Carsten Heeder (SPD)
Kandidat Bürgerschaftswahl Hamburg 2011
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Carsten Heeder
Jahrgang
1973
Berufliche Qualifikation
Dipl.-Wirtschaftsinformatiker (FH)
Ausgeübte Tätigkeit
Angestellter
Wahlkreis
Bramfeld - Farmsen-Berne , Listenplatz 5, Stimmen (Wahlkreis): 7.758, 4,0%
Landeslistenplatz
keinen
Ich fahre auch Auto; am meisten stört mich daran aber, dass sich mir die öffentlichen Verkehrsmittel eigentlich viel zu selten als bessere Alternative anbieten. Als "Melkkuh" fühle ich mich jedoch nicht; das liegt vielleicht daran, dass ich einen relativ günstigen Kleinwagen fahre. (...)
 
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Frage zum Thema Verkehr und Mobilität
18.01.2011
Von:

Sehr geerter Herr Heeder,

ich möchte von Ihnen wissen, wie sie zur geplanten Stadtbahn (Straßenbahn) stehen.

Wir Bramfelder warten seit Jahrzehnten auf eine Anbindung durch eine Schnellbahn an das S- oder U-Bahnnetz in die Innenstadt.
Was soll da die Straßenbahnanbindung zur Kellinghusenstraße?
Wozu brauchen wir im späteren Gesamtnetz Straßenbahnlinien durch die Innenstadt?

Hamburg hat 25 Milliarden Schulden und verschuldet sich mit fast 2 Milliarden neu.
Überall wird im sozialen Bereich gespart.
Muss da ein Großprojekt mit unübersehbaren Folgekosten in den nächsten Jahren gestartet werden.

Ich würde mich über eine klare Meinungsäußerung von Ihnen freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Carsten Heeder
1Empfehlung
18.01.2011
Carsten Heeder
Sehr geehrter Herr ,

auch ich habe mich seinerzeit über die geplante Streckenführung zur Kellinghusenstraße sehr gewundert und finde auch, dass eine Verbindung in die Innenstadt für Bramfeld/Steilshoop sinnvoller wäre.

Meine Wandsbeker Bezirksfraktion und somit auch ich haben sich unter folgenden Bedingungen für die Stadtbahn ausgesprochen:

  • Es ist zu bemerken, dass die Finanzierung des Gesamtprojekts vor dem Hintergrund der derzeitigen Haushaltslage unserer Stadt eine große Herausforderung darstellt und einer genauen Prüfung bedarf. Das Einwerben von Bundesmitteln zur Finanzierung des ersten Abschnittes halten wir für eine wesentliche Voraussetzung. Auch wird es ganz entscheidend darauf ankommen, weite Teile der Hamburgerinnen und Hamburger von dem Projekt zu überzeugen. Gegen den Wiederstand großer Teile der Hamburger Bevölkerung wird das Projekt nicht durchsetzbar sein.

  • Mit der vorliegenden Trassenplanung ist die schienengebundene Anbindung Bramfelds und Steilshoops an die Hamburger Innenstadt aus unserer Sicht nicht abschließend gelöst. Nach wie vor muss die oben erwähnte umsteigefreie Verbindung Ziel der weiteren Ausbauplanungen der Stadtbahn sein.

  • Weiter ist eine baldige Erweiterung des Linienweges der entstehenden Stadtbahn bis Farmsen und Rahlstedt notwendig, gerade auch um den überlasteten und verspätungsanfälligen straßengebundenen ÖPNV (etwa die MetroBus-Linie 26) in diesem Bereich zu entlasten und so eine attraktive Anbindung an das bestehende U-Bahn-Netz (U1, Haltestelle Farmsen) zu schaffen.

  • Zu berücksichtigen ist weiter, dass mit der Einführung der Stadtbahn im Bezirk keine Verschlechterung des bisherigen ÖPNV-Angebots einhergehen darf. Genau diese Befürchtung besteht jedoch aufgrund der derzeitigen Pläne, den Betrieb der MetroBus-Linie 7 einzuschränken oder gar einzustellen. Diese Buslinie stellt nicht nur für viele Menschen aus den Wohnquartieren rund um die Fuhlsbüttler Straße eine attraktive Anbindung an den ÖPNV dar, sie hat auch für die Einwohner Steilshoops eine große Bedeutung. Die Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe entlang der Fuhlsbüttler Straße stellen für viele Bürgerinnen und Bürger aus Steilshoop das nächstgelegene Zentrum dar, das sie mit der MetroBus-Linie 7 ohne umzusteigen und daher bequem erreichen können. Einen gleichwertigen Ersatz kann eine Stadtbahn mit Anbindung an die S-Bahn am Rübenkamp nicht bieten. Eine ersatzlose Einstellung der MetroBus-Linie 7 ist in unseren Augen daher nicht akzeptabel.

Ich denke nicht, dass die alternativlose Ablehnung der Stadtbahn (und stattdessen die Forderung nach der vielfach vorsprochenen U-Bahn) die Herausforderungen an die Mobilität in einer wachsenden Stadt für die Zukunft beantworten kann. Aber es scheint mir so, dass der Wille der Bürgerinnen und Bürger, sich an dieser Diskussion zu beteiligen, sehr groß ist und finde, man sollte diese Chance ergreifen und durch Anwendung moderner Beteiligungsmethoden Lösungen erarbeiten, mit denen sich eine überwiegende Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger arrangieren kann. Dies muss Politik - besonders angesichts eine solchen Investitionsvolumens - in Zukunft besser machen. Ich finde, die SPD hat gerade im letzten Jahr durch zahlreiche "Hamburg gestalten"-Veranstaltungen gezeigt, dass sie dies kann.

Ob nun irgendwann eine Stadt- oder U-Bahn nach Bramfeld/Steilshoop fährt oder nicht: Schon jetzt könnte man einiges am bestehenden Busnetz verbessern. Hierzu hat die Verkehrs-AG des Stadtteilbeirats Steilshoop ein (überparteiliches) Konzept erarbeitet, das ich unterstütze und an dieser Stelle gern nenne:
www.lebeninsteilshoop.de

Mit freundlichen Grüßen

Carsten Heeder
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Frage zum Thema Verkehr und Mobilität
18.01.2011
Von:

Guten Tag Herr Heeder,

was wird die SPD, so sie denn die Bürgerschaftswahl gewinnt, tun, um die Strassen in der Hansestadt wieder flott zu bekommen?

Ich als Autofahrer fühle mich als Melkkuh, Ständig wird zu lasten der Autofahrer irgendeine Steuer erhöht, um andere Löcher zu stopfen. Damit muss m.E. nun Schluss sein. Nun fordere ich als Steuerzahler und Autofahrer: Sofortige Sanierung der Strassen Hamburgs.

Gruß
Antwort von Carsten Heeder
1Empfehlung
18.01.2011
Carsten Heeder
Sehr geehrter Herr ,

ich fahre auch Auto; am meisten stört mich daran aber, dass sich mir die öffentlichen Verkehrsmittel eigentlich viel zu selten als bessere Alternative anbieten. Als "Melkkuh" fühle ich mich jedoch nicht; das liegt vielleicht daran, dass ich einen relativ günstigen Kleinwagen fahre.

Das SPD-Regierungsprogramm für Hamburg sieht in einem intakten Straßennetz einen wesentlichen Bestandtteil der Verkehrsinfrastruktur. Hierzu soll ein neuer Verkehrsentwicklungsplan (der Letzte stammt aus dem Jahr 2000) unter Berücksichtigung der Interessen der Bürgerinnen und Bürger und der Wirtschaft erarbeitet werden. Weiterhin stehen ein kostenbewußtes und funktionierendes Straßenerhaltungsmanagement sowie eine Stärkung des Fahrradverkehrs im Fokus.

Ihrer Forderung nach "sofortiger Sanierung der Strassen" kann ich mich im Prinzip anschließen, denn Flickschuhsterei kommt uns hier nachweislich langfristig teurer zu stehen. Ganz abgesehen davon kenne ich mindestens zwei Menschen, die im letzten Jahr Knochenbrüche wegen löchriger Fahr- und Gehwege erlitten haben. Aber wohl kaum wird es gelingen, alle Straßen und Wege Hamburgs gleichzeitig zu sanieren.

Ich habe von Internetangeboten anderer Kommunen gelesen, bei denen Bürgerinnen und Bürger Straßen, die sich in einem schlechten Zustand befinden, melden können. Daraufhin wird eine Eingangsbestätigung sowie ein Feedback verschickt, wie mit der Meldung weiter verfahren wird. Dies kann im günstigsten Fall bedeuten, dass mitgeteilt wird, dass die Straße sich bereits kurz vor der Sanierung befindet. In anderen Fällen wird etwa mitgeteilt und begründet, dass sich die gemeldete Straße weiter hinten auf der Prioritätenliste befindet. Ich denke, hier sind in Hamburg die Möglichkeiten der Verwaltung, einen Dialog mit der Bevölkerung zu führen und ihre Handlungen transparent zu machen, längst noch nicht ausgeschöpft (Stichwörter "Open Data" und "Open Government").

Mit freundlichen Grüßen

Carsten Heeder
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