Christoph Hentzen (FDP)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Christoph Hentzen
Jahrgang
1959
Berufliche Qualifikation
Dipl.-Ing.; Dipl.-Kfm.
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
Darmstadt
Wahlkreis
Darmstadt
Ergebnis
7,8%
Landeslistenplatz
20, Hessen
(...) Solange nicht alle Personen identifizierbar sind, ist die einseitige Ausgrenzung der Polizisten und deren Identifikation durch die linke Szene abzulehnen, damit diese nicht anschließend in ihrer Freizeit sich einzeln durch die linken Gewalttäter "vorgeknöpft" werden. (...)
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Frage zum Thema Soziales und Familie
09.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Hentzen,

als aktives Gewerkschaftsmitglied und Betriebsratsvorsitzender eines Telekom-Tochterunternehmens mit fast 1.700 Beschäftigten sind mir natürlich Fragen der sozialen Gerechtigkeit und die Rechte von Arbeitnehmern/Arbeitnehmerinnen besonders wichtig. So würde ich Sie also bitten, mir zu erläutern, welche Politik Sie in Fragen der Mitbestimmung, der Regulierungspolitik und des Mindestlohns machen wollen.

An dieser Stelle möchte ich noch auf die besondere Situation in der Telekommunikationsbranche hinweisen. Eine Regulierungspolitik, die weit über das hinausgeht, was die übrigen europäischen Länder sich an Regulierung leisten, führt zu Arbeitsplatzabbau und fehlenden Investitionen.
Die Behauptung die Arbeitsplätze, die beim Konzern Telekom wegfallen, würden an anderer Stelle beim Wettbewerber entstehen, wurde nachweislich widerlegt. Nicht einmal 50% der weggefallenen Arbeitsplätze sind bei den anderen Wettbewerber neu entstanden. Die meisten europäischen Regierungen haben das Ziel, die Infrastruktur zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern. In Deutschland hat man den Ein-druck, dass darauf kein Wert gelegt wird.
Statt die hohe Dividendenzahlung der Telekom zur Haushaltssanierung zu verwenden, wäre es besser, die Investitionstätigkeit der Telekom zu fördern. Ferner möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass derzeit in Darmstadt bei der Telekom und deren Tochterunternehmen fast 10.000 Mitarbeiter beschäftigte sind.

Über eine Antwort, die mir die Wahl erleichtert, würde ich mich sehr freuen.

Freundliche Grüße
Antwort von Christoph Hentzen
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13.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ich will Ihnen zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen die Lösungsansätze der FDP bzw. meine eigene Meinung wiedergeben.

Ich habe an einigen Stellen ebenfalls Zweifel, ob die Politik der Regulierungsbehörde richtig ist. Wenn der Dt. Telekom untersagt wird im Festnetz auf die Angebote des Wettbewerbs einzugehen, damit der Marktanteil sinkt, so halte ich dies für falsch. Die von dem Hauptaktionär Bund, vertreten durch den Finanzminister Steinbrück (SPD) durchgesetzte Dividende für das Jahr 2008 (ausgezahlt in 2009) war aus meiner Sicht zu hoch. Jeder anständige Unternehmer verwendet einen wesentlichen Teil des Unternehmensergebnisses für Investitionen in neue Technologien um seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Dies ist zumindest im Jahre 2009 nicht der Fall gewesen. Hier hat Herr Steinbrück keinesfalls die Dinge befolgt, die er Unternehmern als Oberlehrer der Nation empfiehlt.

Zur Mitbestimmung stelle ich fest, daß diese in deutschen Großunternehmen insbesondere in der direkten Zusammenarbeit zwischen der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat i.d.R. sehr gut funktioniert und tragfähige Kompromisse zu Gunsten des Unternehmens gefunden werden. Änderungsbedarf kann ich nicht erkennen.

Den gesetzlichen Mindestlohn halte ich für falsch. Nach allen vorliegenden Studien werden durch diesen zwischen 500.000 und 1,5 Mio Stellen vernichtet. Damit sinkt das Bruttosozialprodukt und damit der Gesamtkuchen aus dem der Wohlstand aller finanziert werden kann. Der Arbeitsplatz verlust führt darüber hinaus dazu, daß viele Menschen um die gesellschaftliche Teilhabe gebracht werden und anschließend, insbesondere für Geringqualifizierte, eine Wiedereingliederung oft nur sehr schwer möglich ist und hohe Folgekosten generiert. Vielmehr sind für Geringqualifizierte verbesserte Hinzuverdienstmöglichkeiten erforderlich.

Ich hoffe Ihnen mit diesen Ausführungen gedient zu haben und vebleibe mit freundlichen grüßen

Christoph Hentzen
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
13.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Hentzen,

bei der Demonstration am Samstag, den 12. September 2009 in Berlin unter dem Motto "Freiheit statt Angst" kam es zu brutalen übergriffen seitens von Polizisten auf Demonstranten, die in Körperverletzung resultierten. Aufgrund dessen, würde ich gerne wissen, wie sie zu einer speziellen Kennzeichnung von Polizisten stehen würden. Denn in Fällen von Polizeibrutalität, die nicht so gut dokumentiert sind wie der Vorfall vom 12.09, ist es teilweise schwierig, die agierenden Polizisten eindeutig zu identifizieren. Daher hat der Chaos Computer Club vorgeschlagen, jedem Polizisten eine auf der Uniform eindeutig sich- und lesbare Identifikationsnummer zu verpassen. Diese Nummer hätten den Vorteil, dass der Datenschutz des Polizisten gewährleistet ist, gleichzeitig aber polizeiintern es einwandfrei möglich ist, die Nummer zurückzuverfolgen. Daher könnten straffällige Polizisten schnell ausfindig gemacht werden, was den Bürgern vorallem in kritischen Situationen, die dafür bekannt sind, Gewalt von beiden Seiten, wie beispielsweise Fußballspiele, hervorzurufen, zu gute kommen würde.
Halten sie dies für einen realistischen und umsetzbaren Vorschlag und würden sie sich für sowas im Bundestag einsetzen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Christoph Hentzen
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16.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich erlaube mir festzustellen, daß gerade in Berlin in der Regel die Krawalle durch die sogenannte "autonome Szene" eröffnet werden, die dort auch regelmäßig in bestimmten Stadtteilen die Personenwagen der Anwohner nachts anzünden. Auf dieses Verhalten reagiert die Polizei anschließend zum Schutz der Gesundheit und der Güter der Anwohner und Passanten. Dabei kommt es auf Grund der großen Gewalt der linken autonomen Szene leider immer wieder zu Verletzten. Da die Täter auf Grund Ihrer Vermummung leider in vielen Fällen keiner gerechten Bestrafung zugeführt werden können, finden diese Krawalle, die das Vermögen und die Sicherheit aller gefährden kein Ende. Solange nicht alle Personen identifizierbar sind, ist die einseitige Ausgrenzung der Polizisten und deren Identifikation durch die linke Szene abzulehnen, damit diese nicht anschließend in ihrer Freizeit sich einzeln durch die linken Gewalttäter "vorgeknöpft" werden.

Mit freundlichen grüßen

Christoph Hentzen
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
22.09.2009
Von:

Guten Tag Herr Hentzen,

in der gestrigen Podiumsdisskusion in der Darmstädter Centralstation schlossen sie aus der geringen Beteiligungsquote der Migranten an höherer Bildung, dass dies auf das geringe Interesse der Migranten selbst an Bildung zurückzuführen sei. Diese "Kausalität" scheint mir hanebüchen, zynisch, ja, nachgerade fremdenfeindlich. Genausogut könnte man Armen vorwerfen sie hätten kein Interesse an Wohlstand.
Könnte es denn nicht viel eher so sein, dass eine Bildungspolitik, wie die der FDP, namentlich: Selektion, Studiengebühren etc. den Zugang zur Bildung für viele erschwert?
Wie sieht ihrer Meinung nach eine gerechte Bildungspolitik aus, in der niemand auf Grund seiner (sozialen) Herkunft benachteiligt wird?

H.
Antwort von Christoph Hentzen
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23.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

in der fragliche Veranstaltung habe ich darauf hingewiesen, daß Migrantenkinder aus Vietnam in der 2. Generation die höchsten Abschlüsse erreichen. Sie erreichen zu 74 % das Abitur und damit mehr als Kinder aus Deutschen Familien. Ich habe klar gesagt, daß dies auf das höhere Engagement der Eltern für die die Bildung ihrer Kinder zurückzuführen ist, als in anderen gesellschaftlichen Kreisen und das diese Eltern auch ihrer Erziehungsverpflichtung nachkommen, was andere offensichtlich nicht ausreichend tun. Darüber hinaus habe ich für Kinder mit mangelnden deutschen Sprachkenntnissen verpflichtende deutsche Sprachkurse gefordert und darauf hingewiesen, daß erst bei nachgewiesener Sprachkompetenz eine Einschulung in die Grundschule sinnvoll ist. Dies setzt die hess. Landesregierung mit den Ministern Hahn und Henzler gerade um.

Desweiteren bin ich der Überzeugung, daß unser heutiges Schulsystem durch Förderunterricht ergänzt werden muss. Wie Herr Storm richtigerweise festgestellt hat, haben die Bundeländer, die seit Jahrzehnten, im Gegensatz zu Hessen, schwarz-gelb regiert wurden, bei der Pisastudie vergleichbar gut abgeschnitten wir die besten Länder. Deutschland ist von den Ländern mit einer Gesamtschulphilosophie in den Ergebnissen heruntergezogen worden.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Hentzen
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