Dennis Laurisch (Piratenpartei)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Dennis Laurisch
Jahrgang
1978
Berufliche Qualifikation
Diplom.-Informatiker
Ausgeübte Tätigkeit
Softwareentwickler
Wohnort
-
Wahlkreis
Karlsruhe-Stadt
Ergebnis
3,1%
Landeslistenplatz
1, Baden-Württemberg
(...) Ich halte die Vorschläge, die in den letzten Tagen im Netz kursierten, für vernünftig und praktikabel: Polizisten im Einsatz tragen eine gut sichtbare "Dienstnummer", anhand derer sie identifizierbar sind. Das Wissen um die Zuordnung zwischen Nummer und Person kann dabei in staatlicher Hand bleiben - aber es muß vorhanden sein. (...)
Fragen an Dennis Laurisch
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
04.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Laurisch,

als politischer Geschäftsführer & Pressesprecher sind Sie im neuen Landesverband der neuen Piratenpartei tätig und die Partei wird bei den Bundestagswahlen vielleicht sogar einige Abgeordnete ins neue Parlament entsenden können. Ich habe heute die wohl 1. Frage an Sie auf Abgeordnetenwatch. Dieses Internet-Portal ist natürlich auch für die Piratenpartei wichtig.

Auf der Homepage des Landesverbandes Baden-Württemberg finde ich bisher keine offizielle Stellungnahme zu Ihrem neuen Parteimitglied Jörg Tauss, der seinen früheren SPD-Wahlkreis in Karlsruhe-Land hatte.

Gegen Herrn Tauss läuft bekanntlich ein Ermittlungsverfahren wegen angeblichen § 184 StGB. Dazu meine Frage:

* Bleibt Herr Tauss bei einer Verurteilung weiterhin Mitglied in der
Piratenpartei oder muß er mit einem Ausschlussverfahren rechnen ?

Ich hoffe natürlich, dass Jörg Tauss weiterhin in der Partei bleiben
kann und wird sowie auf allen politischen Ebenen eine Bereicherung
darstellt. Auf eine baldige Antwort freut sich,

Antwort von Dennis Laurisch
9Empfehlungen
10.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

es gab bereits ein Statement des Bundesvorstands zur Aufnahme von Herrn Tauss, dem wir nichts mehr hinzuzufügen hatten.

Betreffend seiner Mitgliedschaft im Falle einer Verurteilung: Bei einer Freiheitsstrafe ab einem Jahr würde Herr Tauss sein Wahlrecht und damit gemäß unserer Satzung automatisch auch die Parteimitgliedschaft verlieren.

Herr Tauss hatte den Besitz des Materials mit seiner Recherchetätigkeit als Abgeordneter begründet, und wir zweifeln nach wie vor nicht an der Redlichkeit seiner Absichten. Ob er damit seine Kompetenzen als Abgeordneter überschritten hat, das mögen die Gerichte entscheiden - so es denn zu einer Anklage kommt.

Ich möchte an dieser Stelle jedoch noch einmal betonen, daß dies nicht als Toleranz oder gar Akzeptanz von Kinderpornografie in welcher Form auch immer mißverstanden werden sollte! Jeder Pirat, der mit diesem Material zum "Eigenbedarf" erwischt wird, hat mit einem sofortigen Parteiausschlussverfahren zu rechnen.

Mit freundlichen Grüßen,

Dennis Laurisch
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
05.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Laurisch,

da die Bundeswehr in den letzten Jahren an immer mehr internationale (Kriegs-) Einsaetzen beteiligt ist, wuerde es mich interessieren, wie Sie und ihre Partei zur Wehrpflicht und dem Zivildienst stehen.
Wollen Sie an der Wehrpflicht festhalten, reformieren, aussetzen, abschaffen oder haben Sie in Bezug auf die Wehrpflicht etwas ganz anderes vor?

Mit freundlichen Gruessen,
Antwort von Dennis Laurisch
13Empfehlungen
08.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

vorweg zwei Dinge: zum einen gibt es zu diesem Thema gibt es keine offizielle Position der Piratenpartei, ich kann Ihnen hier also nur meine persönliche Meinung unterbreiten. Und zum anderen möchte ich anmerken, daß meines Wissens Wehrpflichtige nicht zu Auslandseinsätzen herangezogen werden können (Soldaten auf Zeit allerdings schon).

Zur Wehrpflicht habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits lehne ich Zwangsdienste als unvertretbare Einschnitte in die Freiheit der Betroffenen ab. Andererseits sehe ich durchaus auch den Vorteil, normale Bürger in den Streitkräften zu haben, und eben nicht nur eine Freiwilligen- bzw Berufsarmee, die sich nicht mehr als Teil der Gesellschaft sieht.

Das ganze ist meiner Meinung nach auch nicht nur ein theoretisches Problem - unser aktueller Innenminister verfolgt schon seit den 80er Jahren das Ziel, die Bundeswehr auch im Inneren einsetzen zu können, und wenn dieser Alptraum tatsächlich irgendwann wahr werden sollte, dann sähe ich mich lieber einem "Bürger in Uniform" gegenüber als einem Berufssoldaten.

Beim Thema Zivildienst haben wir noch das (erschreckende) Problem, daß unser Gesundheits- bzw. Pflegesystem ohne die billigen Zivis zusammenbrechen würde (und an dieser Stelle kann ich mich auch auf eigene Erfahrungen berufen: Ich war 13 Monate lang Zivi in der ambulanten Altenpflege). Das ist natürlich kein Argument für die Existenz des Zwangsdienstes; es ist aber meiner Meinung nach ein Grund, nicht nach Abschaffung zu rufen, bevor man dieses Problem nicht gelöst hat.

Also, summa summarum: Ich bin mir der Probleme (oder zumindest einiger Probleme) bezüglich des Wehrdienstes durchaus bewußt, strebe aber aktuell keine Änderung am Status Quo an. Sollte das Thema jedoch auf der Tagesordnung landen, dann würde ich eher in Richtung einer Abschaffung tendieren - allerdings unter der Voraussetzung, daß sich die oben genannten Probleme in diesem Zuge auch lösen lassen.


Mit freundlichen Grüßen,
Dennis Laurisch
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Finanzpolitik
12.08.2009
Von:
Erb

Sehr geehrter Herr Laurisch,

da das politische Spektrum der Piratenpartei (noch) sehr begrenzt ist, stellt sich mir die Frage:
Wie werden Sie, im Falle eines Einzugs ins Parlament, zu Themen stehen, die nicht im Wahlprogramm der Piratenpartei enthalten sind? Werden Sie zu Themen wie Wirtschaft, Arbeitslosigkeit etc. ihre persöhnliche Einstellung vertreten oder - "basisdemokratisch" - die durchschnittliche Meinung aller Parteimitglieder?
Im letzteren Fall: Wie würde diese dann konkret ermittelt werden? Da die Piraten aus allen politischen Richtungen kommen, stelle ich mir das schwierig vor.

Mit freundlichen Grüßen,

Erb
Antwort von Dennis Laurisch
3Empfehlungen
16.08.2009
Sehr geehrter Herr Erb,

ich habe mir schon vor Ihrer Frage einige Gedanken über genau diesen Punkt gemacht (und auch noch einige danach), und es würde wohl auf eine Mischung von beidem hinauslaufen. Natürlich bringe ich meine eigene Meinung und meine eigenen Überzeugungen mit, die mich in meinen Entscheidungen beeinflussen werden. Andererseits werde ich selbstverständlich auch in Zukunft mit meinen Mitpiraten reden und diskutieren, und entsprechend die Meinungen an der Basis mitbekommen. Und was ich in den drei Jahren Karlsruher Stammtisch mitbekommen habe ist, daß sich die Positionen der meisten Piraten auch außerhalb unseres Grundsatzprogrammes oft gar nicht so groß unterscheiden.

Eine Sache darf man aber auch nicht aus den Augen verlieren: Es geht letztendlich ja nicht darum, ideologisch korrekt, sondern fachlich korrekt zu entscheiden. Bei den von Ihnen genannten Themen sind nicht nur unsere offiziellen Positionen, sondern auch unser Fachwissen noch relativ eingeschränkt. Wichtig bei Entscheidungen in diesem Bereich ist es also, nicht nur auf die Mehrheitsmeinung der Basis zu hören, sondern sich dort zusätzlich auch Experten zu suchen, die sich mit der jeweiligen Materie im Detail auskennen - und kontinuierlich zu lernen. Denn nur so kann man letztendlich nach bestem Wissen und Gewissen Entscheidungen treffen.

Mit freundlichen Grüßen,
Dennis Laurisch
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Bildung und Kultur
16.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Laurisch!

Junge Erwachsene auf dem Land haben es nicht so leicht!

MIt begüterten Eltern geht alles, mit einer "normalen" Familie ist man oft allein gelassen. Das fängt bei der Bildung an und hört bei der Freizeitgestaltung auf. Wenn unsere Kinder das Gymnasium besuchen, haben sie von Anfang an weniger Chancen, denn wir können uns keine teure Nachhilfestunden leisten,wenn es mal in einem Fach nicht so klappt. Wir können unsere Kinder weder auf Schulfahrten, noch zu Auslandsaufenthalten schicken. Wenn unsere Kinder sich an einer Schule nicht wohl fühlen, dürfen sie seit Neuestem nicht einmal wechseln, weil zwar der eine Schulrektor dem Wechsel zustimmt, der andere sich aber weigert, den betreffenden Schüler gehen zu lassen, weil es dazu angeblich "keinen Grund" gibt!

Was soll das? Gibt es hier nicht die freie Schulwahl bei den weiter führenden Schulen? Seit wann dürfen Direktoren einen Schulwechsel bei einem erwachsenen (18) Schüler untersagen, wie bei einem Freund meiner Tochter geschehen? Was werden Sie im Falle der Wahl, gegen die Studiengebühren, die unsere Kinder benachteiligen, unternehmen? Für die Beantwortung meiner Fragen danke ich Ihnen im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
R.
Antwort von Dennis Laurisch
bisher keineEmpfehlungen
02.09.2009
Sehr geehrte Frau ,

vorab möchte ich für die arg verspätete Antwort um Entschuldigung bitten.

Leider kann ich auch nur zu einer Ihrer Frage eine direkte Antwort geben, und zwar zum Thema Studiengebühren. Die Piratenpartei hat sich entschieden für eine Abschaffung von Studiengebühren ausgesprochen ("Freie Bildung" ist eines unserer Ziele), und für dieses Ziel werde ich mich auch soweit möglich einsetzen. Soweit möglich, weil für das Thema Bildungspolitik nicht der Bund, sondern die Länder verantwortlich sind - ich also auch im Falle eines Bundestagsmandates auf diese Dinge recht wenig Einfluß hätte.

Zu Ihrer Frage bezüglich der Finanzierung von Schulfahrten und Auslandsaufenthalten war ich bisher der Meinung, daß man hierfür beim Schulträger Zuschüsse beantragen kann - Details sind mir aber leider keine bekannt. Die Schulverwaltung müsste Ihnen hier weiterhelfen können.

Was die Möglichkeit des Schulwechsels angeht kann ich leider mangels Hintergrundwissen gar keine Aussage treffen. Wenn Sie jedoch der Meinung sind, daß die genannte Entscheidung unbegründet war, wäre es vielleicht ratsam, sich in diesem Falle auch an den Schulträger zu wenden.


Mit freundlichen Grüßen,
Dennis Laurisch
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Außenpolitik
31.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Laurisch,

ich studiere in Karlsruhe und habe den Ausgang der gestrigen Wahlen interessiert verfolgt. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass sie die 5% Hürde nehmen werden ODER einen Wahlkreis gewinnen. Warum sollte ich denoch Ihnen meine Erststimme bzw. Ihrer Liste meine Zweitstimme geben? Ich habe den Eindruck - gerade aufgrund vieler Diskussionen gestern Abend - dass ich meinen Einfluss auf die wirkliche Regierungskoalition damit nicht nutzen würde.
Persönlich möchte ich keine Kooaltion mit Beteiligung der Linken (aus außenpolitischen Gründen) ... müsste also um sicher zu gehen CDU oder FDP wählen ... aber gerade die CDU ist mit Ihrer Politik ja weit von Ihren Standpunkten (die ich auch nachdenkenswert finde) weg.

Eine zweite Frage: Sollten sie einen Sitz im Bundestag erhalten und die Piraten eine Fraktion bilden können (also sie wären nicht der einzige Abgeordnete der Piraten) wie würden sie sich bzgl. einer möglichen Koalition verhalten. Schließen sie aus mit bestimmten Parteien zu koalieren bzw. bestimmte Menschen mitzuwählen? Sofern Sie diese Frage nicht für eine künftige Fraktion beantworten können, beantworten Sie sie bitte persönlich (denn sie entscheiden ja persönlich und nicht die Partei wie sie abstimmen).

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dennis Laurisch
3Empfehlungen
06.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

einen Einfluß auf die Regierungskoalition haben Sie mit einer Stimme für die Piraten wahrscheinlich nicht, das ist korrekt. Eine Stimme für uns ist vielmehr eine Stimme für unsere Themen und für unsere Art der Politik.

Eine Stimme für uns ist außerdem definitiv nicht "verschenkt": Auch, wenn wir bei dieser Wahl noch nicht in den Bundestag einziehen werden, so ist ein hoher Stimmenanteil für die Piraten ein Signal an die etablierten Parteien, daß sie sich unseren Themen nicht weiter verschließen können - denn die Stimmen, die uns bei der Wahl gegeben werden, könnten eben genau jene Stimmen sein, die einer anderen Partei zur Regierungsbeteiligung fehlen. Und wenn alle anderen Parteien unsere Ziele in ihre Programme aufnehmen und ernsthaft verfolgen, dann waren wir Piraten ja bereits erfolgreich.

Übrigens, bezogen auf Ihre Prämisse: Eine Regierungsbeteiligung der Linken halte ich angesichts der aktuellen Umfrageergebnisse und der Positionierung der SPD in der Koalitionsfrage für noch unwahrscheinlicher als unseren Einzug in den Bundestag ;)

Zu Ihrer zweiten Frage spreche ich für mich persönlich. Prinzipiell würde ich mit allen Parteien (außer dem rechten Rand, also NPD, DVU, REP) zusammenarbeiten können. Voraussetzung dafür ist jedoch, daß ich bezogen auf unsere im Parteiprogramm und in §1 Abs. 1 unserer Satzung niedergeschriebenen Kernziele keine Kompromisse eingehen muss. Eine Zusammenarbeit mit Union und SPD erscheint damit zugegebenermaßen aktuell eher unwahrscheinlich. Alles in allem würde es wohl eher zu losen Zweckbündnissen kommen als zu festen Koalitionen. In der Opposition sind letztere ja nicht nötig, und in Regierungsverantwortung sehe ich uns Piraten in der nächsten Legislaturperiode - bei allem Optimismus - dann doch noch nicht.

Mit freundlichen Grüßen,
Dennis Laurisch
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Dennis Laurisch
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.