Christian Lange (SPD)
Kandidat Bundestagswahl 2005
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Grunddaten
Christian Lange
Jahrgang
1964
Berufliche Qualifikation
Oberregierungsrat
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Backnang - Schwäbisch Gmünd
Ergebnis
34,7%
Landeslistenplatz
6, Baden-Württemberg
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Frage zum Thema Bildung
30.08.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Lange,

würden Sie mir bitte kurz Ihren Standpunkt zu den Ideen des ehemaligen Hofgeismarer Kreises in der SPD und zur inhaltlichen Positionierung Kurt Schumachers skizzieren?

Danke!

Freundliche Grüße
, M.A.
Antwort von Christian Lange
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05.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

Kurt Schumacher ist eine der wichtigsten sozialdemokratischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Mit seinem vehementen Widerstand gegen den Nationalismus ohne Rücksicht auf die eigene Person und sein Eintreten für ein demokratisches vereintes Deutschland bleibt Kurt Schumacher auch ein Vorbild für die Sozialdemokratie im 21. Jahrhundert.

Vom nationalistischen Gedankengut des Hofgeismarer Kreises, der zwischen 1923 und 1926 innerhalb der Jungsozialisten bestand, möchte ich mich ausdrücklich distanzieren.

Einen wichtigen Beitrag, das komplexe Verhältnis von Arbeiterbewegung und Nation zu analysieren bietet die Publikation der Friedrich Ebert Stiftung :Sozialdemokratie und Nation. Der Hofgeismarkreis in der Weimarer Republik und seine Nachwirkungen in der Gegenwart Protokollband zum Symposium der Friedrich-Ebert-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Kurt-Schumacher-Gesellschaft vom 22. bis 24. April 1994 in Leipzig. Im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Kurt-Schumacher-Gesellschaft herausgegeben von Dr. Michael Rudloff. Leipzig 1995 .

Mit freundlichen Grüße

Christian Lange
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Frage zum Thema Arbeit
04.09.2005
Von:

Ab 01.Oktober 2005, das ist dieses Jahr noch, sollen die ALG II Bezieher vom Nebenverdienst 100 € behalten dürfen und der Rest wird wie bisher verrechnet.
Die Wirklichkeit sieht anders aus, wie mir auf telefonischer Anfrage vom 01.September 2005 der Leistungssachbearbeiter Herr Schuh, Tel. xxxxx/xxxxxxx von der ARGE-Rems-Murr-Kreis, erklärte.
Es gibt den §67 SGB 2 und der regelt den Sachverhalt, denn meine neue Bewilligung zum Erhalt der Leistung von ALG II tritt erst wieder am 01.Dezember 2005 in Kraft. Aus diesem Grund kann die ARGE nicht schon ab Oktober das Gesetz anwenden. Dazu kommt noch das, das Programm zur Berechnung nicht fertig ist.
Jetzt erklären Sie mir doch bitte für was für ein Gesetz Sie im Bundestag gestimmt haben und warum es in den Medien heißt das dieses ab Oktober in Kraft tritt.

Die Regierung beschloss das die ALG II Bezieher im Osten das gleiche wie die im Westen erhalten. Das war die einzige gute Entscheidung in 7 Jahren. Bei 331 € sind dies circa 4% weniger.
Jetzt kommt die ChristlicheDU und sagt das werden wir im Bundesrat ablehnen, mit der Begründung das es sich im Osten billiger lebt. Wenn das so ist warum verzichten dann die CDU-Ost Abgeordneten nicht auf einen Teil ihrer hohen, auch vom Steuerzahler subventionierten Diäten, ebenso die Minister des Bundes.
Antwort von Christian Lange
bisher keineEmpfehlungen
13.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

wie Sie richtig erkannt haben, hat die SPD- geführte Bundesregierung eine Ost-West-Angleichung des Arbeitslosengeldes II beschlossen. Die monatliche Grundsicherung für Arbeitsuchende wird ab dem 1. Januar 2006 in den neuen Bundesländern um 14 Euro angehoben und erreicht damit den in Westdeutschland geltenden Regelsatz von 345 Euro.
Damit setzt die Bundesregierung die vom Ombudsrat in seinem Zwischenbericht vom 29. Juli 2005 zwingend geforderte Anpassung um. Die Unterschiede in den Lebensverhältnissen sind nicht mehr so groß, dass geringere Regelsätze in Ostdeutschland gerechtfertigt sind. Wenn CDU und CSU diese Anpassung im Bundesrat blockieren, so offenbart dies erneut das bereits in den Äußerungen von Edmund Stoiber gezeigte Desinteresse an den Bürgern in den neuen Bundesländern. Zur Frage der Neuregelung der Anrechnungsmöglichkeiten für ALG II- Empfänger. Wenngleich Bewilligungszeiträume vor dem 1.10.2005 hierbei nicht berücksichtigt werden können, so ist hier doch eine Lösung gefunden worden, die sowohl die Bedürfnisse der Betroffenen als auch die technische Umsetzbarkeit in den Arbeitsagenturen vor Ort berücksichtigt.

Mit freundlichen Grüßen
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Frage zum Thema Bildung
05.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Lange,

das von Ihnen genannte Buch ist mir bekannt, ebenfalls die im Archiv der Arbeiterjugend publizierte Schrift von Stefan Jax "Der Hofgeismarkreis der Jungsozialisten". Nicht bekannt ist mir, daß Kurt Schumacher gegen Nationalismus Widerstand geleistet hätte. Unbestritten hat er Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet. Das allerdings sind zwei paar Stiefel. Im Gegenteil: Bisher bin ich davon ausgegangen, daß nationale Präferenz und Bekenntnis zentrale Bestandteile Schumachers Wollen waren (und zwar nicht etwa in Form eines etatistischen "Patriotismus", sondern dezidiert volksbezogen). Jedenfalls offenbaren seine Äußerungen zu entsprechenden Fragen eine solche Haltung. Ich denke da etwa an die "Verzicht ist Verrat"-These der damaligen SPD ebenso wie an seine Bezeichnung Adenauers als "Kanzler der Alliierten". Zumal Schumacher zwar bekanntlich nie formelles Mitglied des Hofgeismarer Kreises war, so aber doch aus deren Umfeld stammt und sich nachweislich an unterschiedlicher Stelle (zurecht) äußerst wohlwollend geäußert hat. Interessant ist jedenfalls, wie heutige Sozialdemokraten einen Teil der eigenen Tradition bewerten.

Ich stimme Ihnen gewiß zu, daß Schumacher ein großes Vorbild ist. Das ist unbestritten. Meines Erachtens ist er der letzte und nach 1945 auch einzige große Politiker den das deutsche Volk hervorgebracht hat. Allerdings sehe ich nicht nur eine himmelweite Diskrepanz zur heutigen (bundes)deutschen Sozialdemokratie, ich kann auch nicht feststellen, wo er sich gegen Nationalismus gewendet haben soll. Vielleicht setzen Sie Nationalismus mit Chauvinismus oder Nationalsozialismus gleich? Vielleicht interpretieren Sie Schumachers Volksbegriff auch politisch korrekt und zeitgeistkonform zur beliebigen "Bevölkerung" um? Oder haben Sie Zugriff auf noch unerschlossene Quellen? Erläutern Sie mir bitte kurz, wie Sie zu Ihrer Erkenntnis gelangt sind?

Vielen Dank!

Freundliche Grüße
, M.A.
Antwort von Christian Lange
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12.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

ich nehme erfreut zur Kenntnis, dass wir uns hinsichtlich der Vorbildfunktion Kurt Schumachers einig sind. Auch ohne Zugriff auf noch "unerschlossene Quellen" stimme ich mit Kurt Schumacher in der Ablehnung jedweder Form von Nationalismus überein. Denn so bedeutend der Begriff der Nation insbesondere für sein Verständnis des Volksbegriffs im Sinne eines demokratischen Staatsvolkes war, so entschieden lehnte er den chauvinistischen Nationalismus ab. Dieser stellte für ihn gar die "heutige Form des Nihilismus" dar und sollte durch einen Patriotismus auf Augenhöhe mit anderen Nationen unmöglich gemacht werden. Und genau hier zeigt sich, bei aller notwendigen Einordnung auch der Ideen einer großen Persönlichkeit wie Kurt Schumacher in den zeitlichen Kontext, eine Kontinuität sozialdemokratischer Politik, die bis heute fortwirkt. Das beste Beispiel stellt das konsequente Eintreten für den Frieden von Bundeskanzler Gerhard Schröder in der Frage des Irak- Krieges dar.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Lange.
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