Dr. Andreas Schockenhoff (CDU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
23.02.1957
Berufliche Qualifikation
Gymnasiallehrer
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Ravensburg
Wahlkreis
Ravensburg , über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
44,8%
Landeslistenplatz
keinen, Baden-Württemberg
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(...) Selbstverständlich ist die Nutzung von Kernenergie eine endliche Technologie. Ich bin gegen den Bau neuer Kernkraftwerke. Jedoch bin ich auch der Meinung, dass Kernkraftwerke, die höchste Sicherheitsstandards genießen, durchaus so lange genutzt werden sollten, bis wir eine wirtschaftlich und ökologisch verantwortbare Alternative gefunden haben. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Internationales
24.05.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Schockenhoff,

vielen Dank für Ihre Antwort. Sie gehen m. E. nicht konkret genug auf meine Fragen ein und verstecken sich hinter Allgemeinplätzen. Im einzelnen:

1. Würden Sie bestätigen wollen, daß die IAEA keinen einzigen Beweis für ein Atomwaffenprogramm auch für die Jahre vor 2002 hat? (Vgl. www.iaea.org )

2. Würden Sie bestätigen wollen, daß die SC-Resolutionen betreffend den Iran das Land nicht als Bedrohung für den Frieden einstufen?

3. Würden Sie bestätigen wollen, daß demzufolge alle Rechte des Iran aus dem NPT weiterhin ihre Gültigkeit behalten haben?

4. Würden Sie bestätigen wollen, daß der Iran das HEU von 93% U235, das für den Betrieb des von den USA entworfenen TRR notwendig war, freiwillig abgab und den Reaktor für den Betrieb mit 19,75%igem LEU umrüsten ließ? Wie vereinbaren Sie diese Tatsache mit dem von Ihnen unterstellten heimlichen Streben nach einer Atomwaffe? Gehen Sie davon aus, daß die Iraner unter viel Mühen und Konspiration das zu erreichen versuchen, was sie schon besaßen und ihnen nach dem NPT nicht hätte genommen werden können?

5. Wie beurteilen Sie die Existenz einer Fatwa gegen den Besitz und die Anwendung von Kernwaffen, erlassen von Khomeini, und deren Bestätigung durch Khamenei? Das Land wird doch von religiösen Führer regiert?!

6. Wie beurteilen Sie das Verhalten der USA bezüglich der Übereinkunft zwischen dem Iran, der Türkei und Brasilien?

7. In welchem Dokument verdächtigt die IAEA den Iran des Baus eines atomaren Sprengkopfs?

Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort.

Mit freundlichem Gruß

Antwort von Dr. Andreas Schockenhoff
bisher keineEmpfehlungen
11.06.2012
Dr. Andreas Schockenhoff
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre erneute Frage. Offensichtlich unterscheiden wir uns in der Bewertung der Berichte der IAEO und der bisherigen diplomatischen Bemühungen, Iran zur Einhaltung seiner völkerrechtlichten Verpflichtungen gemäß der vom Sicherheitsrat verabschiedeten Resolutionen zu bewegen. Ich wiederhole, dass der Iran in der Tat wohl noch keine Atomwaffen besitzt, die IAEO sich aber seit fast zehn Jahren in ihren Berichten immer besorgter über den möglichen militärischen Charakter des iranischen Nuklearprogramms äußert. Für die E3+3 (oder P5+1) wäre die Einhaltung völkerrechtlicher Verpflichtungen seitens des Irans vertrauensbildend. Ich teile diesen Ansatz, der die Existenz einer Fatwa als nicht hinreichend belastbar ansieht.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andreas Schockenhoff
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Frage zum Thema Internationales
11.06.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Schockenhoff,

wie Sie sehen, lasse ich nicht locker, wenn ich den Eindruck habe, daß eine Antwort einer Frage nicht hinreichend gerecht wird.

Sie schreiben richtig, daß die IAEA einen möglichen militärischen Charakter des iranischen Atomprogramms geklärt werden möchte. Dennoch, darauf verwies ich bereis, schreibt dieselbe Organisation, daß sie über keinerlei Indizien verfügt, daß der Iran ein nukleares Waffenprogramm hatte oder hat (vgl. www.iaea.org -- diese Information stammt aus dem Jahr 2009).

Machen wir es kurz: Sie verwenden den Konjunktiv II (wäre ... eine vertrauensbildende Maßnahme). Welche Bestimmungen des NPT hält der Iran nicht ein?

Vielen Dank für die Antwort.

Mit freundlichem Gruß

Antwort von Dr. Andreas Schockenhoff
bisher keineEmpfehlungen
18.06.2012
Dr. Andreas Schockenhoff
Sehr geehrter Herr ,

Danke für Ihre erneute Nachfrage. Ich wiederhole: Die IAEO zeigt sich als Hüterin des NPT seit fast zehn Jahren in ihren Berichten immer besorgter über den möglichen militärischen Charakter des iranischen Nuklearprogramms - also darüber, ob sich der Iran über seine im Rahmen des NPT bestehenden Vertragsverpflichtungen hinwegsetzt. Der UN-Sicherheitsrat teilt diese Sorge und hat in mehreren Resolutionen den Iran völkerrechtlich verpflichtend aufgefordert, die von der IAEO identifizierten offenen Fragen durch hinreichende Transparenz und Zusammenarbeit zu klären. Diesen völkerrechtlichen Verpflichtungen ist der Iran bis heute nicht nachgekommen, weshalb der Sicherheitsrat bereits Sanktionen gegen das iranische Regime verhängt hat.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Schockenhoff
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Frage zum Thema Euro-Rettungsschirm
14.06.2012
Von:
R.

Staatsrechtler halten den geplanten dauerhaften Euro-Rettungsschirm (ESM) für verfassungswidrig!

Sehr geehrter Herr Dr. Schockenhoff,

wie stellen Sie sich zum ESM-Vertrag?

Dieses Institut, das dadurch entsteht, verwaltet den 700 Milliarden Euro schweren permanenten europäische Rettungsschirm, und hebelt die tragenden Prinzipien von Demokratie und Republik aus.
Die Kontrolle durch ein unabhängiges Parlament und durch eine unabhängige Justiz,
das Volk als höchster Souverän,
die prinzipielle Rückholbarkeit aller politischen Entscheidungen
diese Möglichkeiten sind im ESM Vertrag nicht vorgesehen.

Können Sie das verantworten?

Mich interessiert Ihre Meinung dazu.

Mit freundlichen Grüßen

R.
Antwort von Dr. Andreas Schockenhoff
1Empfehlung
12.07.2012
Dr. Andreas Schockenhoff
Sehr geehrter Herr ,

wie Sie meinem Abstimmungsverhalten vom 29.06. entnehmen können bin ich von der Richtigkeit und Wichtigkeit des ESM überzeugt. Ihre Sorge, der ESM "hebelt die tragenden Prinzipien von Demokratie und Republik aus" ist grundlos.

Der Deutsche Bundestag nimmt seine Haushaltsverantwortung im Zusammenhang mit dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) im vollen Umfang wahr. Alle wesentlichen Entscheidungen, die der ESM treffen kann, einschließlich der Gewährung von Finanzhilfen oder Änderungen am gezeich­neten Kapital, müssen einstimmig durch den Gouverneursrat des ESM getroffen werden. Deutschland verfügt über seinen Vertreter im Gouverneursrat dabei bei allen wichtigen Entscheidungen des ESM über ein Vetorecht. Mit dem ESM-Finanzierungsgesetz haben wir dieses Vetorecht dem Deutschen Bundestag übertragen, indem dem Abstim­mungs­verhalten des deutschen Vertreters im Gouverneursrat ein umfang­reicher Parlamentsvorbehalt vorgeschaltet wurde. Hat der Bundesfinanzminister als deutscher Vertreter im Gouverneursrat kein positives Votum des Bundestages, muss er mit Nein stimmen.

Aufgrund der von uns im Gesetzgebungsverfahren bewusst verankerten Regelung muss das Plenum des Deutschen Bundestages immer dann vorher zustim­men, wenn der ESM ein neues finanzielles Risiko eingeht. Das ist insbesondere bei Entscheidungen über neue Hilfspro­gramme der Fall oder auch bei finanzwirksamen Änderungen von bestehenden Program­men. Der Haushaltsausschuss begleitet die Umsetzung der Programme. Seine Zustimmung ist z. B. dann notwendig, wenn die Bedin­gungen von Hilfsprogrammen geändert werden sollen, auch wenn das Volumen des Hilfspaketes unverändert bleibt. Zudem ist er vor Auszah­lungen einzelner Tranchen bereits genehmigter Programme zu beteiligen. Das sog. 9er-Gremium kommt nur zum Einsatz, wenn im Rah­men eines Hilfsprogramms Anleihekäufe auf dem Sekundär­markt vorge­sehen sein sollten. Diesen Einsatz hat das Bundesverfassungsgericht ausdrücklich erlaubt.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Schockenhoff
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Frage zum Thema Internationales
20.06.2012
Von:

Frage: Was unternimmt die Bundesregierung zur Klarstellung, dass Deutschland keine militärische Intervention in Syrien mit Zielrichtung Sturz des Regimes will? Die Tagespresse bringt seit Wochen in z. T. reißerischer Wortwahl Beschuldigungen gegen das syrische Regime, meist zentriert auf Baschar al-Assad. Dazu gibt es keinerlei Informationen zur Baath – Partei, ihrer säkularen Ausrichtung mit klarer Distanz zu Islamismus. Angesichts unklarer Entwicklungsrichtungen in arabischen Staaten nach den Umstürzen der letzten zwei Jahre vermisse ich erklärte Ziele zur Stabilität in Nahost. Moralische Kriegsvorbereitung?
Meine Quellenangaben habe ich aus meiner Tageszeitung "Der Teckbote", die im Verbund mit Südwestpresse Ulm erscheint. – Beispiele von 2.6. – 13.6.12:
2.6.12 Karikatur, Zeichnung H. Haitzinger "Besuch mit Schoßhündchen" zeigt Präsident Assad als stinkenden Hund auf Putins Schoß. Auf meine Frage an Chefredakteur H.-J. Wiedenhaus erhielt ich die Antwort: "[...] Darf Putin Assad als stinkenden Hund auf den Knien haben? Ja, "Satire darf alles. [...]"
4.6.12 "Assad setzt auf Härte" [...] Dass Assad die weiter laufenden Rebellenangriffe beklagt, wird nur nebenbei erwähnt.
5.6.12 "Putin lenkt nicht ein" (dpa) "[...]forderte Van Rom¬puy. "[...] Präs. Baschar al-Assad muss alle Formen der Gewalt unverzüglich einstellen [...]"
Frage: Verlangt Europa von Assad, sich "Gewehre unten" überrennen zu lassen?
5.6.12 BIRGIT SVENSSON "Der irakische Premier Nuri al-Maliki unterstützt Baschar al-Assad in Damaskus, wo er nur kann.
6.6.12 (dpa) Islamisierung des Widerstands [...] Gibt es einen verlässlichen Gesprächsführer der Rebellen?
9.6.12 (afp/dpa) Furcht vor Regionalkrieg Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sprach sich für eine schnelle Verabschiedung von UN¬Sanktionen gegen Damaskus aus.
11.6.12 (dpa/afp) Syrische Truppen beschießen Rebellen-Städte [...] Der britische Außenminister William Hague schloss ein militärisches Eingreifen des Westens nicht mehr aus.
Antwort von Dr. Andreas Schockenhoff
1Empfehlung
22.06.2012
Dr. Andreas Schockenhoff
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Seit Beginn der Krise bemüht sich die Bundesregierung intensiv um eine politische Lösung des Konflikts. Deutschland hat bereits auf EU-Ebene erfolgreich weitreichende Sanktionen gegen das Unterdrückungsregime Assads initiiert. So wurde etwa ein EU-Embargo für syrische Ölexporte beschlossen. Deutschland setzt sich mit Nachdruck dafür ein, dass auch der UN-Sicherheitsrat endlich Zwangsmaßnahmen gegen das Assad-Regime beschließt. Diese sind bisher allerdings am Widerstand Russlands und Chinas gescheitert. Die internationale Isolation des syrischen Regimes ist zwingend notwendig, um Assad zum Abtreten zu bewegen und einen immer brutaleren Bürgerkrieg sowie eine militärische Eskalation zu verhindern.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Schockenhoff
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Frage zum Thema Wirtschaft
07.10.2012
Von:

Hallo Herr Schockenhoff,

können Sie sich vorstellen dass es zu einem Interessenkonflikt mit Ihrer Stellvertretenden Mitgliedschaft im Ausschauss für Verteidigung und Ihrer Tätigkeit als Mitglied des Aufsichtsrates in der Information System Solutions AG (ich halte das für einen Rüstungsbetrieb) kommen kann?

Wenn ja, wollen Sie diese Nebentätigkeit weiter ausführen?

mfg
Antwort von Dr. Andreas Schockenhoff
bisher keineEmpfehlungen
16.10.2012
Dr. Andreas Schockenhoff
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Die Information System Solutions AG ist kein Rüstungsunternehmen. Ein
Interessenkonflikt liegt nicht vor.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Schockenhoff
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