Björn Böhning (SPD)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Björn Böhning
Jahrgang
1978
Berufliche Qualifikation
Dipl.-Politikwissenschaft
Ausgeübte Tätigkeit
Angestellter
Wohnort
Berlin-Kreuzberg
Wahlkreis
Berlin-Friedrichshain - Kreuzberg - Prenzlauer Berg Ost
Ergebnis
16,7%
Landeslistenplatz
-, Berlin
(...) Haushaltskonsolidierung ist und bleibt für mich ein wichtiges Prinzip der Politik. Im Bund wäre im Jahr 2009 ein ausgeglichener Haushalt möglich gewesen, hätten die spekulativen Gebaren auf den internationalen Finanzmärkten die Finanzplanungen von Peer Steinbrück nicht obsolet gemacht. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Björn Böhning hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
09.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Böhning,

wie beurteilen Sie die Äußerungen Ihres Bundeskanzlerkandidaten, Frank-Walter Steinmeier, gestern in der ARD-Wahl-Arena wonach es für ihn als damaligen Geheimdienstkoordinator und Chef des Bundeskanzleramtes keine Möglichkeiten gegeben habe, Murat Kurnaz nach Deutschland zurückzuholen ( www.spiegel.de
"Es gab keine Möglichkeit, Kurnaz herauszuholen." )?

Sowohl der Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages als auch Presseberichterstattung haben belegen können, dass die damalige US-Regierung mehrmals Herrn Steinmeier angeboten hat, Herrn Kurnaz nach Deutschland zurückkehren zu lassen.

Ich danke für Ihre geschätzte Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
10.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Böhning,

Sie setzen vordergründlich auf soziale Gerechtigkeit, mein tägliches Ärgernis liegt jedoch eher im Straßenverkehr. Aber vielleicht überschneiden sich diese Themen mehr als auf dem ersten Blick erscheinen mag.

Um es auf den Punkt zu bringen: im Verkehr stören mich nicht die anderen Teilnehmer auch nicht die Kreuzungen sondern die Ampel, die dort in Berlin fast immer anzutreffen sind.

FRAGEN: Was halten Sie von Kreisinseln? In wie fern würden Sie den Umbau von Ampel-Kreuzungen in Kreisinseln auch in der Stadt fordern?

In mehren Ländern Europas, besonders West-Europas, ist die Erfahrung schon seit den 1980-ern gemacht worden, dass der Kreisverkehr nicht nur den Autoverkehr vereinfacht sondern auch sehr gut mit dem Verkehr von Fussgängern, Radfahrern und Straßenbahnen zu kombinieren ist. So sorgen die Kreisinseln für eine entspanntere Teilnahme aller Betroffenen am Verkehr und senken erheblich den Ausstoß Natur-toxischer Stoffe sowie die Kosten, besonders für Strom, Infrastruktur und Unfall- und Krankenversicherungen.

In Deutschland jedoch findet diese Alternative bis jetzt nur wenig Anwendungen, die sich meist auf ländlichen Strecken beschränkt.

FRAGEN: Wie kann es Ihrer Meinung nach in Deutschland zu diesem Rückstand gekommen sein? Was sind Sie bereit zu unternehmen?

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und würde mich über eine baldige Antwort sehr freuen.

Mit freundlichem Gruß,
A.
Antwort von Björn Böhning
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21.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

eines gleich vorneweg: Die Verkehrspolitik ist, wie Sie schon richtig bemerken, in der Tat nicht mein Spezialgebiet. Entscheidungen zur Einführung von mehr Kreisverkehren wären in Berlin auch Ländersache, darüber würde also der Senat entscheiden. Derzeit gibt es in Berlin keine Überlegungen, den Kreisverkehr für Kreuzungsbereiche auszudehnen. Ich stimme Ihnen aber zu, dass das in vielen westeuropäischen Ländern erfolgreich eingesetzt wird. Allerdings wesentlich öfter in Kleinstädten als in Großstädten. Für Berlin glaube ich dass es sinnvoller wäre, die Ampelschaltungen weiter zu optimieren. Dazu gehört für mich auch eine stärkere Entzerrung von Fuß-, Rad- und Autoverkehr, die bei der jetzigen Verkehrsführung noch zu oft in gefährliche Konfliktsituationen, insbesondere beim Abbiegen, kommen. Auch beim Verkehrsfluss insgesamt sehe ich hier noch Potenziale.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Böhning
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
14.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Böhning,

die aktuellen S-Bahn-Katastrophen zeigen:
Schlechte Manager richten ein Verkehrsunternehmen zugrunde, egal ob öffentlich-rechtlich oder privatisiert. Meiner Ansicht nach sollte das jedoch nicht der Grund sein, auf eine Bahn-Privatisierung völlig zu verzichten. Wenn man vergleicht: Mit der früher staatlichen Telekom gabs immer viel Ärger. Nun, nach der Privatisierung, muss sie ihre Qualität erhöhen oder die Kunden wandern ab zu den zahlreichen Wettbewerbern.
Solange es echten, möglichst flächendeckenden Wettbewerb gibt, muss die Bevölkerung also nicht allzusehr leiden. Ähnliches müßte stärker auch beim öffentlichen Verkehr organisiert werden. Auf Regionalstrecken funktioniert das ja oft schon sehr gut.

Oft habe ich in Leipzig zu tun. Mit DB gibts da meist hohe Preise und oft lange Verspätungen über 30 Minuten. Daher bin ich froh über den zusätzlichen Betreiber Interconnex. Bei meinen bisherigen etwa 20 Interconnex-Fahrten war der Zug stets pünktlich, nie überfüllt. Die Züge sind sauberer als bei der DB, das Personal wesentlich freundlicher und auch weniger gestresst. Und der Preis für die einfache Fahrt zwischen 12 und 17Euro ist konkurrenzlos günstig ! Leider gibt es bisher nur 2 Fahrten pro Tag. An diesem repräsentativen Beispiel zeigt sich aber: Ein privater Zugbetreiber kann sich für die Bevölkerung sehr positiv auswirken. Die ursprüngliche Absicht der Privatisierung hatte ja gewichtige Gründe: Die Bahn braucht für ihre Modernisierung erhebliches Kapital.
Und als privates Unternehmen könnte sie rationeller gemanagt werden, wenn denn geeignete Manager eingesetzt werden.

Meine Frage: Käme für die SPD langfristig eine kundenfreundliche Bahn-Privatisierung in Betracht, bei der neben den Renditezielen die Sicherheit und Kundenfreundlichkeit oberstes Gebot bleiben? (Das Beispiel Interconnex zeigt: Es ist möglich!)

Danke im voraus und viel Glück als Abgeordneter!
Antwort von Björn Böhning
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17.09.2009
Sehr geehrte Herr ,

Ich bin für eine Daseinsvorsorge in öffentlicher Hand. Größerer Wettbewerb geht nicht automatisch mit einer Qualitätssteigerung einher. Oft ist das Gegenteil der Fall, wie man zum Beispiel bei den Folgen der Bahnprivatisierung in Großbritannien sehen konnte. Ich bin deshalb für eine Bahnreform statt eines vollständigen Bahnverkaufs. Aus ökologischen (Umwelt und Klimaschutz), aus ökonomischen (steigende Energiepreise) und aus sozialen Gründen (Mobilität für alle und Sicherung der Arbeitsplätze) muss der Anteil der Deutschen Bahn (DB AG) am Personen- und Güterverkehr in den Ballungsräumen und in der Fläche deutlich erhöht werden. Deshalb muss die DB AG ein wichtiges bundeseigenes Instrument der Klima-, Umwelt-, Energie- und Sozialpolitik Deutschlands bleiben. Ich setzte mich für eine Bahnreform ein, die folgende Ziele hat:

• Die DB AG soll alle Mittelstädte stündlich/alle Grosstädte halbstündlich mit IC/ICE-Zügen bedienen und die Reisezeiten durch integrierte Taktfahrpläne verkürzen.
• Die DB AG braucht ein transparentes, attraktives Preissystem, das die Bahnpreise mit der Benutzung anderer Verkehrsangebote verbindet.
• Die DB AG muss ihren Anteil am Güterverkehr weiter steigern, zum Beispiel durch mit anderen Verkehrsunternehmen kombinierte Transportangebote, auch im grenzüberschreitenden Güterverkehr und durch eine Wiederbelebung des regionalen Güterverkehrs.
• Die DB AG muss ihre Politik der Streckenstilllegungen und Bahnhofsschließungen beenden. Die Ausdünnung des Bahnverkehrs in der Fläche und die Konzentration auf schnelle Fernverkehrsstrecken ist falsch.

Eine solche Reform ist in meinen Augen zwingend notwendig und auch finanzierbar. Die Verschuldung der DB AG kann durch den Verkauf ihrer Anteile an bahnfremden Tochterunternehmen und ausländischen Bahnunternehmen abgebaut werden. Die Deutsche Bahn sollte nicht ausländische und bahnfremde Verkehrsunternehmen erwerben und beherrschen, sondern primär mit anderen Verkehrsunternehmen gemeinsame Angebote im Güter- und Personenverkehr machen.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Böhning
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
15.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Böhning,

Software spielt in der heutigen Informationsgesellschaft in immer mehr Bereichen eine außerordentlich wichtige Rolle. Dies betrifft unter anderem den Bildungsbereich und auch den Datenschutz.

In diesem Zusammenhang interessiert mich ihre Meinung zu Freier Software. Nutzen sie diese evtl. selbst privat oder im politischen Leben? Halten sie es für wichtig Freie Software zu unterstützen und zu schützen? Inwiefern engagieren sie sich in diesem Politikfeld?

Über eine baldige Antwort freue ich mich sehr.

Mit freundlichen Grüßen
C.
Antwort von Björn Böhning
1Empfehlung
21.09.2009
Sehr geehrte Herr ,

ich benutze und unterstütze frei zugängliche Software in und aus dem Internet. Freeware und Open-Source-Software sind oft eine bessere Alternativen zu den "gängigen" käuflichen Produkten. Grundsätzlich setze ich mich für eine moderne Internetpolitik ein - auch innerhalb der SPD. Ich bedaure, dass in der öffentlichen und politischen Diskussion oft der Mehrwert des Internets nicht richtig verstanden wird, Verhältnismäßigkeiten falsch eingeschätzt werden und das Ideal der bürgerlichen Freiheit zunehmend außer Acht gelassen wird. In Bezug auf die jüngste Debatte über "Internetzensur" stelle ich leider fest, dass sich der Wertekanon unserer Gesellschaft von einer Tradition der Freiheit zu einer Ideologie der Sicherheit verschiebt. Ich spreche mich weiterhin entschieden gegen die Zensur-Pläne von Ursula von der Leyen aus.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Böhning
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Frage zum Thema Soziales und Familie
18.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Böhning

Die SPD werben z.Z. in Friedrh.- Kreuzberg mit Wahlplakaten: Weil gute und kostenlose Bildung ein Recht ist.

Außerschulische Bildung ist ein großer Baustein in der Entwicklung eines jeden Kindes und Jugendlichen und sollte stets gefördert werden.

Aber in Friedrichshain- Kreuzberg sollen ca. 1 Mill. im Bereich der Kinder,- und Jugendarbeit eingespart werden!
Alle kommunalen Kinder,- und Jugendfreizeiteinrichtungen sollen in freie Trägerschaft übergeben werden.
55 Erzieher,- und Sozialarbeiterstellen fallen weg.
Verlässliche und gut funktionierende Strukturen werden zerschlagen!

Wie stehen Sie zu den Einsparungen in der Kinder, -und Jugendarbeit in Friedrichshain - Kreuzberg?

E.M.
Antwort von Björn Böhning
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23.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

meine Auffassung (und die der SPD Friedrichshain-Kreuzberg) zu den geplanten Kürzungen im Kinder- und Jugendbereich ist folgende:

Ich lehne die von der Jugendstadträtin Monika Herrmann (Bündnis ´90/Die Grünen) geplante vollständige Übertragung aller kommunalen Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit in freie Trägerschaft entschieden ab. Wir brauchen weiterhin die Angebotsvielfalt aus öffentlichen und freien Trägern im Bezirk. Besonders erschreckend finde ich die offensichtliche Konzeptlosigkeit, mit der solch weitreichende Schritte quasi über Nacht umgesetzt werden sollen. Zu keiner Zeit gab es eine Evaluation der Arbeit der verschiedenen Einrichtungen oder einen Abgleich mit den tatsächlichen Bedarfen. Dies ist eine jugendpolitische Bankrott-Erklärung. Ganz zu schweigen von dem mehr als fragwürdigen Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen in den Einrichtungen.

Das vordergründige Bestreben, einen Beitrag zur Aufstellung des Bezirkshaushalts leisten zu wollen, ist wenig überzeugend: Im ebenfalls durch Bündnis ´90/ Die Grünen bzw. Bezirksstadträtin Jutta Kalepky verwalteten Ressort Bauen, Wohnen und Immobilien gäbe es Einsparpotenzial in Millionenhöhe. Insbesondere im Bereich von derzeit ungenutzten Bezirksimmobilien gibt es massive Steuerungsdefizite und damit eine riesige Geldverschwendung. Dieses politische Versagen soll nun auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen unseres Bezirks ausgetragen werden. Ein Armutszeugnis! Die SPD-Fraktion in der BVV wird dagegen Widerstand leisten.
Die SPD fordert eine qualifizierte Diskussion unter Einbeziehung aller Beteiligten, um folgende Fragen zu klären:
  • Angebotsstruktur- und Qualität unter Berücksichtigung der öffentlichen Einrichtungen, die Teil eines Gesamtkonzepts sein müssen
  • Finanzielle und personelle Ausstattung der Einrichtungen
  • Weitere inhaltliche Profilierung entsprechend der sozialräumlichen Bedarfssituation
  • Partizipation der Mitarbeiter/innen, Nutzer/innen, Eltern
  • Fachliche Einbeziehung des Jugendhilfeausschusses

Mit freundlichen Grüßen

Björn Böhning
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