Bernd Neumann (CDU)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Bernd Neumann
© CDU Landesverband Bremen
Jahrgang
1942
Berufliche Qualifikation
Pädagoge, Parlamentarischer Staatssekretär a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, Staatsminister bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte für Kultur undMedien
Wohnort
-
Wahlkreis
Bremen II - Bremerhaven
Ergebnis
25,8%
Landeslistenplatz
1, Bremen
(...) Derzeit befasst sich die Schiedsstelle des Deutschen Patent- und Markenamtes auch mit der Frage der Tariferhöhung für Konzertveranstalter, da diese vom Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft und dem Verband der Deutschen Konzertdirektionen angerufen wurde. (...)
 
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
17.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Neumann,
Wie mir zu Ohren gekommen ist, planen die Rechteverwerter der GEMA eine Gebührenerhöhung von 600% !!! ihrer Tarife für Konzertveranstalter.

Mal davon abgesehen, dass die Gema meiner Meinung nach (und auch nach der Meinung eines riesigen Teils der aufstrebenden Künstlern in Deutschland) ein sehr ungerechtes und überholtes Gebührenmodell pflegt, ist diese Massnahme mitten in dieser riesigen Rezession schon ein starkes Stück.

Ich habe das Gefühl, die Praktiken der Gema unterliegen nicht der geringsten demokratischen oder gar juristischen Kontrolle. Ich habe in meinem Bekanntenkreis mehrere Musiker, die gut von ihrer küstlerischen Arbeit leben können, allerdings hat noch kein Einziger von ihnen ein gutes Wort über die Gema verloren. Ich denke Sie sind vertraut mit der Kritik an der Gema und ihrem Verteilungsschlüssel, der vorallem den bekannten Künstlern nutzt und junge Küstler benachteiligt. Ich frage mich, wie in Zukunft die kulturelle Vielfalt in der Musik noch aufrechterhalten werden soll?

Nicht dass Konzertkarten schon teuer genug sind, ist es jetzt langsam wirklich so weit gekommen, dass Livekonzerte nur noch einem eingeschränkten Kreis von "Besserverdienenden" vorbehalten bleibt?

Ich würde Sie hiermit als Zuständiger für Kultur in Deutschland um ein Statement zur dieser Angelegenheit bitten.

Mit freundlichen Grüßen,
D.
Antwort von Bernd Neumann
bisher keineEmpfehlungen
23.09.2009
Bernd Neumann
Sehr geehrter Herr ,

ich möchte mich für Ihre Frage bedanken und antworte Ihnen sehr gern. Selbstverständlich habe ich als Kulturstaatsminister ein grundsätzliches Interesse daran, dass Künstler gerecht behandelt werden und nicht zu kurz kommen.

Die Aufsicht über die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) - die als Verein organisiert ist - nimmt das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) in München wahr. Diese Zentralbehörde auf dem Gebiet des Rechtsschutzes in Deutschland ist eine dem Bundesministerium der Justiz (BMJ) nachgeordnete Behörde. Die DPMA entscheidet nicht nur - im Einvernehmen mit dem Bundeskartellamt - darüber, ob die GEMA als Verwertungsgesellschaft überhaupt tätig werden darf, sondern achtet darauf, dass diese den ihr gesetzlich obliegenden Verpflichtungen ordnungsgemäß nachkommt.

Darunter zählt auch die Überprüfung der gesetzlichen Verpflichtungen, wonach die Verteilung der Einnahmen in § 7 Urheberrechtswahrnehmungsgesetz wie folgt geregelt ist: "Die Verwertungsgesellschaft hat die Einnahmen aus ihrer Tätigkeit nach festen Regeln (Verteilungsplan) aufzuteilen, die ein willkürliches Vorgehen bei der Verteilung ausschließen. Der Verteilungsplan soll dem Grundsatz entsprechen, dass kulturell bedeutende Werke und Leistungen zu fördern sind. Die Grundsätze des Verteilungsplans sind in die Satzung der Verwertungsgesellschaft aufzunehmen."

Hält ein Nutzer einen Tarif für unangemessen, kann er die Schiedsstelle beim DPMA anrufen, welche auf eine gütliche Beilegung des Falls hinzuwirken hat und einen Einigungsvorschlag unterbreitet. Führt dies noch zu keiner Einigung, kann der Nutzer vor den ordentlichen Gerichten klagen.

Derzeit befasst sich die Schiedsstelle des Deutschen Patent- und Markenamtes auch mit der Frage der Tariferhöhung für Konzertveranstalter, da diese vom Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft und dem Verband der Deutschen Konzertdirektionen angerufen wurde. Dies ist das gesetzlich vorgesehene Verfahren in einem solchen Fall. Auch in diesem Fall wird also - entweder über die Schiedsstelle oder aber gerichtlich - geklärt werden, welcher Tarif beziehungsweise welche Erhöhung angemessen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Neumann
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
21.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Neumann,
warum muß ich mir Werbeanrufe gefallen lassen, sogar Sonntags und warum
gibt es keinen echten Datenschutz?
Mit freundlichem Gruß
Antwort von Bernd Neumann
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16.09.2009
Bernd Neumann
Sehr geehrter Herr ,

ich möchte mich für Ihre Frage zum Thema unerwünschter Werbeanrufe bedanken.

Seit dem 4. August 2009 ist das Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung und zur Verbesserung des Verbraucherschutzes in Kraft getreten. Demzufolge müssen Sie sich die unerwünschten Werbeanrufe nicht länger gefallen lassen:
Mit dem neuen Recht wird klargestellt, dass ein Werbeanruf nur zulässig ist, wenn der Angerufene vorher ausdrücklich erklärt hat, Werbeanrufe erhalten zu wollen. Verstöße gegen das bestehende Verbot können mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Des Weiteren gilt, dass Anrufer ihre Nummer nicht mehr unterdrücken dürfen, um ihre Identität zu verschleiern. Die Geldbuße beträgt hier bis zu 10.000 Euro. Mit diesem Gesetz erhalten Verbraucherinnen und Verbrauchern mehr Möglichkeiten, Verträge zu widerrufen, die sie am Telefon abgeschlossen haben.

Jeder Verbraucher kann nunmehr gegen unerwünschte Telefonwerbung vorgehen. Ordnungswidrigkeiten werden von der Bundesnetzagentur geahndet. Unter folgendem Link können Sie ein Formular herunterladen, mit welchem Sie die unerwünscht erhaltene Telefonwerbung anzeigen können.

www.bundesnetzagentur.de

Hinweise: "Rufnummernmissbrauch - Spam - Unerlaubte Telefonwerbung"

Formular: "Unerlaubte Telefonwerbung" im PDF-Format


Mit freundlichen Grüßen

Bernd Neumann
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Frage zum Thema Außenpolitik
25.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Neumann,

Sie sind Kandidat/in für die Bundestagswahl in unserem Wahlbezirk. Um uns bei einer Wahlentscheidung zu helfen, bitte ich Sie folgende Fragen zu beantworten:

1. Abschaffung aller Atomwaffen

* Wie stehen Sie zur Frage der US-Atomwaffen in Deutschland und zur nuklearen Teilhabe Deutschlands? Welchen Sinn haben diese Waffen aus Ihrer Sicht nach dem Ende des Kalten Kriegs?
* Wird Ihre Partei im Falle von Koalitionsverhandlungen den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland im Koalitionsvertrag festschreiben?

2. Ausstieg aus der Atomenergie/Erneuerbare Energien

* Wird Ihre Partei den Atomausstieg nach dem derzeit geltenden Atomgesetz fortsetzen?
* Werden Sie sich dafür einsetzen, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) so fortzuschreiben, dass insbesondere der dezentrale Ausbau der Photovoltaik und der Windenergie "in Bürgerhand" beschleunigt wird?

3. Beendigung des Afghanistan-Krieges

* Würden Sie Ende des Jahres für oder gegen die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan stimmen?
* Angesichts der Lage in Afghanistan, wie stehen Sie zur zivil-militärischen Zusammenarbeit (CIMIC)?

4. Schutz von Flüchtlingen und Bekämpfung von Flucht-Ursachen

* Wie stehen Sie zu einem Bleiberecht für besonders schutzbedürftige, traumatisierte Flüchtlinge?
* Wo sehen Sie Deutschland in der Verantwortung für wichtige Flucht-Ursachen (Krieg, Verelendung, Umweltzerstörung) und was wollen Sie als Abgeordnete/r diesbezüglich tun?


Mit freundlichen Grüßen,

Dr.med.
für die Regionalgruppe Bremen der IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/ Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.)
Antwort von Bernd Neumann
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04.09.2009
Bernd Neumann
Sehr geehrte Frau Dr. ,
gerne möchte ich Ihre Fragen beantworten.

1. Abschaffung aller Atomwaffen

Antwort: Für die nahe Zukunft wird eine glaubhafte Abschreckungsfähigkeit der NATO neben konventioneller weiterhin auch nuklearer Mittel bedürfen. Der Sinn und Zweck der nuklearen Streitkräfte ist politischer Art: Wahrung des Friedens, Verhinderung von Zwang und jeglicher Art von Krieg.
Die NATO setzt seit jeher zum Schutz des Bündnisses auch auf die Wirkung der Abschreckung von Nuklearstreitkräften. Das steht im Einklang mit dem Völkerrecht und hat übrigens ganz wesentlich zur erfolgreichen Friedenssicherung durch das Nordatlantische Bündnis beigetragen. Wie die NATO-Partner insgesamt geht auch die Bundesregierung davon aus, dass das für eine glaubwürdige Abschreckung auf Dauer vielleicht nicht sein muss.
Zurzeit sehe ich keine Perspektive, die in absehbarer Zeit eine Änderung dieser Strategie möglich macht. Die nukleare Teilhabe verschafft Deutschland jedoch nicht nur ein größeres Maß an Sicherheit, es erhält der Bundesrepublik ihr Mitspracherecht, bezüglich des Einsatzes des Nuklearpotenzials der Allianz, innerhalb der zuständigen Gremien der NATO.
Das Bekenntnis zur nuklearen Abschreckung ist jedoch auch aufs Engste verbunden mit den Anstrengungen zur weiteren Abrüstung, und zur Stärkung der Rüstungskontrollen. Wir wollen den Nichtverbreitungsvertrag weiter stärken, damit das im Vertrag formulierte Ziel einer nuklearwaffenfreien Welt vorangebracht werden kann.

2. Ausstieg aus der Atomenergie/Erneuerbare Energien

Antwort: Auf absehbare Zeit können wir auf den Beitrag der Kernenergie zur Stromerzeugung in Deutschland nicht verzichten. Sie ermöglicht es, den Zeitraum zu überbrücken, bis neue klimafreundliche und wirtschaftliche Ernergieträger in ausreichendem Umfang verfügbar sind, was ich sehr unterstütze. Im Rahmen unserer Klimaschutzstrategie streben wir eine Laufzeitverlängerung von sicheren Kernkraftwerken an. Für uns ist dabei vorrangig, das größtmögliche Sicherheitsniveau jeder Anlage zu gewährleisten. Genau so gehören das Einsparen von Energie, die Erhöhung der Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien zu den tragenden Säulen unserer Politik für den Klimaschutz. Wir treten dafür ein, die Energievorräte sparsamer zu nutzen, den Ausbau der heimischen erneuerbaren Energiequellen zu beschleunigen und effizientere Erzeugungstechnologien zu entwickeln. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz betreffend, haben wir bereits in der laufenden Legislatur Schritte unternommen, um die Förderung zielgenauer zu gestalten. Beim Ausbau der Kapazitäten bei Windenergie und Photovoltaik setzen wir auch weiterhin, neben dem öffentlichen Engagement, auf private Initiativen.

3. Beendigung des Afghanistan-Krieges

Antwort: Was die Diskussion um den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan angeht, so stelle ich mich gegen die Forderung, nach einem sofortigen Rückzug. Ein Rückzug der Bundeswehr zum jetzigen Zeitpunkt würde lediglich dazu führen, alle Fortschritte, die bisher gemacht worden sind, in Frage zu stellen. Auch die Sicherheit in Deutschland ist direkt vom Erfolg der Afghanistan-Mission abhängig. Im Falle eines Endes des Engagements der internationalen Streitkräfte würde das Land innerhalb kürzester Zeit wieder zu einer Ausbildungsstätte für Terroristen werden, wodurch auch für die deutsche Bevölkerung eine direkte Bedrohung bestünde. Ein Rückzug aus Afghanistan schützt Deutschland nicht vor Terroranschlägen, wie manche behaupten. Wir erkaufen uns bestenfalls das kurzfristige Wohlwollen von jenen Fanatikern, die die Werte unserer Gesellschaft ohnehin als dekadent und schwach verachten. Viel dramatischer wären jedoch die Auswirkungen in Afghanistan selbst. Durch einen Rückzug würden wir alle Afghanen im Stich lassen, die sich keine Rückkehr in das Mittelalter und zu den Gewaltorgien der Taliban wünschen. Deutschlands Glaubwürdigkeit als Schützer seiner Bürger - aber auch als ehrlicher Vertreter humanitärer Grundwerte - stünde zur Disposition, wenn wir uns im Angesicht solcher Perspektiven unserer Verantwortung entziehen würden. Die "Civil Military Cooperation" ist daher ein absolut sinnvolles und notwendiges Element des Engagements der Bundeswehr in Afghanistan. Ohne das Vertrauen und Wohlwollen der afghanischen Bevölkerung wäre es unmöglich, das Land nachhaltig wieder aufzubauen und zu stabilisieren.

4. Schutz von Flüchtlingen und Bekämpfung von Flucht-Ursachen

Antwort: Grundsätzlich gilt es zu helfen, wo Hilfe benötigt wird. Es muss jedoch, was die Frage des Bleiberechts angeht, im Einzelfall geprüft und entschieden werden, ob die Bedingungen für eine Aufnahme gegeben sind.
Allgemein liegt es im deutschen Interesse, mitzuwirken, wenn es um die Bewältigung der Entwicklungsprobleme vieler Länder, wie Armut, Unterentwicklung, Menschenrechtsverletzungen, Seuchen, Umweltzerstörung, Kriege, Terrorismus und Staatszerfall geht. Unsere Entwicklungspolitik der partnerschaftlichen Zusammenarbeit ruht auf drei Säulen: Erstens der Verantwortung gegenüber jenen Menschen, die am stärksten unter der Armut leiden, sowie der Verantwortung gegenüber unserer Umwelt und der Natur. Zweitens der Abwehr von Risiken und drittens der Stärkung unserer politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Partnerschaften. Eine gleichberechtigte Entwicklungspartnerschaft bedeutet für uns, dass wir eigene Reforminitiativen stärken und Mitverantwortung der Entwicklungsländer einfordern.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Neumann, MdB
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
29.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Neumann,

eine Frage, die ich allen Kandidaten meines Wahlkreises gern stellen möchte: Welche Form eines modernen Schulsystems halten Sie für die Beste? Sind Sie ein Anhänger der Einheitschule, fordern Sie eine grundlegende Reform des mehrgliedrigen Schulsystems und halten Sie das derzeitige System prinzipiell für funktional?

Gibt es sonst bildungspolitische Positionen, die Sie für wichtig erachten?

Danke im Voraus,
Antwort von Bernd Neumann
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04.09.2009
Bernd Neumann
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank erst einmal für Ihre Fragen. Gerade die Bildung ist ein Thema von immenser Bedeutung für unser Land.

In Bremen wurde auf Anregung der CDU ein überparteilicher Bildungskonsens für die nächsten zehn Jahre vereinbart, der bereits überregional große Resonanz gefunden hat: Die Schulen können sich jetzt in einer vereinfachten Schulstruktur, die nach der vierjährigen Grundschule nur noch das Gymnasium oder die Oberschule vorsieht, ganz auf ihre Arbeit konzentrieren. Die letzten PISA-Ergebnisse haben gezeigt, dass die Länder im Vorteil sind, die auf Kontinuität und Verlässlichkeit gesetzt haben. Mit dieser Vereinbarung hat die CDU Bremen das Gymnasium als Schulform gerettet. Ein Schulsystem ohne Gymnasium als stark leistungsorientierte Schulform kann ich mir nicht vorstellen. Wichtig ist uns aber auch: Die Entscheidung für eine weiterführende Schule nach Klasse 4 ist keine Sackgasse mehr. Die Oberschule bietet alle Abschlüsse an und hat die Aufgabe, alle Kinder ihren Begabungen entsprechend zu fordern und zu fördern.Wir erwarten durch diese Neuaufstellung des Bremischen Schulwesens eine deutliche Qualitätsverbesserung, damit die Kinder in Bremen, die genauso begabt sind wie die Kinder in anderen Bundesländern, endlich die Chance bekommen, ihre Talente voll zu entfalten.

Die Begegnung und Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur sind für jeden Menschen von prägender Bedeutung. Sie beeinflussen die sinnliche Wahrnehmung, die kreativen Fertigkeiten und die Ausdrucksfähigkeit. Sie ermöglichen einen Zugang zur Geschichte, zu den Traditionen, Werten und kulturellen Leistungen in Deutschland, Europa und der Welt. Ich mache mich deshalb auch, gerade in meiner Funktion als Staatsminister für Kultur und Medien, auf dem Feld der kulturellen Bildung stark. Durch kulturelle Bildung werden wichtige Grundlagen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt geschaffen. Kultur und kulturelle Bildung vermitteln Traditionen, Kenntnisse und Werte, die eine Gesellschaft erst lebenswert machen.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Neumann, MdB
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
03.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Neumann:

Nur die Unionsparteien seien momentan gegen eine Grundgesetz-Verankerung Kultur als Staatsziel. Ermittelt hat dies der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände. In Berlin wurden die Antworten der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien auf seine Fragen zur Bundestagswahl 2009 vorgestellt. Fragen zu den kulturpolitischen Vorhaben und Planungen der Politiker. Alle im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien hätten die Fragen mit (angeblich) großer Ernsthaftigkeit und Sachkenntnis beantwortet, liest man. Deutschlandradio Kultur stellte fest, dass die Kultur heute im Wahlkampf bisher "überhaupt keine Rolle gespielt hat, auch in den Reden der Spitzenpolitiker Kultur selten bis gar nicht vorkommt".

Dass in der nächsten Legislaturperiode das Staatsziel Kultur im Grundgesetz verankert wird, wolle nur die Union nicht. Fragen: Sind sie dafür, dass man ein eigenes Bundeskultur-Ministerium schafft? Was haben Sie persönlich kulturpolitisch geplant? Ich erwarte eine documenta-Reform in Hessen (Demokratisierung der privaten Institution, die Sie unterstützen). Wie kann die FDP – mit Dr. Westerwelle, möglicher Koalitionspartner - Sie persönlich samt CDU/CSU davon überzeugen, dass Kultur als Staatsziel ins GG gehört?
Schöne Grüße
Antwort von Bernd Neumann
1Empfehlung
24.09.2009
Bernd Neumann
Sehr geehrter Herr ,

ich war und bin ein Befürworter des Staatsziels Kultur. Dazu stehe ich öffentlich, selbst, wenn die Mehrheit meiner Fraktion dem noch nicht zugestimmt hat. Ich halte es grundsätzlich für klug, das Staatsziel Kultur im Grundgesetz zu verankern. Gleichwohl ist mir bewusst, dass durch die Aufnahme dieses Staatsziels nicht, wie vielleicht manch einer annehmen mag, der finanzielle Segen über die Kulturlandschaft Deutschland hereinbrechen wird. Ich habe mich während der letzen vier Jahre ohnehin so verhalten, als existiere das Staatsziel bereits. Meiner Meinung nach wäre die Einführung des Staatsziels Kultur aber ein wichtiges Signal, um auf die generelle Bedeutung von Kultur aufmerksam zu machen. Denn Kultur ist mehr als ein Ressortbereich. Kultur macht unsere Identität aus. Kultur ist übergeordneter als die einzelnen Fachbereiche wie Entwicklungs-, Innen-, Wirtschafts- oder Finanzpolitik. Denn: Kulturpolitik berührt die Grundlagen unseres Zusammenlebens. Sich dazu zu bekennen, bedeutet auch, die Leistung der Kulturschaffenden anzuerkennen. Das ist einer der Hauptgründe, weshalb ich mich weiterhin für diese Forderung engagieren werde. Manche Dinge brauchen eben Zeit. Die Gefahr der Überfrachtung des Grundgesetzes durch weitere Staatsziele wie Sport oder Nachhaltigkeit sehe ich ebenfalls und lehne diese Ausweitung deshalb ab. Wenn die anderen potentiellen Koalitionspartner sich dem Staatsziel Kultur verschreiben, wird die CDU sich sicherlich nicht dagegenstellen. Und auch in Teilen der CSU/CDU gibt es durchaus Sympathien für die Aufnahme der Kultur ins Grundgesetz.

In meiner Kulturpolitik wird das Urheberrecht weiterhin einen hohen Stellenwert einnehmen. Zudem wird ein Entwurf für ein neues Archivgesetz eingebracht. Unter anderem geht es dabei um die Archivierung von Kinofilmen. Auch die Filmförderung wird eines der zentralen Themen der Zukunft sein. Im Filmbereich muss die Zielsetzung einer flächendeckenden Digitalisierung der Kinos, insbesondere auf dem Lande, umgesetzt werden. Ein großes Projekt, besonders auch unter finanziellen Gesichtspunkten. Vieles von dem, was bereits angesprochen wurde, wird weiter fortgeführt. Kulturelle Bildung, die großen Projekte wie Museumsinsel, Freiheits- und Einheitsdenkmal werden weiterhin wichtige Bestandteile der Arbeit des BKM sein. Ein herausragendes Projekt wird zudem die Ausgestaltung des Humboldtforums sein. Im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft müssen nun konkrete Programme entwickelt werden. Das Netz für Kinder (frag- FINN) soll weiter ausgebaut werden, die Vergabe des Computerspielpreises muss weiterentwickelt werden, und zusammen mit den Ländern gilt es nun, die Deutsche Digitale Bibliothek zu gestalten. Das Gedenkstättenkonzept muss umgesetzt werden und die Dokumentationsstätte Flucht und Vertreibung muss sich etablieren. Auch werden wir uns der Frage nach der Zukunft der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen (BStU) annehmen. In diesem Zusammenhang wird eine Expertengruppe tagen, um das weitere Vorgehen festzulegen. Kulturpolitik ist häufig eine Fortschreibung dessen, was bereits ins Rollen gebracht wurde. Natürlich wird es auch neue Themen geben. Im Medienbereich wird sich zukünftig Vieles um das Thema Pressefusion und crossmediale Medien drehen. Die bisherigen Regelungen sind teilweise sehr unbefriedigend und nicht mehr zeitgemäß. Es kann nicht sein, dass wir deutschen Unternehmen Fusionen verbieten und gleichzeitig internationalen Finanzholdings Aufkäufe gestatten, wie es im Fall ProSiebenSat.1 geschehen ist. Hier müssen dringend Lösungen gefunden werden, die der Globalisierung wie auch der besonderen deutschen Situation Rechnung tragen. Und nicht zuletzt werden wir vor der Herausforderung stehen, dass die im Zuge der Finanzkrise von der Bundesregierung gemachten Schulden zurückgezahlt werden müssen. Hier gilt es zu verhindern, dass nicht das, was wir in den letzten vier Jahren auch in finanzieller Hinsicht erreicht haben, konterkariert wird.

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Neumann, MdB
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