Christian Kleiminger (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Christian Kleiminger
Jahrgang
1965
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Rostock
Landeslistenplatz
keinen, Mecklenburg-Vorpommern
weitere Profile
Nachdem ich im vergangen Jahr im Deutschen Bundestag gegen die Privatisierung der Bahn gestimmt habe, lassen Sie mich heute noch einmal aus aktuellem Anlass auf diesen wichtigen Themenkomplex zurückkommen. Ich bin außerordentlich zufrieden darüber, dass sich meine Partei auch im Regierungsprogramm gegen eine Kapitalprivatisierung - auch nicht teilweise - und für den Erhalt der Bahn als einem wichtigen Bestandteil der öffentlichen Daseinsfürsorge ausspricht. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
24.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Kleiminger,

Ich wende mich an Sie als Bürger Ihres Wahlkreises und Vorstand des Vereins MOGiS; MissbrauchsOpfer gegen InternetSperren

Sie haben am 18.6. für das Gesetz zur Einführung des ZugangsErschwerungsGesetzes gestimmt.

Ihre bisherige Antwort zu Ihrem Abstimmungsverhalten ist mir bekannt ..
.. wortgleiche Erklärungen gibt es von vielen Fraktionsmitgliedern der SPD.

Ich möchte sie zu vier wesentlichen Punkten, des von Ihnen zugestimmten Gesetzes befragen:

Gewaltenteilung:
Bei einem so gravierendem Schritt, wie dem Sperren einer Seite für Zugriffe von deutschen Nutzern; wäre da nicht eine Beteiligung eines Richters nötig gewesen?
Ist eine solche Machtfülle beim BKA nicht grundgesetzwidrig und gefährlich ?

Expertengremium:
Die SPD beruft sich darauf, dass ein Expertengremium nachträglich 3-monatlich in Auszügen, die Liste begutachten darf.
Wie genau ist dies ausgestaltet?
Wer bestimmt die Art und Umfang des Auszuges?
Wie gehen Sie damit um, dass der Bundesdatenschutzbeauftragte schon vor der Abstimmung im Bundestag gegen die Ansiedlung des Gremiums bei seinem Amt protestiert hat?

Löschen vor Sperren:
Die SPD-Fraktion schreibt:
"Die Aufnahme in die Sperrliste des BKA erfolgt nur, soweit zulässige Maßnahmen, die auf eine Löschung der Internet-Seiten mit kinderpornografischen Inhalten abzielen, keinen Erfolg haben."
Das Gesetz sagt aber:
"Die Aufnahme in die Sperrliste erfolgt nur, soweit zulässige Maßnahmen, die auf die Löschung des Telemedienangebots abzielen, nicht oder nicht in angemessener Zeit _erfolgversprechend_ sind."
Was ist eine angemesssene Zeit? .. Wie wird sichergestellt, dass das BKA über die bisherigen Bemühungen hinausgehende Massnahmen betreibt? (der vielzitierte 1-monatige Dienstweg wäre so ein Grund erstmal jede Seite zu sperren)

Rechtsweggarantie:
Wie wird der Inhaber einer Domain über die Sperre in Deutschland informiert?
Wie ist der Rechtsweg garantiert, sollte man fälschlich auf dieser Liste landen?

viele Grüße

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Frage zum Thema Gesundheit
18.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Kleiminger,

zum Thema Gesundheitsreform habe ich einige Fragen:
1. Warum haben Sie sich seinerzeit Ihrer Stimme bei der Abstimmung zur Gesundheitsreform enthalten, wo Sie doch zuvor sehr dafür geworben haben?
2. Trifft es zu, dass Sie zunächst in der Fraktion für die Gesundheitsreform geworben und sich dann selbst der Stimme enthalten haben? Hatte das wahltaktische Gründe?
3. Warum haben Sie sich nicht für die Einbeziehung der PKVen in die Finanzierung des Gesundheitssystem stark gemacht?
4. Ist es zutreffend, dass Sie die zusätzlichen Ansprüche der Versicherten gegen die Krankenkassen als Erfolg ansehen und selbst aktiv im Gesungheitsausschuss darauf hin gearbeitet haben (insbesondere den Anspruch auf eine Mutter-Kind-Kur und die Einrichtung von Paliativ-Care-Teams)?
5. Viele Einrichtungen, die Mutter-Kind-Kuren anbieten, sind in der Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt. Steht Ihr Engagement im Gesundheitsausschuss im Zusammenhang mit Ihrer Tätigkeit als AWO-Kreisvorsitzender in Rostock?

Ich bedanke mich vorab für die Beantwortung meiner Fragen,
viele Grüße

Chr.
Antwort von Christian Kleiminger
7Empfehlungen
26.08.2009
Christian Kleiminger
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage. Meine Beweggründe bei der Schlussabstimmung zur Gesundheitsreform habe ich seinerzeit - Anfang 2007 - in vielen Gesprächen und diversen Veranstaltungen sowie in einer Persönlichen Erklärung nach § 31 der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages ausführlich und dabei stets inhaltlich differenziert erläutert. Mir war und ist dabei immer der Hinweis wichtig, dass es bei dieser Reform durchaus "Licht und Schatten" gibt. Außerordentlich positiv sind die Verbesserungen auf der Leistungsseite zu bewerten, wobei es sich nicht - wie Sie formulieren - um "Ansprüche gegen die Krankenkassen", sondern um solche "für die Menschen" im Sinne einer besseren, gerechteren Versorgung handelt. Ich will Ihnen nur einige Beispiele nennen: Es ist ein Fortschritt, das jetzt viele bislang unversicherte Menschen in ihre frühere Krankenversicherung zurückkehren können. Es ist gut, dass insbesondere sozial schwache Menschen dringend notwendige Mutter-Vater-Kind-Kuren in Anspruch nehmen können und dieser Leistungsanspruch nicht mehr vom Wohlwollen einzelner Krankenkassen oder den eigenen Argumentationskünsten abhängig ist. Es ist richtig, das jetzt ein gesetzlicher Anspruch auf alle von der ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen besteht. Und es ist in der Tat ein ganz besonderer Fortschritt, dass die Grundlagen für wesentliche Verbesserungen in der Versorgung sterbenskranker Menschen in Deutschland gelegt worden sind. Der flächendeckende Aufbau von Spezialisierter Ambulanter Betreuung (SAPV) für die bestmögliche Betreuung in der eigenen Häuslichkeit ist hier geradezu ein Meilenstein. Ich habe andererseits aber auch nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich mir seinerzeit eine stärkere Einbindung der Privaten Krankenversicherung (PKV) in das System der solidarischen Versicherung gewünscht hätte. Insoweit war ich sehr von dem Verhalten von CDU/CSU, die entsprechende greifbare Vorschläge quasi in letzter Minute vereitelt haben, enttäuscht. Für mich bleibt jedenfalls eine solidarische faire Bürgerversicherung ein wichtiges politisches Ziel: Eine Versicherung, bei der die Unterschiede zwischen den privaten und den gesetzlichen Krankenkassen abgeschafft werden, bei der sich die Beiträge nach dem Einkommen richten und bei der sich auch die PKV am Risikostrukturausgleich beteiligt.

Dafür, dass ich zum angeblichen Inhalt von Äußerungen aus nichtöffentlichen Ausschuss- oder Fraktionssitzungen grundsätzlich keine Stellungnahmen in öffentlichen Foren abgeben kann, werden Sie sicher Verständnis haben. Meine politische Sicht habe ich Ihnen dargelegt, wobei ich Ihnen, sofern Sie mir Ihre Anschrift mitteilen, die eingangs erwähnte Persönliche Erklärung gerne zukommen lasse. Außerdem würde ich Sie, sehr geehrte Frau , gerne persönlich kennenlernen. Es wäre schön, wenn Sie mit meinem Büro einen Termin vereinbaren würden. Bei dieser Gelegenheit würde ich Ihnen gerne anhand von weiteren Beispielen konkret veranschaulichen, wie die durch mein jahrelanges ehrenamtliches Engagement - unter anderem in der Arbeiterwohlfahrt - gewonnene Praxiserfahrung die tägliche Arbeit als Abgeordneter bereichern kann.

Weitere Informationen erhalten Sie auf meiner Homepage www.christian-kleiminger.de sowie durch meine wöchentliche Kurzinformation "Kleimingers Wochenpost", die Sie gerne über meine Internetseite beziehen können. Informationen auch auf www.twitter.de und www.facebook.de


Mit freundlichen Grüßen
Ihr Bundestagsabgeordneter

Christian Kleiminger
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Frage zum Thema Sicherheit
16.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Kleiminger,

nachdem das Bundesverfassungsgericht das von der Bundesregierung eingebrachte Luftsicherheitsgesetz für verfassungswidrig erklärt hat, äußerte sich Verteidigungsminister Franz Josef Jung in einem Interview mit dem Focus vom 17.09.2007 zum Abschuss von Passagierflugzeugen wie folgt: "Deshalb müsste ich im Notfall vom Recht des übergesetzlichen Notstands Gebrauch machen: Wenn es kein anderes Mittel gibt, würde ich den Abschuss Befehl geben, um unsere Bürger zu schützen."
Selbst der Verband der Jetpiloten forderte seine Mitglieder auf, einem solchen Befehl des Verteidigungsministers nicht Folge zu leisten, weil dies "der Aufforderung zur Erfüllung eines rechtswidrigen Befehls gleichkomme". (vgl. Spiegel v. 17.09.2007)
In der Folge brachte die FDP am 11.10.2007 den Antrag in den Deutschen Bundestag ein, diese Äußerung des Verteidigungsministers - in der er sich über das höchste bundesdeutsche Gericht stellt - durch den Bundestag zu missbilligen.

Sie haben gegen diesen Antrag gestimmt.
1. Warum?
2. Wie stehen Sie als Jurist und Abgeordneter, der unserer Verfassung und damit dem Rechtsstaatsprinzip VERPFLICHTET ist, zu dem Konstrukt eines sog. "übergesetzlichen Notstands", mit dem sich u.a. Euthanasie-Ärzte des Dritten Reichs für die Tötung von Behinderten entschuldigt haben?

Mit freundlichen Grüßen

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Ihre Frage an Christian Kleiminger
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