Christoph Bayer (SPD)
Abgeordneter Baden-Württemberg 2006-2011
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Grunddaten
Christoph Bayer
Geburtstag
06.11.1948
Berufliche Qualifikation
Studium katholische Theologie und Sozialarbeit
Ausgeübte Tätigkeit
MdL
Wohnort
-
Wahlkreis
Breisgau
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(...) Grundsätzlich sehe ich es als meine Pflicht an als Politiker das Thema Hartz IV und Armut im Allgemeinen nicht zu verschweigen und entsprechende Impulse in den politischen Raum zu geben. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Zustimmung zu den Eckpunkten von Stuttgart 21 / Wendlingen-Ulm
17.05.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Bayer,

im Juli 2007 stimmten Sie und 4 Ihrer KollegInnen der SPD-Fraktion gegen den Antrag zu den Eckpunkten des Milliardenprojekts Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm.
Beide Vorhaben haben sich inzwischen enorm verteuert und sind umstrittener denn je.

Dazu hätte ich zwei Fragen:

1. Sehen Sie die Gründe für Ihr damaliges Votum heute bestätigt oder eher widerlegt?

2. Welche Möglichkeiten des Eingreifens im Parlament gibt es nach Ihrer Einschätzung heute noch?

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie auch um Ihre Beurteilung der Kürzungen der Regionalisierungsmittel bitten - auch hier unter dem Blickwinkel der seitherigen Entwicklungen bzw. Entscheidungen.

Für Ihre Antwort - der ich mit Spannung entgegensehe - möchte ich mich schon einmal bedanken.

Mit freundlichen Grüßen,

, Stuttgart
Antwort von Christoph Bayer
1Empfehlung
20.05.2010
Christoph Bayer
Sehr geehrter Herr

Es ist richtig, dass ich im Juli 2007 gegen den Antrag zu den Eckpunkten des Milliardenprojekts Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm gestimmt habe.
Hintergrund und Begründung war für mich als südbadischer Abgeordneter und Mitglied einer regionalen Bürgerinitiative für einen umwelt- und menschengerechten Ausbau der Rheintalstrecke (MUT), dass ich ein vergleichbares finanzielles Engagement des Landes bei diesem Projekt in keinster Weise gewährleistet sah und befürchten musste, dass hier mit zweierlei Maß gemessen werden wird. Auch wenn ich weiß, dass diese beiden Projekte nicht in allen Punkten vergleichbar sind, so ist dennoch richtig, dass im Interesse der im Rheintal lebenden Menschen auch über den (aktuell geltenden) gesetzlichen Mindeststandards hinaus von Bahn, Bund und Land gemeinsam und in gemeinsamer Gesamtverantwortung eine tragfähige Lösung gefunden werden muss. Diese ist im Konzept BADEN 21 zusammengefasst und findet meine Zustimmung. Die aktuellen Entwicklungen bei der Finanzierung von Stuttgart 21 und Wendlingen-Ulm bestätigen meine damalige Skepsis genauso wie die im Zusammenhang der Finanzkrise nicht gerade größer gewordenen Spielräume der öffentlichen Haushalte. Die Voraussetzungen für Stuttgart 21 sind durch geltende Beschlusslage gefestigt. Mein politisches Bestreben gilt dem (notwendigen) Ausbau der Rheintalbahn nach den im Konzept BADEN 21 zusammengefassten sachlichen und finanziellen Rahmenbedingungen. Hier muss das Land einen eigenständigen substantiellen politischen und finanziellen Beitrag leisten. Die inzwischen ja wieder im Ansteigen begriffenen Regionalisierungsmittel haben mit den Infrastrukturmaßnahmen nicht unmittelbar zu tun.

Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Bayer
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Frage zum Thema Soziales
21.10.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Bayer,

Ich habe über 40 Jahre in die Sozialkassen ein-bezahlt. Nach über 250 Bewerbungen von Januar 2010 bis heute, musste ich feststellen, dass es für ältere überqualifizierte Arbeitnehmer keinen Bedarf mehr gibt. Warum bekommt man vom deutschen Staat für seine erbrachte Lebensleistung von über 40 Arbeitsjahren kein Dankeschön sondern als Dank bekommt man die Hartz IV- Armut. Ich habe mein Soll dem Staat gegenüber erbracht. Was man vom Staat im umgekehrten Sinn nicht behaupten kann.

Mein Geld hat der Staat immer gerne und sehr reichlich genommen, ich habe über 40 Jahre
den Saat und die Sozialkassen unterstützt. Doch wenn man mal in die Bedürftigkeit abrutscht und sich aufgrund seiner ein-bezahlten Beiträge in das Sozialsicherungssystem auf der sicheren Seite glaubt, wird man vom Staat schnell eines besseren belehrt. Almosen bekommt man vom Staat für seine Lebensleistung zurück. Mir bleiben nach Abzug meiner Fixkosten von der Regelleistung gerade mal ca. 150 Euro zum leben. Davon muss ich dann Lebensmittel, Frisör, Schuhe bzw. Kleidung, Körperpflegemittel und alles was man so zum leben braucht bestreiten. Fixkosten; Strom, Telefon/Internet, Müll- bzw. Praxis-Gebühren, öffentliche Verkehrsmittel usw. Sonderausgaben wie Krebsvorsorge, prof. Zahnreinigung oder eine neue Brille sind unbezahlbar geworden.

Wie kann ein Staat so Menschenverachtende Gesetze erlassen, der sich ins GG Art. 1 schreibt! Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das ist angesichts der Hartz IV – Armut
Gesetze der blanke Hohn und der blanke Zynismus. Warum werde ich mit denen gleichgestellt, die noch keinen Cent in die Sozialkassen einbezahlt haben?

C.
Antwort von Christoph Bayer
2Empfehlungen
18.11.2010
Christoph Bayer
Sehr geehrter Herr ,

zunächst möchte ich mich für Ihre Frage bedanken. Sie sprechen ein Thema an, das auch für mich sehr problematisch ist.

Ich habe mit großer Skepsis seinerzeit das Zustandekommen der Gesetze zur Kenntnis genommen, die Sie so vehement kritisieren. Durch meine jahrelange berufliche Tätigkeit in der Jugendhilfe und der sozialen Arbeit weiß ich, wie schnell Menschen auch nach langjähriger Berufstätigkeit in die Armut rutschen können. In dieser Frage war und bin ich inhaltlich näher bei den Wohlfahrtsverbänden als bei meiner Partei. Allerdings habe ich den Eindruck, dass auch in unserer Partei langsam erkannt wird, dass in dieser Hinsicht Fehler gemacht wurden. Die aktuellen Positionierungen auf Bundesebene gehen jedenfalls in diese Richtung. Da ich mich auch gewerkschaftlich in der KAB (Katholischen Arbeitnehmerbewegung) engagiere, bin ich auch sehr daran interessiert, wie künftig diese Armutsformen verhindert werden können. In der KAB z.B. wird eine lebhafte Debatte über das bedingungslose Grundeinkommen geführt, die ich sehr interessant finde. Natürlich nutzt Ihnen eine solche Diskussion persönlich überhaupt nichts. Aus diesem Grund kann ich Ihnen nur anbieten sich ggf. mit mir persönlich in Verbindung setzen. Vielleicht kann ich Ihnen auf irgend eine Art und Weise behilflich ein.

Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Bayer
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Frage zum Thema Soziales
06.02.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Bayer,

Ihre Antwort auf vorgehende Frage interessiert und erstaunt mich sehr. In Ihrem bzw. weiteren Umfeld befinden sich Menschen im Harztv, die bereits durch die aufgeschobene Bearbeitung der Argen heftige gesundheitliche Probleme haben.
Bewerbungsfahrten müssen in Ihrem Umfeld aus eigenen Mitteln bestritten werden, da keine oder nur sehr lange Bearbeitungszeit vorliegt. Also Erwerbslose erhalten nicht mal die Möglichkeit, sich vorzustellen, weil das Geld nicht reicht. Müsste hier nicht zumindest genauso flexibel gearbeitet werden, wie Sie/die Politiker es von den Erwerbslosen verlangen? Ihr Bundesland ist dabei keine Ausnahme. Eher läuft es vielfach in ganz Deutschland so.
Sie/Ihre Partei hat diese Gesetze verabschiedet!
Herr Bayer, viele Ihrer Bürger in Ihrem Umfeld benötigen dringend Hilfe! Sie haben sogar persönliche Hilfe angeboten. Können Sie helfen, damit ein Mensch nicht an diesen Gesetzen zerbricht?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Christoph Bayer
bisher keineEmpfehlungen
16.02.2011
Christoph Bayer
Sehr geehrte Frau ,

die Probleme, die Sie ansprechen sind mir sehr wohl bekannt - aus meiner beruflichen Arbeit als Sozialarbeiter in einem Kreisjugendamt und aus vielen Bürgergesprächen während meiner Abgeordnetentätigkeit.
Zur gesetzlichen Lage habe ich mich ja schon geäußert. In den Fällen, in denen ich persönlich helfen kann, tue ich das im Rahmen meiner Möglichkeiten durch Gespräche, Behördenbesuche, Briefe, etc.
Grundsätzlich sehe ich es als meine Pflicht an als Politiker das Thema Hartz IV und Armut im Allgemeinen nicht zu verschweigen und entsprechende Impulse in den politischen Raum zu geben.
Bei mir bekannt gewordenen persönlichen Fällen versuche ich zu helfen, wenn dies möglich ist. Ein Ersatz für notwendige politische Initiativen ist das nicht.

Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Bayer
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Frage zum Thema Soziales
28.02.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Bayer ,

Ich bin zwar noch kein Rentner, aber als Jahrgang 1951 ein zukünftiger. Was mich beunruhigt ist die Inflation und der dadurch entstehende Kaufkraftverlust für die Rentner. Das Problem geht alle Parteien an, ich frage Sie, was gedenkt die SPD dagegen zu tun? Auch die Rentner haben laufenden Kosten, Lebensmittel, Miete, Mobilität, Freizeitaktivitäten ect. Nicht alle haben die Möglichkeit, weil eben die Mittel fehlen, private Vorsorge zu betreiben. Kürzlich sind ja die Beträge zu Krankenkasse wieder gestiegen, was kommt als nächstes? Da ist es mit einer Rentenerhöhung von 1% nicht getan. Da müsste gesetzlich geregelt werden, dass die Renten jährlich an die Infaltionsrate angepasst werden. Was spricht dagegen? Natürlich kostet das Geld, aber man sollte die Millionen Alten, die ihr ganzes Leben geschafft haben, nicht mit Almosen abspeisen, das haben Sie nicht verdient. Geld hin, Geld her, dann muss es eben irgendwo auf einer anderer Seite gespart werden.

Mit freundlichem Gruß

G.

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Frage zum Thema Sicherheit
06.03.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Bayer,

wie stehen Sie zum freiwilligen Polizeidienst, vor allem unter dem Aspekt des zunehmenden Einsatzes im regulären Streifendienst.
Wie beurteilen Sie den (vor allem durch Personalmangel bedingten) Ersatz voll ausgebildeter (2,5 Jahre Ausbildungsdauer) Beamter durch ebenso bewaffnete Hilfspolizisten (2,5 Wochen Ausbildungsdauer), auch bei kritischen Einsätzen, die sich naturgemäß schlecht vorhersehen lassen, wie z.B. dem Amoklauf in Lörrach ?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Mit freundlichen Grüßen

A.

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