Dr. Carsten Sieling (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Carsten Sieling
© spdfraktion.de
Geburtstag
13.01.1959
Berufliche Qualifikation
Diplom-Ökonom
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Bremen
Wahlkreis
Bremen I
Ergebnis
33,7%
Landeslistenplatz
3, Bremen
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(...) Mit diesen Aussagen hat Herr Sarrazin endgültig vom gemeinsamen Wertekanon der Sozialdemokratie verabschiedet. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Ordentliches Mitglied
Finanzen
Ordentliches Mitglied
Unterausschuss Kommunales
Stellvertretendes Mitglied
Haushalt
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
08.04.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Sieling

Mein Erfahrugnsbericht beim Ausländeramt Bremen:

Damit meine australische/griechische Freundin mit mir in Bremen leben kann, musste ich unzählige Male mit ihr zum Ausländeramt in der Stresemannstraße. Die Zustände dort sind unmenschlich. Um einen Termin zu bekommen muss man entweder 2-3 Monate warten oder morgens um 6:30 erscheinen um dann mit Glück nach 3 Stunden drann zukommen. Da meine Freundin eine Freizügigkeitsbescheinigung braucht um hier arbeiten zu können entschieden wir uns natürlich für zweiteres.

Als wir ankamen mussten wir uns bei eisiger Kälte in eine ca. 10 Meter lange Schlange vor dem Gebäude einreihen.
Vor uns liefen immer wieder Mitarbeiter durch die Tür doch uns ließ man nicht rein.
Sobald wir reingelassen wurden, rannten alle Wartenden die Treppen hinauf. Auf halbem Wege traf eine dreimal so große Gruppe dazu. Ein Horde von ca. 40 Menschen drängelte sich die Treppe hinauf als ginge es um Leben und Tod damit sie nur 3 statt 6 Stunden warten müssen.

Nachdem meine Freundin unfreundlich behandelt wurde und mehrere Male weggeschickt wurde um mit neuen Unterlagen wiederzukommen. Beklagte sie sich unter Tränen bei mir, dass sie Deutschland hasse.

Wie soll man von Ausländern erwarten, dass sie sich hier integrieren, wenn sie so in unserem Land empfangen werden?!

Als deutscher Staatsbürger und wohnhafter Bremer verlange ich, dass an diesen Zuständen etwas geändert wird.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Carsten Sieling
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25.04.2012
Dr. Carsten Sieling
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage und die Schilderung Ihrer Erfahrungen beim Ausländeramt Bremen. Da Ihr Anliegen nicht in meinem Verantwortungsbereich als Bundestagsabgeordneter liegt, habe ich mich mit dem Senator für Inneres in Verbindung gesetzt und von dort folgende Stellungnahme erhalten:

"Die Situation in der Bremer Ausländerbehörde ist tatsächlich alles andere als zufriedenstellend. Die Verhältnisse dort müssen deutlich verbessert werden, und zwar so schnell wie möglich. Die grundlegende Modernisierung dieser Behörde hat höchste Priorität für den Senat. In einem ersten Schritt wird in der Ausländerbehörde ganz kurzfristig zusätzliches Personal eingesetzt, um zumindest diese extremen Wartezeiten reduzieren zu können. Aber die personelle Situation ist, wie Sie zutreffend beschrieben haben, nur ein Problem. Der Senator für Inneres und Sport hat daher eine Projektgruppe eingesetzt, die grundlegend die behördlichen Abläufe, das Terminmanagement und andere Bereiche überprüfen wird, um die Situation zukünftig so zu gestalten, dass keine Warteschlangen entstehen. Bis zum Sommer dieses Jahres werden erste Maßnahmen umgesetzt."

Ich hoffe, dass die Verbesserungen bald für alle Betroffenen spürbar sein werden und danke Ihnen nochmals für Ihre Hinweise.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Carsten Sieling, MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
15.04.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. _Sieling,

seit wenigen Tagen wird der Zeitungsleser zum Experten in Geschäftsordnungsfragen des Deutschen Bundestages. Es geht um die Einschränkung von Rederechten für Abgeordnete. Soweit mir bekannt, unterstützt auch Ihre Fraktion den Antrag zur Änderung der Geschäftsordnung mit dessen Hilfe "Abweichler" nur noch im Benehmen mit den Fraktionen ein Rederecht durch den Bundestagspräsidenten erhalten sollen.
Wie werden Sie sich verhalten? Reicht es nicht, dass durch den Fraktionszwang das Abstimmungsverhalten entgegen des Grundgesetzes - das nur das Gewissen des Abgeordneten, aber nicht das Gewissen einer Fraktion kennt - bereits erheblich eingeschränkt wird? Sollen die Abgeordneten, die in freiem Diskurs zu einer Entscheidung finden sollen, plakativ per Geschäftsordnung entmündigt werden? Das Parlament ist der Ort der Entscheidungsfindung und nicht in der Verfassung nicht vorhergesehene Zirkel, wie Koalitionsrunden, Fraktionssitzungen etc. Wundern Sie sich bei einem Entscheid pro Änderungsantrag nicht, dass noch mehr Wähler zu Hause bleiben oder aber Parteien wie die Piraten wählen, die zumindest versuchen durch verschiedene Instrumente wieder mehr Beteiligung von Bürgern und Transparenz in Entscheidungsprozessens zu gewinnen.

Antwort von Dr. Carsten Sieling
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19.04.2012
Dr. Carsten Sieling
*Diskussion zum Rederecht im Bundestag*

Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Frage.

Als Mitglied der Parlamentarischen Linken der SPD-Bundestagsfraktion lehne ich die im Geschäftsordnungsausschuss des Bundestags vorgeschlagene Beschränkung von Abgeordnetenrechten ab.

Ich stimme Ihnen zu, dass die vorgeschlagene Regelung das Selbstverständnis einer parlamentarischen Demokratie untergräbt. Die Meinung einzelner Abgeordneter darf nicht der Fraktionsmeinung untergeordnet werden. Auch von der Fraktionslinie abweichende Ansichten müssen weiter merkbarer Teil des Parlamentslebens sein, denn sie bilden die lebendige Debattenkultur des Bundestages.

Wie auch Sie in Ihrem Schreiben feststellen, fordern die Bürger heute zu Recht eine offenere, transparentere und individuelle Entscheidungsfindung von ihren demokratischen Vertretern. Ein Entscheid für den Änderungsantrag würde dies verhindern und Politikverdruss schüren.

Der deutsche Bundestag muss "Querulanten" im Plenarsaal ertragen, denn sie sind ein Kernelement der Demokratie. Daher werde ich gegen die Einschränkung des Rederechtes im Bundestag stimmen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Carsten Sieling MdB
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
17.04.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Sieling,

mich würde interessieren, ob Sie derzeit hinsichtlich der Entwicklung der Benzinpreise Handlungsbedarf sehen.
Falls dem so sein sollte, schließt sich die Frage an, in welchem Zeitrahmen Sie hier Ergebnisse herbeiführen wollten.
Welche Maßnahmen würden Sie erwägen? Würden Sie eher an eine Subventionierung durch die Erhöhung der sog. Pendlerpauschale denken, oder regulierend auf den Markt einwirken wollen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Carsten Sieling
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08.05.2012
Dr. Carsten Sieling
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zum Thema Benzinpreise/ Pendlerpauschale.

Die moderne Arbeitswelt verlangt von den Arbeitnehmern immer mehr Flexibilität und Mobilität. Gleichzeitig belasten wir sie mit hohen Spritpreisen. Das ist ein Gegensatz, der so nicht stehen bleiben darf.

Die Verbraucher sind angesichts der Rekordmarken bei den Benzinpreisen, die den Mineralölkonzernen und Spekulanten satte Gewinne bescheren, zu Recht verärgert. Besonders vor Feiertagen und zu Ferienbeginn scheinen die Preise willkürlich in die Höhe zu schießen.

Notwendig ist endlich eine abgestimmte und erfolgversprechende Strategie der Bundesregierung gegen Machtmissbrauch und Wettbewerbsverstöße auf dem Benzinmarkt, um zu starke Ausschläge nach oben bei den Benzinpreisen zu vermeiden.

Das häufig genannte Australische Modell sehe ich dabei kritisch. In Australien müssen Unternehmen jeweils um 14.00 Uhr den Benzinpreis für den nächsten Tag beim Handelsministerium melden. Das soll Preisabsprachen verhindern. Die Leidtragenden dabei sind allerdings die kleinen, freien Tankstellen, die maßgeblich zu einem Preisdruck gegen die großen Ölkonzerne beitragen. Sie leben von der Flexibilität, die Preise mehrmals täglich anzupassen, zu senken und damit Kunden anzulocken. Das Modell ist bestens geeignet, die freien Tankstellen aus dem Markt zu drängen. Zudem bin ich mir sicher, dass das Oligopol der Erdölkonzerne auch unter dem Australischen Modell Möglichkeiten der Absprache finden würde, die kartellrechtlich nicht angreifbar sind.
Auch eine Erhöhung der Pendlerpauschale erachte ich nicht als sinnvoll. Vielmehr sollte geprüft werden, ob die Pendlerpauschale so modifiziert werden kann, dass Geringverdiener stärker von ihr profitieren. Denn in der jetzigen Form profitieren von der Pendlerpauschale vor allem Gutverdiener. Im Namen der Steuergerechtigkeit spricht sich die SPD daher für eine Pendlerpauschale zugunsten von Menschen mit niedrigeren Einkommen und Familien aus. Denkbar wäre beispielsweise ein Festbetrag für Familien sowie Wenig- und Normalverdiener.

Solange wir Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern lange Anfahrtswege zum Arbeitsplatz zumuten, sollten wir uns in Ihrem Interesse um dieses Problem kümmern. Wir werden die Benzinpreise nur dann realistisch regulieren können, wenn es uns gelingt, die fünf großen Mineralölkonzerne im Sinne des Kartellrechts zu entflechten. Das ist nur durch eine Stärkung des Kartellamt möglich.

Wir sind uns einig, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. In welchem Rahmen das passieren kann, werden wir schnellstmöglich klären um anschließend eine umfassende Strategie auf den Weg zu bringen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Carsten Sieling MdB
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Frage zum Thema Internationales
04.05.2012
Von:

Guten Tag,

warum haben sie 2012 für den ISAF-Einsatz gestimmt , aber 2010 und 2011 dagegen?

MfG

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Frage zum Thema Soziales
08.05.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Abgeordneter,

aus Ihren Äußerungen konnte ich entnehmen, daß Sie ein absoluter Befürworter von Euro-Bonds sind. Einer aktuellen OECD-Studie habe ich entnommen, daß das Renteneintrittsalter in Griechenland noch bei 57 Jahren liegt und der frisch gewählte französische Präsident F. Hollande- ebenfalls pro Euro-Bonds- beabsichtigt, das Renten-
eintrittsalter wieder von 62 auf 60 Jahre zu reduzieren. Gehe ich recht in der Annahme, daß zumindest teilweise der Finanzierungsgegenwert dieser Euro-Bonds, für die der deutsche Steuerzahler im worst-case gerade zu stehen hat , auch für diese dauerhafte "Frühverrentung" in den besagten Ländern verwendet werden kann? Für Ihre Antwort darf ich im Voraus bedanken.

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