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Mit Interesse verfolge ich die gegenwärtigen Entscheidungen zur Verbindungsdatenspeicherung im Internet. Mir scheint, dass mit Verweis auf Terroristen und Pädophile, jede noch so unpopuläre Massnahme begründet wird. Dabei sind diese Datensammlungen gegen diese beiden Personengruppen höchst ineffektiv - siehe z.B. Erfolge der USA durch Daten über Flugpassagiere (gegen 0) oder Handy-Überwachungserfolge (verschwindend gering).
Was bleibt also nach vielleicht ein paar Anfangserfolgen übrig? Die "Bösen" werden ihre Kommunikation verschleiern, ins Ausland verlagern oder Software benutzen, um Verbindungsdaten unverdächtig erscheinen zu lassen.
Die normale Internet-Benutzerin hingegen, die froh ist einen Computer bedienen zu können, wird gläsern. Allein schon über die besuchten Websites lässt sich ein sehr intimes Profil über jeden Bürger erstellen:
Babybutt - Oh, wir erwarten ein Kind?
Amnesty International - eine Querulantin,
emule.org - ein Musikdieb,
Seitensprünge.de - immer her mit den schmutzigen Details, vielleicht kann man sie damit bei Bedarf erpressen.
Sehen Sie wohin das führt? Einmal im Leben eine falsche Website angesurft - schon bekommt man den virtuellen Stempel fürs Leben aufgedrückt. Ich mache mir keine Illusionen darüber, dass diese einmal erhobenen Daten nach 6 Monaten gelöscht werden - dazu sind sie viel zu wertvoll. Zwangsläufig werden sie auch in die falschen Hände gelangen und mißbraucht werden. Zu groß ist die Verlockung dafür - also wird es auch undichte Stellen oder Hacks geben.
Was für Politiker und VIPs bekommen wir dann?
Computeruntüchtige, die keine Spuren hinterlassen, die sie angreifbar machen? Kriminelle, die ihre Kommunikation schon immer verschleiert haben? Lobbyisten, die durch Erpressung mit ihren schmutzigen Geheimnissen alles tun, was man Ihnen sagt?
Für mich ergeben sich daraus Horrorszenarien. Was wollen Sie dagegen tun?
MfG