Dr. Christian Ehler (CDU)
Abgeordneter EU-Parlament 2004-2009
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Grunddaten
Dr. Christian Ehler
Jahrgang
1963
Berufliche Qualifikation
Geschäftsführer
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Brandenburg
Bundeslistenplatz
1, über Liste eingezogen
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(...) Angela Merkel nie einem EU-Beitritt der Türkei zugestimmt hat, sondern stattdessen ausdrücklich eine privilegierte Form der Partnerschaft mit der Türkei anstrebt. Eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union, so wie es vereinzelte Mitgliedsstaaten, aber auch SPD und Grüne fokussieren, würde Europa auf absehbare Zeit überfordern. Die Erweiterung der EU von 15 auf 27 Mitgliedsstaaten hat großer Anstrengungen bedurft. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Wirtschaft
02.07.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Ehler,

am 7. Juli soll im Industrie-Ausschuss des Europaparlaments über ein Telekom-Paket abgestimmt werden.

Das Paket erlaubt unter anderem die automatische Überwachung von Verbindungen und Daten ohne die Einwilligung des Nutzers, ohne Verdachtsmomente, ohne Prüfung durch einen Richter oder im Rahmen einer laufende Ermittlung.

Sehen Sie darin eine Gefährdung für die Gewaltenteilung oder informationelle Selbstbestimmung?

Die angestrebte Regulation erlaubt es Rechteinhabern direkt mit Providern zu arbeiten, um angenommene Verletzungen von Urheberrechten zu ermitteln und zu verfolgen. Sehen Sie in dem Zugriff privatwirtschaftlicher Unternehmen auf diese Daten eine Gefährdung des Datenschutzes?

Ein Teil der von dem Paket vorgeschlagenen Regelungen sehen vor, dass Inhalte automatisiert in legale und illegale Inhalte unterteilt werden. Bei solchen technischen Verfahren kommt es praktisch unvermeidbar zu Fehleinschätzungen, war man jeden Tag am eigenen Spam-Filter sehen kann.

Sind Sie der Meinung das automatisierte Zugriffsbeschränkungen und Klassifizierung von Inhalten eine Gefahr für die demokratische, freie und offene Meinungsbildung im Internet sein können?

Über eine Stellungnahme zu einzelnen oder allen Fragen würde ich mich sehr freuen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Christian Ehler
4Empfehlungen
10.07.2008
Dr. Christian Ehler
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Arbeit und die von Ihnen formulierten Fragen.

Ich darf Ihnen versichern, dass ich Reglungen zur verpflichtenden automatischen Überwachung der Netznutzung ablehne. Mit dem im Binnenmarktausschuss des Europäischen Parlaments ausgearbeiteten Kompromiss bleibt es bei der in Deutschland geltenden Rechtslage. Die Telekommunikationsunternehmen und Internet-Provider werden soweit wie möglich und es angemessen ist, dazu aufgerufen, mit Inhabern von Rechten zusammenzuarbeiten.

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Christian Ehler
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
23.09.2008
Von:

Sehr geehrte Herr Dr. Ehler,

ich bin begeisterter Europäer - aber was für eine Show unsere großen Staatschefs zum Thema EU-Verfassung in den letzten Jahren abgezogen haben geht kaum noch unter die bekannte Kuhhaut. Kaum ein EU-Bürger versteht dieses theoretische Machwerk, welches aber keinen praktischen Wert für die EU-Bürger hat. Auf der anderen Seite gibt es so viele praktisch umzusetzende Dinge mit denen man bei den EU-Bürgern endlichen mal punkten könnte. Der Euro und Schengen-Abkommen waren ein guter AnfangI. Aber warum gibt es bis heute keine EU-Straßenverkehrsordnung? Nicht nur die unterschiedlichen Tempolimits sorgen für Verwirrung, sondern das derzeitige Chaos in den Bestimmungen bei Warntafeln oder Warnwesten. Auch wäre es langsam an der Zeit, Verkehrsleitschilder auf Autobahnen und Landstraßen EU-weit auf ein einheitliches Layout und eine einheitlichen Farbe umzustellen.
Und während in den Medien viel über zu teuere Mobilfunkkosten ins Ausland berichtet wurde, fand bis heute keine Diskussion über zu teuere Paketsendungen satt. Nach wie vor unterscheiden die nationalen Postgesellschaften. Wie passt das mit einem europäischen Gedanken zusammen? Gar nicht!!! Ein Paket nach Wien kostet immer noch das Doppelte an Porto wie nach das weiter entfernte Baden-Baden. Noch immer kassieren bei Sendungen innerhalb der EU beide Postgesellschaften das gleiche ab. Statt nationaler und internationaler Tarife sollte es einen EU-Tarif geben, welcher sich ausschließlich an der Luftlinienentfernung richtet, unabhängig von EU-Ländergrenzen und einen außerhalb EU-Tarif. Die Postgesellschaften können dann, je nach Wettbewerb, den Kilometerpreis festsetzen wie sie wollen. Es gäbe noch viele Beispiele zu nennen aber 2000 Zeichen geben niocht mehr her.
Ich würde mich sehr über eine Antwort auf meine Anmerkungen freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Christian Ehler
2Empfehlungen
10.12.2008
Dr. Christian Ehler
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Der Vertrag von Lissabon findet meine volle Unterstützung. Die Verfahren auf europäischer Ebene werden einfacher, transparenter und bürgerfreundlicher. Der Einfluss des Europaparlaments - als direkt gewählte Volksvertretung - wird maßgeblich gestärkt. Lösungen für wichtige Politikbereiche werden einfacher. Das Mitspracherecht der nationalen Parlamente sowie der Bürger wird verbessert.

Zu Ihren Anmerkungen hinsichtlich der Schaffung einer europäischen Straßenverkehrsordnung oder der Vorgabe von Tarifen für die Versendung von Paketen in Europa, als Beispiele für Harmonisierungsmöglichkeiten möchte ich hervorheben, dass die Stärke der Europäischen Union in ihrer Vielfalt und der sozialen Marktwirtschaft liegt. Der Respekt vor gewachsenen Traditionen und die Beachtung des Subsidiaritätsprinzips hat Europa vorangebracht. Europa muss dort tätig werden, wo gemeinsame Lösungen und Standards den Wohlstand und die Sicherheit der Menschen mehren, nur gemeinsame Lösungen Erfolg versprechend sind oder der Wettbewerb durch einzelstaatliche oder regionale Vorgaben behindert wird. Allein die Diskussionen - beispielsweise über die Einführung der Lichtpflicht, eines Tempolimits oder eines Alkoholverbotes in Deutschland zeigen, wie stark die Positionen von Traditionen und geografischen Gegebenheiten geprägt sind. Ihre Überlegungen auf andere Politikbereiche zu übertragen, würde eine Vollharmonisierung der gesetzlichen Standards bedeuten, d.h. die gleichen Vorgaben bei Steuern, Sozialversicherungen, Altersvorsorge etc.Ich glaube nicht, dass wir - schon allein auf Grund der unterschiedlichen Wohlstandsentwicklungen in den Ländern - diesen Schritt machen sollten. Stattdessen bin ich Befürworter der strikten Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips. Es hat Deutschland vorangebracht und wird auch die Europäische Union weiter voranbringen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Christian Ehler
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Frage zum Thema Internationales
01.06.2009
Von:
-

Sehr geehrter Dr. Ehler,

führende Politiker der CDU, darunter die Herren Pöttering und Schäuble, sprechen sich im Vorfeld der Europawahlen wieder einmal gegen einen Beitritt der Türkei zur EU aus. Ich unterstütze diese Haltung als CDU-Stammwähler voll und ganz, wundere mich aber nun, warum Frau Bundeskanzler bisher der Eröffnung jedes neuen Verhandlungskapitels zu dessen Vorbereitung zugestimmt hat. Wie ist dieses widersprüchliche Verhalten zu erklären, und wird Frau Merkel die Vorbereitungen zum EU-Beitritt der Türkei auch nach diesen Europawahlen weiter vorantreiben? Handelt es sich bei der gegenwärtigen Positionierung nicht vielmehr um eine Beruhigungspille für die beitrittsfeindliche CDU-Wählerschaft, zumal die Ablehnung nur vage formuliert ist, statt klar zu erklären, die CDU werde der Eröffnung weiterer Kapitel unter keinen Umständen zustimmen, was eine eindeutige und wünschenswerte Festlegung wäre? Für mich sieht das doch sehr nach Bauernfängerei aus!

Danke und Gruß,

-
Antwort von Dr. Christian Ehler
bisher keineEmpfehlungen
08.08.2011
Dr. Christian Ehler
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage, dich ich Ihnen gerne beantworten werde.
Zunächst ist zu erwähnen, dass Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel nie einem EU-Beitritt der Türkei zugestimmt hat, sondern stattdessen ausdrücklich eine privilegierte Form der Partnerschaft mit der Türkei anstrebt. Eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union, so wie es vereinzelte Mitgliedsstaaten, aber auch SPD und Grüne fokussieren, würde Europa auf absehbare Zeit überfordern. Die Erweiterung der EU von 15 auf 27 Mitgliedsstaaten hat großer Anstrengungen bedurft. Die CDU/CSU-Gruppe in der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, der auch ich angehöre, tritt daher eindeutig für eine Phase der Konsolidierung ein. Dies bedeutet, dass Gefüge und Identität Europas zunächst gefestigt werden sollen. Somit hat die Konsolidierung der Identität und Institutionen zunächst Vorrang gegenüber weiteren EU-Beitritten. Ein widersprüchliches Verhalten liegt demnach nicht vor.

Ich hoffe sehr, dass ich Ihre Bedenken diesbezüglich zerstreuen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Christian Ehler
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
04.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Ehler,

ich habe an Sie zu 3 Problemkreisen Fragen an Sie und bitte Sie mir diese zu beantworten:

Neue Richtlinie über die Sicherheit von Spielzeug

im Zusammenhang mit Ihrer Kandidatur zur Wahl am 07.06.2009 möchte ich Sie Fragen, warum Sie sich bei der Abstimmung ihrer Stimme enthalten?
Meine Meinung ist, die Gesundheit unserer Kinder muss vor Wirtschaftlichen Interessen stehen.

Emissionshandel

hier haben Sie dagegen gestimmt. Können Sie mir dafür Ihre Gründe nennen?

Finanzkrise - ein Milliardengrab von Steuergeldern

Die Ursache ist doch überwiegend darin zu suchen, dass die Verantwortlichen der Finanzwirtschaft, unkontrolliert bzw. geduldet Finanztransaktionen mit erheblichen Spekulationsrisiko durchgeführt haben. Ich hatte das Gefühl, dass die Bundeskanzlerin per Gesetz hierbei zumindest in Deutschland eingreifen will, damit nationale Gewinne nicht international verspekuliert werden.
In dieser Richtung hat sich jedoch nichts getan. Das ist äußerst unbefriedigend. Eine nationale und europäische tiefe Wirtschaftskiese lässt sich doch nur eindämmen, wenn der Staat bzw. die Europäische Gemeinschaft die erwirtschafteten Erlöse nachhaltig schützen vor ausländischen Abschöpfung und Spekulationen.
Mich würde interessieren, was Sie dazu für einen Standpunkt vertreten und was Sie konkret dazu unternehmen wollen.

Mit freundlichen Grüssen


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