Von:
Dr.


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Ihre Antwort erfüllt mich - ehrlich gesagt - mit Entsetzen.
Die von der CeBus-Katastrophe Betroffenen haben größtenteils mit schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu kämpfen und müssen versuchen, ihren Alltag jetzt mit noch viel komplizierterem, großen Aufwand in den Griff zu bekommen. Für eine Teilnahme am sozialen, kulturellen oder gar politischen Leben, selbst für Proteste, bleibt da nicht viel übrig.
1. Meinen Sie nicht, daß es die Pflicht der Stadt Celle und des Ortsbürgermeisters sei, bei den Betroffenen nachzufragen, was mit ihnen geschieht? (Aufrufe im Internet und in der CZ erreichen die meisten übrigens nicht.)
2. Da überhaupt nichts geschehen ist (außer der weiteren Streichung einer Verbindung), obwohl vor 3 Monaten in der Ortsratssitzung suggeriert wurde, daß die Stadt etwas für uns tun will - sehen Sie die Stadt Celle nicht in der Verantwortung, vorrangig etwas für die Busversorgung zu tun? Und dies auch dann, wenn der Landkreis als Träger des ÖPNV seine Pflicht offenbar nicht wahrnimmt?
3. Da nicht einmal der Nahverkehrsplan in unserem Fall auch nur vage eingehalten wird, sehen Sie sich nicht in der Pflicht, beim Landkreis und notfalls bei dessen Aufsichtsbehörde zu intervenieren?
4. Die ursprünglich getroffene Vereinbarung über die CeBus sah anscheinend vor, daß das Unternehmen nach 10 Jahren ohne öffentliche Gelder auskommt. Mir ist kein ÖPNV bekannt, der das kann. Halten Sie die ursprünglich unter Ex-OB Biermann ausgearbeitete Vereinbarung nicht für von vornherein unmöglich erfüllbar und daher sittenwidrig?
5. Ortsbürgermeister Wilhelms (SPD) hat bereits im Februar betont, daß die Stadt im ÖPNV "Geld in die Hand nehmen muß". Hat die Stadt Celle das vor? Wann?
Die ÖPNV-Katastrophe drängt die Betroffenen zum Wegzug. Wenn nicht ein völliges Umdenken geschieht, muß man wohl bundesweit vor allem Ältere und Familien vor dem Wohnen in Celle warnen.
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. med.
