Daniela Kolbe (SPD)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Daniela Kolbe
Geburtstag
22.02.1980
Berufliche Qualifikation
Diplom-Physikerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Leipzig
Wahlkreis
Leipzig I
Ergebnis
19,4%
Landeslistenplatz
4, Sachsen
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(...) Nichtsdestotrotz sehe ich persönlich insbesondere im Punkt der Altersversorgung der Abgeordneten Verbesserungsbedarf. Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass unser soziales Sicherungssystem in Deutschland solidarisch ausgestaltet sein muss. Egal ob im Bereich der Renten-, der Kranken- oder Arbeitslosenversicherung. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Frauen
14.12.2012
Von:

Sehr geehrte Kolbe,

Ich interessiere mich persönlich sehr für Ihre Arbeit. Für mich und meinen Freundeskreis ist die Frage der Frauenquote für die kommende Wahl entscheidend.
Gerne würde ich daher Ihre Meinung zu diesem Thema erfahren und wie Sie im Falle einer Abstimmung über die Frauenquote votieren würden.
Über eine baldige und ausführliche Antwort freue ich mich!

Mit freundlichen Grüßen
C.
Antwort von Daniela Kolbe
bisher keineEmpfehlungen
29.01.2013
Daniela Kolbe
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage an mich vom 14.12.2012 zum Thema Frauenquote. Um es gleich vorweg zu nehmen, meine Kolleginnen und Kollegen der SPD-Fraktion und ich sind große BefürworterInnen einer gesetzlichen Frauenquote in Wirtschaftsunternehmen und arbeiten seit langer Zeit daran, diese auch umzusetzen.

Denn leider hat Deutschland immer noch erhebliche Defizite bei der Gleichstellung der Geschlechter, gerade auch in der Privatwirtschaft. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen stagniert auf niedrigem Niveau. Die im Juli 2001 getroffene Vereinbarung der damaligen Bundesregierung mit den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft hat keine nennenswerten Fortschritte gebracht. Nach wie vor sind Aufsichtsräte und Vorstände von großen Unternehmen fest in der Hand von Männern. In den 30 im Deutschen Aktienindex (DAX 30) notierten Unternehmen liegt der Frauenanteil bei Vorstandsmitgliedern derzeit bei inakzeptablen 3,7 Prozent.

Freiwilligkeit, wie sie von der schwarz-gelben Bundesregierung unterstützt wird, führt also nicht zu gerechter Teilhabe. Die selbstgesteckten Ziele der Unternehmen enthalten bedauerlicherweise keine Aussagen zur Steigerung des Frauenanteils in Aufsichtsräten und Vorständen. Die geschlechtergerechte Besetzung der Aufsichtsräte in großen Unternehmen und die Besetzung der Vorstände können deshalb nicht mehr den Unternehmen allein überlassen bleiben. Notwendig sind gesetzliche Vorgaben.

Der Gesetzentwurf der SPD-Bundestagsfraktion vom März 2012 sieht deswegen die stufenweise Einführung eine Mindestquote von 40 Prozent für Frauen und Männer in Aufsichtsräten und Vorständen bis 2015 vor. Die erste Lesung des Gesetzesentwurfs im Bundestag hat bereits statt gefunden. Die zweite und dritte Lesung wird leider von der schwarz-gelben Bundesregierung verhindert.

Rückenwind haben wir auch durch den Vorstoß des Bundesrats im letzten September bekommen, der auf Initiative des SPD-geführten Bundeslandes Hamburg ebenfalls eine 40-prozentige Frauenquote in Aufsichtsräten einführen möchte.

Bis auf die Bundesregierung scheint es somit allen ernst mit einer Gleichstellung an Deutschlands Unternehmerspitzen zu sein. Die Bundesrepublik braucht eine Frauenquote und endlich ein Konzept für familienfreundliche Arbeit. Nach einem Wahlsieg für die SPD im September diesen Jahres würde somit die Umsetzung der Frauenquote ganz bestimmt
kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Kolbe
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
26.02.2013
Von:

Gibt es eine schriftliche Publikation der Enquete-Kommission "Wachstum,Wohlstand,Lebensqualität, insbsondere der Bericht Möglichkeiten und Grenzen der Entkoppelung?
Antwort von Daniela Kolbe
bisher keineEmpfehlungen
29.04.2013
Daniela Kolbe
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage über Abgeordnetenwatch.de an mich und Ihr Interesse an der Arbeit der Enquete-Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität".

Auf der Homepage der Enquete Kommission finden sie alle in der Kommission behandelten Unterlagen und natürlich auch den vom Plenum der Kommission beschlossenen Abschlussbericht.

Die entsprechenden Links lauten:
www.bundestag.de
und
www.bundestag.de

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Daniela Kolbe, MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
01.03.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Kolbe,

die Bundeskanzlerin hat unlängst von einer "Marktkonformen Demokratie" in Deutschland gesprochen. Es war nicht klar, ob sie den gegenwärtigen Stand damit meinte oder was die Union anstrebt. Mich würde Ihre Meinung zuden genannten Begriff interessieren, kann man Demokratie mit derartigen Anhängseln definieren?

Mit freundlichen Grüßen Ihr
Antwort von Daniela Kolbe
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14.03.2013
Daniela Kolbe
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 01.03.2013 zum Begriff "marktkonforme
Demokratie".

Sie beziehen sich da auf folgendes Zitat von Angela Merkel: "Wir leben ja in einer Demokratie und sind auch froh darüber. Das ist eine parlamentarische Demokratie. Deshalb ist das Budgetrecht ein Kernrecht des Parlaments. Insofern werden wir Wege finden, die parlamentarische Mitbestimmung so zu gestalten, dass sie trotzdem auch marktkonform ist, also dass sich auf den Märkten die entsprechenden Signale ergeben."

Nun kann ich Ihnen nicht sagen, worauf genau die Bundeskanzlerin mit Ihrer Bemerkung hinaus wollte. Allerdings stimmt mich diese Aussage sehr nachdenklich, denn man könnte meinen, dass nicht mehr allein die Bürger als Wähler bestimmen sollten, sondern auch Spekulanten, Finanzmärkte, Hedgefonds und Banken. Und das in einer Zeit, in der sich sowieso die Bürger massenhaft von der Politik abwenden. Interessanterweise hat Angela Merkel hingegen die Einführung von direkter Demokratie abgelehnt. Die Bundeskanzlerin tut auch nichts, um die Demokratie zu stärken. Sie macht nichts gegen den massiven Eindruck bei den Bürgern, die Politik sei nicht nur machtlos geworden und werde getrieben von den Finanzmärkten, sondern die gemachte Politik nutze auch nicht mehr der Mehrheit der Bürger, sondern nur einer kleinen Minderheit von Reichen.

Für mich hat Frau Merkel deshalb kein wertgeladenes Verständnis von Demokratie, sie hat auch nie eine wertgeleitete Debatte über "Demokratie" oder deren Zustand geführt. Ihr Umgang mit demokratischen Prozessen gleicht ihrer Politik: Für sie ist "Demokratie" und demokratische Prozesse einfach ein Werkzeug unter vielen - genauso wie der Umgang mit Lobbygruppen, mit der CDU, mit dem Parlament - mit der sie ihre pragmatische Machtpolitik umsetzt. Der demokratische Prozess scheint für sie nur einer der bestehenden Einfluss- und Prozessfaktoren im politischen Betrieb von vielen anderen.

Deswegen stehe ich der "marktkonformen Demokratie" sehr kritisch gegenüber. Wenn wir schon Worte dem Demokratiebegriff voranstellen wollen, wie wäre es dann mit mehr direkter Demokratie. Bei Volksentscheiden werden Debatten direkt in der Bevölkerung geführt und entschieden. Volksentscheide beleben das politische Geschäft. Aber mehr direkte Demokratie allein wird das generelle Problem der Politikverdrossenheit nicht lösen. Ein komplexes Problem lässt sich kaum mit nur einer Maßnahme beseitigen. Wir benötigen vielmehr eine stärkere Demokratisierung der Gesellschaft.

Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass der demokratische Prozess nicht immer einfach ist. Demokratie ist geprägt von Auseinandersetzungen und Kompromissen. Damit sie breite Unterstützung findet, muss der "Output" stimmen. Es muss für die breite Bevölkerung etwas Positives herauskommen. Den demokratischen Prozess so zu gestalten, das ist die Herausforderung vor der Politiker, gerade in Zeiten von Krisen und Globalisierung, immer wieder neu stehen - sie müssen den Primat der Politik verteidigen und dafür sorgen, dass es gerecht zugeht.

Mit freundlichen Grüßen
Daniela Kolbe
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Frage zum Thema Verbraucherschutz
07.03.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Kolbe,

das Abstimmungsergebnis zur Privatisierung der Wasserwirtschaft insbesondere der CDU als auch der FDP hat mich ausgesprochen erschüttert! Aber auch die nahezu komplette Stimmenthaltung kommt einer stillen Zustimmung gleich!

Daher wüßte ich von Ihnen gern, warum die SPD sich nicht gegen eine Privatisierung mit den absehbaren Folgen wendet. Ich hoffe, Sie können mir ansatzweise stichhaltige Argumente für diese Entscheidung liefern, denn so ist sie für mich absolut untragbar und erschüttert meinen Glauben in jegliche Demokratie zutiefst!

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Daniela Kolbe
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13.03.2013
Daniela Kolbe
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Mail vom 07.03.2013 zum Thema Wasserprivatisierung. Gern möchte ich Ihnen mein Abstimmungsverhalten erläutern.

Die SPD ist ebenso wie die Grünen und die Linke gegen eine Privatisierung von Wasser und damit gegen die Ausschreibungspflicht und den bisherigen Richtlinienentwurf. Nach einer Debatte zum Thema wurden in den letzten Sitzungswochen drei Entschließungsanträge der Oppositionsfraktionen zur Abstimmung gestellt: Einer der SPD, dem natürlich ich und alle meine Fraktionskolleginnen und -kollegen zugestimmt haben. Einer der Grünen, der sehr nahe an unserem eigenen Entschließungsantrag dran war und dem wir auch zugestimmt haben. Und einer der Linken, den wir in der SPD-Bundestagsfraktion in weiten Teilen gut fanden, aber eben nicht an allen Stellen. Dort haben wir uns enthalten.

Aber es bleibt dabei: alle drei Fraktionen der Opposition, einschließlich der SPD, sind gegen die Privatisierung von Wasser und dafür werden wir uns weiter einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Kolbe
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