Sehr geehrte Frau Bär,
mit Interesse habe ich jetzt Ihren Beitrag zum Betreuungsgeld in der FAZ (Fremde Federn) vom 15.6.2012 gelesen.
U.a. stellen Sie darin fest, dass an der Spaltung der Republik zum Thema "Betreuungsgeld" u.a. die links-ideologische Propaganda schuld sei. Desweitern mutmaßen Sie, dass diese Auseinandersetzung dazu taugt, in Master- oder Doktorarbeiten behandelt zu werden. (Meine Anmerkung; "Propaganda" ist Werbung für politische Grundsätze, kulturelle Belange oder wirtschaftliche Zwecke).
Meine Fragen:
Eignet sich ein so ernstes Thema dazu, Propaganda (Ideologien), egal aus welcher politischen Richtung, bei der Sachentscheidung überhaupt einen Raum zu geben?
Warum sollte dies in Master- oder Doktorabeiten wissenschaftlich behandelt werden? Warum erwähnen Sie nicht die Umfrage der CSU-nahen Hans-Seidl-Stiftung zur Vereinbarkeit von Fam. und Beruf, in der sich die Befragten eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Fam. wünschen, flexiblere Arbeitszeiten und den Ausbau der Infrastruktur.
In Ihrem Gastbeitrag vertreten Sie die Auffassung, dass für Kinder in den ersten 3 Lebensjahren nur die Betreuung in der Familie optimal für deren Entwicklung sei.
Auf Alternativen gehen Sie nicht ein.
Meine Fragen:
Warum erwähnen Sie in Ihrem Gast-Beitrag in keinem Satz die Erzieher/innen in den Kinderkrippen? Warum haben Sie für diese Frauen und Männer die eine gute Ausbildung haben, ihren Beruf zum überwiegenden Teil als Berufung sehen und verhältnismäßig schlecht bezahlt werden, kein lobendes Wort übrig?
Halten Sie das Betreuungsgeld für verfassungskonform?
Halten Sie es für richtig, dass Harz IV-Empfänger davon ausgeschlossen sind?
Finden Sie es gerecht, dass dagegen z.B. ein gut verdienendes Akademiker-Ehepaar, das sein Kind von einem Aupair-Mädchen oder einer Großmutter zuhause betreuen lässt, in den Genuss des Betreuungsgeldes kommt?
Ich sehe Ihren Antworten mit Interesse entgegen.
Mit freundlichen Grüßen

E.