Charlotte Schneidewind-Hartnagel (DIE GRÜNEN)
Kandidatin Bundestagswahl 2009
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Angaben zur Person
Charlotte Schneidewind-Hartnagel
Jahrgang
1953
Berufliche Qualifikation
Diplom-Betriebswirtin (FH)
Ausgeübte Tätigkeit
Freie Journalistin
Wohnort
-
Wahlkreis
Rhein-Neckar
Ergebnis
10,6%
Landeslistenplatz
13, Baden-Württemberg
(...) Ihr Wunschergebnis wäre auch meines aber das wird der kommende Sonntag wohl nicht hergeben. Für mich persönlich ist eine Koalition mit der Linken denkbar, wenn sie Regierungsverantwortung übernehmen wollen, was sie zur Zeit noch ablehnen.. (...)
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Frage zum Thema Soziales und Familie
04.09.2009
Von:

Guten Tag, Frau Schneidewind-Hartnagel.

Ich würde gerne wissen, wie Sie und Ihre Partei zum Thema "Bedingungsloses Grundeinkommen" stehen. Gibt es Interesse, generell sich mit dem Thema näher zu befassen oder liegt das momentan (noch?) ausser Reichweite ?
Danke für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen,
Müller
Antwort von Charlotte Schneidewind-Hartnagel
1Empfehlung
06.09.2009
Charlotte Schneidewind-Hartnagel
Guten Tag Herr Müller,

Bündnis90/Die Grünen beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit dem "Bedingungslosen Grundeinkommen " und hat mit der Forderung nach einer eigenständigen und bedingungslosen Kindergrundsicherung im Wahlprogramm bereits einen ersten Schritt getan.
Ich selber befürworte das "Bedingungslose Grundeinkommen", weil es für mich einen neuen Denkansatz für einen zukunftsfähigen und emanzipatorischen Gesellschaftsentwurf bedeutet. Wir könnten damit einen neuen Sozialstaat gestalten, der ermutigt, Chancen bietet, teilhaben lässt und frei macht. Einen Sozialstaat, der jedem Menschen seine Würde lässt. Es könnte der grüne Sozialstaat der Zukunft sein.
Weitere Informationen finden Sie auf meiner Homepage ( www.charlotte2009 ) .Einen guten Überblick über alle grünen DirektkandidatInnen, die ebenfalls ein Grundeinkommen befürworten, finden Sie unter ( www.grundeinkommen-ist-waehlbar.de ).

Mit grünen Grüßen
Ihre
Charlotte Schneidewind-Hartnagel
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
07.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Schneidewind-Hartnagel,

in den vergangenen Jahren wurden auf Bundesebene verschiedene Gesetze und Gesetzesanpassungen beschlossen, welche die Befugnisse zur Überwachung der Bürgerinnen und Bürger seitens des Staates stark ausweiten sowie den freien Meinungs- und Informationsaustausch im Rahmen des Artikel 5 Grundgesetz speziell im Internet gefährden. Hierzu zählen insbesondere die Vorratsdatenspeicherung, die Integration biometrischer Daten wie den Fingerabdrücken in Ausweisdokumente, die Online-Durchsuchung von PCs und das Zugangserschwerungsgesetz. Darüber hinaus verfehlt speziell das Zugangserschwerungsgesetz nach der Meinung verschiedener unabhängiger Experten wie auch des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags das eigentliche Ziel und bewirkt sogar das Gegenteil – nämlich die Warnung der Täter während die eigentlichen strafbaren Inhalte verfügbar bleiben.

Wie stehen Sie zu den genannten Maßnahmen und Gesetzen? Was sagen Sie zu den von verschiedenen Seiten vorgetragenen Wünschen und Vorschlägen zur Verschärfung dieser Gesetze, beispielsweise die Ausweitung der Internetsperrlisten auf Urheberrechtsverstöße bzw. rechts- und linksextreme Seiten?

Werden Sie sich als neu gewählte Bundestagsabgeordnete für ein Ende dieser gefährlichen Symbolpolitik und für eine entsprechende Anpassung dieser Gesetze bei Bewahrung aller rechtsstaatlichen Grundsätze einsetzen? Werden Sie sich gleichzeitig für eine bessere Ausstattung der Strafverfolgungsbehörden zur Kriminalitätsbekämpfung mit rechtsstaatlichen Mitteln werben?

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antworten und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Charlotte Schneidewind-Hartnagel
4Empfehlungen
09.09.2009
Charlotte Schneidewind-Hartnagel
Guten Tag Herr ,

ich habe mich sofort an einer Sammelklage gegen die Vorratsdatenspeicherung beteiligt und bin immer noch erstaunt, dass sich nicht eine viel größere öffentliche Protestbewegung gegen diese Art der Staatsüberwachung entwickelt hat. Vielleicht ist vielen gar nicht klar, was die Vorratsdatenspeicherung tatsächlich bedeutet. Auf meiner Hompage www.charlotte2009.de findet sich unter der Rubrik "Fischzüge im Netz" ein Videoclip, der sehr anschaulich wiedergibt, was da mit uns gemacht wird. Wir wollen das Internet als freien Kommunikationsraum erhalten und schützen aber das heißt nicht, dass das Internet ein rechtsfreier Raum ist. Das war es auch noch nie. Wir sprechen uns aber gegen eine zunehmende Überwachung des Internets aus, sei es durch Filter, durch die Vorratsdatenspeicherung oder die heimliche Online-Durchsuchung. Wir wollen Straftaten konsequent verfolgen, dies aber immer auf dem Boden unseres Rechtsstaates tun. Im Urheberrecht wollen wir neue Wege gehen und einen fairen Ausgleich zwischen Kreativen und Internetnutzern sicherstellen, die die zunehmende Verfolgung beenden und zukünftige Einnahmen durch eine Pauschalabgabe verhindern. Den Aufbau einer umfassenden Sperrinfrastruktur, wie sie zur Sperrung von Kinderporno-Seiten als Problemlösung dargestellt wird, lehnen wir ab. Für uns gilt: Löschen vor Sperren und effiziente Strafverfolgung für die Herstellung und Verbreitung. Die dazu notwendigen Mittel für die Strafverfolgungsbehören gilt es von der Bundesregierung in ausreichendem Maße bereitzustellen. Dafür werden ich und Bündnis90/Die Grünen sich im Bundestag einsetzen.

Mit grünen Grüßen
Charlotte Schneidewind-Hartnagel
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Frage zum Thema Wirtschaft
11.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Schneidewind-Hartnagel,

während der rotgrünen Regierungszeit hat die Partei der Grünen u.a. bei der Liberalisierung der Finanzmärkte durch Veränderung entsprechender Gesetze als treibende Kraft mitgewirkt! Diese Gesetzesänderungen haben doch das Wirken von Hedgefonds auch in der deutschen Wirtschaft erst möglich gemacht. Sie sind zwar nicht Ursache der derzeitigen Weltwirtschaftskrise, aber doch Ausdruck und somit Teil davon! Ist die Partei der Grünen bereit und in der Lage, politische Lehren aus dieser fatalen Fehleinschätzung zu ziehen?

Gibt es bei den Grünen, bzw. bei Ihnen selbst, außer der Idee einer industriellen Trendwende, z.B. umweltverträgliche Technologien voranzubringen und so wieder Arbeitsplätze zu schaffen, auch die Bereitschaft, das derzeitige Wirtschafts- und wertesystem als Wegbereiter dieser katastrofalen Auswüchse grundsätzlich kritisch zu hinterfragen? Gerade formieren sich die weltweiten Finanzmärkte und ihre Macher wieder neu, um das gleiche Spiel von vorne zu beginnen, nach dem ihnen hilflos wirkende Politiker mit Steuermitteln wieder auf die Beine geholfen haben!

Sie persönlich stehen politisch für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein. Das ist fast schon visionär gedacht, aber es gefällt mir, weil so die Bedeutung von Leben und Arbeiten neu definiert wird. Aber ist z.B. diese Forderung innerhalb der Partei der Grünen überhaupt mehrheitsfähig?

Ich vermisse in Hinblick auf die anstehende Bundestagswähl klare Bekenntnisse der Grünen auch zum Schlüsselthema Sozialpolitik! Es sei daran erinnert, daß Hartz 4 und seine traurigen Folgen für immer mehr schuldlos Betroffene ohne die Zustimmung der Grünen auch nicht möglich gewesen wäre. Wie sehen Sie das?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Charlotte Schneidewind-Hartnagel
3Empfehlungen
16.09.2009
Charlotte Schneidewind-Hartnagel
Guten Tag Herr ,

Zu Teil 1 ihrer Frage:
Das Wirken der Finanzmärkte in den vergangenen Jahren war auch in den nichtkrisenhaften Zeiten schon problematisch. Deshalb ist es jetzt höchste Zeit, einen effektiven Ordnungsrahmen für die globale Wirtschaft zu schaffen, der die Märkte in den Dienst sozialer und ökologischer Entwicklungen stellt. In Zukunft muss das Prinzip gelten: alle Produkte müssen in die Finanzmarktordnung und -aufsicht einbezogen werden. Es darf nicht sein, dass ausserhalb der Börsen und fernab jeder Aufsicht rund 95 Prozent der Finanzgeschäfte abgewickelt werden. Wir wollen die Einführung einer europäischen Finanzumsatzsteuer, die den Finanzsektor an der Finanzierung des Gemeinwohls beteiligt und die Spekulationen bremst. Steuerliche Privilegien für Finanzprodukte lehnen wir ab. Die Finanzmarktaufsicht muss unabhängiger und schlagkräftiger gemacht werden und wir brauchen dringend verbindliche Regeln für die Rating-Agenturen.

Zu Teil 2 :
Wir wollen die Verbindung gesellschaftlicher Anliegen mit unternehmerischem Handeln unterstützen. In der Grünen Marktwirtschaft wollen wir die solidarische Ökonomie, in der sich die Freiheit selbstbestimmten Handelns und Demokratie mit sozialer Gerechtigkeit verbindet, gezielt fördern und weiter entwickeln. Dazu gehört zum Beispiel eine institutionelle Verankerung der Förderung der Solidarischen Ökonomie im Arbeits- und Sozialministerium. Wir wollen die genossenschaftliche Rechtsform entbürokratisieren und die Diskriminierung von Gemeinschaftsunternehmen bei Gründungs- und Förderprogrammen beenden.

Zu Teil 3:
Es liegt an Grünen wie mir, sie mehrheitsfähig zu machen!

Zu Teil 4:
Ich gebe Ihnen Recht, es sind Fehler gemacht worden aber Fehler können erkannt und korrigiert werden. Ich habe mich deshalb auch als Delegierte des KV Odenwald-Kraichgau bei der Programmdiskussion dafür eingesetzt die Korrekturen an HartzIV, wie sie jetzt in unserem Programm verankert sind (Erhöhung des Schonvermögens, Anhebung des Regelsatzes auf 420.- Euro, Zuverdienst bis 400.- Euro, keine Anrechnung des Partnereinkommens) durchzusetzen.Ebenso ist die Forderung nach einer eigenständigen und bedingungslosen Kindergrundsicherung und die Garantierente von mir vehement unterstützt worden.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen damit ansatzweise beantworten und bedanke mich für Ihr Interesse. Weitere Informationen und Stellungnahmen finden Sie auf meiner Homepage www.charlotte2009.de .

Mit herzlichen und grünen Grüßen

Ihre
Charlotte Schneidewind-Hartnagel
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Frage zum Thema Außenpolitik
25.09.2009
Von:

Hallo Frau Schneidewind Hartnagel,

ich hoffe zwar , dass sich meine Frage am Sonntag erübrigt, ( weil Sie mit der SPD die absolute Mehrheit bekommen, mein Wunschergebnis wäre grün 28 und Spd 25 % :-)). ) trotzdem möchte ich sie Ihnen gerne stellen.

Wäre es für Sie perönlich denn denkbar mit den Linken zu koalieren und wenn ja was müssten die Linken Ihres Erachtens tun um koalitionsfähig zu sein.
Antwort von Charlotte Schneidewind-Hartnagel
bisher keineEmpfehlungen
25.09.2009
Charlotte Schneidewind-Hartnagel
Guten Tag Herr ,

ihr Wunschergebnis wäre auch meines aber das wird der kommende Sonntag wohl nicht hergeben. Für mich persönlich ist eine Koalition mit der Linken denkbar, wenn sie Regierungsverantwortung übernehmen wollen, was sie zur Zeit noch ablehnen..

Mit grünen Grüßen
Charlotte
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Ihre Frage an Charlotte Schneidewind-Hartnagel
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