Sehr geehrter Herr Alt,
der Bundesarbeitsminister will flächendeckend Mindestlöhne einführen. Das wird dazu führen, dass viele Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren und gar kein Geld mehr verdienen. Der Staat soll nicht über Löhne und Gehälter entscheiden. Das ist Sache der Tarifparteien, der Aktionäre und der Eigentümer von Unternehmen. Aufgabe der Politik ist es, diese Strukturen durch gesetzliche Regelungen zu stärken. Beteiligungen der Arbeitnehmer am Unternehmen müssen freiwillig erfolgen – eine gesetzliche Zwangsbeglückung darf es nicht geben. Es ist Aufgabe der Tarifparteien, nach Möglichkeiten der Mitarbeiterbeteiligung zu suchen.
Wer möchte, dass die Bürger mehr Vermögen erwerben können, sollte den Arbeitnehmern mehr Netto vom selbstverdienten Geld lassen. Betriebe und Arbeitnehmer müssen selbst entscheiden können, ob und wie Beteiligungsmöglichkeiten im eigenen Unternehmen geschaffen werden. Der richtige Weg führt weder über das börsennotierte Volkseigentum der SPD, das eher an einen Staatsfonds erinnert, noch über die Umverteilungsbürokratie der Union, sondern nur direkt über niedrigere Steuern und Abgaben.
Mit Mitarbeiterbeteiligungen im eigenen Betrieb, wenn sie von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gewollt werden, sind drei Ziele zu erreichen:
1. eine engere Bindung der Arbeitnehmer an die Geschicke des eigenen
Unternehmens,
2. eine bessere Eigenkapitalausstattung gerade der mittelständischen
Betriebe und
3. eine Erfolgsbeteiligung der Arbeitnehmer, die nicht wie
Tariferhöhungen in wirtschaftlich schlechten Jahren Arbeitsplätze
im Betrieb gefährdet.
Der Bundesvorstand der Freien Demokratischen Partei hat auf seiner Sitzung am 11.12.2006 einen Beschluss zur Arbeitnehmerbeteiligung am Unternehmensgewinn gefasst, den Sie unter
www.fdp.de nachlesen können. Zur weiteren Lektüre empfehle ich auch "MEHR BETEILIGUNGSKAPITAL – MEHR MARKTWIRTSCHAFT, Vermögenspolitik und Beteiligungskapital in der Bürgergesellschaft" von Otto Graf Lambsdorff vom November 2006, ein Positionspapier des Liberalen Instituts der Friedrich-Naumann-Stiftung, dass Sie unter
admin.fnst.org abrufen können.
Mit freundlichen Grüßen
Dirk Niebel