Dr. Andreas Dressel (SPD)
Abgeordneter Hamburg 2008-2011
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Dr. Andreas Dressel
Jahrgang
1975
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Referatsleiter im Amt für Wohnen, Stadterneuerung und Bodenordnung der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, MdHB
Wohnort
-
Wahlkreis
Alstertal - Walddörfer , Listenplatz 1
Landeslistenplatz
-
(...) In unserem Regierungsprogramm 2009-2013 haben wir das Thema Gentechnik klar benannt. Wir treten für eine Wahlfreiheit in Sachen Gentechnik ein. Die große Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher lehnt Genveränderungen in Lebensmitteln ab. (...)
 
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Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
23.11.2010
Von:
-

Sehr geehrter Herr Dressel,

aus meiner Sicht gibt es grundsätzlichen Klärungsbedarf zu einer aktuellen Gewalttat in Hamburg.
Im Mai 2010 haben in Hamburg zwei bereits wegen Körperverletzung polizeibekannte Täter einen 16-Jährigen geschlagen und anschliessend auf die U- Bahn Gleise geworfen.
Die Ermittler der Polizei ermittelten 6 Monate erfolglos obwohl Bilder der Täter durch die Überwachungskameras vorhanden waren.Die Täter hätten dadurch bereits im Mai, wenige Stunden nach der Tat identifiziert werden können wenn man die Bilder veröffentlicht hätte.
Leider wurden die Fahndungfotos aber erst Mitte November der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.Unmittelbar danach stellten sich die "vermutlichenTäter" infolge des Fahndungsdruckes "freiwillig".
Wie kann es sein,dass die ohnehin überlasteten Ermittler 6 Monate sinnloser ,bzw. unnötiger und zeitaufwendiger Ermittlungsarbeit nachgehen mussten, obwohl bereits im Mai die Bilder der Täter vorlagen? Für mich ist das Täterschutz statt Opferschutz !Wenn unsere Gesetze diese unglaubliche Vorgehensweise verlangen( was ich nicht weiss), käme mir unser Rechtsstaat endgültig völlig hirnrissig vor. Vielleicht können Sie zu meiner Aufklärung beitragen.
Also, Ermittlungspanne oder gewollter Täterschutz?

Mit freundlichem Gruß
-
Antwort von Dr. Andreas Dressel
1Empfehlung
13.12.2010
Dr. Andreas Dressel
Guten Abend!

Vielen Dank für die Frage.

Unsere Gesetze haben in der Tat auch diesen Fall geregelt.

Nach § 131a Abs. 3 StPO "darf bei einer Straftat von erheblicher Bedeutung auch eine Öffentlichkeitsfahndung angeordnet werden, wenn der Beschuldigte der Begehung der Straftat dringend verdächtig ist und die Aufenthaltsermittlung auf andere Weise erheblich weniger Erfolg versprechend oder wesentlich erschwert wäre." D.h. man hat schon gewisse Anforderungen für diese Öffentlichkeitsfahndung. Einfach so kann man diese nicht anordnen. Es ist eine gewisse Stufenfolge der Ermittlungsansätze einzuhalten.

So ist die Lage - da haben sich unsere Strafverfolgungsbehörden dran zu halten. Ob man in diesem konkreten Fall schneller dazu hätte greifen können bzw. müssen, kann ich nicht per Ferndiagnose entscheiden (dazu wären auch andere berufen).


Beste Grüße
Ihr

Dr. Andreas Dressel MdHB
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
09.01.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Dressel,
Wenn man der Presse glauben darf, werden Sie in Kürze Politik auf der Regierungsbank gestalten dürfen.
Wir hören, dass der Haushalt nicht ausgeglichen ist und deshalb gespart werden muss.
In diesem Kontext habe ich eine Frage, ob Sie auch bereit sind, bei den Politikkosten zu sparen:
  • die Bürgerschaft ist mit 121 Abgeordneten größer als einige Parlamente der Flächenländer,
  • die Deputationen bei den Fachbehörden sind Relikte aus alter Zeit und m.E. absolut unnötig,
  • die Stabs-/Präsidialabteilungen der Behörden sind überdimensioniert, Herr Dr. Wersich hatte vor dem Bruch der Koalition in dieser Abteilung 24 Mitarbeiter, heute vielleicht noch mehr und bei den Kundenzentren müssen die Öffnungszeiten wegen Personalmangel abgespeckt werden, der Bürgerservice bleibt auf der Strecke,
  • die Zahl der Bezirksabgeordneten ist im Zuge einer sog. Verwaltungsreform von 287 auf 339 Abgeordnete erhöht worden.
Diese Aufzählung ist sicherlich nicht vollzählig, beschreibt diesen Kostenbereich aber hinreichend.
Ich würde mich freuen, noch vor der Wahl Ihre Ansicht zu diesen Punkten zu lesen.
Mit freundlichem Gruß
Antwort von Dr. Andreas Dressel
1Empfehlung
19.01.2011
Dr. Andreas Dressel
Sehr geehrter Herr ,

zunächst einmal bewerbe ich mich erneut um ein Wahlkreismandat im Wahlkreis Alstertal/Walddörfer! Nun zu Ihrer Frage, die ich gerne differenziert beantworten möchte.

Wirklich Einsparpotential ist in der Tat in den Leitungsbereichen der Fachbehörden. Allein die Leitungsebene der Innenbehörde hat sich in den letzten 10 Jahren etwa verdoppelt, die Intendanzkosten in vielen Behörden sind sprunghaft angestiegen. Überall wurden Leitstellen usw. aus dem Boden gestampft, statt Aufgaben in der sog. "Linie" unterzubringen - das alles kostet doppelt. Bei diesen vielen Wasserköpfen muss in der Tat der Stöpsel gezogen werden. Einen zweistelligen Millionenbetrag kann man da auf eine Legislatur sicher generieren.

Schwieriger ist es mit den Demokratiekosten im engeren Sinne. Die Bürgerschaft ist - wenn Sie die Diäten sehen - schon jetzt das günstigste deutsche Parlament. Wenn Sie die Bürgerschaft verkleinern, müssten Sie vom jetzigen Teilzeitstatus zum Profiparlament übergehen. Mit 80 Abgeordneten in Teilzeit wäre das Pensum definitiv nicht mehr zu bewältigen. Insofern wäre eine Verkleinerung vermutlich ein Nullsummenspiel.

Die Abschaffung der Deputation würde eine Verfassungsänderung erforderlich machen - und der Einsparbeitrag hält sich in Grenzen.

Die Zahl der Bezirksabgeordneten ist nunmehr nach Bezirksgröße gestaffelt, das war überfällig - gerade für Wandsbek als mit Abstand größten Bezirk. Und es sind Wahlkreise zu betreuen - und zwar komplett nebenamtlich. Insofern ist die Frage, ob man sich für die kommunale Demokratie mit einer neuerlichen Verkleinerungsdebatte wirklich einen Gefallen tut.

Insofern: Die Wasserköpfe werden wir anpacken, bei den Demokratiekosten sind wir vorsichtig.

Beste Grüße
Ihr
Dr. Andreas Dressel MdHB
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