Bernd Posselt (CSU)
Abgeordneter EU-Parlament 2004-2009
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Grunddaten
Bernd Posselt
Jahrgang
1956
Berufliche Qualifikation
Journalist
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Bayern
Bundeslistenplatz
6, über Liste eingezogen
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(...) Was EU-Programme betrifft, so wäre es sinnvoll, wenn Sie an meine Kollegin Doris Pack MdEP aus dem Saarland schreiben würden, die die christdemokratische EVP-Fraktion als Obfrau im Kulturausschuß des Europaparlamentes vertritt. Ich werde auch meinerseits mit ihr so rasch wie möglich über die Angelegenheit sprechen. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
01.12.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Posselt,

zufällig bin ich auf Ihre Antwort im Dialog mit Herrn Ganzmann vom 12.11.2007 gestoßen. Ich bin schon etwas irritiert, dass Ihnen damals die Initiative "abgeordnetenwatch” nicht bekannt gewesen sein soll. Es scheint mir mehr eine Schutzbehauptung zu sein, um sich dieser, doch meist ungeliebten Öffentlichkeitsarbeit entziehen zu können.
Inzwischen dürfte jedem, wenn auch europäisch orientierten Politiker, die Wertigkeit dieser Initiative bewußt geworden sein.
Deshalb meine Frage:
Glauben Sie immer noch, dass, wenngleich "abgeordnetenwatch” nicht von Ihnen autorisiert wurde, Anfragen nichtöffentlich an Ihre persönliche Mailadresse gesendet und dort abgehandelt werden sollen oder glauben Sie inzwischen, dass alle Bürger an den an Sie gestellten Fragen in "abgeordnetenwatch” teilhaben und Ihre Antworten "mitbekommen” sollen?

Ihre baldige Stellungnahme erwarte ich gespannt.
Vielen Dank für die Mühe.
M.f.G.
Antwort von Bernd Posselt
5Empfehlungen
01.12.2008
Bernd Posselt
Sehr geehrter Herr ,

Ihr E-mail habe ich erhalten. Es ist in der Tat so, daß ich "Abgeordnetenwatch" bis zum damaligen Zeitpunkt nicht kannte, obwohl ich mein Mandat in einer 80- bis 100-Stunden-Woche sehr intensiv wahrnehme und als ehemaliger Journalist medial einigermaßen bewandert bin.

Selbstverständlich beantworte ich Fragen, die über "Abgeordnetenwatch" an mich gerichtet werden, wie Sie sehen - freue mich aber auch über E-mails, die Bürger direkt an mich richten. So bleibt jedem Einzelnen überlassen, welchen Weg er wählt, um mit seinem Abgeordneten in Kontakt zu treten.

Mit den herzlichsten Grüßen

Bernd Posselt MdEP
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Frage zum Thema Umwelt
02.12.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Posselt,

vielen Dank für Ihre sehr schnelle und positive Antwort.
Ich fühle mich dadurch ermutigt, Sie mit folgender Problematik zu konfrontieren:
Menschenrechte werden unter dem Deckmantel von Begriffen wie Öko und Bio weltweit missachtet.
Der sog. Agrowahn, verursacht durch Subventionen für die Verwertung von Pflanzenölen (Palm- und Sojaöl, Jatropha) und Zuckerrohr (Ethanol) als Ersatztreibstoffe sowie Quotenregelungen zur Verwendung nachhaltig erzeugter Brennstoffe führen bei den Lieferländern in ungeahntem Ausmaß zur Zerstörung der Natur, ja sogar von Kulturen (Penan in Borneo), zur Verschlechterung der Gesamtökobilanz (CO2-Ausstoß), zu sozialen Konflikten und zu massiven Verletzungen der Rechte der dort lebenden Menschen.
Großkonzerne missachten die Würde und Freiheit von Menschen durch Landnahme, Ausbeutung und Schaffung von Abhängigkeiten.
Der Glaube der Industrieländer, fossile Brennstoffe durch nachhaltig erzeugte Biomasse ersetzen zu können, ist naiv und schadet nicht nur unserem Gesamtökosystem sondern ist ein Rückschritt in kolonialistische Zeiten.
Die (armen) Lieferländer in Asien, Amerika und Afrika fühlen sich angesichts zu erwartender Absatzmöglichkeiten animiert, diese Fehlentwicklung mitzumachen.
Die meisten davon ignorieren sie selbst, zum Schaden von Mensch und Natur.
Verursacher sind jedoch wir!
Bitte setzen Sie sich in Ihrer politischen Arbeit und bei Abstimmungen für einen Sinneswandel ein, der die Reduktion von Energie, den Einsatz neuer Techniken und den human und ökonomisch fundierten Wechsel zur nachhaltigen Energieerzeugung absoluten Vorrang einräumt und dem durch Qouten und Subventionen hervorgerufenen Run nach pflanzenbasierter Energie ein Ende bereitet.
Zum Wohle der Menschen in den Lieferländern und zur Sicherung einer lebenswerten Zukunft für alle Menschen.
Bitte teilen Sie mir Ihre Position mit.
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Bernd Posselt
bisher keineEmpfehlungen
05.06.2009
Bernd Posselt
Sehr geehrter Herr ,

leider bin ich aufgrund des Wahlkampfes und meiner umfassenden parlamentarischen Arbeit bislang nicht in der Lage gewesen, auf Ihre Frage vom 2.12.2009 zu antworten. Auch jetzt kann ich nur ganz kurz reagieren.

1. Ich trete für eine Diversifizierung unserer Energiequellen sowohl in den Außenbeziehungen als auch im Inneren der EU ein. Dazu gehört auch die ökologisch verträgliche Nutzung von einheimischer Biomasse, aber keinesfalls die von Ihnen zu Recht kritisierte neokolonialistische Ausplünderung anderer Kontinente.

2. Die Subventionierung ökologisch zerstörerischer Agrarexporte und -importe läuft in der EU in den nächsten Jahren aus. Dies muß aber in der WTO noch abgesichert werden, damit nicht etwa die USA an unsere Stelle treten.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Posselt MdEP
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Frage zum Thema Internationales
12.12.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Posselt,

es geht um die Weiterbildung unserer Mitbürger mit Migrationshintergrund, und zwar über Akademiker mir einem ausländischen Studium.
Die Integration in unsere Gesellschaft von solchen Menschen, die in ihrem Beruf bleiben wollen, ist u. a. mit einem Aufbaustudium verbunden.
In diesem Zusammenhang habe ich überraschend festgestellt, dass es keinerlei Förderung für die Finanzierung der Intensiv-Sprachkurse gibt, die notwendig sind, um eine spezielle Hochschulzugangsprüfung abzulegen, die wiederum eine Voraussetzung für die Immatrikulation ist. Die deutsche Hochschule bietet also die Möglichkeit, ein 12- oder 24-monatigen Aufbaustudium zu absolvieren, aber die Neubürger können dieses Angebot nicht nutzen, weil sie ja noch ALGII-Empfänger sind und können diese Kurse nicht bezahlen.
Die kostenlose Intergrationskurse und die 3-monatige Fachsprachkurse der Otto Benecke Stiftung beschränken sich auf einem Niveau der Sprachkenntnisse, das zwei Stufen niedriger ist, als für die Akademiker notwendig.
Das Gleiche gilt auch für die berufsbezogene Sprachförderung für Personen mit Migrationshintergrund im Rahmen eines Programms des ESF ("ESF- BAMF – Programm").

Ich habe mit meinem Sohn, deutschem Staatsangehörigen, der Rechtswissenschaft in Russland studiert hat und über 10 Jahren (bis September 2007) als Rechtsanwalt da tätig war, eine Dutzend Institutionen angesprochen und angeschrieben-mit der Bitte,
sich an der Kursgebühr von ca. 2000€ zu beteiligen- erfolglos.
Einerseits wird über den Mangel von Fachkräften gesprochen und andererseits können die fast "fertigen" Fachleute ihren Beruf nicht ausüben, weil ihnen nicht geholfen wird, sich in den Arbeitsmarkt einzubringen.

In seiner 1. Regierungserklärung hat Ministerpräsident Seehofer betont, dass es alle mögliche Hilfe für diejenigen geben muss, die den Gipfel "Bildung" stürmen wollen.

Wäre das nicht ein Thema, das man aufgreifen und aufarbeiten sollte?

Mit freundlichen Grüßen
aus Ingolstadt

,
CSU
Antwort von Bernd Posselt
6Empfehlungen
15.12.2008
Bernd Posselt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Informationen. Ich werde mich gerne dieser Sache annehmen, obwohl sie eher in die Zuständigkeit der Bundes- und Landespolitik als in die der EU fällt, weil ich als Landesvorsitzender der Union der Vertriebenen und Aussiedler an Integrationsfragen interessiert bin.

Dennoch schlage ich Ihnen vor, möglichst rasch auch mit den zuständigen Stellen in München und Berlin (in Bayern Sozialministerin Haderthauer MdL und in Berlin der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Hartmut Koschyk MdB)in Verbindung zu treten.

Was EU-Programme betrifft, so wäre es sinnvoll, wenn Sie an meine Kollegin Doris Pack MdEP aus dem Saarland schreiben würden, die die christdemokratische EVP-Fraktion als Obfrau im Kulturausschuß des Europaparlamentes vertritt. Ich werde auch meinerseits mit ihr so rasch wie möglich über die Angelegenheit sprechen.

Sollten Sie mich erreichen wollen, so können Sie dies direkt über mein Münchener Abgeordnetenbüro, Dachauer Str. 17, 80335 München, Tel. 089/554683, Fax 089/594768, mail@bernd-posselt.de, www.bernd-posselt.de .

Mit den herzlichsten Grüßen

Bernd Posselt MdEP
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Frage zum Thema Internationales
07.02.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Posselt,

ich habe mit Verwunderung gelesen, dass Sie "Ihre" Bundeskanzlerin Merkel kritisieren wegen ihrer Kritik an den letzten Entscheidungen des Papstes, vor allem hinsichtlich der Wiederaufnahme in die katholische Kirche des Bischofs Williamson, ein erklärter Holocaust-Leugner.
Ich halte es für die Pflicht der Bundeskanzlerin, hier zu reagieren und den Papst deutlich zu kritisieren. Gerade wir Deutschen mit unserer Geschichte müssen sehr sensibel mit bestimmten Themen umgehen, und der Holocaust gehört ganz bestimmt dazu. Die Entscheidung des Papstes ist eine hochpolitische und nicht nur eine innerkirchliche Angelegenheit.
Wie hätte denn Ihrer Meinung nach auf die päpstliche Entscheidung angemessen reagiert werden sollen?
Auf Unkenntnis des Papstes, der sicher ein hochintelligenter Mann ist, zu plädieren und als Entschuldigung gelten zu lassen, ist zu einfach, um aktzeptiert zu werden. Können Sie sich vorstellen, der Papst habe hochrangige Bischöfe wieder in den Schoß der Kirche zurückgeholt - und er habe nichts von denen gewusst? Also - mein gesunder Menschenverstand sagt mir, das kann eigentlich nicht sein.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Bernd Posselt
2Empfehlungen
05.06.2009
Bernd Posselt
Sehr geehrter Herr ,

im Falle der so genannten Piusbrüder hat der Papst zwar die schwerste Strafe, die es für einen Katholiken gibt, nämlich die Exkommunikation, aufgehoben, nicht aber die Suspendierung der illegal geweihten Priester und Bischöfe, die daher in der katholischen Kirche keinesfalls hochrangig sind und keinerlei bischöfliche Funktionen ausüben dürfen.

Dies ist ein komplizierter Prozeß innerhalb der katholischen Weltkirche, der nicht in die Zuständigkeit einer Bundeskanzlerin fällt, bloß weil der römische Papst zufällig gerade ein Bayer ist.

Was den Holocaust betrifft, so hat sich zu diesem Thema kaum jemand eindeutiger geäußert als der alte und der jetzige Papst.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Posselt MdEP
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Frage zum Thema Lissabon-Vertrag
28.03.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Europaabgeordneter Posselt,

ich schätze Sie als Vertreter auch der Sudetendeutschen im EU-Parlament.

Gerade lese ich aber, daß Tschechien seine Zustimmung zum Lissabon-Vertrag mit der endgültigen Anerkennung der Benesch-Dekrete verknüpfen will.

Hier die Berichte darüber
www.eu-info.de
www.deutschland-kontrovers.net

Deshalb dazu meine Fragen:

Wird mit dem Lissabon-Vertrag oder auch dem Vorläufer EU-Verfassung nachträglich das Verbrechen der Vertreibung der Sudetendeutschen sanktioniert?

Haben sich mit ihrer Zustimmung zum Lissabon-Vertrag auch die Polen die Vertreibung der Ostdeutschen legalisieren lassen?

Können sich die vertriebenen Deutschen im Kontext einer EU-Verfassung noch auf ein Recht in ihrer angestammten Heimat berufen?

Die CSU begreift sich als Schutzpatron der Vertriebenen, insbesondere aber der Sudetendeutschen, die sie als "Vierten Stamm" Bayerns bezeichnet. Ich kann mich noch genau an die Aussagen des Ministerpräsidenten Stoiber erinnern, der in einem Wahlkampf sagte, daß die Tschechen nicht in EU aufgenommen werden, wenn sie nicht die Benesch-Dekrete annullieren. Soll jetzt genau das Gegenteil geschehen?

Welche Position nimmt dazu heute die CSU ein?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Bernd Posselt
1Empfehlung
05.06.2009
Bernd Posselt
Sehr geehrter Herr ,

nach Ende des Wahlkampfs komme ich endlich dazu, Ihre drei besorgten Fragen nach den Auswirkungen des Lissabon-Vertrages auf Vertriebenen-Angelegenheiten zu beantworten.

Die Antwort auf die ersten beiden Fragen lautet eindeutig Nein, die auf die dritte Ja. Die EU-Grundrechtecharta enthält übrigens erste Ansätze für ein Volksgruppen- und Minderheitenrecht sowie ein Verbot von Kollektivausweisungen. Daran müssen wir anknüpfen und in den nächsten Jahren für ein echtes Europäisches Volksgruppenrecht sowie für ein international kodifiziertes Recht auf die Heimat kämpfen.
Was die Benes-Dekrete betrifft, so fordern wir weiter ihre Beseitigung. Dies geht aus dem CSU-Grundsatzprogramm, dem CSU-Europawahlprogramm sowie aus dem gemeinsamen Europawahl-Aufruf von CDU und CSU klar hervor und wurde letztes Wochenende auf dem Sudetendeutschen Tag von Ministerpräsident Seehofer und mir nocheinmal bekräftigt.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Posselt MdEP
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