Dirk Niebel (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dirk Niebel
Geburtstag
29.03.1963
Berufliche Qualifikation
Diplom-Verwaltungswirt (FH)
Ausgeübte Tätigkeit
MdB; Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Heidelberg
Ergebnis
12,0%
Landeslistenplatz
2, Baden-Württemberg
weitere Profile
(...) Meilensteine für die Erhöhung der entwicklungspolitischen Wirksamkeit und Effizienz hier bei uns in Deutschland waren in den vergangenen zwei Jahren bspw. die Fusion der drei Durchführungsorganisationen der Technischen Zusammenarbeit und Gründung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Damit haben wir die Voraussetzungen für den Abbau von Doppelstrukturen, Effizienzgewinne und eine ergebnisorientierte Steuerung unserer Entwicklungszusammenarbeit geschaffen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Internationales
26.10.2012
Von:

Ethnische Vertreibung in der Westbank?

Sehr geehrter Herr Niebel,

vielen Dank für Ihre Antwort und die Informationen.

Sie verneinen die gestellte Frage, begründen das aber nicht.

Wie definieren Sie ethnische Vertreibung? Müssen es weniger als 5,8% autochtoner Bevölkerung sein, glauben Sie die Leute sind freiwillig weggezogen etc. Welches also ist der inhaltliche Grund für Ihre Antwort?

Nach Wikipedia wird der Begriff wie folgt definiert: "Ethnische Säuberung bezeichnet das Entfernen einer ethnischen oder religiösen Gruppe aus einem bestimmten Territorium. Dies erfolgt zumeist durch gewaltsame Vertreibung, Umsiedlung, Deportation oder Mord."

Vielleicht haben Sie eine zutreffendere Definition. Nur zu sagen "is nicht" ohne dies zu begründen, halte ich für unangemessen. Dafür ist die Frage zu ernst.

Meine Zahlen zur West Bank stammen aus einem Report der EU (AREA C AND PALESTINIAN STATE BUILDING JULY 2011) - wie ich inzwischen erfuhr.

In der Hoffnung auf eine substantielle Antwort verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dirk Niebel
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22.11.2012
Dirk Niebel
Sehr geehrter Herr ,

lexikalische Definitionen finden Sie z.B. auch im Brockhaus. Eine gewaltsame Vertreibung von Bevölkerungsteilen verstößt gegen fundamentale Menschenrechte und auch gegen internationales Recht. Die Men­schen­rech­te sind Richt­schnur unseres politischen Handelns. Vor einem Jahr haben wir das Menschenrechtskonzept des BMZ vorgestellt. Ein wichtiges Ziel der Entwicklungszusammenarbeit ist es, vor Ort Vorschläge zur Beilegung von Konflikten zu finden und friedliche Lösungen zu entwickeln.

Israel trägt die Verantwortung für die Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung in den C-Gebieten, und die Entwicklung der palästinensischen Infrastruktur und Wirtschaft erfordert eine Abstimmung. Deutschland unterstützt die Palästinensischen Gebiete mit großer Kontinuität und Verlässlichkeit unter schwierigen, sich verändernden Rahmenbedingungen. Alle Beteiligten müssen oft auf neue Herausforderungen einstellen. Die Ziele der deutsch-palästinensischen Entwicklungszusammenarbeit sind der Ausbau umweltbezogener Infrastruktur, z.B. Wasser und Abfall, die wirtschaftliche Stabilisierung und. Infrastrukturausbau durch Beschäftigungsprogramme, der Aufbau von Institutionen mit Beratung auf zentraler und kommunaler Ebene und die Verbesserung der Bildungssituation. Weitere Informationen finden Sie unter www.bmz.de Sie können mich gern direkt unter dirk.niebel@bundestag.de anschreiben.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Niebel
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Frage zum Thema Internationales
04.11.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Niebel,

als ich das letzte Mal in Georgien war (Mai 2012) gab es bekanntlich noch einen anderen Staatspräsidenten. Was glauben Sie, wie sich der Präsidentenwechsel (Ivanishvili für Saakaschvili) für Ihre Arbeit als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auswirkt?

Wie sieht die zukünftige Kooperation zwischen Deutschland und Georgien durch den Regierungswechsel aus? Welche Ziele setzten Sie sich für die Zusammenarbeit im Kaukasus für das Jahr 2013? Wie berurteilen Sie es aus ökologischer und ökonomischer Hinsicht, dass chinesische Unternehmen in Westgeorgien Holz gewinnen? Halten Sie es für deutsche Investoren eine gute Idee, gegenwärtig im Kaukasus tätig zu werden?

Viele Grüߟe

Antwort von Dirk Niebel
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28.11.2012
Dirk Niebel
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 4. November 2012, in der Sie sich nach den Perspektiven für die entwicklungspolitische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der neuen georgischen Regierung und dem Südkaukasus sowie nach meiner Einschätzung bzgl. des Holzeinschlags in Georgien und die Aussichten deutscher Unternehmen als Investoren im Südkaukasus erkundigen.

Erste Treffen von Vertretern der Bundesregierung mit Mitgliedern des neuen georgischen Kabinetts stimmen zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit mit Georgien erfolgreich fortgeführt werden kann. Die neue georgische Regierung setzt auf Kontinuität. Wir werden daher im Jahr 2013 wie geplant die Entwicklungszusammenarbeit mit Georgien fortsetzen.

Seit 2001 verfolgt die Bundesregierung im Rahmen der Kaukasusinitiative einen Regionalansatz, der zu regionaler Zusammenarbeit und Vertrauensbildung zwischen den Ländern des Südkaukasus – Armenien, Aserbaidschan und Georgien – beiträgt. Schwerpunkte sind die Förderung nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung und der Energieversorgung sowie Umweltschutz und Maßnahmen zur Kommunalentwicklung und Justizreform.

Bei den georgischen Holzexporten steht für mich weniger die Herkunft der Investoren als die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit von deren Aktivitäten im Vordergrund. Das Engagement einzelner Investoren kann daher nicht pauschal, sondern nur in Kenntnis der jeweiligen Lizenzvereinbarungen bewertet werden. Bei unserer Zusammenarbeit im Umweltbereich steht der nachhaltige Schutz der Biodiversität, darunter auch der artenreichen georgischen Wälder, im Vordergrund. Ein Ausgleich zwischen wirtschaftlichen und ökologischen Interessen ist sehr wohl möglich – das hat nicht zuletzt die europäische Forstwirtschaft über Jahrhunderte bewiesen.

In diesem Sinne habe ich bei meinem Georgien-Besuch Ende Mai dieses Jahres in Gesprächen mit Staatspräsident Saakaschwili – der ja weiterhin im Amt ist – und dem damaligen Premierminister Gilauri die Sorge der Bundesregierung darüber zum Ausdruck gebracht, dass georgische Gesetzesentwürfe zur wirtschaftlichen Nutzung der Schutzgebiete diesen Interessensausgleich verletzen könnten und entsprechende deutsche Beratung angeboten.

Nach meinen Eindrücken aus Georgien und Gesprächen mit der georgischen Regierung wie auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deutscher Unternehmen, die sich zum Teil bereits seit Jahren in Georgien engagieren, bin ich der Überzeugung, dass sich wirtschaftliches Engagement im Südkaukasus auszahlen kann. Natürlich kommt es immer auf den Einzelfall an. Differenzierte Informationen und Beratungmöglichkeiten können die Deutsch-Georgische Wirtschaftsvereinigung, die Anfang 2013 zusätzlich eine Außenstelle in Armenien aufbauen wird, und der Deutsch-Aserbaidschanische Wirtschaftsverband liefern, der seit kurzem den Status einer Auslandshandelskammer hat. Beide werden aus dem Haushalt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durch die Finanzierung von Integrierten Fachkräften gefördert, die in diesen Institutionen arbeiten und sie beraten.

Mit freundlichen Grüßen
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Frage zum Thema Soziales
13.11.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Niebel,

seit längerer Zeit ist Ihnen der Zustand der starken Unterversorgung der Conterganopfer bekannt. Auch die Presse hat ausgiebig darüber berichtet.

Meine Fragen:
  • Wann erhalten die Opfer endlich die Entschädigung und Entschuldigung die ihnen zusteht?
  • Wann erhalten die Opfer endlich eine Conterganrente nach europäischem Standard (in England gibt es z.B. die dreifache Rente)?
  • Wann erhalten die Opfer endlich Hilfe bei Umbauten?
  • Wann erhalten die Opfer endlich den Ausgleich dafür, dass sie nicht oder nur teilweise in die Rentenkasse einzahlen konnten, da sie nicht oder nur wenige Jahre arbeiten konnten?
  • Wann erhalten die Opfer endlich die Assistenz die sie benötigen?
  • Und wann beleuchtet die Politik endlich die Hintergründe des Conterganverbrechens?

Und am Schluss noch eine Frage zu dem Forschungsprojekt bezüglich der "Bedarfe" der Geschädigten:
Im Januar soll zu diesem Thema eine Sitzung im Bundestag stattfinden bei der wohl einige Entscheidungen fallen könnten. Ist diese Sitzung öffentlich? Dürfen hier alle Geschädigten kommen? Und darf sich hier auch jeder dazu äußern? Oder nur wieder ausgewählte Betroffene?

Für die Beantwortung meiner zahlreichen Fragen wäre ich ihnen dankbar.

Mit freundlichen Grüßen


P.S.
Die Linken und Grünen zeigen hier bereits einen deutlichen Einsatz für unsere Belange.
Wo bleibt hier das ehrliche Engagement der FDP?
Antwort von Dirk Niebel
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16.11.2012
Dirk Niebel
Sehr geehrter Herr ,

der Pharmakonzern Grünenthal hat sich bei den weltweit rund 10.000 Frauen und Männern mit Behinderungen durch das Schlafmittel Contergan entschuldigt. Die etwa 2.500 in Deutschland lebenden Contergan-Geschädigten erhalten Rentenzahlungen aus der Contergan-Stiftung des Bundes, an der sich Grünenthal 1970 und 2009 jeweils mit 50 Millionen Euro beteiligte.

Die Bundesregierung zieht eine positive Bilanz aus dem Zweiten Änderungsgesetz des Conterganstiftungsgesetzes, das Ende Juni 2009 in Kraft getreten ist. Seitdem ist die monatliche Conterganrente dreimal angehoben worden. Die FDP-Bundestagsfraktion wird sich weiter für die Betroffenen einsetzen. Viele von ihnen haben aufgrund einer eingeschränkten Erwerbsbiographie Rentenausfälle, und die finanziellen Belastungen werden im Zeitverlauf steigen, da die körperlichen Einschränkungen zunehmen.

Informationen über Hintergrund und Aufgaben der Conterganstiftung finden Sie unter www.conterganstiftung.de . Die Handlungsempfehlungen des Instituts für Gerontologie an der Universität Heidelberg sollen voraussichtlich im Januar 2013 im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in einer öffentlichen Anhörung beraten werden. Über eine Teilnahmemöglichkeit als Besucher können Sie sich im Sekretariat unter Tel. 030/227- 37112 informieren.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Niebel
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Frage zum Thema Soziales
16.11.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Niebel,

Sie schreiben heute:

Sehr geehrter Herr ,

der Pharmakonzern Grünenthal hat sich bei den weltweit rund 10.000 Frauen und Männern mit Behinderungen durch das Schlafmittel Contergan entschuldigt...."

Ich möchte Sie bitten, diesen Punkt richtig zu recherchieren und sich dann korrekt an dieser Stelle noch einmal zu melden.

Darüber hinaus hätte ich gerne gewusst, ob die FDP es weiterhin für richtig hält, dass nur 90% der Geschädigten die volle Entschädigung seit 1972 erhalten und viele bis heute nur einen Bruchteil bzw. sogar noch gar nichts erhalten ? Und wie steht die FDP dazu, dass Nachzahlungen wegen Fehlern, Missorganisation bzw. mangelnder Ausstattung in der Conterganstiftung nicht verzinst werden, noch nicht einmal mit dem gesetzlichen Zinssatz ?

Mit freundlichen Grüssen,

Antwort von Dirk Niebel
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20.11.2012
Dirk Niebel
Sehr geehrte Frau ,

anlässlich der Enthüllung eines Denkmals für die Geschädigten in Stolberg im August 2012 gibt es eine umfangreiche Berichterstattung. Ein Videobeitrag aus der ARD-Tagesschau kann unter www.tagesschau.de aufgerufen werden.

Die Betroffenen erhalten von der Contergan-Stiftung eine einmalige Kapitalentschädigung, eine monatliche Conterganrente sowie seit 2009 jährliche Sonderzahlungen. Seit dem 01.07.2009 werden die Conterganrenten automatisch an die gesetzlichen Renten angepasst. Sie sind steuerfrei und werden nicht auf andere Sozialleistungen angerechnet. Die FDP-Bundestagsfraktion wird sich weiter für die Opfer einsetzen. Weitere Informationen finden Sie unter www.bmfsfj.de

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Niebel
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Frage zum Thema Internationales
17.11.2012
Von:

Guten Tag Herr Niebel,

wie ich lese hat UNHCR in Kenia die Zusammenarbeit mit der GIZ wegen zu hoher Kosten gekündigt. Ich dachte, Nothilfe gehört zur genuinen Aufgabe der GIZ - wie kann sie dann zu teuer sein? Ist die GIZ ein Untenehmen, das Gewinn machen muss?

Mit freundlichem Gruss
Antwort von Dirk Niebel
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03.12.2012
Dirk Niebel
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre E-Mail vom 17. November 2012, in der Sie die Zusammenarbeit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) in Kenia ansprechen.

Als Bundesunternehmen unterstützt die GIZ die Bundesregierung bei der Erreichung ihrer entwicklungspolitischen Ziele. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist Gesellschafter der GIZ und gleichzeitig ihr wichtigster Auftraggeber. Die GIZ ist nicht gewinnorientiert, muss aber vollkostendeckend arbeiten.

Seit 2005 hat das BMZ im Rahmen eines Partnerschaftsprogramms mit dem UNHCR gemeinsame Projekte von GIZ und UNHCR für Flüchtlinge und Rückkehrer u. a. in Kenia gefördert. Im Mai dieses Jahres hat das Auswärtige Amt die Zuständigkeit und das entsprechende Budget für die humanitäre Hilfe vom BMZ übernommen. Die Finanzierungen des BMZ laufen mit dem 31.12.2012 aus. Das Auswärtige Amt wird das humanitäre Engagement des UNHCR in Dadaab mindestens in gleicher Höhe wie zuvor das BMZ weiter unterstützen, damit der UNHCR die Versorgung der Flüchtlinge im Lager Dadaab aufrechterhalten kann. Mit der Umsetzung der einzelnen Unterstützungsmaßnahmen hat der UNHCR verschiedene Organisationen beauftragt, unter anderen das Kenianische Rote Kreuz.

Das BMZ setzt die entwicklungspolitische Förderung im Umfeld des Flüchtlingslagers Dadaab über die GIZ durch ein Projekt zur Stabilisierung der Lebensgrundlagen der ortsansässigen Bevölkerung und Stärkung friedlicher Konfliktbearbeitung fort. Zusätzlich wird das BMZ im Jahr 2013 Bildungsprojekte in UNHCR-Flüchtlingslagern in Kenia (Dadaab und Kukuma) unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen
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