Dennis Laurisch (Piratenpartei)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Dennis Laurisch
Jahrgang
1978
Berufliche Qualifikation
Diplom.-Informatiker
Ausgeübte Tätigkeit
Softwareentwickler
Wohnort
-
Wahlkreis
Karlsruhe-Stadt
Ergebnis
3,1%
Landeslistenplatz
1, Baden-Württemberg
(...) Herr Tauss hatte den Besitz des Materials mit seiner Recherchetätigkeit als Abgeordneter begründet, und wir zweifeln nach wie vor nicht an der Redlichkeit seiner Absichten. Ob er damit seine Kompetenzen als Abgeordneter überschritten hat, das mögen die Gerichte entscheiden - so es denn zu einer Anklage kommt. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Dennis Laurisch hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Gesundheit
07.09.2009
Von:

Hallo Herr Laurisch,

Über den "Kandidatencheck" auf Spiegel Online ist mir Ihre unerwartete Position gegen eine Ampel Kennzeichnung für Lebensmittel aufgefallen. Mich würde interessieren warum Sie gegen diese Art der Kennzeichnung sind.

Ich finde die derzeitige Lösung der Lebensmittelindustrie äußerst unbefriedigend. Jeder Hersteller verwendete eigene Angaben zu Portionsgrößen, so dass ein Vergleich zwischen verschiedenen Produkten verschiedener Hersteller extrem erschwert wird. Sicher gibt es bei so gut wie jedem Produkt eine Kalorientabelle/100g allerdings muss man hier schon umständlich vergleichen. Die Ampel Kennzeichnung soll ja ermöglichen, dass die Verbraucher auf den ersten Blick einen Vergleich zwischen zwei Produkten ziehen können.

Gruß

G.
Antwort von Dennis Laurisch
3Empfehlungen
13.09.2009
Hallo Herr ,

Sie haben recht, die aktuelle Kennzeichnung ist bei weitem nicht ideal. Aufgrund der Angaben pro "Portion" muß man, um auf vergleichbare Werte zu kommen, erst hin und her rechnen. Allerdings lässt sich gesunde Ernährung auch nicht auf rot-gelb-grün reduzieren. Genau diesen Eindruck erweckt aber die Ampelkennzeichnung - und das ist auch der Grund, warum ich dieses System ablehne.

Ich würde mir die Kennzeichnung folgendermaßen wünschen: Aufgeschlüsselt wie beim Portionssystem aktuell, aber gerechnet auf eine standardisierte Menge (am besten 100mg bzw. 100ml, wie auch beim Ampelsystem geplant ist). Damit hätte man Vergleichbarkeit und normalisierte Werte zur Berechnung für seinen Ernährungsplan. Aber: Keine Farbkennzeichnung, um nicht einen einfachen Weg zur gesunden Ernährung vorzugaukeln, der - zumindest meiner Ansicht nach - so nicht existiert.

Schöne Grüße,
Dennis Laurisch
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
10.09.2009
Von:

Hallo Herr Laurisch,

das Team von abgeordnetenwatch.de bat mich, zwei Fragen an Sie in einer Nachricht zusammenzufassen, auf die ich durch den Kandidatencheck aufmerksam geworden bin:

Die erste ist zum Thema Bildung: Sie sind für die Erhaltung des dreigliedrigen Schulsystems. Länder mit wesentlich besseren Erfolgen in der Bildungspolitik lassen alle Schüler länger zusammen lernen. Ich halte die frühe "Aussortierung" für sehr problematisch. Zu oft spielt die gesellschaftliche Herkunft eine Rolle bei dieser Entscheidung und auch Spätentwickler werden dabei benachteiligt. Es ist erwiesen, dass auch die Besten von der Zusammenarbeit mit schwächeren profitieren. Wie können sie angesichts dieser durch viele Studien belegten Erkenntnislage für die Erhaltung des derzeitigen Systems sein?

Meine zweite Frage zum Thema Außenpolitik dreht sich um die Aussage "die Türkei gehört nicht in die EU", zu der sie zugestimmt haben. Handelt es sich hier um einen Irrtum wegen der negativen Formulierung der Aussage oder ist das tatsächlich Ihre Einstellung? Können sie diese begründen? Wäre es für die Menschenrechtslage in dem Land nicht hilfreich ihm eine Aufnahmeperspektive zu geben?

Gruß,
Antwort von Dennis Laurisch
bisher keineEmpfehlungen
13.09.2009
Hallo Herr ,

sind Sie sicher, daß Sie Ihre Frage richtig adressiert haben? Bei beiden von Ihnen genannten Fragen habe ich die Option "Neutral" gewählt. Ich gebe zu, bei der Beantwortung ein wenig zwischen zwei Optionen gependelt zu haben - allerdings in jeweils genau die andere als die von Ihnen genannte Richtung. Ich beziehe aber gerne noch einmal zu den beiden Punkten Stellung, soweit es mir mein vorhandenes Fachwissen erlaubt.

Zum Thema dreigliedriges Schulsystem: Ich bin durchaus dafür, Schüler aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit in den verschiedenen Fächern getrennt zu betreuen. Das sollte aber nicht an getrennten Schulen passieren, sondern eher in getrennten Leistungsstufen (z.B. Leistungskurs, Standardkurs, Förderkurs) - und zwar individuell pro Fach und pro Jahr. Dadurch könnte man viel flexibler auf die Interessen und Begabungen der Schüler eingehen, ohne sie komplett voneinander zu trennen. Eine Aufteilung auf verschiedene Schulen - vor allem bereits nach der 4. Klasse - halte ich für wenig sinnvoll.

Zum Thema Aufnahme der Türkei in die EU: Hier kenne ich nur die üblichen, eher emotionalen Begründungen der Befürworter und Ablehner. Bevor ich mich in diesem Thema klar positioniere, muß ich mir noch das nötige Hintergrundwissen aneignen. Ich tendiere aber aktuell, wie bereits in der Einleitung geschrieben, eher zu einer Aufnahme als zu einer Ablehnung.

Schöne Grüße,
Dennis Laurisch
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
10.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Laurisch,

das Zugangserschwernisgesetz setzt am einzig zentralen Punkt der Internetstruktur an, dem DNS.

Wie kann eine Netzneutralität politisch erreicht werden, um zukünftige Zensur- und Reglementierungsbestrebungen im Vorfeld entgegenzuwirken?

Gruß

T.
Antwort von Dennis Laurisch
3Empfehlungen
16.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

ich bin mir nicht sicher, ob man Netzneutralität politisch auf Dauer absichern kann. Auch wenn man Eingriffe in das DNS per Gesetz ausschließen sollte - letztendlich kann beinahe jede politische Entscheidung zum Schutze der Netzneutralität schon kurze Zeit später wieder gekippt werden.

Allerdings ist dies kein Grund zur Resignation. Wir Piraten sind bereits jetzt erfolgreich damit, Netzthemen in der politischen Debatte und im Wahlkampf zu etablieren. Ich denke, auch an dieser Stelle kommen wir mit Aufklärung durchaus weiter. Wenn bei unseren politischen Gegnern jetzt neben der Anzahl der Talking Points nach dem Wahlkampf auch noch das Fachwissen zu Netzthemen entsprechend zunimmt, wird hoffentlich den meisten klar werden, daß der beste Weg zur Bekämpfung von illegalen Inhalten im Netz nicht die Sabotage der Infrastruktur ist.

Ich befürchte allerdings, daß bei manchen diese Erkenntnis nicht über Nacht kommen wird - wenn überhaupt. Vor dem Hintergrund des Zugangserschwernisgesetzes hatte ich eher den Eindruck, daß hier zu Wahlkampfzwecken seitens einzelner Politiker der Regierungsparteien eine Hysterie losgetreten wurde, um sich dann durch die Einführung von Zensurmaßnahmen gegen "das böse Internet" als strahlender Retter präsentieren zu können - die negativen Auswirkungen waren dabei größtenteils Kollateralschaden und Mittel zum Zweck. In solchen Fällen hilft Aufklärung natürlich nicht; hier hilft nur der Kampf gegen die Polemik und den destruktiven Aktionismus. Und diesen Kampf werden wir Piraten völlig unabhängig vom Wahlausgang engagiert weiterführen.

Mit freundlichen Grüßen
Dennis Laurisch
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
13.09.2009
Von:

Hallo

Im Internet wird aktuell (wieder einmal) die Einführung einer eindeutigen Kennzeichnung von Polizeibeamten während Großeinsätzen diskutiert. Wie stehen Sie persönlich und wie steht Ihre Partei zu dieser Frage?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dennis Laurisch
1Empfehlung
16.09.2009
Hallo Herr ,

wir Piraten fordern in unserem Wahlprogramm die Einführung eines Identifikationsmerkmals für Polizisten bei solchen Einsätzen, und ich stehe hinter dieser Forderung; und weil uns in diesem Punkt schon mehrfach Scheinheiligkeit vorgeworfen wurde ("Ihr selbst wollt unbeobachtet sein, aber die Polizei wollt ihr überwachen!"), möchte ich noch ein paar erklärende Worte zu dem Thema loswerden.

In kurz: Ja, wir wollen die Polizei überwachen; aber nein, wir sind darum nicht scheinheilig.

Der Staat besitzt in unserer Gesellschaft das Gewaltmonopol, und die Polizei ist ein Exekutivorgan des Staates. Polizisten im Einsatz haben also, einfach gesagt, "mehr Rechte" als ein normaler Bürger, und auch die Befugnis, die Grundrechte eines Bürgers vorübergehend einzuschränken. Diese besondere Macht erfordert meiner Meinung nach auch besondere Kontrollmöglichkeiten.

Ich halte die Vorschläge, die in den letzten Tagen im Netz kursierten, für vernünftig und praktikabel: Polizisten im Einsatz tragen eine gut sichtbare "Dienstnummer", anhand derer sie identifizierbar sind. Das Wissen um die Zuordnung zwischen Nummer und Person kann dabei in staatlicher Hand bleiben - aber es muß vorhanden sein. Durch die Geheimhaltung der Zuordnung zwischen Namen und Nummer bleiben die Einsatzkräfte und ihre Familien auch weiterhin vor Racheakten geschützt (was das typische Argument der Gewerkschaft der Polizei gegen eine Kennzeichnung entkräftet), aber sie wären bei Anklagen wie Körperverletzung im Amt identifizier- und belangbar.

Mit freundlichen Grüßen,
Dennis Laurisch
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Frage zum Thema Finanzpolitik
23.09.2009
Von:

Ihr Standpunkt: Soziale Gerechtigkeit

Sehr geehrter Herr Laurisch,
bitte versuchen Sie, mich als potenziellen Linkswähler auf Ihre Seite zu ziehen.

Ihr thematischer Schwerpunkt ist mir ein Dorn im Auge. Ich bin voll einverstanden mit Ihren Anliegen. Nur, zu den m.E. essenziellen Problemen dieses Staates nehmen Sie keine Stellung. Nun ja, ich sehe es als entschuldigt an, dass Sie in vielen Themenfeldern noch nicht über die notwendige Kompetenz verfügen und ideologische Schnellschüsse wären auch mir ein Gräuel. Aber: Ich hätte gerne von Ihnen eine persönliche, ehrliche Aussage, ob Sie sich mit den folgenden Diagnosen und Grundzielsetzungen identifizieren können. Hierzu ist kein Detailwissen erforderlich.

1. Ein in unterschiedlichem Gewand immer wieder auftretender Grund-Konstruktionsfehler dieser Gesellschaft, d.h. insbesondere der Wirtschaft und in zweiter Linie der Politik, ist, dass Entscheidungsträger nicht oder nur unzureichend persönlich für ihre Entscheidungen haften müssen. Protobeispiel: der angestellte Manager, der um seiner Boni oder Aktienoptionen willen sein Unternehmen mit riskanten Geschäften in den Abgrund reißt und persönlich nichts zu befürchten hat. Also: Entscheidungsträger MÜSSEN haften. Einverstanden?

2. Haftung von Entscheidungsträgern in der spezifischen Ausprägung der strafrechtlichen Verfolgung findet nicht oder nur unzureichend statt, selbst wenn das aktuelle Gesetze hergäben, weil politisch nicht gewollt. Siehe hierzu z.B. www.nachdenkseiten.de oder berliner-staatsanwaelte.de ). Auch erscheint mir die Einschränkung der Gewaltenteilung dadurch, dass Staatsanwälte den Weisungen der Exekutive unterliegen (Justizminister am Ende) hier Vorschub zu leisten. Angenommen Sie teilen die Diagnose (Strafverfolgung politisch nicht gewollt), versprechen Sie dann, dafür zu kämpfen, der Strafverfolgung bei Wirtschaftskriminalität mehr Durchzugskraft zu verleihen?

Beste Grüße

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