Dirk Niebel (FDP)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dirk Niebel
Jahrgang
1963
Berufliche Qualifikation
Diplom Verwaltungswirt, Arbeitsvermittler, Hauptmann d.R.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, FDP-Generalsekretär
Wahlkreis
Heidelberg-Weinheim
Landeslistenplatz
2, über Liste eingezogen, Baden-Württemberg
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(...) Erst wenn Bürger und Unternehmen davon überzeugt sind, dass sie nicht nur befristet entlastet werden, sondern mit dauerhaft steigendem verfügbarem Einkommen rechnen können, kehrt ihr Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung und damit ihre Bereitschaft zu Konsum und Investitionen zurück. Teile des FDP-Steuerkonzepts können vorgezogen werden, wir plädieren für eine spürbare Erhöhung des Grundfreibetrags für jedes Familienmitglied, also auch für Kinder, auf einheitlich 8000 Euro im Jahr. Das wäre ein erster Schritt zu einem niedrigeren und einfacheren Steuersystem. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Arbeit
14.07.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Abgeordneter,

herzlichen Dank für die - sehr schnelle - Antwort. Leider haben Sie bei Ihrer Antwort einen wichtigen Teil ausgelassen, denn ich hier nun zitieren darf:

"Nun werden Sie sicher nicht ein Leben lang Berufspolitiker sein wollen, sondern auch mal wieder die reale Arbeitsluft schnuppern wollen. Wie stellen Sie sich die Rückkehr zu Ihrem Arbeitgeber vor, dem Sie derzeit Inkompetenz vorwerfen und seine schlichte Abschaffung vorwerfen?"

Es geht hier ja auch um Wiedereingliederung in eine Berufswelt, die sie sicher in absehbarer Zeit anstreben.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dirk Niebel
1Empfehlung
21.07.2008
Dirk Niebel
Sehr geehrter Herr ,

ich bin gerade einstimmig erneut als Kandidat für die Bundestagwahl 2009 im Wahlkreis Heidelberg-Weinheim nominiert worden. Deshalb stellt sich für mich diese Frage derzeit nicht. Ich mache meine jetzige Arbeit sehr gern und hoffe, dass die Liberalen nach der nächsten Bundestagswahl die Richtlinien in Deutschland wieder mitbestimmen können.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Niebel
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
16.07.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Niebel,

wie stehen Sie zu einer Volksbefragung in Deutschland zum weiteren Verbleib unseres Landes in der EU oder dem Austritt daraus?
Antwort von Dirk Niebel
3Empfehlungen
17.07.2008
Dirk Niebel
Sehr geehrter Herr ,

ich sehe keinen Anlass für eine derartige Volksbefragung. Europa ist eine Erfolgsgeschichte. Dass wir heute von Freunden umgeben sind und in Frieden leben, ist das Ergebnis der europäischen Einigung und Ausdruck eines Wunsches nach Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft. Die EU ist die beste Antwort auf die Globalisierung, deren Herausforderungen wir mit einem großen europäischen Binnenmarkt und einer koordinierten europäischen Außenpolitik begegnen. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten von der EU, dass sie sich um die wirklichen Probleme kümmert: den gesicherten Zugang zu Energie, mehr wirtschaftliches Wachstum und Arbeitsplätze, den vernünftigen Umgang mit Zuwanderung, Fortschritte bei Forschung und Entwicklung, bessere Ausbildung für unsere Jugendlichen, Schutz vor organisierter Kriminalität und Terrorismus aber auch Schutz von Privatsphäre und Freiheit jedes Einzelnen. Wenn wir Deutschen unseren Wohlstand und unsere Freiheit erhalten wollen, können wir das am besten gemeinsam mit unseren Nachbarn.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Niebel
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
22.07.2008
Von:
Eck

Guten Tag

Die Industrie baut (sogar ) laut Bildzeitung mehr Stellen ab, als sie schafft. Bürger, die im "Öffentlichen Dienst" arbeiten, leben mit dem Privileg, dass ihnen nicht gekündigt werden darf und dass sich Arbeitslöhne beständig erhöhen, - Millionen anderer arbeiten respektiert und müssen in Deutschland nicht nur in Armut, sondern weitgehend ohne Bürgerrechte und in beständiger Angst vor Schikanen in Hartz4Verhältnissen leben.

N-TV sagt, dass Jobangebote nicht zunehmen werden.
Um Stellen im Öffentlichen Beschäftgungssektor Kunst, Kultur, Soziales... erhalten zu können, müssen Bürger zur Zeit Analphabetismus, Drogensucht, Kriminaltät, Schulden, psychische Schäden,... nachweisen - können.

Jeder Bürger könnte laut Berechnungen nach Bürokratieabbau ein Grundgehalt erhalten, das Miete und Essen, Krankenkasse finanziert, die Jobcenter könnten auf Provisionsbasis arbeiten. Menschen, die Jobs suchen, sind motiviert. Niemand will Zwangsarbeiter beschäftigen.

Ein bedingungsloses, schikanefreies Grundeinkommen nutzt Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Warum befürworten Sie nicht das bürokratiearme, bedingungslose Recht auf ein Grundeinkommen?

Ein Grundeinkommen würde u.a. Existenzgründern und Selbständigen helfen und die freiheitlich-demokratische Grundordnung, die Hartz4 als Ausgrenzungs- und Schikanesystem (www.anwaelte-gegen-hartz4.de) gefährdet, absichern..

Freundliche Grüße ines eck
Antwort von Dirk Niebel
1Empfehlung
28.07.2008
Dirk Niebel
Sehr geehrte Frau Eck,

die FDP lehnt ein bedingungsloses Grundeinkommen ab. Für die Finanzierung würden die Leistungsbereiten in unserer Gesellschaft noch mehr als jetzt belastet. Bedingungslosigkeit ist leistungsfeindlich. Bedarfsorientierung führt dazu, dass Menschen, die Vermögen haben oder hartnäckig die Arbeitsaufnahme verweigern, nicht mit Steuergeldern der Arbeitnehmer finanziert werden. Wir fordern die Einführung eines bedarfsorientierten Bürgergeldes, das Hilfebedürftigen die notwendige Hilfe gewährt und Erwerbsfähige zur Arbeitsaufnahme motiviert. Das Bürgergeld muss individuell ausgestaltet werden, je nach Lebenssituation. Es stellt ein Mindesteinkommen für jeden sicher, und zugleich schafft es zusätzliche Anreize, durch Arbeit ein höheres Netto-Einkommen zu erzielen. Damit ist es auch gerechter und wirksamer als jede Mindestlohnregelung.

Den Menschen bleibt netto zu wenig vom brutto übrig. Die Belastung durch Steuern und Abgaben ist zu hoch, und das geltende Steuerrecht kaum noch verständlich. Die FDP-Bundestagsfraktion hatte den Antrag 16/9310 "Mehr Netto vom Brutto" in den Deutschen Bundestag eingebracht, den Sie im Internet unter dip21.bundestag.de abrufen können. Wir fordern die Erhöhung von Kindergeld und Kinderfreibeträgen zum 01.01.09 und die Pendlerpauschale in der bis 2006 geltenden Form. Zum 1. Januar 2010 soll der Grundfreibetrag von 7.764 auf 8.004 EUR erhöht und der Eingangsteuersatz von 15% auf 13% abgesenkt werden. Unser Antrag wurde bei den Beratungen im Ausschuss von anderen Fraktionen zwar im Grundsatz unterstützt, aber aufgrund der herrschenden Mehrheitsverhältnisse abgelehnt.

Wir fordern ein einfacheres, niedrigeres und gerechteres Steuersystem. Aber dazu fehlt Union und SPD leider die Kraft. Mit der schwarz-roten Koalition sind bis zur Wahl keine wegweisenden Reformen mehr möglich. Wir brauchen einen Politikwechsel. Die nächste Regierung wird hoffentlich mit Beteiligung der Liberalen gebildet.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Niebel
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Frage zum Thema Arbeit
23.07.2008
Von:

Sehr geehrte Herr Niebel,

in Ihrer Antwort an Herrn Ankert meinen Sie, dass Sie keinen Grund sehen, dass Volk über die weitere EU-Politik abstimmen zu lassen. Wenn ich es richtig sehe, hat kaum jemand einen Austritt aus der EU gefordert. Sondern eine Abstimmung über den Vertrag von Lissabon. Warum ist Ihre Partei ständig pro forma für mehr direkte Demokratie und wenn es ernst wird, ziehen Sie Ihre Meinung quasi zurück!? Kann man Ihrer Meinung nach nach Belieben für oder gegen Volkabstimmungen sein? Je nachdem welchen Ausgang man erwartet? Meines Erachtens wäre das Politik ad absurdum.


In Ihrer Antwort an Herrn Haaske schreiben Sie, dass "jede legale Arbeit" zumutbar sei. Die Frage ist nur, was sie als "legale Arbeit" verstehen?

Eine mir bekannte Reinemachefrau verdiente 1,50 Euro pro Stunde. Ist es Ihrer Meinung nach ok, dass diese Frau so wenig verdient? Ihre Kollegin in einem anderen Hotel verdiente 10 Euro. Die Zimmerpreise waren nahezu gleich. Kann man einem Arbeitgeber zumuten, dass er gute Löhne bezahlt und über die Steuern seinem Konkurrenten die Mitarbeiter mitbezahlt? Wo bleibt da die gebotene Gleichberechtigung des Kapitals?

Ich kann nichts Liberales an Ihrer Weigerung erkennen Mindestlöhne abzulehnen. Zumindest dann nicht, wenn man wie der "Freiburger Kreis" innerhalb Ihrer Partei den Menschen in die Liberalität mit einbeziehen will.

81 Jahre alt bin ich. Aber seit den 1950er Jahren habe ich solche soziale
Fehlentwicklungen nicht erlebt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr.
Antwort von Dirk Niebel
1Empfehlung
28.07.2008
Dirk Niebel
Sehr geehrter Herr ,

Herr Ankert hat die Frage nach dem Austritt aus der EU gestellt. Darauf bezieht sich meine Antwort. Bereits auf dem Bundesparteitag 2000 in Nürnberg hat sich die FDP für die Einführung von Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheiden ausgesprochen. Politik wird für die Bürgerinnen und Bürger interessanter und transparenter, wenn sie sich in ihrem unmittelbaren Umfeld stärker an politischen Entscheidungen beteiligen können. Die FDP-Bundestagsfraktion hat den Antrag 16/474 "Entwurf eines Gesetzes zur Einführung von Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid in das Grundgesetz" in den Deutschen Bundestag eingebracht, den Sie unter dip21.bundestag.de abrufen können. Er wurde im Innenausschuss noch nicht abschließend behandelt.

Mit dem Arbeitslosengeld II haben wir einen faktischen Mindestlohn. Nach der derzeit geltenden Gesetzeslage muss ein Leistungsempfänger praktisch jede Arbeit annehmen, auch wenn sie unter Tarif bezahlt wird. Die Arbeit darf nicht gegen Gesetze oder "die guten Sitten" verstoßen. Allerdings müsse Arbeitslose keine Arbeit weit unter dem Niveau ihrer alten Beschäftigung annehmen. Es gab schon immer Erwerbstätige, deren Einkommen vom Staat ergänzt wurde, z.B. durch Sozialhilfe oder Wohngeld. Eine Studie des DIW zeigt, dass viele gar nicht von einem Mindestlohn von 7,50 Euro profitieren würden, weil sie aufgrund der Größe ihrer Bedarfsgemeinschaft ihre Einkünfte mit Arbeitslosengeld II aufstocken. 50 Prozent der 479.000 vollzeitbeschäftigten Aufstocker haben einen Stundenlohn von neun oder mehr Euro. Insgesamt liegen zwei Drittel der Aufstocker über 7,50 Euro. Höchstens 15.000 allein stehende Erwerbstätige können wegen eines zu geringen Stundenlohns nicht von ihrem Vollzeitjob leben. Und im Baugewerbe stocken 42.000 Bauarbeiter trotz Mindestlohn mit Arbeitslosengeld II auf.

Für Hilfeempfänger muss grundsätzlich jede legale Arbeit zumutbar sein. Eine Festlegung auf eine tarifliche Entlohnung würde - unabhängig von der Qualifikation --zu einem Mindestlohn führen. Geringer entlohnte Tätigkeiten könnten dann legal weder angeboten noch nachgefragt werden. Damit werden gerade Geringqualifizierte aus dem Arbeitsmarkt gedrängt.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Niebel
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Frage zum Thema Soziales
25.07.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Niebel,

sind bei der derzeitigen Diskussion um z.T extrem hohe Gehälter, Abfindungen, Zuwendungen etc. mancher Manager neben den rein liberal-wirtschaftlichen (z.B. dem Eigentumverständnis eines John Locke gemäß ) nicht auch gesellschaftspolitische und soziale Aspekt zu bedenken, die zum Eingriff des Staates Anlass geben ? Und wenn, welche Eingriffe hielten Sie für sinnvoll ?

mfG

Antwort von Dirk Niebel
3Empfehlungen
29.07.2008
Dirk Niebel
Sehr geehrter Herr ,

von Zeit zu Zeit gibt es Vorschläge, Managergehälter gesetzlich einzugrenzen, zu deckeln oder gerichtlich zu kontrollieren. Es gibt dabei Vorschläge, die an Praxisferne kaum zu übertreffen sind, z.B. die Berücksichtigung der Zufriedenheit der Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre bei der Gehaltsstruktur der Manager oder eine Schadensersatzpflicht für Aufsichtsratsmitglieder, wenn die Vergütung unangemessen ist. Diese Debatte ist populistisch. Die Festsetzung der Gehälter für die Vorstandsmitglieder ist die Arbeit der Aufsichtsräte nicht der Gerichte.

Wir brauchen keine gesetzliche Regelung. Die Regelungen des Aktiengesetzes und des Corporate Governance Kodexes sind für die Regulierung der Managergehälter ausreichend. Nur die freiwillige Umsetzung der Erkenntnis, dass Gehälter zur Leistung und dem Wohl des Unternehmens in einem angemessenen Verhältnis stehen müssen, wird das Vertrauen in die Wirtschaft und ihre Spitzenmanager stärken.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Niebel
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