Dr. Axel Troost (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Axel Troost
Jahrgang
1954
Berufliche Qualifikation
Diplom Volkswirt
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Geschäftsführer des Progress-Instituts für Wirtschaftsforschung GmbH
Wahlkreis
Bremen I
Landeslistenplatz
2, Bremen
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(...) Religionsfreiheit gerät dort an ihre Grenze, wo sie dem Grundsatz der Antidiskriminierung widerspicht. Die Bundesregierung hat daher Hinweise zu prüfen, ob dieses für weitere Seminare des Christival zutrifft. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend darf sich nicht länger darauf zurückziehen, dass ihm nichts bekannt und die Prüfung der Inhalte des Festivals nicht seine Aufgabe sei. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Internationales
18.08.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Trost,

ich möchte Sie, auch im Namen der Regionalgruppe Bremen von Transparency International, als Abgeordneten unserer Region ansprechen und Sie um eine Stellungnahme zur Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption bitten.
Die im Jahr 2003 von der Bundesregierung unterzeichnete UN-Konvention gegen Korruption wurde ebenso wie die seit nunmehr neun Jahren unterzeichnete Antikorruptionskonvention des Europarates durch den Bundestag bislang nicht ratifiziert. Von 140 Signatarstaaten haben 100 Staaten die UN-Konvention ratifiziert, darunter Frankreich, Großbritannien, Schweden, Südafrika, USA, China und Russland.
Ein wesentlicher Grund für die Nicht-Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption ist die in Deutschland unzureichende strafrechtliche Regelung der Abgeordnetenbestechung.
Der Vertreter von Transparency International Deutschland e.V. bei der Vertragsstaatenkonferenz Ende Januar 2008 in Bali musste sich von Delegierten anderer Ländern vorhalten lassen, dass Deutschland ein schlechtes Beispiel gibt und manchem korrupten Staatsführer als Alibi für eigene Versäumnisse dient.
In mehreren Presseerklärungen, Gesprächen und Schreiben hat Transparency International die Parteien, die Fraktionen und einzelne Abgeordnete immer wieder aufgefordert, die notwendige Änderung des § 108 e StGB vorzunehmen und die internationalen Antikorruptionskonventionen nun endlich zu ratifizieren.
Der Deutsche Bundestag muss unter Beweis stellen, dass auch für seine Mitglieder keine Ausnahmen gelten, wenn es um die Bekämpfung der Korruption geht. Moral muss in diesem Land unteilbar sein.
Ich wäre Ihnen dankbar für eine Mitteilung darüber, wie Sie zu der Ratifizierung stehen und was Sie für die Ratifizierung zu tun gedenken.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Axel Troost
4Empfehlungen
19.08.2008
Dr. Axel Troost
Sehr geehrte Frau ,

unsere Bundestagsfraktion setzt sich energisch für die Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption ein.
Um dem von Ihnen genannten Hauptgrund gegen die Ratifizierung, nämlich der bisher unzureichenden Bestrafung der Abgeordnetenbestechung, abzuhelfen, haben wir am 25.4.2008 eigens einen "Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung der Abgeordnetenbestechung" eingebracht (Drucksache 16/8979), der somit auch den gesamten Ratifizierungsprozess vorantreiben soll. Es bleibt zu hoffen, dass im Zuge der Debatte um diesen Gesetzentwurf wieder mehr Belebung in die öffentlich Diskussion um Korruption und die Ratifizierung der UN-Konvention kommt.

Mit freundlichen Grüßen
Axel Troost
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Frage zum Thema Finanzen
22.08.2008
Von:
van den

Guten Tag Herr Dr. Troost,

gestern wurde der Verkauf der privaten IKB Bank durch die KfW an die "Heuschrecke" (dies ist doch die von der SPD inizierte Bezeichung?) Lone Star aus den USA verkauft. Der Kaufpreis scheint sich irgendwo zwischen 100 und 300 Mio Euro zu bewegen.
Die IKB wurde in den vergangene Monaten mit Steuergelden i.H. von 9,2 Milliarden EURO (ca. 125€ pro Bundesbürger) "gerettet".
Nun erlauben Sie mir zwei Fragen hierzu:
Warum hat man diese Bank mit Steuergeldern unterstützt und "verschenkt" Sie nun an einen amerikanischen Investor, der sich bisher keine sonderlich große Erfahrung im Bankengeschäft aufweist?
Und zum zweiten warum hat man diese Privatbank nicht wie jedes "normale" Unternehmen einem geregelten Insolvenzverfahren unterworfen bzw. durch den Privatbanken-Einlagenischerungsfond aufgefangen?
Ich denke der Steuerzahler hat ein Recht zu erfahren, was die Hintergründe für dieses denkbar "schlechtetste Geschäft aller Zeiten" sind.
Danke schon einmal für die Beantwortung der Fragen und freundliche Grüße von der Ahr.

van den

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Frage zum Thema Finanzen
25.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr dr. Trost

Die Linke hat sich auf die Fahnen geschrieben soziale Gerechtigkeit in Deutschland zu verwirklichen, was ich begrüße.
Ihre politischen Gegner werfen ihnen dann immer vor ihre Forderungen seinen unfinanzierbar und würden die BRD maßlos in die Schuldenfalle treiben.
Die Linke antwortet dann immer mit Forderungen nach höheren Steuern für Reiche, großen Unternehmen und Aktienbesitzern.

Sie sind ja studierter Volkswirt, sie müssten also wissen woher unser Geld kommt. Es wird von der EZB mittels eines Kreditgeschäftes an Banken verliehen die es dann an Personen, Unternehmen und Staaten weiterveleihen und dabei selbst eine Art Geldschöpfung durch Kreditvergabe betreiben.

Warum prangert die Linke nicht an, dass das Monopol für die Geldschöpfung bei privaten banken und nicht-Staatlichen Institutionen
wie der EZB liegt.
Warum setzt sich die Linke nicht dafür ein, dass der Staat selbst das Geld schöpft? Denn wenn der Staat das Geld selber herstellen würde könnte es keine Staatsverschuldung und Finanzierungsprobleme mehr geben

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
02.10.2008
Von:

Lieber Herr Troost,

wie stehen Sie persönlich zur "Direkten Demokratie"? Halten Sie die deutschen BürgerInnen auch für zu inkompetent um über politische Sachfragen Entscheiden zu dürfen? Ich tue das nicht!
Antwort von Dr. Axel Troost
6Empfehlungen
06.01.2009
Dr. Axel Troost
Sehr geehrter Herr ,

Demokratie ist ein Leitbild, dass auch eine Ausweitung der direkten Demokratie und eine Demokratisierung der Wirtschaft erfordert.

Von daher unterstütze ich die Anstrengungen zur Ausweitung von Verfahren der direkten Demokratie. Unsere Fraktion hat dazu schon 2006 einen Gesetzentwurf zur Einführung der dreistufigen Volksgesetzgebung in den Bundestag eingebracht (siehe www.linksfraktion.de ), der aber leider von den anderen Fraktionen bislang nicht unterstützt wird.

Mit freundlichen Grüßen
Axel Troost
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Frage zum Thema Verwaltung und Föderalismus
19.10.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Troost,

in einer Ihrer Antworten auf dieser Seite haben Sie sinngemäß mitgeteilt, dass Bremen als Land erhaltenswert sei. Leider habe ich mich bislang nicht mit dem Programm der LINKEN vertieft beschäftigt, diese Einstellung erstaunt mich deshalb.

Meines Erachtens wäre das Geld der Bürger besser zu verwenden als in der Erarbeitung von eigenen Landesgesetzen (Bauordnung, PsychKG etc.) für gerade mal 500 Tausend Einwohner . Wollten Essen, Köln, Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen, Oberhausen gar sich auch eigene Parlamente und Verwaltungsapparate leisten, würde die Republik mit dem Kopf schütteln. Dies umso mehr, als Bremen kein Geld hat.

Gibt es für den Erhalt von Bremen als Land neben historischen Gründen und der Joberhaltung für die Spitzen im öffentlichen Dienst auch sachliche Gründe?

Für Ihre Antwort bedanke ich mich. Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Dr. Axel Troost
5Empfehlungen
06.11.2008
Dr. Axel Troost
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage, zu deren Beantwortung ich vom Großen ins Kleine gehe. Wenn Sie die Frage stellen, ob Bremen als Bundesland noch eine Berechtigung habe, ist es sicher konsequent, die Frage dahingehend zu erweitern, ob man nicht generell eine Reform der Struktur der Bundesländer anstreben sollte - weg von den bestehenden 16 hin zu eventuell nur fünf.

Wir Linke interpretieren unsere Verfassung und unser Staatsgefüge als System der breiten Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung. Zentralismus lehnen wir ab, die Steuerung unserer Gesellschaft durch Klein- und Kleinstgruppierungen ebenfalls. Demokratie ist nur dann eine solche, wenn sie auf vielen Schultern verteilt agiert.

Eine Reform im Zuschnitt von fünf Bundesländern würde fünf ausgesprochen starke Ministerpräsidenten hervorbringen. Der Bundesrat wäre nur noch ein Frühstücksclub, um eigene Interessen zu verfolgen. Der Bundestag als Volksvertretung könnte ohne große Anstrengung umgangen werden. Die Parteienlandschaft würde sich ebenfalls dramatisch verändern. Eine solche Regelung wäre demokratiefeindlich.

Die kleine Lösung wäre der Übergang von Bremen nach Niedersachsen. Doch mit welchem Nutzen für die Beteiligten? Bremen ist hoch verschuldet. Durch die Aufgabe des Status als Bundesland würde Bremen den Länderfinanzausgleich verlieren und wäre nur noch eine weitere, aber eben dramatisch verschuldete Stadt in Niedersachen. Auch Niedersachsen ist kein reiches Land. Und ob die uns dann wollen, ist fraglich.

Bremen hat als Wirtschaftsstandort und eigenständiges Bundesland Anrecht auf deutlich mehr Fördermittel vom Staat und der EU, als wenn es nur eine Kreisstadt wäre. Anstatt zu sparen, würden wir Gelder verlieren. Dass wir uns im Rahmen der Föderalismuskommission Gedanken machen müssen, ob gewisse Rechtsaufgaben in den Länder verbleiben sollen oder nicht besser an den Bund abgetreten werden, ist unstrittig.

Am Ende möchte ich kurz auf die Historie eingehen. Bremen war innerhalb der Bundesländer ein Geberland im Länderfinanzausgleich. Erst durch die Steuerreform, in der festgelegt wurde, dass Einkommen nicht mehr am Ort Wertschöpfung versteuert werden, sondern an dem Ort, an dem der oder die Beschäftigte bzw. Unternehmer/in den Lebensmittelpunkt hat, änderte sich das dramatisch. Dies wurde übrigens mit dem Stimmen des damaligen Senats (SPD) beschlossen. Würden die heute täglich nach Bremen einpendelnden Beschäftigten ihre Einkommen in Bremen versteuern, wäre die finanzielle Situation deutlich besser.

Bremen als eigenständiges Bundesland hat also durchaus seine Berechtigung. Für mich wiegt dabei am schwersten das Rechtsgut der breiten demokratischen Beteiligung. Kleinteilige Strukturen sind zentralen Strukturen immer vorzuziehen. Dass es dabei zu den von Ihnen beschriebenen Nachteilen kommen kann, muss man in diesem Fall akzeptieren. Es ist eine Güterabwägung.

Mit freundlichen Grüßen
Axel Troost
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