Von:


Sehr geehrte Frau Ministerin,
Sie erleben es in diesem Forum häufiger, daß Menschen, die sich von Ihrem Apparat ungerecht behandelt fühlen, Sie in ihrer Not um Hilfe bei der Aufarbeitung ihrer Fälle bitten; zuletzt ein Herr Zwanziger.
Es kommt dann - genauso regelmäßig (und mit Textbausteinen) - Ihr Hinweis auf die "richterliche Unabhängigkeit", auf Paragraphen, Artikel und sonstige Statuten, die es Ihnen angeblich verbieten, Stellung oder gar Einfluß zu nehmen. So weit, so gut.
Was ich aber nun nicht verstehe, Frau Merk, ist der Umstand, daß es Ihnen im Fall Mollath eben DOCH möglich ist, den Fall "neu aufrollen zu lassen" (oder wie immer Sie es in Ihrer Terminologie nennen). Denn eines ist doch klar: Das Ergebnis, zu dem Ihr Apparat schließlich gelangen wird, ist ein anderes als zuvor; sonst wäre das Procedere sinnlos.
Des weiteren gibt Ihr Chef, Herr Seehofer, neuerdings "Empfehlungen" an Ihren Apparat, so daß eine Einflußnahme seitens der Politik nun nicht mehr verleugnet werden kann.
Daher also meine ganz allgemeine Frage, die ich gern mit 2 oder 4 Buchstaben beantwortet hätte; dies erspart Ihnen Zeit & Mühe; sie lautet:
Können Sie dezidiert ausschließen, daß es seitens der Politik (Justizministerium, Innenministerium, Staatskanzlei, MP o. a.) jemals eine - wie auch immer geartete - Absprache und/oder Einflußnahme auf die Judikative gegeben hat?
Ich beschränke mich hier bewußt nicht auf prominente Fälle wie Mollath, Gaddafi oder andere.
Vielen Dank für Ihre Bemühungen
Dr.


Aschaffenburg