Christian Lindner (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Christian Lindner
© FDP-Bundestagsfraktion
Geburtstag
07.01.1979
Berufliche Qualifikation
Magister Artium Politikwissenschaft
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Wermelskirchen
Wahlkreis
Rheinisch-Bergischer Kreis
Ergebnis
8,6%
Landeslistenplatz
9, Nordrhein-Westfalen
(...) Neue Ausnahmen wie die von Ihnen vorgeschlagene können dann diskutiert werden. Allerdings halte ich es aus ordnungspolitischen Gründen persönlich für besser, beispielsweise durch Veränderungen bei der Einkommensteuer die Kosten für die Inanspruchnahme von Handwerkerdienstleistungen zu reduzieren. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Wirtschaft
07.03.2010
Von:
-

Sehr geehrter Herr Lindner,

ich bin 59 Jahre, politisch interessiert, jedoch nicht festgelegt. Also typischer Wechselwähler, somit kritisch und in der politischen Entscheidung bei den Wahlen unberechenbar.

Es ist mir schon sauer aufgestossen, dass die MwSt. für Hotels abgesenkt wurde, ohne dafür zu sorgen, dass die Übernachtungspreise entsprechen sinken. Die Hoteliers und die Verbände waren schnell dabei zu begründen, weshalb der Gast nur bedingt etwas von der Steuersenkung haben wird.

Nun wird von der Bundesregierung offenbar eine Bankenabgabe vorbereitet, damit diese sich an der Schadensregulierung der durch das Bankengewerbe verursachten Finanzkriese beteiligen.

Sie als Generalsekretär der FDP haben nichts eiligeres zu tun, als eine Differenzierung zwischen Banken, die den Sicherungsschirm genutzt haben und jenen, die dieses Angebot nicht nutzten, einzufordern.

Da es wohl kaum möglich ist eine Bankenabgabe nur für einen Teil der Banken einzuführen, geht meiner Ansicht nach Ihr Vorstoss in die Richtung: "Keine Sonderabgabe für Banken."

Sind Sie wirklich der Meinung, das die Manager der Banken, die den "Rettungsschirm" nicht nutzen mussten, den Exitus des wilden Spekulierens nicht erkannt haben? Wo haben denn diese vorausschauenden Manager etwas für den Schutz der normalen Bürger getan?

Wann werden Sie, Herr Lindner sich eigentlich dafür einsetzten, dass eine Differenzierung zwischen den Bürgerm, die eine utopische Rendite erreichen wollten (somit den Markt mit anheizten) und den Bürgern, die sich mit mormalen Erträgen zufrieden gaben, oder auch nur das Risiko zu mehr scheuten, stattfindet?

Denn auch die vielen "Normalsparer" zahlen über höhere Steuern und Abgaben die Zeche mit.

GANZ UNDIFFERENZIERT.

Mit freundlichen Grüssen
R-P
Antwort von Christian Lindner
1Empfehlung
09.03.2010
Christian Lindner
Sehr geehrter Herr ,

die angesprochene Reduzierung der Mehrwertsteuer für Hotels war nicht zuletzt mit Blick auf die meisten anderen EU-Staaten, in denen der reduzierte Steuersatz bereits vor Jahren eingeführt wurde, angemessen und richtig. Was die Banken anbelangt, so setze ich mich in der Tat für das Verursacherprinzip ein. Denn es erschließt sich mir nicht, warum eine Bank, die erfolgreich durch die Wirtschaftskrise gekommen ist und keine Staatshilfen in Anspruch genommen hat, nun zur Kasse gebeten werden soll. Alle übrigen Institute stehen selbstverständlich in der Pflicht.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Lindner
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Frage zum Thema Soziales
07.03.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Lindner,

die FDP wirbt mit dem Spruch "Arbeit muss sich wieder lohnen", verurteilt Mindestlöhne jedoch aufs Schärfste. Da es in absehbarer Zeit wahrscheinlich kein Bürgergeld geben wird, interessiert mich wie Sie dafür sorgen möchten, dass sich Arbeit wieder lohnt. Etwa durch Kürzung der Arbeitslosengelder?

Außerdem möchte sich die FDP dafür einsetzen, mehr Anreize zum Arbeiten zu schaffen. Halten Sie unter diesem Aspekt die Einführung einer Herdprämie für sinnvoll?

Mit freundlichen Grüßen,
M.
Antwort von Christian Lindner
bisher keineEmpfehlungen
11.03.2010
Christian Lindner
Sehr geehrter Herr Hoffman,

nein, um das Lohnabstandgebot zu wahren, bedarf es keiner generellen Kürzung des Arbeitslosengeldes II (ALG II). Vielmehr muss es uns gelingen, die Sozialabgabenbelastung für geringe Einkommen zu reduzieren und die Zuverdienstmöglichkeiten zum ALG II zu verbessern. Darüber hinaus wird bei Geringqualifizierten, die nur geringe Löhne erzielen können, weiter - wie beim ergänzenden Bezug von ALG II - eine Unterstützung des Sozialstaats erforderlich sein - im Sinne nicht eines Mindestlohns, sondern eines Mindesteinkommens. Details hat die FDP gestern veröffentlicht.

Das insbesondere von der CSU geforderte Betreuungsgeldes – Sie sprechen von "Herdprämie" – sieht die FDP skeptisch. Es gibt bessere Instrumente zur Förderung von Kindern. Zudem wird hier das Lohnabstandsgebot gefährdet.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Lindner
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Frage zum Thema Soziales
08.03.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Lindner.

Wie die FDP ganz richtig sagt, sollten Menschen, die arbeiten, mehr Geld haben als die, die nicht arbeiten. Andererseits darf in einem Sozialstaat niemand verhungern - nicht einmal die, die jede Arbeit verweigern. Wäre da ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht die logischste, unbürokratischste und freiheitlichste Lösung? Wie stehen Sie dazu?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Christian Lindner
bisher keineEmpfehlungen
09.03.2010
Christian Lindner
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ich bin gegen die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Soziale Sicherungssysteme sollen elementare Armut vermeiden und zur Wiederaufname einer Beschäftigung aktivieren. Diesen Zielen wird das bedingungslose Grundeinkommen nach meiner Auffassung nicht gerecht, da es keinerlei Anreiz zur Arbeitsaufnahme bietet. Es droht dann den Charakter einer Stilllegungsprämie anzunehmen.

Stattdessen setze ich mich für die Einführung eines Bürgergeldes ein, das die individuellen Lebensumstände der Menschen berücksichtigt und ihnen die Möglichkeit gibt, so viel Verantwortung wie möglich selbst zu übernehmen. Die Details des Bürgergeldes habe ich auf diesen Seiten bereits wiederholt ausgeführt. Hier finden Sie eine ausführliche Gegenüberstellung von Grundeinkommen und Bürgergeld: www.freiheit.org

Mit freundlichen Grüßen
Christian Lindner
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.03.2010
Von:
Dr.

Sehr geehrter Herr Linder,

von dem großen Liberalen, Lord Ralf Dahrendorf, stammt die Forderung nach einem "konstitutionellen Anrecht auf ein garantiertes Mindesteinkommen".

Mit dem Urteil des BVG zu HARTZ IV wurde faktisch ein Grundrecht auf ein soziokulturelles Existenzminimum neu geschöpft. Der verstorbene Lord Ralf Dahrendorf würde sich wahrscheinlich sehr darüber freuen.

Zudem kann ja das soziokulturelle Existenzminimum nicht weiter gekürzt werden - das würde ja gegen das Urteil des BVG verstoßen.

Weshalb hält die FDP noch an einer Arbeitspflicht - in Form von Jobs zum gesetzlichen Mindestlohn von einem Euro - für ihr "liberales" Bürgergeld fest, wo doch Artikel 14 unseres Grundgesetzes Zwangsarbeit verbietet?

Müsste nicht ein wirklich liberales Bürgergeld bedingungslos sein - ganz im Sinne Artikel 1 unseres Grundgesetzes?

Weshalb zahlt die FDP das soziokulturelle Existenzminimunm - derzeit in Höhe von HARTZ IV - nicht einfach über die persönliche Steueridentifikationsnummer aus oder verrechnet es über diese Nummer einfach mit anderen Sozialtransfers?

Die Mietzuschüsse würden dann nach Meldung des betreffenden Finanzamtes an die Wohnsitzgemeinde des Bürgergeldbeziehers von der jeweiligen Kommune ausgezahlt.

Da ein jeder, der ein höheres Einkommen hat - aus Erwerbsarbeit oder ZIns- und Kapitalerträgen - implizit schon ein Grundeinkommen hat, würde das Bürgergeld nur für diejenigen Menschen zur Auszahlung durch das Finanzamt kommen, deren Jahreseinkommen auf HARTZ IV-Niveau oder darunter liegt.

In seiner Dissertation (Dezember 2009) an der Universität Karlsruhe ermittelt André Presse dafür einen Finanzbedarf von knapp zehn Milliarden Euro - bei einem Volkseinkommen von ca. 2,5 Billionen Euro sind das gerade einmal 0,4 %!

Weshalb erkennt die FDP diese Rationaliserungsmöglichkeit der Sozialbürokratie nicht in diesem Ausmaß?
Antwort von Christian Lindner
bisher keineEmpfehlungen
17.03.2010
Christian Lindner
Sehr geehrter Herr Häußler,

die Entscheidung des BVG zu den Hartz-4-Sätzen wird in der öffentlichen Diskussion vielfach missinterpretiert. Der Politik wurde nicht, wie Sie es nennen, die Neudefinition des "Grundrecht[s] auf ein soziokulturelles Existenzminimum" aufgetragen, sondern die Nachbesserung bei den Hartz-IV-Regelsätzen für Kinder. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Generell bin ich der Auffassung, dass wir nun weder per se über eine Erhöhung noch über die Kürzung von Regelsätzen diskutieren sollten, sondern darüber, wie die zur Verfügung stehenden Mittel wirksamer eingesetzt werden können. Mit höheren Regelsätzen sind nicht zwingend bessere Bildungschancen und Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbunden. Für detaillierte Ausführungen möchte ich Sie auf meinen Gastbeitrag in der FAZ vom 18. Februar verweisen, hier der Link: www.faz.net. Des Weitern möchte ich Sie auf ein Papier der FDP-Bundestagsfraktion mit dem Titel "Aufstiegschancen schaffen – auf dem Weg zum fairen Sozialstaat" hinweisen, das vor wenigen Tagen verabschiedet wurde in zu dessen Autoren ich gehöre. Darin finden Sie ebenso konkrete wie detaillierte Vorschläge zur Reform das Sozialstaates inklusive der Neuausrichtung der Grundsicherung auf Grundlage des liberalen Bürgergeldes. Hier der Link: www.liberale.de

Mit freundlichen Grüßen
Christian Lindner
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Frage zum Thema Verzicht auf Mehrwertsteuersenkung für das Hotelgewerbe
12.03.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Lindner,

ich arbeite in einem größeren dt. Unternehmen und bin kein FDP-Wähler, sehe trotz allem aber die Notwendigkeit für eine liberale Partei in Deutschland. Insbesondere wenn es um die Vereinfachung von Bürokratie und Regeln, die ja von der FDP vorangestrieben wird, geht.

Zum Thema, prinzipiell interessiert mich das Steuergeschenk für das Hotelgewerbe als Privatperson nicht besonders, leider leider in enger zeitlicher Korrelation zur Parteispende. Schon aus ethischen Gründen hätte ich eine Rückstellung dieser Maßnahme bevorzugt, weil Kundennutz mit dieser Maßnahme nicht generiert wurde. Hier kommen wir nun zu dem Teil, der mich als Arbeitnehmer tangiert, sogar heftig tangiert. Üblicherweise werden einem Arbeitnehmer Verpflegungspauschalen auf Geschäftsreisen gewährt, die nach einem bestimmten Schlüssel verteilt sind. Pro Tag ~20 Euro. Üblicherweise buchen größere Firmen Hotelzimmer über "booking agents" die aus vorverhandelten Kontingenten abbuchen (in Hotels, die normal verdienende nicht unbedingt buchen würden). Hier sind fast immer "Arrangements" gebucht, in denen der Frühstückspreis enthalten ist. Da Firmen aber die Steuern getrennt ausweisen müssen und das Frühstück mit 19% besteuert wird. Tolle Konsequenz, ich kann mir entweder ein Frühstück für 12.50 - nach oben offen (Pauschale für den ganzen Tag nochmal zur Erinnerung, ~20 Euro) in dem Hotel raussuchen in dem ich praktischer Weise schlafe oder muss mich vorher kundig machen, wo ich einen Bäcker finde, der mir für annehmbare Preise ein Frühstück anbietet. Vom beeindruckenden Abrechnungsaufwand bzw. Buchungsaufwand spreche ich noch gar nicht. Für mich hat sich dadurch auf jeden Fall nichts vereinfacht und für mein Unternehmen - für das ich gerne arbeite - auch nicht. Sonderaufwand, teurer administativer Sonderaufwand.

Wie sehen und beurteilen Sie die Umsetzung, außer fürs Hotelgewerbe?

Mit freundlichen Grüßen!
Antwort von Christian Lindner
1Empfehlung
17.03.2010
Christian Lindner
Sehr geehrter Herr ,

der reduzierte Umsatzsteuersatz ist sinnvoll. Ich habe das an dieser Stelle bereits begründet. Mit der Frühstücksregelung hat sich das Finanzministerium in den vergangenen Tagen befasst. Mit der nun gefundenen Lösung, umsatzsteuerlich nicht begünstigte Leistungen wie beispielsweise das Frühstück und den Internetzugang zu einem Rechnungsposten "Business-Paket" zusammenzufassen, können Hotels ab sofort für Geschäftsreisende wieder einen pauschalen Preis für Zimmer und Frühstück anbieten, von dem der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter den Gesamtpreis abzüglich 4,80 Euro steuerfrei erstatten kann. Ich denke, dass damit eine für alle Beteiligten annehmbare Lösung gefunden wurde.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Lindner
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