Bernhard Schmitt (ÖDP)
Kandidat Landtagswahl Bayern 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Bernhard Schmitt
Jahrgang
1966
Berufliche Qualifikation
Diplom-Kaufmann (Univ.)
Ausgeübte Tätigkeit
Geschäftsführer
Wohnort
-
Stimmkreis
Aschaffenburg-West
Landeslistenplatz
7, Unterfranken
(...) Den einzigen Unterschied, den ich zwischen FDP und CSU ausmachen kann, ist die Offenheit mit der die FDP zum Ausdruck bringt, wie wenig ihr am Umweltschutz liegt. (...) Damit Marktwirtschaft funktionieren kann, braucht man einen unabhängigen Staat, der die Spielregeln festlegt, innerhalb derer sich die Kräfte des Marktes zum Wohle der Gesamtheit entfalten können. (...)
 
Persönliche Website
www.besser-waehlen-bayern.de
Fragen an Bernhard Schmitt
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Frage zum Thema Bürokratie und Verwaltung
10.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr ,

wie stehen Sie denn zur Klage Ihrer Partei gegen den sogenannten "Wahl-O-Mat", der seitens der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Bayerischen Jugendring herausgegeben werden sollte. Dieser sollte mittels 30 Fragen Hinweise an Jungwähler geben, welche Partei Ihren Vorstellungen am nächsten kommt. Die Auswahl zur Aufnahme sind bisherige Mitgliedschaft im Bayerischen Landtag oder laut aktuellen Umfragen mindestens 3,0% der Wählerstimmen. Damit waren CSU, SPD, Grüne, FDP und die Freien Wähler als Parteien möglich.
Nun hat die ödp mittels einer Einstweiligen Verfügung den Wahl-O-Mat gestoppt und auf Benachteiligung geklagt.

Meinen Sie, Herr dies ist der Demokratie dienlich? Es zeugt von wenig eigener positiver Einstellung in seine Positionen und nicht vorhandener optimistischer Einstellung in den Landtag einzuziehen, wenn man solche Schritte gehen muss. Ist diese Klage ein Eingeständnis, dass die lediglich eine Splitterpartei, ohne Anrecht auf Vertretung im Parlament sind? Oder sehen Sie es nicht als wichtig an, junge Menschen zur Wahl zu bringen und ihnen mit diesem parteineutralem Instrument auch die verschiedenen Standpunkte zu verdeutlichen?

Sehr geehrter Herr , negative Presse ist scheinbar besser als keine Presse! Und wer keine Presse hat, hat keinerlei Legitimation im Parlament vertreten zu sein. Wenn die ödp das ernst nehmen würde, was sie überall plakatiert, wäre sie diesen demokratieverhindernden Schritt nicht gegangen. Eine Glanzstunde der ödp schaut anders aus. Oder wie sehen Sie diesen Sachverhalt?

MFG
Antwort von Bernhard Schmitt
11Empfehlungen
11.09.2008
Bernhard Schmitt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank, dass Sie mir die Gelegenheit geben, zu diesem bedauerlichen Ausgang Stellung zu nehmen. Zunächst kann es keinen Zweifel daran geben, dass der Wahlomat grundsätzlich ein hervorragendes Instrument ist, um Wählern bei der Entscheidung zu helfen.

Unser Landesvorsitzender Bernhard Suttner berichtete bei unserem letzten Treffen, wie lange sich nun schon die Auseinandersetzung über die Ausgrenzung der ödp hinzieht. Bereits im Juni 2007 und im Frühjahr 2008 hat die ödp den BJR auf diesen Misstand hingewiesen. Wenn es doch darum geht, dem Wähler zu zeigen, welche politischen Angebote es gibt, warum lässt man dann ausgerechnet die wertvollen kleinen Parteien weg, die das politische Angebot bereichern?

Gerade junge Wähler wollen neue politische Ansätze, warum werden diese unterschlagen? Uns ist dieser Konflikt höchst unangenehm, weil wir die hervorragende Arbeit der Kreis- und Stadtjugendringe schätzen und in den kommunalen Gremien unterstützen. Aber wir können es nicht hinnehmen, dass einige Verantwortliche des Jungendring-Dachverbandes einen Konkurrenten der CSU auf Abstand halten wollen.

Gerne stehe ich für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.
Am 21.9.2008 um 18:00 Uhr halten wir in der Stadthalle Aschaffenburg einen Vortrag über Regenerative Energie. Im Anschluss können wir uns noch mal über den Wahlomat austauschen.

Freundliche Grüße

Bernhard
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Frage zum Thema Finanzen
13.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Schmitt,

die Bildung stellt ein sehr wichtiges Thema in der Landespolitik dar, welches meines Erachtens noch weit unterbewertet/-finanziert ist.
Um in den zukünftigen Haushalten weitreichende Investitionen zu gewähleisten, muss dementsprechend an anderer Stelle eingespart werden um den Haushalt nicht mit neuen Schulden zu belasten.
Wo würden Sie die erforderlichen Mitteln einsparen ? Auf welche Förderungen/Subventionen würden Sie dafür verzichten ?

Mfg
Antwort von Bernhard Schmitt
10Empfehlungen
15.09.2008
Bernhard Schmitt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich bin Ihrer Meinung. Wir können nur Geld ausgeben, das wir haben. Zudem ist es wichtig, die Schulden des Freistaates, die in den letzten Jahrzehnten von der CSU-Staatsregierung aufgebaut wurden, zukunftsverträglich zurückzuführen. Die diesbezüglichen Bemühungen der Regierung Stoiber waren nur ein kurzfristiger zahlenmäßiger Erfolg.
  • Denn die Einsparungen im Bildungssystem kommen uns langfristig teurer, da gescheiterte Bildungskarrieren die Gesellschaft in vielfältiger Weise belasten.
  • Auch den Staatswäldern wurde zu viel Holz entnommen, um kurzfristige finanzielle Ziele zu erreichen. Damit hat man die ökonomische Grundlage der betroffenen Wälder angegriffen. Durch die Auslichtung sind die verbliebenen Bäume durch Stürme deutlich stärker gefährdet.

Andererseits leistet sich Bayern einen Landesbankverlust von 4 Mrd. €, das wären 4.000 Lehrerstellen über einen Zeitraum von 10 Jahren. Die CSU hat nichts aus den Spekulationsverlusten im Immobilensektor in den neuen Bundesländern nach der Wende gelernt. Riskante Spekulationen gehören nicht zu den Aufgaben eines Gemeinwesens.

Die CSU hätte auch über den von ihr gestellten Bundeswirtschaftsminister Michael Glos auf eine Trennung von Stromnetz und Energieversorgern dringen können. Dann hätten wir in Deutschland nicht die höchsten Strompreise in Europa. Denn die jetzige Marktabschottung der vier Energiekonzerne führte zwangsläufig zu monopolistischen Verhaltensweisen. Die so entstandenen Strompreise belasten Verbraucher wie Wirtschaft und damit auch die Steuereinnahmen.

Der Staat kann auch über eine höhere Energiesteuer an den spektakulären Gewinnen der Energiekonzerne teilhaben, um notwendige Aufgaben im Bildungssystem zu finanzieren. Dies würde nicht zu Strompreiserhöhungen führen, da im Oligopol die Preise nicht auf der Kostenkalkulation basieren, sie werden ertragsmaximierend festgelegt.

Die geschilderte ökonomische Fehlleistung ist für mich nur durch die hohen Spenden von E.ON und den Verbänden der Metall- und Elektroindustrie an CSU und CDU erklärbar. (z.B. im Jahr 2006 insgesamt 597.500,- €)

Wo Interessengruppen über Spenden eine Politik fördern, die auf den eigenen Vorteil abzielt, entsteht regelmäßig ein Nachteil für die anderen Beteiligten.
Wir brauchen einen unabhängigen Staat, der die Spielregeln aufstellt innerhalb derer sich die Kräfte des Marktes frei und zum Wohl der Gesamtheit entfalten können. Wenn das Kapital diese Spielregeln beeinflusst, wird aus der Marktwirtschaft zwangsläufig Kapitalismus verbunden mit ökonomischer Ineffizienz und Wohlfahrtsverlusten.

Die ödp. verzichtet auf Konzernspenden und ist damit der einzige Garant für Marktwirtschaft und ökonomische Effizienz. Diese brauchen wir in Bayern und in Deutschland, damit der Staat bzw. Freistaat zu den Einnahmen kommt, die er braucht, um seine sozialen und ökologischen Aufgaben wie beispielsweise die Bildung optimal erfüllen zu können.

Freundliche Grüße

Bernhard Schmitt
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Frage zum Thema Gesundheit und Verbraucherschutz
22.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Schmitt,

laut Nachrichtensendung des Deutschland Funks vom 22.09.2008, 4.00 Uhr, beabsichtigt die Bundesnetzagentur, Herr Kurth, im nächsten Jahr 2009 weitere UMTS-Lizenzen zu versteigern. Es ist geplant, dass die neuen Lizenzen nicht nur von den 4 bekannten Mobilfunkbetreibern, sondern auch von weiteren in Deutschland noch nicht bekannten Netzbetreibern ersteigert werden können.

Ich halte dies für einen Skandal nach allem was durch unabhängige Studien über die gesundheitliche Einflußnahme auf den Menschen durch Mobilfunk nach dem gegenwärtigen Ausbaustand schon heute als gesicherter Wissensstand gilt.

Wie kann dieser unheilvollen Entwicklung und in Sorge um unsere Kinder und Enkel massiv Einhalt geboten werden?

Viele Grüße
Antwort von Bernhard Schmitt
9Empfehlungen
22.09.2008
Bernhard Schmitt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Ihnen kann ich nur zustimmen. Knackpunkt ist und bleibt die 26. BImSchV. Hierin sind die unwissenschaftlich ermittelten Grenzwerte festgeschrieben. Die ödp. ist die einzige Partei, die die Gesundheitsvorsorge beim Mobilfunk in ihr Programm auf Bundes- und Landesebene geschrieben hat.

Erst wenn die ödp. an Einfluss gewinnt, werden auch die etablierten Parteien über die viel zu hohen Grenzwerte nachdenken.

Freundliche Grüße

Bernhard Schmitt
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Frage zum Thema Gesundheit und Verbraucherschutz
22.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Schmitt,

ich hätte noch eine Frage bezüglich der Mobilfunktechnologie an Sie. Ist sich die ÖDP bewusst, daß die derzeit verwendete Mobilfunktechnologie veraltet ist und aufgrunddessen Mobilfunkantennen von der TU Chemnitz als "Stromfresser" bezeichnet werden und was gedenken Sie dafür zu tun, um die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen? Einerseits wollen immer mehr Bürger durch Photovoltaik einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, auf der anderen Seite "verpufft" dieser wieder die Nutzung von Technologien, die offensichtlich nicht intelligent sind.

Quelle: "CHIP-online" vom 10.05.2007: Mobilfunkmasten sind extreme Stromfresser

Laut einer Studie der TU Chemnitz verbrauchen deutschen Mobilfunkmasten mit je 1,3 bis 2 Kilowattstunden (kWh) sehr viel Strom. Der Studie liegen eigene Messungen (1,3 kWh) sowie Angaben des Netzbetreibers O2 zugrunde (2 kWh). Das berichtet de.internet.com.

Die Masten verbrauchen damit ein- bis eineinhalb mal mehr Strom, als alle Solaranlagen in Deutschland erzeugen, so Josef Lutz von der TU Chemnitz. Er bemängele die schlechte und veraltete Technik, die derzeit sogar noch ausgebaut werde.

Mit freundlichen Grüßen



Antwort von Bernhard Schmitt
5Empfehlungen
24.09.2008
Bernhard Schmitt
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage. Ja, Mobilfunkantennen verbrauchen viel Strom. Gerade in der Informationstechnologie steckt ein enormes Potential für Einsparungen durch Verbesserungen der Effizienz. Bei der Mobilfunktechnologie kann dies in dreierlei Weise erreicht werden.
1. Drastische Reduzierung der Grenzwerte. Die Mobilfunkmasten strahlen heute mit einer enormen Leistung in die Häuser, damit man auch im letzten Kellereck noch telefonieren kann. Wir wollen den Mietern von Kellerwohnungen nicht die Möglichkeit der mobilen Kommunikation nehmen. Mit geringem Aufwand kann man mit einer externen Antenne den Empfang auch in unterste Etagen holen und auf Wunsch auch abschalten.
2. Mobilfunkbetreiber müssen verpflichtet werden, nach Möglichkeit Ihre Antennen mit anderen Anbietern zu teilen. Denn ein großer Teil der hier eingesetzten Energie wird für die Organisationskanäle verbraucht. Diese verbrauchen Strom und geben Strahlung ab auch wenn (z.B. nachts) niemand telefoniert.
3. Mit einer professionellen Netzplanung ist die Effizienz noch weiter steigerbar. Das kostet zwar viel Geld, reduziert aber den Stromverbrauch und die Emission.

Freundliche Grüße

Bernhard Schmitt
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Frage zum Thema Bildung
23.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Schmitt,

neuerdings dürfen Firmen als Sponsoren in Schulen Werbung machen. Ich kann ja verstehen, dass Schulen angesichts leerer Kassen über zusätzliche Mittel froh sind, um z.B. schulische Sonderprojekte wie Chöre oder Theatergruppen finanzieren zu können. Andererseits ist die Aufgabe der Schule, zu erziehen und zu bilden, und das sollte nach meiner Meinung unabhängig und unvoreingenommen geschehen, gerade das ist aber Werbung nun gar nicht!

Wie stehen Sie dazu ?

MIt freundlichen Grüßen,
Antwort von Bernhard Schmitt
4Empfehlungen
24.09.2008
Bernhard Schmitt
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage. Bildungseinrichtungen müssen wieder frei von Konsumwerbung werden. Die ödp. steht diesem Trend sehr kritisch gegenüber. Wirtschaft und öffentliche Daseinsvorsorge (Schulen, Krankenhäuser, Ämter etc.) müssen auch weiterhin getrennt bleiben.

Freundliche Grüße

Bernhard Schmitt
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