Axel Voss (CDU)
Abgeordneter EU

Grunddaten
Axel Voss
© info@cducsu.eu
Jahrgang
1963
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
Bonn
Bundesland
Nordrhein-Westfalen
Bundeslistenplatz
8
weitere Profile
(...) Eine Ampelkennzeichnung lehnen meine Kollegen von der CDU/CSU-Gruppe und ich ab, weil die wissenschaftlich nicht belegten und willkürlichen Abgrenzungen zwischen den Farbgrenzen die Eigenart des Lebensmittels nicht berücksichtigen. Chemisch zuckerfrei hergestellte Limonade beispielsweise hat weniger Zucker als natürlicher Apfelsaft, der viel Fruchtzucker enthält. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Internationales
03.03.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Vos,

Seit Oktober 2011 sichert die Marechaussee (niederländische Grenzpolizei) alle größeren Grenzübergänge ihre Binnengrenzen mit Kamerasystemen, die jedes Fahrzeug incl. Frontinsassen ablichten und mit diversen Datenbanken (Polizei, Finanzamt, diverse Nachrichtendienste, etc.) abgleichen. Ob man in der Datenbank aufscheint oder nicht die Aufnahmen werden ca. vier Wochen bewahrt, mit anderen Worten Vorratsdatenspeicherung!

Diverse Journalisten und Datenschützer in den Niederlanden bemühten sich um bei den niederländischen Behörden bzw. Regierung nähere Informationen und Stellungsnahmen zu ergattern, leider ohne ersichtlichen Erfolg. Die Behörden und die niederländische Regierung verstecken sich hinter zweifelhaften, nichtssagenden und allgemeinen rhetorischen Antworten oder schweigen sich aus.

Ich bezweifle sehr, dass man mit dieser Art von (löchriger) Rasterfahndung bzw. automatisierten Grenzkontrollen tatsächlich das organisierte Verbrechen (Menschen- und Drogenhandel) wehren kann. Allerdings befürchte ich, als an der Grenze wohnende unbescholtene Bürger, ein gläserne Bürger zu werden, der bei jedem Grenzübertritt kontrolliert/registriert bzw. aufgezeichnet wird.

Inwieweit sind Sie hierüber informiert bzw. sehen Sie Handlungsbedarf. Inwieweit ist diese Maßnahme konform dem europäischen Gedanken von Reisefreiheit bzw. Datenschutz. Ist diese Maßnahme überhaupt konform den europäischen Vorschriften, den darüber schweigt sogar die niederländische Regierung.

Gerne würde ich in Kürze Ihren Standpunkt erfahren und ob Sie bzw. wie Sie dagegen vorgehen werden/wollen.

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Axel Voss
1Empfehlung
29.03.2012
Axel Voss
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 03. März 2012 bezüglich der Problematik um die niederländische Grenzüberwachung durch das Kamerasystem "@migo-boras" und Ihre damit verbundenen Bedenken bezüglich der Reisefreiheit und des Datenschutzes in der Europäischen Union.

In Ihrer Anfrage äußern Sie mehrere Bedenken. Zum einen, dass die erhobenen Daten für einen gewissen Zeitraum gespeichert werden und der Bürger sowohl durch die Überwachung, als auch durch die Speicherung der Daten in einem zu hohen Ausmaß kontrolliert wird. Zum anderen, dass die niederländische Regierung nur mangelhaft und zögerlich über die neue Form der digitalen Überwachung informiert.

Grundsätzlich sind an sämtlichen Grenzübergängen der Staaten, die dem Schengen-Abkommen beigetreten sind, keine permanenten Grenzkontrollen vorgesehen. Dieses Abkommen ist ein Meilenstein in der Verwirklichung des europäischen Projektes. Damit geht die Personenverkehrsfreiheit für europäische Bürger einher
Fakt ist, dass das Kamerasystem am 01. Januar 2012 starten sollte. Die Niederlande wollten an 15 hoch frequentierten Grenzübergängen, davon zehn an der deutsch-niederländischen Grenze, solche Kamerakontrollen durchführen. Mittlerweile wurde bekannt, dass eine bereits seit längerer Zeit laufende Testphase vorerst bis Sommer 2012 verlängert wurde. Nach Informationen der niederländischen Regierung soll das System zur nachhaltigen Verhinderung von Schwerkriminalität, insbesondere Menschenhandel und organisierter Kriminalität, dienen. Die niederländische Regierung bekräftigt, dass eine Überprüfung nur stichprobenartig verläuft und daher mit den geltenden Regelungen zu Schengen im Einklang steht. Daten würden zu statistischen Zwecken gespeichert und gäben keine Rückschlüsse auf konkrete Personen.

Die Europäische Kommission nahm sich der Thematik Ende 2011 an, da die Kamerakontrollen zu Bedenken bezüglich einer Vereinbarkeit mit europäischem Rechtsverständnis geführt haben. EU-Kommissarin für Inneres, Cecilia Malmström, sieht insbesondere die Regelungen zu Schengen und europäische Freiheitsgrundsätze tangiert. Die Vereinbarkeit des Systems mit den Schengen-Regeln hängt indes von der konkreten praktischen Umsetzung ab. Aus diesem Grund forderte die Europäische Kommission die Niederlande auf, weitere Informationen hierzu, insbesondere der konkreten Umsetzung, zur Verfügung zu stellen.

Im weiteren Verlauf überprüft die Europäische Kommission die Schritte der Niederlande im Bezug auf eine gemeinschaftsrechtliche Vereinbarkeit und wertet die dazu vorliegenden Informationen aus. Sollte sich in diesem Zusammenhang herausstellen, dass die Vorgehensweise der Niederlande nicht mit europäischem Vertragsrecht in Einklang steht, könnte die Europäische Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten.

Persönlich halte ich das Vorgehen der Niederlande für falsch und nicht vereinbar mit den Schengen Regelungen. Möglicherweise handelt es sich um eine Grauzone. Deshalb wird der Vorgang derzeit rechtlich geprüft und wir werden zunächst mal das Ergebnis abwarten. Ich teile Ihre Sorge um den Umgang mit den durch Schengen garantierten Freiheiten. Die zeitweise systematisch eingeführten Kontrollen in Dänemark sind hierbei im gleichen Maße zu erwähnen, wie die jüngst angeordneten Maßnahmen der Niederlande. Dies entspricht nicht einem gemeinsamen, europäischen Gedanken, der auf gegenseitigem Vertrauen aufbauend Freiheiten für alle Europäer gewährleisten soll. Aus den genannten Gründen begrüße ich den Schritt der Europäischen Kommission und warte gespannt auf deren Ergebnis.

Ich hoffe, dass ich Ihnen meine Haltung entsprechend darlegen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Axel Voss
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.05.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Voss,

das Kriegsverbrechertribunal in den Haag hält seit etwa 9 Jahren Vojislav Šešelj fest. Glauben Sie nicht, dass dieser Prozess etwas zu lange dauert? Bei Herrn Karadcic zeichnet sich eine ähnlich lange Verweildauer ab.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Axel Voss
bisher keineEmpfehlungen
15.05.2012
Axel Voss
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zu der Dauer der Prozesse vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag.

Erlauben Sie mir als Europaabgeordneten bitte zunächst den grundsätzlichen Hinweis, dass der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien ein Gerichtshof der Vereinten Nationen und nicht der Europäischen Union ist. Aus diesem Grund war ich auch bisher nicht näher mit der Arbeit dieser Institution befasst.

Eigentlich hätte nach einem Beschluss des UN-Sicherheitsrates das UN-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien schon Ende 2010 seine Arbeit abschließen sollen.

Auch wenn es sicherlich schwierig ist, Kriegsverbrechen, die inzwischen 15 bis 20 Jahre zurückliegen, in einem Prozess aufzuarbeiten, finde ich es genau wie Sie sehr bedenklich, dass sich Prozesse über einen Zeitraum von 9 Jahren hinziehen.

Ich empfehle Ihnen, in dieser Angelegenheit das Auswärtige Amt zu kontaktieren und um eine Stellungnahme zu bitten.

Mit freundlichen Grüßen

Axel Voss
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