Angelika Krüger-Leißner (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Angelika Krüger-Leißner
Jahrgang
1951
Berufliche Qualifikation
Eisenbahnfacharbeiterin, Diplomlehrerin für Kunsterziehung und Geschichte, Studium für Jugendhilfe mit Abschluß
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Oberhavel - Havelland II
Landeslistenplatz
8, Brandenburg
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(...) Ich bin froh, dass meine Partei diese von Ihnen angesprochene Problematik erkannt hat und wir uns in unserem Steuerkonzept, das wir in den kommenden Wochen ausführlich diskutieren werden, auf die Reduzierung der Abgaben fokussieren. Denn insbesondere für die Gering- und Durchschnittsverdiener brauchen wir eine Entlastung. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Frauen
01.08.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Krüger-Leißner,

die 1. Frauenmannschaft des SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf ist vor Kurzem in die 2. Fußball-Bundesliga aufgestiegen und wird in diesem Jahr die Region Oberhavel bundesweit vertreten.

Inwiefern erfreut Sie die Tatsache, dass es nun eine Frauenmannschaft aus dieser Region ist, welche den Spirit der Frauen-Power verkörpert und werden Sie sich selbst von der Leistungsfähigkeit der Damen bei einem Heimspiel selbst überzeugen?

Herzliche Grüße

C.
Antwort von Angelika Krüger-Leißner
3Empfehlungen
27.08.2008
Angelika Krüger-Leißner
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Es wird Sie vielleicht überraschen, aber ich bin ein großer Fan der Blau-Weiß-Mädels.

Beim Herzschlagfinale mit dem Ausgleich quasi in der letzten Minute - wir waren ja bereits alle der Verzweiflung nahe - stand ich direkt hinter dem Lübarser Tor.

Spätestens seit dem denkwürdigen 25. Mai bin ich von der Frauenpower unserer Hohen Neuendorfer Mädels vollkommen überzeugt.
Es ist aber nicht nur die Leistung der 1. Mannschaft von Blau-Weiß, die mich stolz macht. Der Stellenwert des Frauenfußballs hat mit den Erfolgen unserer Frauen-Nationalmannschaft weiter zugenommen. Davon profitiert auch Hohen Neuendorf. Dieser Umstand und die wirklich vorbildliche Nachwuchsarbeit (Stichwort DFB-Minifeld etc.), die der Vorsitzende Lutz Kiehne und seine Mitstreiter vom SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf leisten, haben die 1. Frauenmannschaft erst zu einem großen Fußballprojekt in der Hohen Neuendorfer Niederheide reifen lassen.

Wenn es mein Terminkalender erlaubt, werde ich mir am 07. September das erste Heimspiel in der 2. Bundesliga gegen Holstein Kiel ansehen - ich habe den Fußballnachmittag in Hohen Neuendorf jedenfalls für mich fest eingeplant.

Liebe Grüße

Ihre Angelika Krüger-Leißner
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
06.09.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Krüger-Leißner,

wie stehen Sie dazu, dass die Initiative EXIT-Deutschland nicht mehr staatlich gefördert wird, und somit vor dem aus steht (Webseite der Organisation: www.exit-deutschland.de ? Warum wurde das Konzept abgelehnt? Welche Kriterien wurden angewendet? Ich habe die Arbeit dieser Organisation seit vielen Jahren in den Medien verfolgt, und ich bin entsetzt, dass sie nicht mehr unterstützt werden soll.

Gerade ein Bundesland wie Brandenburg, welches paradoxerweise trotz eines extrem niedrigen Ausländeranteils in der Bevölkerung über eine der bundesweit höchsten Fremdenfeindlichkeitsquoten verfügt, sollte ein sehr starkes Interesse daran haben, dass eine Organisation wie EXIT-Deutschland arbeitsfähig bleibt. Schliesslich ist neben der Förderung von präventiver Arbeit, die Begegnung und Aufklärung leistet und Jugendlichen Perspektiven gibt, auch die Unterstützung Ausstiegswilliger aus der rechten Szene essenziell, um demokratiefeindlichen und menschenverachtenden Gesinnungen in der Gesellschaft die Stirn zu bieten.
Antwort von Angelika Krüger-Leißner
3Empfehlungen
30.10.2008
Angelika Krüger-Leißner
Sehr geehrte Frau ,

als ich von der Einstellung der Förderung von EXIT-Deutschland - ebenso wie Sie - aus den Medien erfahren habe, war ich persönlich sehr enttäuscht. Ich bin mir sehr wohl über die Bedeutung der Initiative in unserer Region bewusst. Die Leistung der Initiative war beachtlich - so hat sie nahezu 300 Rechtsextreme erfolgreich aus der Szene führen können.

Ich kann Ihnen sogar mit einem konkreten Beispiel die Zusammenarbeit zwischen EXIT und meinem Wahlkreis - und somit die Relevanz der Initiative - belegen. So haben die Jusos-Oberhavel im Rahmen eines Schulprojektes gegen Rechts, was ich unterstützt habe, Anfang dieses Jahres an der Torhorst-Gesamtschule Oranienburg erfolgreich mit dem EXIT-Aussteiger Matthias Adrian zusammengearbeitet.

Dennoch habe ich - auch im Zuge Ihrer Anfrage - die Berichterstattung der Medien, die ja zunächst eindeutig erschien, kritisch hinterfragt. Aus den Gesprächen mit Mandatsträgern und dem fördernden Ministerium für Arbeit und Soziales ergab sich ein differenzierteres Bild.
So konnte das Ministerium mir gegenüber glaubhaft darstellen, dass der diesjährige Antrag auf finanzielle Förderung für EXIT nicht der neuen Förderprogrammatik des Europäischen Sozialfond (ESF) entspricht. Die Auswahlkriterien waren lange bekannt und vor allem transparent. Sie konnten (und können nach wie vor) online auf www.esf.de eingesehen werden.
Laut Auskunft des Ministeriums haben weit über 200 Projekte bzw. Initiativen diese Kriterien in ihrer Antragsstellung beherzigt, was sich in positiven Förderungsbescheiden niederschlug.

Dennoch musste das Ministerium einräumen, dass durch seine neue Förderprogrammatik mit den entsprechenden Vergabekriterien insbesondere Aussteigerprogramme nicht mehr zum Zuge kamen. Aus diesem Grunde hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Auflage eines Sonderprogramms für November/Dezember (Bewilligung ab Frühjahr 2009) dieses Jahres angekündigt*. Dieses Programm soll für Projekte, wie EXIT, "Aktion Zivilcourage" in Pirna oder das - ebenfalls sächsische - Aussteigerprogramm "Klinke" zugeschnitten sein, versichert das BMAS.

Ich gebe Ihnen Recht, wir dürfen nicht in unserem Kampf gegen Rechts nicht nachlassen. Ich hoffe, dass das Umdenken des Ministeriums dazu beiträgt.

Ihre
Angelika Krüger-Leißner
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Frage zum Thema Diätenerhöhung
08.09.2008
Von:

Hallo Frau Krüger-Leißner,

wann können wir Wähler damit rechnen, daß Sie einen Antrag in den Bundestag einbringen, in dem Sie die Abschaffung der Luxuspensionen für Minister und Abgeordnete bzw. eine Änderung der Beamtenpensionen fordern. Leider hackt eine Krähe der anderen kein Auge aus und somit wurde das Thema in dieser Legislaturperiode gekonnt wieder einmal ausgesessen, übrigens von allen Parteien. Mindestens sollte die Regelung aus NRW auf den Bund übertragen werden.
In der Hoffnung auf eine baldige Antwort und eine noch baldigere Einbringung eines Antrages verbleibe ich mit
freundlichen Grüßen.
Antwort von Angelika Krüger-Leißner
2Empfehlungen
03.11.2008
Angelika Krüger-Leißner
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Mail, in der Sie die Altersentschädigung für Abgeordnete kritisieren und vorschlagen, die Regelung aus Nordrhein-Westfalen (NRW) auf den Bund zu übertragen.

In NRW werden die Abgeordneten monatlich mit Bezügen in Höhe von 9500 Euro bezahlt. Dieser Betrag muss komplett versteuert werden. Alle steuerfreien Pauschalen, die es bisher gab, werden gestrichen. Auch für die Altersversorgung muss der Abgeordnete jetzt selber aufkommen und monatlich 1500 Euro in ein Versorgungswerk einzahlen.

Ich sehe keinen Vorteil darin, die Regelung für Abgeordnetenbezüge von NRW auf den Bund zu übertragen. Eine radikale Umstellung des gesamten Systems der Altersvorsorge in Richtung eines Versorgungswerkes wäre nämlich deutlich teurer als die von uns vorgesehene Lösung und darüber hinaus mit großen organisatorischen Schwierigkeiten verbunden.

Ein Abgeordneter oder eine Abgeordnete muss unabhängig vom Lebensalter, in dem er oder sie Mitglied des Deutschen Bundestages wird, im Alter die gleiche Altersentschädigung erhalten. Da die Abgeordneten jedoch nicht wie normale Arbeitnehmer alle in jungen Jahren ihre Tätigkeit beginnen und dann ungefähr gleich lang im Bundestag bleiben, ist eine vernünftige Berechnung der Versicherungsprämien nicht möglich. Denn für eine jüngere Abgeordnete könnten die in den acht Jahren gezahlten Beiträge von der Versicherung angelegt werden. Das Kapital würde in der Zeit zwischen ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag und dem Rentenbeginn mit 65 Jahren Zinsen und Erträge erwirtschaften, die dann gemeinsam mit den gezahlten Versicherungsbeiträgen nach dem 65. Lebensjahr Monat für Monat ausgezahlt werden würden. Bei dem älteren Abgeordneten fiele diese Zwischenphase weg. Die "Rente" würde sofort gezahlt werden. Diese Beispiele zeigen, dass es sehr kompliziert wäre, eine Lösung zu finden, die eine gleiche Altersrente für derartig verschiedene Abgeordnete ermöglicht. Das ist aber nach der Verfassung nötig. Eine solche Lösung wäre auch mit höheren Kosten als bei der bisherigen Regelung verbunden.

In Ihrem Schreiben kritisieren Sie auch, dass die Altersentschädigung für Abgeordnete zu hoch ausfällt. Diese Kritik haben wir im neuen Abgeordnetengesetz mit dem vorliegenden Vorschlag aufgegriffen, der zeigt, dass eine Absenkung der Altersversorgung auch ohne Systemwechsel möglich ist. Aus diesen Gründen hat auch die erwähnte unabhängige Expertenkommission (Kissel-Kommission) 1993 nach sorgfältiger Abwägung vorgeschlagen, dass keine Umstellung des Systems vorgenommen werden sollte.

Die neuen Versorgungsregelungen sehen eine Abkehr von den bisherigen, sich an der Vollversorgung orientierenden Regelungen der Altersentschädigung in die Richtung einer lückenfüllenden Teilversorgung für die Mitgliedschaft im Parlament vor ("Baukastensystem"), die nur einen Teil des Berufslebens der Abgeordneten darstellt.

Derzeit erhält ein Abgeordneter nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag für jedes Jahr seiner Mitgliedschaft eine Altersentschädigung in Höhe von 3 Prozent der monatlichen Diät. Das gilt jedoch nur, wenn er mindestens acht Jahre lang Mitglied des Bundestages war. Nach diesen acht Jahren erhält er also 24 Prozent der monatlichen Diät von derzeit 7.009 Euro als Altersversorgung. Zukünftig sollen statt 3 Prozent nur noch 2,5 Prozent pro Jahr der Mitgliedschaft gezahlt werden. Nach acht Jahren im Bundestag erhält ein ehemaliger Abgeordneter dann nicht mehr 24 Prozent der Diät, sondern nur noch 20 Prozent.

Der Steigerungssatz der Altersentschädigung, der bis 1995 noch 4 Prozent der Abgeordnetenentschädigung pro Jahr der Mitgliedschaft im Bundestag betrug, wird also von jetzt 3 Prozent weiter auf 2,5 Prozent herabgesenkt. Der Höchstsatz der Altersentschädigung von nunmehr 67,5 Prozent der Abgeordnetenentschädigung wird künftig erst nach 27 und nicht wie bisher bereits nach 23 Mandatsjahren erreicht. (Den Höchstanspruch erwerben aber nur wenige Abgeordnete, da die meisten Abgeordneten dem Bundestag nur zwei bis drei Legislaturperioden angehören). Ein Versorgungsanspruch im Alter entsteht nach dem Konzept der lückenfüllenden Teilversorgung nach dem ersten Jahr der Mitgliedschaft.

Darüber hinaus wird die Anhebung der Altersgrenzen in der gesetzlichen Rentenversicherung ("Rente mit 67") mit der stufenweisen Anhebung der Altersgrenze für die Altersentschädigung von dem 65. Lebensjahr auf das 67. Lebensjahr wirkungsgleich umgesetzt.

Sehr geehrter Herr , sie sehen also, dass wir den kritischen Stimmen Rechnung getragen haben und die Altersentschädigung bei Abgeordneten reduziert haben. Ich hoffe aber auch, dass ich Ihnen meine Position verdeutlichen konnte, warum ich gegen eine Übertragung des nordrheinwestfälischen Modells auf den Bund bin.

Mit freundlichen Grüße

Angelika Krüger-Leißner, MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
13.10.2008
Von:
Eck

Liebe Angelika Krüger-Leißner,

Sie wissen, dass Menschen, die im Kunst-, Kultur- und Sozialbereich respektiert arbeiten, aber keinen oder fast keinen Arbeitslohn erhalten, in Hartz4Verhältnissen nicht nur in Armut, weitgehend ohne Bürgerrechte und in beständiger Angst vor Schikanen leben müssen.

Selbst Mitarbeiter der Arbeitsagentur stimmten im Podiumsgespräch von Connexx/verdi, an dem Sie interessiert teilgenommen hatten, für ein Recht auf ein schikanefreies Grundeinkommen.

Die SPD bietet Arbeitsgemeinschaften und Foren zu einer Vielzahl von Themen an, aber keine zum Thema Grundsicherung. Warum?

Es gibt, von Forschungsinstituten durchgerechnet, finanzierbare Alternativen. Ein Argument im Arbeitsgespräch in der SPDZentrale war, dass Mitarbeiter im Öffentlichen Beschäftigungssektor nicht entlassen werden dürfen, ´Wo sollen wir mit ihnen hin?´ Was könnten die Mitarbeiter im Öffentlichen Beschäftigungssektor leisten, wenn ein schikanefreies Grundeinkommen für jeden Bürger realisiert wurde?

Was können Sie als Bundestagsabgeordnete konkret leisten, damit Bürger Hartz4Verhältnisse, die einem Offenen Strafvollzug ohne Gerichtsverhandlung/Schuldspruch ähneln, verlassen - können?

Freundliche Grüße Ihre Eck
Antwort von Angelika Krüger-Leißner
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12.12.2008
Angelika Krüger-Leißner
Sehr geehrte Frau Eck,

Sie haben Recht. Grundeinkommen ist ein Thema, dass wir Sozialdemokraten kaum thematisieren. Das hängt damit zusammen, dass der Grundgedanke der Sozialdemokratie darauf beruht, dass starke Schultern mehr tragen als Schwache. Ein Grundeinkommen bedeutet aber, dass alle Bürger - auch Vermögende - einen Anspruch auf das bedingungslose Grundeinkommen haben, womit die Kernprinzipien des Sozialstaats ausgehebelt werden. Sozialleistungen würden nicht mehr zielgenau auf die tatsächlichen Bedürftigen zugeschnitten werden. Die ersatzlose Streichung aller anderen sozialstaatlichen Transfers wie z.B. im Gesundheitswesen und in der Pflege, würde einen Einstieg in eine Art "Sozialstaat light" bedeuten.
Die Verfechter des Grundeinkommens wollen die Säulen der Sozialversicherung (Rente, Arbeitslosigkeit, Pflege, Unfall) einfach niederreißen, die Fürsorgesysteme und Maßnahmen zur Arbeitsförderung einstellen. Berufliche Weiterbildung, Ausbildung Benachteiligter, beschäftigungsbegleitende Leistungen - alle staatlichen Hilfen, mit denen die Menschen auf eigene Füße kommen sollen, würden abgeschafft. Alles nach dem Motto: Der Staat zahlt ein Grundgehalt, der Rest ist Sache alleinig Sache der Bürgers. Doch nicht jeder Bürger hat die gleiche Ausgangsposition.

Ein Grundeinkommen würde auch den Lohndruck erhöhen. Unternehmen wären vollends von der Pflicht entbunden, vernünftige Löhne zu zahlen. Am Ende steht ein enorm gewachsener Niedriglohnsektor der einen Super-Kombilohn (hoher Staatsanteil und niedriger Arbeitgeberanteil) beinhaltet. Die Folge niedriger Einkommen und Streichung bisheriger Sozialleistungen ist eine Verschärfung der Ungleichverteilung der Einkommen, die ich nicht gutheißen kann. Daher bin ich überzeugt, dass ein Grundeinkommen kein Heilsversprechen ist.

In Ihrem Beitrag beschreiben Sie speziell die schwierige Situation von Künstlern in Hartz IV. Wie Sie wissen ist die soziale Lage von Künstlern einer meiner Tätigkeitsschwerpunkte in der Politik. Daher weiß ich um der Probleme der Künstler und bin dafür sehr sensibel. Außerdem setze ich mich bei der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg für eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Jobcentern und Verbänden von Kultur- und Medienschaffenden ein - und das sehr erfolgreich. Die Vereinbarungen wurden mittlerweile als Vorbild für alle Jobcenter empfohlen.

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Krüger-Leißner, MdB
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Frage zum Thema Arbeit
17.10.2008
Von:
Eva

Sehr geehrte Frau Krüger-Leißner,
ich bin seit Juli ´2008 über eine Personalleasingfirma im Deutschen Bundestag, Referat PD1, als Büro- und Schreibkraft beschäftigt. Ich habe mich sehr gefreut, nach 4 Jahren wieder Arbeit bekommen zu haben. Nun hat man leider dieser Leasingfirma gekündigt und somit werden auch alle Leasingkräfte ausgetauscht. Herr Ministerialrat , PD1, ist auch sehr enttäuscht, da er mich, auf Grund meiner sehr guten Leistung, gerne hierbehalten hätte. Warum kann der Deutsche Bundestag nicht Leute, wenigstens befristet für ein Jahr, einstellen, sonder nimmt sich Leasingfirmen? Es ist für mich diskriminierend und sehr schlimm. Ich werde am 22.10. 52 Jahre alt und habe keine Chance mehr woanders Fuß zu fassen. Wenn der Deutsche Bundestag so etwas vormacht, können Sie sich ja wohl denken, wie es draußen in unserem Land nachgemacht wird. Meine Bewerbungen innerhalb dieses Hauses konnten bis heute nicht berücksichtigt werden (zu viele Bewerbungen und mein Alter). Ich finde, dass sich in unserem Land nichts positiv ändern wird, wenn das höchste Gremium in diesem Land so etwas vormacht. Personalfirmen sind unmenschlich.
Für eine baldige Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Eva
Antwort von Angelika Krüger-Leißner
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19.12.2008
Angelika Krüger-Leißner
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 17. Oktober. Um Ihre Frage beantworten zu können, habe ich mich bei der Bundestagsverwaltung nach den Gründen für den Einsatz von Leasingkräften erkundigt. Mir wurde mitgeteilt, dass der Deutsche Bundestag im Schreibbereich auf Leasingfirmen (auch Zeitarbeit oder Leiharbeit genannt) zurückgreift, da nur so schnell der kurzfristige Bedarf an Personal für einen kurzen Zeitraum von 3-4 Wochen gedeckt werden kann. Befristete Arbeitsverträge seien in diesem Fall keine Alternative.

Manchmal kann Leiharbeit durchaus ein akzeptables Instrument sein. Trotzdem streben wir als SPD-Bundestagsfraktion primär reguläre Beschäftigung an. Denn: Fehlentwicklungen sind unübersehbar: Es besteht die Gefahr, dass reguläre Beschäftigung durch billigere Leiharbeitnehmer ersetzt wird. So entstehen flexible Randbelegschaften mit weniger Lohn, weniger Rechten und weniger Sicherheiten in den Unternehmen. Leiharbeit wird häufiger zu Tarifflucht und zu Lohndumping genutzt. Deshalb muss kritisch geprüft werden, wo Leiharbeit reguläre Beschäftigung verdrängt. Im Deutschen Bundestag ist das im Schreibbereich nach meinem Eindruck nicht der Fall.

Wir sind uns in der SPD-Bundestagsfraktion bewusst, dass Zeitarbeit ein zweischneidiges Schwert ist. Deshalb wollen wir einerseits die Beschäftigten in der Zeitarbeitsbranche stärken: Wir wollen einen Mindestlohn. Außerdem wollen wir nach angemessener Einarbeitungszeit gleichen Lohn und gleiche Arbeitsbedingungen für Leiharbeitnehmer wie für die Stammbelegschaft. Damit wird die Zeitarbeit gerechter. Klar ist jedoch: Vorfahrt hat immer die reguläre Beschäftigung. Die zu fördern ist unser wichtigstes Ziel.

Sehr geehrte Frau , ich hoffe, ich konnte Ihre Frage zufriedenstellend beantworten.
Ich wünsche Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Krüger-Leißner, MdB
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Ihre Frage an Angelika Krüger-Leißner
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