Dr. Carsten Sieling (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Carsten Sieling
Geburtstag
13.01.1959
Berufliche Qualifikation
Diplom-Ökonom
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Bremen
Wahlkreis
Bremen I
Ergebnis
33,7%
Landeslistenplatz
3, Bremen
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(...) Leider verzögert die Bundesregierung jegliche Diskussion im Bereich des Anlegerschutzes seit Monaten. Verbraucherschutzministerin Aigner hat bisher zu diesem Thema wenig bis gar nichts beigetragen und der Diskussionsentwurf von Finanzminister Schäuble ist nach dem Widerstand der Finanzbranche wieder in der Schublade verschwunden. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Internationales
16.04.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Abgeordneter,

halten Sie es angesichts der jüngsten Veröffentlichungen, seitens der Bundesbank und der EZB(s. auch Titelstory im "Der Spiegel" v. 15.4.2013 dazu) im Hinblick auf die an letzter Stelle stehenden Nettovermögen der deutschen Haushalte im Median in Höhe von 51400,-- Euro für angebracht, sich immer noch für Eurobonds -im Zweifelsfall zu überproportionalen Lasten Deutschlands- auszusprechen? Wenn ja, wie bringen Sie dies in Einklang mit den Thesen der SPD, deren Vorstandsmitglied Sie sind,daß starke Schultern mehr stemmen müssen als schwache, wenn Bürger hilfsbedürftiger EU- Länder über ein mehrfaches Nettovermögen verfügen, als die deutschen Bürger? Erbitte dazu Ihre Antwort. Vielen Dank.
Antwort von Dr. Carsten Sieling
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29.04.2013
Dr. Carsten Sieling
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage auf abgeordnetenwatch.

Ohne Zweifel hat die Veröffentlichung der Vermögensstudie der Europäischen Zentralbank zu einem großen medialen Echo geführt. Daher verstehe ich, wenn sich einige Bürger nun in ihrer Ablehnung gegenüber Instrumenten wie beispielsweise Eurobonds bestätigt fühlen. Allerdings sind viele Zahlen, wie die Europäische Zentralbank selbst einräumt, mit Vorsicht zu genießen.

Zum einen muss man bedenken, dass auch die Vermögenswerte in vielen südeuropäischen Ländern deutlich geringer ausfallen würden, wenn diese Länder über vergleichbare soziale Sicherungssysteme wie in Deutschland verfügen würden. Gerade Leistungen aus unseren Pensions-, Kranken-, oder Arbeitslosenversicherung, die allen Beitragszahlern in Deutschland zustehen, werden in der Studie nur ungenügend berücksichtigt.

Zum anderen werden in der EZB-Studie die Unternehmensvermögen nur bedingt berücksichtigt. Da gerade in Deutschland weit über 80 Prozent der Vermögen aus sog. Unternehmensvermögen besteht, wäre es aus meiner Sicht notwendig gewesen, auch das gesamte Vermögen des Unternehmenssektors sowie das öffentliche Vermögen (Schulen, Spitäler, öffentliche Infrastruktur) in Deutschland einzubeziehen.

Schließlich gilt es zu berücksichtigen, dass der Großteil der Vermögenswerte aus Immobilien besteht. Entsprechend ist ein Vergleich zwischen den einzelnen Ländern natürlich schwierig. Denn während in Deutschland ein Großteil der Bürgerinnen und Bürger zur Miete wohnt, ist die Zahl der Wohnungsbesitzer beispielsweise in Italien oder Spanien um ein Vielfaches höher. D.h., dass viele Italiener oder Spanier zwar ihre eigenen Wohnungen besitzen, sich dadurch ihr Vermögen aber entsprechend der aktuellen Immobilienpreise kontinuierlich verändert. Wie jeder weiß, haben die Immobilienpreise in vielen südeuropäischen Ländern eine jahrelange Expansionsphase hinter sich, die schließlich im Zusammenbruch der Immobilienblase mündete. Da viele Zahlen noch aus dem Jahr 2008 stammen, ist damit davon auszugehen, dass die Immobilienwerte - und damit die Vermögenswerte dieser Länder, viel niedriger wären, denn wenn die Immobilienblase in Spanien - wie wir wissen - eine Illusion war, dann war es auch die Vermögensblase.

Für mich ist klar, dass vor allem die Wohlhabenden in den Krisenländern einen Beitrag zur Sanierung der Wirtschaft leisten sollen. Allerdings ist auch klar, dass der Eindruck, Deutschland sei das Armenhaus Europas, ein verzerrtes Bild darstellt.

Ein Satz zum Schluss: Laut EZB liegt das deutsche Median Vermögen bei ca. 51.000 Euro. Das Durchschnittseinkommen liegt hingegen bei ca. 195.000 Euro - eine Differenz also von ca. 144.000 Euro, die viel mehr über die gravierende Einkommensungleichverteilung innerhalb Deutschlands aussagt, als über den Vergleich zu anderen Ländern

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Carsten Sieling MdB
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Frage zum Thema Finanzen
29.04.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Sieling,
wenn ich die heutigen Verhältnisse in Europa mir ansehe, so ist durch die Rettungspolitik aus fast allen Ländern ein Armenhaus geworden. Und alle Länder müssen weiter sparen und die Jugendlichen aus Spanien sollen z.B. hier nun auch noch Arbeit finden. Wäre es nicht einfacher, man würde sie zuhause beschäftigen? Soll dieses Sparprogramm denn so weiter gehen, denn durch Sparen kann ja wohl keines dieser Länder gerettet werden. Es müssen doch sicher noch andere Möglichkeiten vorhanden, es ist gibt nichts ohne Alternative und es gibt ja auch Menschen, die diese Alternative vorschlagen. Können Sie das, was heute so beschlossen wird, noch alles mit Ihrem Gewissen vereinbaren?
Mit freundlichem Gruß
Antwort von Dr. Carsten Sieling
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27.05.2013
Dr. Carsten Sieling
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage auf abgeordnetenwatch.

Ebenso wie Sie, bin ich mit der einseitigen Krisenpolitik, mit der Frau Merkel die Vertrauenskrise im Europäischen Währungsraum zu lösen versucht, nicht zufrieden. Bis heute geraten immer noch Mitgliedsländer in den Fokus spekulativer Attacken der Finanzmärkte, während sich gleichzeitig die Situation vieler Menschen in den Krisenländern stetig verschlechtert.

Tatsächlich droht der Europäische Währungsraum immer noch an einem zaghaften, zögerlichen und zutiefst marktgläubigen Krisenmanagement zu zerbrechen. Die schwarz-gelbe Regierungskoalition reagiert häufig nur und sie tut dies mit einseitigen Rezepten! Sie beteuert den Willen, den "Märkten" zu entsprechen, statt die Märkte endlich zu bändigen. Die Regierungen und die EU-Kommission selbst gestehen den Finanzmärkten die Richterrolle über die Staaten und ihre Bürger zu, anstatt solidarisch das Primat der Politik durchzusetzen. Die den Krisenländern aufgezwungene harte und viel zu einseitige Sparpolitik führt häufig noch tiefer in den Abgrund und europaweit in die Rezession. Millionen Menschen leiden unter der Politik der "Troika". Dabei ist es zu allererst die deutsche Bundesregierung, die mit ihrem doktrinären Sparwahn, ihrer ideologischen Marktfixierung und ihrem dogmatischen Zentralbankverständnis eine wirkliche Lösung der Krise verhindert.

Wenn ich dem Zypernpaket, wie schon zuvor denen für Irland, Portugal, Spanien, zugestimmt habe, dann vor allem deswegen, weil es bei den bisherigen Rettungspaketen zunächst vor allem darum ging, den Staatsbankrott der jeweiligen Länder und damit einen Zusammenbruch des gesamten Währungsraumes abzuwenden -- um damit also vor allem noch Schlimmeres zu verhindern. Wie sie aber richtig sagen, ist die Rettungspolitik von Frau Merkel nicht alternativlos, wie dies auch in den Medien gerne dargestellt wird. Gerade die SPD hat dies von Anfang an betont. Das eigentliche Drama besteht aber nicht zuletzt darin,dass alle wichtigen weiteren Maßnahmen, die Peer Steinbrück und die SPD Fraktion für den Finanzmarkt, für Wachstumsimpulse, für die Armutsbekämpfung, gegen Arbeitslosigkeit, für eine Bankenunion mit Aufsichtsregime und Aufsichtsbehörde, mit Abwicklungsregime und Abwicklungsfonds, bisher im Bundestag keine Mehrheit finden und im Regelfall schon in den Ausschussberatungen keine Chance auf eine Mehrheit hatten. Von daher kann ich auch Ihre letzte Frage, ob es nicht einfacher wäre, Jugendliche z.B. aus Spanien statt in Deutschland in Spanien zu beschäftigen, nur bejahen -- leider bleibe ich damit bisher aber noch alleine, weil für eine solche Politik mit schwarz-gelber Dominanz keine Mehrheit zu erreichen ist. Da in der Demokratie aber manchmal Wahlen etwas verändern, bin ich optimistisch. Europa braucht dringender denn je einen Kurswechsel hin zu mehr qualitätsorientiertem Wachstum, mehr Beschäftigung und mehr Stabilität, damit statt Armut und Arbeitslosigkeit Wohlstand für alle in Europa möglich wird.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Carsten Sieling MdB
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Frage zum Thema Internationales
02.05.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Abgeordneter,

in Ihrem Antwortschreiben vom 29.4.2013 beziffern sie das Durchschnittseinkommen in Deutschland mit 195.000.-- Euro. Nach mir vorliegenden Quellen (EZB, Dt. Bundesbank) beträgt dieses lediglich 43.500,-- pro Jahr ( im Median statistisch gesehen die wesentlich aussagekräftigere Zahl sogar bei nur 32.500,-- Euro). Ihr Parteivorsitzender Sigmar Gabriel beziffert das Durchschnittseinkommen in einem Beitrag auf der SPD-Homepage " Die Partei der Arbeit" vom 30.4.2013 mit 28.000.-- Euro. Wie erklären Sie sich diese doch erheblichen Differenzen zu Ihren Angaben?
Antwort von Dr. Carsten Sieling
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02.05.2013
Dr. Carsten Sieling
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Natürlich beziehen sich die 195.000 Euro - wie meine gesamte vorherige Antwort ja auch - auf die neue Vermögensstudie der Europäischen Zentralbank und damit auf das Durchschnittsvermögen in Deutschland.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Carsten Sieling MdB
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Frage zum Thema Finanzen
15.05.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Abgeordneter,

im Internet bin ich auf Ihre Seite Steuermythen gestoßen. Insbesondere zum Thema Mythos Steuerverschwendung wird von Ihrem Autor diese weitestgehend in Abrede gestellt. Deshalb meine Frage, ob man noch nichts von einer 10-fachen Verteuerung der Elbphilharmonie, einer 2,5 -fachen Verteuerung des Flughafens BER, Fehlinvestition Nürburgring 400- 500 Mio zu Lasten des Steuerzahlers,diverse defizitäre Regionalflughäfen z.B. Zweibrücken, wo kaum Flieger landen oder starten, Häfen, die an Flüssen liegen, die oft nicht beschiffbar sind z.B. Halle etc....., gehört hat? Auch hat sich mir der Sinn Ihrer letzten korrigierten Antwort auf "abgeordnetenwatch" zu den deutschen Durchschnittsvermögen i.V. mit Eurobonds leider nicht erschlossen. Ich bitte Sie deshalb höflich um Ihre Präzisierung. Herzlichen Dank.
Antwort von Dr. Carsten Sieling
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13.06.2013
Dr. Carsten Sieling
Sehr geehrter Herr ,

der Mythos "Der Staat verschwendet Steuergeld" ist meiner festen Überzeugung nach selbsterklärend. Auch im Hinblick auf meine Antwort zum Durchschnittsvermögen sehe ich keinen weiteren Erläuterungsbedarf mehr.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Carsten Sieling MdB
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Frage zum Thema Gesundheit
13.06.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Sieling,

ich möchte gerne wissen, ob Sie sich dafür einsetzen, dass im Bundesministerium für Gesundheit eine Stelle für eine "Chief Government Nurse", eine Pflegereferentin mit pflegewissenschaftlicher Qualifikation, eingerichtet wird!?
Ich halte dies für dringend geboten und eigentlich überfällig, da Pflegende eine wichtige Säule des Gesundheitssystems sind udn keineswegs Hilfskräfte der Ärzte.

Freundliche Grüße
C.

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