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Sehr geehrter Herr Bundesminster Niebel,
die FDP hat sich vor der Wahl für eine Abschaffung des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ausgesprochen. Dieses Ministerium bleibt uns auch unter dieser Regierung erhalten. Lag dies an dem Beharren der CDU, an der späten Einsicht der FDP oder an dem Feststellung, dass die FDP noch ein Ministerium besetzen muss, um den Proporz zu wahren?
Meine zweite Frage bezieht sich auf die Haushalt- und Finanzpolitik. Der Koalitionsvertrag der FDP mit der CDU beinhaltet, inter alia, das Versprechen der Steuersenkungen. Um diese zu finanzieren hat die vor der Wahl diverse Einsparungen vorgeschlagen. Schlussendlich haben nur geringe Anzahl dieser Vorschläge - korrigieren Sie mich wenn ich mich irre - ihren Weg in den Koalitionsvertrag gefunden. Das wirft in mir die Frage auf, wie diese Senkungen finanziert werden sollen. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Mehrzahl der Wirtschaftsforschungsinstitute Steuersenkungen im Hinblick auf die Budgetrestriktion des Staates nicht für möglich hält. Und um dieser Ausflucht vorzubeugen, diese Studien ziehen Steuermehreinahmen durch Wachstum bereits in Betracht. Will die FDP diesen Problem über die von ihr unter Rot-Grün so gegeißelten und empirisch fragwürdigen "Selbstfinanzierungseffekte" oder über Sonderfonds und andere Taschenspielertricks in der Haushaltspolitik, in anderen Worten über die Verabschiedung von seriöser Haushaltspolitik, lösen?
Abschließend die Frage, ob Sie persönlich glauben, dass die FDP es schaffen wird, in den kommenden vier Jahren die Staatsquote und/oder die inflationsbereinigte Höhe des Bundehaushalts zu senken.
Mit freundlichen Grüßen

v.