Bernd Neumann (CDU)

Bernd Neumann
© CDU Landesverband Bremen
Jahrgang
1942
Berufliche Qualifikation
Pädagoge, Parlamentarischer Staatssekretär a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, Staatsminister bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte für Kultur undMedien
Wohnort
-
Wahlkreis
Bremen II - Bremerhaven
Ergebnis
25,8%
Landeslistenplatz
1, Bremen
(...) Inzwischen sind es in zunehmendem Maße deutsche Filme, die über ein gutes oder ein schlechtes Jahr für die Kinobetreiber entscheiden. Nach der Image-Studie der Filmförderungsanstalt (FFA) ist der deutsche Film inzwischen beim deutschen Kinobesucher genauso beliebt wie der amerikanische Film, hat also ganz gewaltig aufgeholt. Dies alles spricht kaum dafür, dass wir zu viele Filme fördern. (...)
 
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
23.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Neumann,

Sie werden in den Medien ja häufig als Filmminister bezeichnet, als jemand, der sich besonders für die deutschen Filmbranche und den deutschen Film einsetzt. Laut den aktuellen Zahlen der Filmförderungsanstalt gibt es auch einen "deutschen Filmboom". Ich frage mich allerdings, ob es nicht mittlerweile hier zu viele geförderte Filme gibt?
Macht das noch Sinn?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Bernd Neumann
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24.09.2009
Bernd Neumann
Sehr geehrter Herr .

Nein, das sehe ich nicht so. Sie müssen bedenken, dass neue Auswertungsmöglichkeiten nach immer neuen Inhalten, also Filmen verlangen. Der Bedarf an Filmen wird in Zukunft daher wohl noch größer sein als in der Vergangenheit. Wenn Sie nun meinen, dass das Kino mit der zuletzt steigenden Zahl deutscher Filme überfördert ist, so will ich Ihnen widersprechen: Wir konnten nicht nur im vergangenen Jahr einen Rekordmarktanteil für deutsche Filme von 26,6% verzeichnen, dieser Höhenflug des deutschen Films setzt sich auch in diesem Jahr mit einem Marktanteil von 25,4% im ersten Halbjahr 2009 fort.

Dies zeigt, dass die vielen geförderten Filme auch ihr Publikum im Kino finden. Wir hatten zwar in letzter Zeit nur ein vergleichsweise geringes Besucherplus. Die deutschen Kinobesucher sahen sich aber wesentlich häufiger als früher deutsche Filme an. Dabei hat der US-Film deutlich Marktanteile verloren. Sie haben sicher Verständnis dafür, dass mich dies nur wenig stört. Inzwischen sind es in zunehmendem Maße deutsche Filme, die über ein gutes oder ein schlechtes Jahr für die Kinobetreiber entscheiden. Nach der Image-Studie der Filmförderungsanstalt (FFA) ist der deutsche Film inzwischen beim deutschen Kinobesucher genauso beliebt wie der amerikanische Film, hat also ganz gewaltig aufgeholt. Dies alles spricht kaum dafür, dass wir zu viele Filme fördern. Vielmehr wäre ohne die Filmförderung dieser Erfolg wohl kaum denkbar gewesen. Ganz zu schweigen von den Investitionen, die hier in Deutschland ausgelöst wurden. Die Bilanz zeigt, dass bei allen geförderten Filmen rund das Sechsfache der eingesetzten Fördermittel an Herstellungskosten in Deutschland ausgegeben wird. Bei internationalen Koproduktionen sind die positiven Effekte besonders groß. Hier zogen 80 Produktionen über 432 Millionen Euro an Folgeinvestitionen in Deutschland bis Ende Juni 2009 nach sich. Bei 141 deutschen Produktionen waren es mehr als 420 Millionen Euro. Dies kann sich meines Erachtens auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sehen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Neumann, MdB
Staatsminister für Kultur u. Medien
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