Christa Goetsch (GRÜNE)
Kandidatin Bürgerschaftswahl Hamburg 2008
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Christa Goetsch
Jahrgang
1952
Berufliche Qualifikation
Pädagogin
Ausgeübte Tätigkeit
Studienrätin (beurlaubt), Fraktionsvorsitzende der GAL-Bürgerschaftsfraktion
Wohnort
-
Wahlkreis
Altona , Listenplatz 1, Stimmen (Wahlkreis): 21.831, 15,8%
Landeslistenplatz
1
Ich bedaure, dass Sie sich von den Wahlplakaten belästigt fühlen. Die Plakatdichte am Jungfernstieg und rund um die Alster ist in der Tat sehr hoch, allerdings sind wir GRÜNEN dafür nur zu einem sehr kleinen Teil verantwortlich. (...)
 
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Frage zum Thema Umwelt
16.01.2008
Von:

Hallo Frau Goetsch,

vor 10 Tagen nahm GAL-Sprecherin Anja Hajduk in einem Interview mit der Mopo Stellung zur Senatsbildung im Anschluss an die Bürgerschaftswahl. Sie erklärte bei dieser Gelegenheit, dass die Grünen, falls keine rot-grüne Mehrheit für eine Senatsbildung verfügbar sei, mit der CDU Gespräche über eine Koalition geführt würden.

Nach aktuellen Umfragen ist eine rot-grüne Mehrheit nicht wahrscheinlich. Also müssen wir annehmen, dass es zu einer schwarz-grünen Koalition kommt, falls sich nicht CDU und SPD einig werden, und dass somit die Grünen Ole von Beust zu einer weiteren Amtszeit verhelfen werden.

Nach dem Interview von Anja Hajduk und der Inaussichtstellung von Schwarz-Grün sind die Umfragewerte für die Grünen stark eingebrochen.
Sie haben nun in starken Worten die CDU für ihre Politik angegriffen und erklärten, "derzeit" gebe es keine Grundlage für Schwarz-Grün.

Sie versichern uns / dem Hamburger Wähler jedoch nicht, dass Sie eine solche Koalition ausschliessen, und wir müssen deshalb glauben, dass sie weiterhin im Raum steht.

Ebensowenig erklären Sie, dass Sie an der Position der Grünen, mit der von Ihrer Partei die Weichen für eine weitere Amtszeit des CDU-Senats gestellt werden, etwas ändern werden: an der Ausgrenzung der Linken aus jeglicher politischen Zusammenarbeit, etwa einer Tolerierung von Rot-Grün durch die Linke.

Schwarz-Grün kann ich mit Blick auf die Erfahrungen mit der Altonaer Bezirksregierung nur als Untergang jeglicher ökologischen Politik betrachten: ich beobachtete hier u.a. den Rückbau von verkehrsberuhigten Zonen und ein Radwegenetz in katastrophalem Zustand. In Bezirken, die nicht grün mit-regiert wurden, habe ich mehr .Aktivitäten zugunsten des Umweltschutzes beobachten können.

Abschliessend deshalb meine Frage(n):

1) schliessen Sie eine schwarz-grüne Koalition definitiv aus?

2) sind Sie bereit den Schritt für eine Alternative zu einem CDU-Senat zu tun, und die Option für eine Zusammenarbeit mit der Linken einzuräumen?

mit Grüßen / GW
Antwort von Christa Goetsch
4Empfehlungen
17.01.2008
Christa Goetsch
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Als grüne Spitzenkandidatin will ich grüne Politik nach vorne bringen. Ich will mit unseren Inhalten überzeugen und die Hamburgerinnen und Hamburger dafür gewinnen, GRÜN zu wählen. Für die Zukunft unserer Stadt haben wir in den letzten Jahren gute Konzepte entwickelt: Gegen die soziale Spaltung, für eine gute Bildung für alle Kinder, für effektiven Klimaschutz und Arbeitsplätze, für die Gestaltung Hamburgs als Einwanderungsstadt. Ich würde mich freuen, wenn Sie mal reinschauen unter diesem Link ist viel Grünes versammelt: www.hamburg-kreativestadt.de . Anregungen sind herzlich willkommen!

Unabhängig davon wird sich nach der Wahl die Fragen nach Bündnissen stellen. Die Zeiten der CDU-Alleinregierung sind (zum Glück) dahin. Der nächste Bürgermeister wird einen Koalitionspartner brauchen. Und die Stimmung hat sich inzwischen so weit gewandelt, dass der nächste Bürgermeister hoffentlich gar nicht mehr von der CDU gestellt wird. Die Bildung eines grün-roten Senats ist greifbar geworden. Mit der SPD gibt es die meisten politischen und inhaltlichen Übereinstimmungen. Doch Sie fragen zu Recht: Und wenn es doch nicht reicht? Dann werden wir sicherlich in Gesprächen ausloten, wie groß die Bereitschaft der CDU ist, bei entscheidend Fragen ihre Politik umzukehren. Ist die CDU bereit gegen die soziale Spaltung in der Stadt anzugehen? Gibt es eine gerechte Schule, bei der die Kinder nicht nach Arm und Reich sortiert werden und alle Talente eine Chance haben? Was passiert mit dem Kohlekraftwerk in Moorburg? Sollen die Autos weiter Vorrang in der Verkehrpolitik haben? Und was ist mit der Integration von EinwanderInnen? Und schließlich: Wie will die CDU in Zukunft einen menschlichen Umgang mit Flüchtlingen pflegen? Ich habe persönlich große Zweifel, dass die Hamburger CDU zu einer solchen Bewegung in der Lage wäre. Und je mehr solche Fragen gestellt werden und je mehr nach Inhalten und Übereinstimmungen gesucht wird, desto deutlicher wird die Idee von schwarz-grün zu einem unwirklichen Phantombild. Und sie können sich sicher sein: Jedem denkbaren Koalitionsvertrag, auch mit der SPD, muss die grüne Basis - also unsere Landesmitgliederversammlung - zustimmen. Und die ließe nichts durchgehen, nur weil "grün" draufsteht - da müsste auch ordentlich grün drin sein. Unterm Strich: Wir wollen gestalten. Aber eine Regierungsbeteiligung um jeden Preis wird es mit den Grünen nicht geben - nicht mit der SPD und schon gar nicht mit der CDU! Wir sind auch in der Opposition schlagkräftig!
Eine Option mit der Linken sehen ich und auch unser Parteitagsbeschluß nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Christa Goetsch
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft
18.01.2008
Von:

Hallo Frau Goetsch,

wenn ich morgens am Jungfernstieg auf meinen Bus warte, kann mir der Tag schon verleidet sein, denn ich bin umringt von "Ole" Plakaten und einträchtig dazwischen stehen Plakate von Ihnen! Werde ich da schon auf unsere zukünftige Koalition eingestimmt? Wer ist für diese Plakatierungsform verantwortlich? Nirgends findet man eine derartige Plakatdichte, jeder Baum ist doppelt "bepflastert" mit vielen CDU- und etwas weniger GAL-Plakaten und ganz am Rand findet man das eine und andere SPD-Plakat! Am Gänsemarkt sieht es ähnlich aus.

Soll das Hamburgs Zukunft sein?
Antwort von Christa Goetsch
1Empfehlung
25.01.2008
Christa Goetsch
Sehr geehrte Frau ,

ich bedaure, dass Sie sich von den Wahlplakaten belästigt fühlen. Die Plakatdichte am Jungfernstieg und rund um die Alster ist in der Tat sehr hoch, allerdings sind wir GRÜNEN dafür nur zu einem sehr kleinen Teil verantwortlich. Für uns ist die Plakatierung eine gute Möglichkeit, viele Menschen in der Stadt mit unseren Veranstaltungsankündigungen und ab dem 25. Januar (ab dann ist es erst erlaubt) mit unseren Themen zu erreichen.

Das "Nebeneinander" von Plakaten ist mitnichten eine Koalitionsaussage. Da SPD und CDU sehr viel früher als wir mit der Plakatierung angefangen haben und wir auch wesentlich weniger Plakate in die Stadt stellen, sind unsere Plakatierer auf die "Lücken" angewiesen gewesen, die SPD und CDU noch gelassen hatten, dort wurden dann die Plakate aufgestellt - ungeachtet dessen, was in der Nähe stand. Im übrigen werden die Aufstellorte der Plakate durch die Bezirksämter genehmigt.

Mit freundlichem Gruß
Christa Goetsch
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Frage zum Thema Gesundheit / Verbraucherschutz
18.01.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Goetsch,

als Bewohner des Stadtteils Altona würde es mich interessieren, wie Sie zu der derzeit in Deutschland ausgeübten Drogenpolitik, im Speziellen zu der Cannabisthematik stehen.

Halten Sie die Prohibition von Cannabis für ein akzeptables Mittel um die Jugend zu schützen? Dazu möchte ich sagen, dass womöglich eine hohe Zahl an jungen Cannabiskonsumenten im Raum Leipzig noch sehr lange an ihrer Bleiintoxikation von letztem Spätsommer zu laborieren haben werden.
In meinen Augen wäre so etwas nicht geschehen, wenn die Cannabisabgabe nicht dem Schwarzmarkt obliegt sondern der Bundes- oder der Länderregierung.

Halten Sie es für zeitgemäß Cannabiskonsumenten, die aufgrund therapeutischer Zwecke Hanf züchten, besitzen und anwenden zu kriminalisieren und wegzusperren? Hanf ist eine uralte Nutzpflanze und die Kenntnis der therapeutischen Anwendung ist der Menschheit schon seit vielen hundert Jahren bekannt.

Am 17. Januar schreibt Frau Sabine Bätzing bei abgeordnetenwatch.de auf die Frage von Frau Schneider unter anderem: "Es macht mir Sorge, dass viele Bürgerinnen und Bürger unseres Landes in Cannabis noch immer eine "harmlose" Droge sehen und sich für dessen Legalisierung einsetzen."
Macht es Ihnen auch sorgen, dass Leute sich für eine unschuldige Pflanze einsetzen, die ja nichts für ihren psychoaktiven Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol kann?
An einem Missbrauch der Droge kann doch nicht die Pflanze schuld sein. Vielmehr entscheidet es sich meiner Meinung nach bei dem Konsumenten, ob Cannabis "harmlos" oder "gefährlich" ist.
Frau Bätzing spricht von 600.000 Cannabismissbrauchern in Deutschland. Glauben Sie, dass durch die aktuelle Drogenpolitik diesen Menschen langfristig geholfen beziehungsweise ein Anstieg der Zahl von Menschen mit einem bedenklichem Konsummuster gestoppt werden kann? Oder wären Sie eher der Annahme, dass eine offene und ehrliche Diskussion zu diesem Thema die Missbrauchsproblematik inhibieren könnte?

Mit besten Grüßen,

Antwort von Christa Goetsch
8Empfehlungen
22.01.2008
Christa Goetsch
Sehr geehrter Herr ,

die GAL setzt sich seit langem für einen weniger ideologischen und dafür mehr an der Gesundheit der KonsumentInnen orientierten Drogen- und Suchtpolitik ein.
Konkret für Hamburg bedeutet das, dass wir uns für ein Modellprojekt Drugchecking einsetzen, damit Verunreinigungen und Fehldosierungen schneller erkannt werden können.
Bundesweit setzen sich die Grünen vor allem für eine Anerkennung von Cannabis als Medizin, für die Fortführung des Heroinmodellprojektes als Teil des gesetzlichen Leistungskatalogs und eine Entkriminalisierung von Cannabis ein.
Nach unserer Vorstellung könnte Cannabis dann ab dem 18. Lebensjahr legal in lizenzierten Fachgeschäften erworben werden. Dadurch würde dem Schwarzmarkt weitestgehend die Grundlage entzogen, der Reiz des Verbotenen für Jugendliche gemildert und die Qualität des Produktes überprüfbar. Zusätzlich könnten Cannabissteuern genutzt werden, um Hilfsangebote für diejenigen, die einen problematischen Konsum zeigen, zu finanzieren.

Gerade Kinder und Heranwachsende sollten unserer Meinung nach allerdings möglichst keine bewusstseinsverändernden Substanzen konsumieren. Für Kinder und Jugendliche, die mit Rauschmitteln persönliche Probleme zu betäuben versuchen und es nicht beim jugendtypischen Probierkonsum belassen, brauchen wir mehr interdisziplinäre Hilfsangebote. Eine reine Medizinalisierung auch des Cannabiskonsums im Kinder- und Jugendalter lehnen wir ab.

Mit freundlichen Grüßen

Christa Goetsch
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Frage zum Thema Energie
19.01.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Goetsch,

2008 ist Castorjahr. Im November werden wieder Atomkraftgegner aus ganz Europa mit Demonstrationen und Blockaden gegen ein mögliches Endlager vor Hamburgs Toren direkt an der Elbe in Gorleben protestieren. Niedersächsische Grüne wie Rebecca Harms, Vertreter der Bundespartei wie Reinard Bütikofer, die Grüne Jugend etc. waren beim letzten Transport vor Ort aktiv.
Prominente Vertreter der GAL oder eine Mobilisierung in Hamburg durch den Hamburger Landesverband sind mir hingegen nicht aufgefallen.

Werden sie (auch als 2. Bürgermeisterin) an den Aktionen im Wendland in diesem Jahr teilnehmen?
Haben sie sich in der Vergangenheit für die Proteste und Blockaden im Wendland oder anderswo engagiert?
Waren Sie anderweitig in der AntiAtomkraftbewegung aktiv?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Christa Goetsch
5Empfehlungen
18.02.2008
Christa Goetsch
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Atomkraft ist und bleibt eine lebensbedrohliche und unkontrollierbare Technik und wir müssen alles dafür tun, um den Atomausstieg voranzutreiben. Im Wendland habe ich seit Anbeginn der Protestbewegung, aber auch in den letzten Jahren immer wieder an Demonstration in und um Lüneburg teilgenommen, nehme jährlich am Soli-Essen ("Ablassessen") des Rechtshilfefonds teil, mit dem u.a. AnwältInnen für Gorleben-AktivistInnen bezahlt werden, und bin Mit-Aktienbesitzerin des Salzstocks - eine Aktion um weitere Bohrungen zu verhindern. Sie können mir glauben: egal welche Position ich jemals in meinem beruflichen Leben noch besetzen werde, mein Kampf gegen AKWs wird nicht nachlassen, bis auch das letzte AKW abgeschaltet ist. Tatsächlich hat mich kaum eine andere Bewegung derart politisiert wie die Anti-Atomkraft-Bewegung - nicht nur weil mein Sohn genau einen Tag nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl geboren wurde.

Mit freundlichen Grüßen
Christa Goetsch
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Frage zum Thema Wirtschaft
20.01.2008
Von:
Ulf

Liebe Frau Goetsch,

viele grüne Themen sind inzwischen von allen Parteien aufgegriffen worden und haben wohl den Test der Zeit bestanden. Wie sieht es mit der Wirtschaftlichkeit im nächsten Hamburger Haushalt unter einer Rot Grünen Regierung aus, welche zwei drei Schlagworte zu nachhaltigem oder positivem Haushalt können die Grünen gegen CDU oder SPD ins Feld führen?
Antwort von Christa Goetsch
bisher keineEmpfehlungen
25.01.2008
Christa Goetsch
Sehr geehrter Herr ,

Wir wollen erreichen, dass weniger öffentliches Geld in Beton für den Hafen fließt und mehr für Kitas, Schulen und Hochschulen zur Verfügung steht. Und wir wollen mit dem Vermögen der Stadt so umgehen, dass es nicht verkauft und vermindert wird, sondern auf zukunftsbezogene Aufgaben konzentriert wird, wie z.B. in eine Hamburger Stiftung für Wissenschaft und Forschung.

Mit freundlichen Grüßen
Christa Goetsch
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Ihre Frage an Christa Goetsch
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