossmann
Lieber ,

herzlichen Dank für den Hinweis auf die internationale Kampagne zur Einrichtung einer parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen. Die Initiative war mir vorher nicht bekannt.

Ich habe mich soeben in den Kreis der Unterstützer eingetragen, da ich die Einrichtung einer parlamentarischen Versammlung bei den UN eine gute Idee finde und als Stärkung der demokratischen Mitwirkung in der internationalen Politik erachte.

Herzlichen Dank nochmal für Deinen Hinweis.

Beste Grüße
Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
18.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Rossmann,

nachdem gelegentlich von verschiedenen Seiten ein Pflichtkindergarten- oder Pflichtvorschuljahr zur Diskussion gestellt wird, bitte ich Sie um eine persönliche Stellungsnahme zu diesem Thema. Unterstützen Sie solche Forderungen und würden Sie solches mittragen?

Als zweiter Aspekt werden - zunehmend auch von renommierter Seite - Forderungen nach einer Abschaffung des Schulzwangs in Deutschland lauter. Eine Vielzahl an europäischen Ländern kennt einen solchen Zwang nicht, wodurch sich so manche Schülerschicksale vermeiden lassen. Sogenannte Homeschooler-Familien werden hierzulande kriminalisiert, obwohl die Erfahrungen auf keinerlei daraus resultierende Bildungs- und Sozialdefizite hinweisen. Unter welchen Umständen wären Sie bereit, eine Aufweichung oder Abschaffung des Schulzwangs zu unterstützen?

Mir ist bewusst, dass diese Fragen teilweise Landesentscheidungen darstellen, jedoch erscheint mir eine Lenkungswirkung durch die Bundesebene gegeben, so dass mich diese Themen auch für die Bundestagswahl stark beschäftigen.

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Dr. Ernst Dieter Rossmann
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21.09.2009
Dr. Ernst Dieter Rossmann
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Fragen zu den Themen Bildung und Betreuung, die ich - auch, wenn sie in der Zuständigkeit der Bundesländer liegen - gerne wie folgt beantworte:

1) Grundsätzlich bin ich für drei beitragsfreie Jahre im Kindergarten. Außerdem setze ich mich dafür ein, dass die Einschulung für alle Kinder um ein Jahr vorgezogen wird, damit ein verpflichtendes Vorschuljahr möglich ist, bevor die integrierte Eingangsstufe in der Grundschule anschließt. Grundsätzlich sehe ich den Kindergarten nicht nur als Betreuungs-, sondern auch als wichtige Bildungseinrichtung. Ein entsprechendes Vorschuljahr mit Sprachtests etc. ist eine hervorragende Möglichkeit, benachteiligte Kinder noch rechtzeitig zu fördern und somit ihren Schulstart so optimal wie möglich zu gestalten.

2) Ich bin gegen eine Abschaffung der Schulpflicht in Deutschland. Im Artikel 7 des Grundgesetzes steht, dass das gesamte Schulwesen unter Aufsicht der Staates steht. So soll es meiner Meinung nach auch bleiben. Bildung ist zu wichtig, als dass man sie den möglichen Zufälligkeiten von Heimunterricht überlassen sollte. Unser Grundgesetz gewährt den Eltern das Recht, über den Religionsunterricht zu entscheiden und auch das Recht auf Errichtung von Freien Schulen und Privatschulen als Ersatz für öffentliche Schulen. Aber auch hier sollte die Genehmigungspflicht des Staates beibehalten werden. Ich stehe auch einer finanziellen Unterstützung staatlich anerkannter Schulen in freier bzw. privater Trägerschaft grundsätzlich offen und aufgeschlossen gegenüber, insbesondere wenn ein besonderes pädagogisches oder örtliches Interesse festgestellt wurde.
Aber eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern finde ich grundsätzlich nicht förderungswürdig, denn Chancengleichheit in der Bildung ist mir sehr wichtig.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB
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Frage zum Thema Finanzpolitik
22.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Rossmann,

ich gehe einmal davon aus, dass Sie bisher bürgernahe Politik betrieben haben. Sicher werden Sie dann auch die Ängste der Bürger verstehen, noch weiter abzusacken, weiterhin auf mehr Geld im Portemonnaie zu verzichten usw.

Es wurde gerade angedroht, nach der Bundestagswahl wird entschieden gespart, der Gürtel wird enorm eng geschnürt werden.

Wie werden Sie dafür eintreten, den einfachen Bürgern wenigstens ihr Ist-Einkommen zu erhalten?
Wie werden Sie steuern können, dass von Bundesebene aus gespart wird, z.B. z.Zt. unnötige Investitionen verschieben; Hilfe an Entwicklungsländer streichen bzw. kürzen; Erhöhung sämtlicher Diäten wenigstens aussetzen usw.

Dieses wäre für den einfachen Mann endlich einmal ein eindeutiges Zeichen, nicht immer nur geschröpft zu werden.

Ich verbleibe nun mit guten Wünschen für das nächste Wochenende

und freundlichen Grüssen
Antwort von Dr. Ernst Dieter Rossmann
bisher keineEmpfehlungen
24.09.2009
Dr. Ernst Dieter Rossmann
Sehr geehrte Frau ,

herzlichen Dank für Ihre Fragen zur zukünftigen Haushaltspolitik des Bundes.

Die von Ihnen geschilderten Ängste von Bürgerinnen und Bürgern vor sozialem und materiellem Absturz kann ich nachvollziehen. Und damit verbunden derzeit natürlich auch die berechtigte Sorge und Wut darüber, dass wir alle am Ende das ausbaden müssen, was einige Wenige an den Börsen verschuldet und verzockt haben. Aber das darf nicht sein! Wir müssen dafür sogen, dass auch hier das Verursacher-Prinzip gilt.

Mit den Vorschlägen der SPD auf nationaler Ebene baldmöglichst eine Börsenumsatzsteuer und auf internationaler Ebene eine Finanzmarktsteuer einzuführen, treffen wir genau die Richtigen. Außerdem können wir mit diesen Instrumenten auch bewirken, dass Investitionen wieder langfristiger getätigt werden und nicht - wie es sich in den letzten Jahren entwickelt hat - nur noch die kurzfristige Rendite zählt. In eine ähnliche Kerbe schlagen unsere Bemühungen, Managergehälter zu begrenzen sowie die unerhörten Bonuszahlungen einzudämmen und an langfristige Unternehmensentwicklungen zu koppeln. Auf die Ergebnisse des G20-Finanzgipfels in Pittsburgh bin ich daher sehr gespannt. Denn klar ist: Am wirkungsvollsten sind die Regeln, wenn wir sie weltweit verankern und durchsetzen können.

Nun habe ich einiges zur Einnahmeseite gesagt, die wir unbestritten in den kommenden Jahren stärken müssen. Und hier muss ich Ihnen klar sagen: Für große Steuererleichterungen sehe ich in den nächsten Jahren keinen Spielraum. Und wer diese verspricht, der ist für mich nicht seriös.

Natürlich brauchen wir wieder mehr Wirtschaftswachstum als wir es derzeit haben. Denn nur über die daraus zu erzielenden Mehreinnahmen können wir unsere Schulden nach und nach abbauen. Ein Zusammenstreichen der sozialen Sicherungssysteme oder gar Kürzungen in wichtigen Zukunftsfeldern wie Bildung und Forschung kommen für mich nicht in Frage. Die SPD will gerade hier mit mehr und besserer Bildung das Wachstum steigern. Sozusagen ein qualifiziertes Wachstum, das nachhaltiger ist als kurzfristige Konsumschübe. Hier hat die SPD mit der geplanten Einführung des "Bildungssoli" (der Erhöhung des Spitzensteuersatzes für Menschen, die über 125.000 Euro im Jahr verdienen) einen soliden Finanzierungsvorschlag gemacht, bei dem wenige - die sich das locker leisten können - etwas abgeben, aber alle etwas davon haben. Das ursozialdemokratische Prinzip, nachdem starke Schultern mehr tragen müssen als schwache, ist und bleibt unsere politische Richtschnur.

Ich werde die mir als Bundestagsabgeordneter zur Verfügung stehenden Mittel und Wege auch weiterhin intensiv nutzen, um mein Bild einer gerechten Politik durchzusetzen. Hier möchte ich Ihre konkreten Beispiele aufgreifen: Bei zur Zeit überflüssigen Investitionen muss ich an die Pläne eines Kollegen aus der CDU denken, der gerne ein Mondfahrtprogramm gestartet hätte. Wenn wir zur Zeit etwas nicht brauchen, dann ist es mit Sicherheit eine Mondrakete.

Bei der pauschalen Forderung nach einer Kürzung von Entwicklungshilfe möchte ich um Vorsicht bitten. Eine weltweite Gemeinschaft funktioniert nicht mit nationalem Egoismus und bei allen Schuldenbergen, die unser Land drücken, verglichen mit den Problemen und Nöten von all zu vielen Ländern dieser Erde und deren Bewohnerinnen und Bewohnern, erscheinen die schon reichlich klein. Und gemäß des weiter oben bereits genannten Prinzips der mehr tragenden starken Schultern ist es für mich selbstverständlich, dass wir als starke Wirtschaftsnation schwächeren Ländern helfen. Nebenbei bemerkt sind auch über diesen Weg viele Handelspartnerschaften erst ermöglicht worden, von denen Unternehmen in Deutschland profitieren.

Bei Ihrem Beispiel der Diäten möchte ich gerne und auch etwas stolz auf die Initiative der schleswig-holsteinischen SPD-Bundestagsabgeordneten zur letzten geplanten Erhöhung hinweisen: Wir hatten uns im Bundestag als erste geschlossen gegen eine solche Erhöhung ausgesprochen. Im Zuge dieser Initiative und der entsprechenden Diskussion darüber wurden schlussendlich die Diäten nicht erhöht. Ich bin persönlich auch der Meinung, dass wir unser Diätenanpassungssystem inklusive Altersversorgung gründlich reformieren müssen. Dies haben wir aufgrund der Blockade der CDU/CSU in dieser Legislaturperiode nicht geschafft. Es steht aber weiterhin auf unserer Agenda.

Ich bedanke mich bei Ihnen für die guten Wünsche für das Wahlwochenende und hoffe, dass ich Ihre Fragen ausreichend beantworten konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB
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