Andy Grote (SPD)
Kandidat Bürgerschaftswahl Hamburg 2008
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Andy Grote
Jahrgang
1968
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
selbst. Rechtsanwalt, Bernzen Sonntag Rechtsanwälte in Hamburg
Wohnort
-
Wahlkreis
Hamburg - Mitte , Listenplatz 1, Stimmen (Wahlkreis): 8.726, 9,5%
Landeslistenplatz
keinen
(...) Zur Verwirklichung dieser Ziele wird ihre Partei, die Linkspartei, leider nichts beitragen können, da sie nicht koalitionsfähig ist und auch nicht sein will. Jede Stimme für die Linkspartei gefährdet daher eine rot-grüne Regierungsmehrheit und dient dem Machterhalt des CDU-Senats. Bleibt die Linkspartei unter 5% so hat Rot-Grün bereits nach allen aktuellen Umfragen eine Mehrheit in der zukünftigen Bürgerschaft. (...)
 
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Frage zum Thema Verkehr / Infrastruktur / Stadtentwicklung
11.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Grote,

was genau ist für Ihre Partei die Alternative zu einer Anbindung der Hafen-City durch die U 4? Was genau würden Sie tun, wenn Sie die Wahl gewinnen? Ihr Kandidat, Herr Naumann, scheint ja fest davon überzeugt zu sein, die U-Bahn noch stoppen zu können. Wie vertrauenswürdig ist denn seine Aussage, dass die U-Bahn auf den Prüfstand kommt? Wenn ich richtig informiert bin, ist z.B. die Hochbahnalternative ab Rödingsmarkt umfassend geprüft worden und für nicht realisierbar erachtet worden. Außerdem scheinen selbst Ihrer Partei oder den Grünen nahestehende Architekten das Projekt U-Bahn für unverzichtbar zu halten (siehe dazu die Zeitschrift Grün.de aus dem Juni 2007). Außerdem scheint ja das Geld zweckgebunden zu sein, so dass es gar nicht für andere Dinge verwendet werden kann. Muss man mit einer jahrelangen Verzögerung wie bei der Flughafen-S-Bahn rechnen?

Was konkret wollen Sie kurz- und mittelfristig tun, um das bestehende ÖPNV-Netz zu optimieren? Wenn man Hamburg mit vergleichbaren Städten vergleicht, so fällt auf, dass hier - mit wenigen Ausnahmen - eher das bestehende, historische U-Bahn-Netz verwaltet wird als dass es konsequent ausgebaut wird und dass bestimmte Stadtteile sehr schlecht an das U- und S-Bahn-Netz angebunden sind. München z.B. hat innerhalb der letzten 35 Jahre ein fantastisches U- und S-Bahn-Netz gebaut, von dem wir hier wirklich nur träumen können - und dort wird konsequent weiter gebaut (unter einer rot-grünen Regierung). Wäre es im Sinne einer verantwortlichen Klimaschutzpolitik nicht auch in Hamburg konsequent hier endlich richtig in den Netzausbau zu investieren statt immer nur herumzudoktern und durch Neuplanungen zu verzögern? Im Falle eines Wahlsieges Ihrer Partei: Wann gibt es dafür einen richtigen Masterplan?

Danke für Ihre Antwort

Antwort von Andy Grote
1Empfehlung
22.02.2008
Andy Grote
Sehr geehrter Herr ,

zunächst einmal eine Entschuldigung dafür, dass ich erst mit einiger Verzögerung dazu komme, Ihnen zu antworten. Zu Ihrer Frage:

Wir halten die U4 für ein überdimensioniertes Verkehrsprojekt, dass kostenmäßig kaum zu kontrollieren ist und die Anbindung der HafenCity an den ÖPNV nur unzureichend leistet. Es werden mehrere hundert Millionen Euro (die Kostenschätzungen mussten mehrfach deutlich nach oben korrigiert werden) für gerade einmal zwei Stationen ausgegeben, mit denen viele Bereiche der HafenCity gar nicht angebunden werden.

Unsere Alternative ist die Wiederaufnahme der Planung für ein leistungsfähiges Kernnetz einer modernen Stadtbahn, wie viele Metropolen es haben. Dieses kann auch die HafenCity hervorragend und deutlich kostengünstiger erschließen.

Seriöserweise bedarf es dazu aber mehr als eines Wahlsieges. Wir werden prüfen müssen, ob die rechtlichen Bindungen und der konkrete technische und kostenmäßige Entwicklungsstand des Projekts einen Abbruch noch zulassen. Diese Prüfung wird kommen, wir werden sie sehr gründlich und mit dem Ziel des Ausstiegs vornehmen.

Es ist im übrigen auch nicht so, dass die Alternative einer aufgeständerten U- oder Stadbahn tatsächlich mit der notwendigen Ernsthaftigkeit geprüft wurde, diese Prüfung erfolgte erst im Nachhinein und eher der Form halber, als die politische Entscheidung längst gefallen war. Wir haben zu diesem Thema in den bezirklichen Ausschüssen intensive Anhörungen und Beratungen gehabt. Dabei haben sich auch namhafte Architekten, die Mitglied der CDU sind, gegen die U4 ausgesprochen.

Von den öffentlichen Geldern sind nur die Bundeszuschüsse "zweckgebunden", weil sie nur für diese Projekt beantragt wurden. Für eine Alternative müssten sie also neu beantragt werden. Die Mittel aus dem Hamburger Haushalt, also der deutlich größere Teil kann durch Entscheidung eines neuen Senats auch anders eingesetzt werden, die "Zweckbindung" kann also aufgehoben werden.

Eine gewisse planerische Verzögerung wird es durch die Revision der jahrelangen Fehlplanung natürlich geben, allerdings fällt dafür die Bauphase kürzer aus, da der Bau der U-Bahn technisch deutlich aufwendiger wäre.

Ein leistungsfähiges ÖPNV-Netz hat für einen SPD-geführten Senat eine hohe Priorität. Wesentliches Element des Ausbaus wird die Einführung der modernen Stadtbahn sein. Zusätzlich wird das U- und S-Bahnnetz gezielt erweitert werden, z.B. durch den Ausbau der Strecke Hamburg-Ahrensburg-Bad Oldesloe zu einer regulären S-Bahnstrecke nach Hamburger Standard. Zum Klimaschutz gehört aber auch die Ertüchtigung des Radwegenetzes oder die Bereitstellung öffentlicher Flächen für Car-Sharing-Stationen.

Die Ausbauplanungen des Verkehrswegenetzes einschließlich des ÖPNV werden bisher in den Verkehrwegeplänen der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt zusammengefasst, die letztlich die Funktion von Masterplänen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Andy Grote
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Frage zum Thema Kultur und Medien
17.02.2008
Von:
Ang

Sehr geehrter Herr Grothe,

auch die SPD hat sich Ende letzten Jahres dafür ausgesprochen.

Basierend auf den Schülerzahlen des Jahrgangs 2006/2007 ist von rund 1.250 Erstklässlern im Jahrgang 2007/2008 auszugehen. Die Lesegutscheine sollten ab Januar 2008, nachdem die Kinder erste Leseübungen in der Schule sammeln konnten, direkt an die Schulen in Hamburg-Mitte zur Verteilung an die Schülerinnen und Schüler im Klassenverband übergeben werden. In Hamburg-Mitte sollen die folgenden Grundschulen Lesegutscheine erhalten: Aueschule Finkenwerder, Westerschule Finkenwerder, Schule bei der Katharinenkirche, Ganztagsschule St. Pauli, Heinrich-Wolgast-Schule, Ganztagsschule Ludwigstraße, Schule Hohe Landwehr, Schule Griesstraße, Ganztagsschule Osterbrook, Fritz-Köhne-Schule, Schule Slomanstieg, Schule beim Pachthof, Schule Hermannstal, Schule Stengelestraße, Schule Speckenreye, Schule an der Glinder Au, Schule Möllner Landstraße, Schule Steinadlerweg, Schule Sterntalerstraße, Schule Bonhoefferstraße, Schule Fuchsbergredder, die Schule Billbrookdeich, sowie die Grundschulen in privater und kirchlicher Trägerschaft.

Mein Sohn besucht als sogenannter ABC-Schütze eine der genannten Schulen in der 1. Klasse und wartet bis heute auf die Lesekarte.

Wann kann ich damit rechnen?

Lg
A.
Antwort von Andy Grote
1Empfehlung
21.02.2008
Andy Grote
Sehr geehrte Frau ,

es ist richtig, dass wir uns für die Ausgabe der Lesegutscheine eingesetzt und auch mit bezirklichen Mitteln finanziell unterstützt haben, weil wir das für eine wirklich wichtige Sache halten. Wie die Verteilung nun im einzelnen organisiert wird, liegt letztlich in der Verantwortung der einzelnen Schulen. Ich kann deshalb hierzu leider keine allgemeingültige Antwort geben. Ich kann biete Ihnen aber an, mich gegenüber der betreffenden Schule direkt um die Frage zu kümmern oder in der neuen Bürgerschaft, die sich am 12. März konstituiert, eine parlamentarische Anfrage an die Schulbehörde zu stellen, um Einzelheiten über das Verfahren insgesamt zu erfahren.

Mit freundlichen Grüßen

Andy Grote
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Frage zum Thema Verkehr / Infrastruktur / Stadtentwicklung
20.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Grote ,

Auf dem ehemaligen Haspa-Gelände ist der Bau eines problematischen Hotelhochhauses geplant, mit folgenden Auswirkungen:
  • ca. 50-Bestandswohnungen werden stark verschattet, und entsprechen nicht mehr den Anforderungen für gesunde Wohnverhältnisse.
  • Die lärmschützende Funktion der Entriegelung zur Ost-West-Strasse wird aufgehoben und Lärmgrenzwerte im Wohngebiet insbesondere nachts überschritten.
  • Grundrissänderungen in bestehenden Wohnungen, Verstärkungen von denkmalgeschützten Fassaden werden verordnet, obwohl diese kaum realisierbar sind.
  • Die Versorgung von 1.700 Hotelzimmern in direkter Nachbarschaft erhöht den Straßenverkehr in den bisher ruhigen Wohnstrassen auf das Niveau einer Hauptverkehrstrasse, weitere hundert Personen werden erhöhtem Lärm ausgesetzt.
  • In den späten Nachmittagsstunden wird der Großneumarkt verschattet. Für die Restaurants, die ohnehin mit der schwierigen Belebbarkeit des Platzes kämpfen entfällt der Attraktivitätsbonus.
  • Der geplante Hotelbau verwandelt den N. Steinweg zu einer optischen Sackgasse und isoliert den Stadtteil weiter, welcher schon durch "Sperren" eingezäunt und dadurch für Besucher schwer zu entdecken ist.
  • Der historische Ensemble am Zeughausmarkt wird trotz seiner historischen Bedeutung für Hamburger und kulturbewusste Touristen zerstört.

Insgesamt ist die Standortentscheidung für ein Massenhotel an einem so sensiblen Punkt der Innenstadt mit negativer Ausstrahlung für das Quartier und hohen Wertvernichtungs- und Sozialkosten verbunden. Diese stehen längst nicht im Verhältnis zu den über die Laufzeit des Hotels einzunehmenden Steuergeldern. Die Vorteile für Hamburg lassen sich an einem in der Infrastruktur besser erschlossenem Ort in Hamburg wesentlich einfacher verwirklichen.

Wir möchten von Ihnen erfahren, ob Sie das Bauvorhaben angesichts der o.g. Nachteile noch für geeignet halten und ob Ihre Fraktion bereits ist, das Projekt zu verbessern.

Bürgerbewegung Pro-Neustadt
i.A.

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Frage zum Thema Soziales
20.02.2008
Von:

Lieber Herr Grote,

drei Fragen zur Stadtteilentwicklung:

  • Wie lassen sich Ihres Erachtens Ausverkauf von Immobilien an Fonds und eine Mietpreisexplosion auf St. Pauli aufhalten? Der Prozess hat ja schon begonnen. Wäre Zeit, was dagegen zu tun.

  • Was passiert mit dem Gebäude Reeperbahn 1 (ehemalige Bowlingbahn)? Werden Alternativen zum Abriss ernsthaft geprüft, oder werden wir da unweigerlich mit einem weiteren "Tower" beglückt?

  • Wie steht die SPD zu dem Riesenumbauprogramm in Wilhelmsburg? Ich habe den Eindruck, dass zum einen die Wilhelmsburger nicht restlos begeistert sind von dem, was da auf sie zukommt, und dass zum anderen die Kulturszene in anderen Stadtteilen wie St. Pauli nun auch nicht nur auf Rosen gebettet ist und durchaus noch etwas Förderung vertragen könnte.

Viele Grüße,
Antwort von Andy Grote
1Empfehlung
22.02.2008
Andy Grote
Sehr geehrter Herr ,

gegen die von Ihnen nicht ganz zu Unrecht befürchtete Entwicklung muss in der Tat etwas unternommen werden. Manches haben wir als rot-grüne Koalition auf Bezirksebene auch schon getan:

Zum einen müssen preiswerte Wohnungen neu gebaut werden. Wir haben das für das Gelände der ehemaligen Pestalozzi-Schule auf den Weg gebracht, dort werden Flächen zu vergünstigten Preisen an Wohnungsbaugesellschaften vergeben, die anschließend bestimmte Mietobergrenzen einhalten müssen. Auch in dem großen Sanierungsgebiet nördlich der Simon-von-Utrecht-Straße entstehen durch das Sanierungsverfahren modernisierte preisgünstige Wohnungen, z.B. in den Häuser Wohlwillstraße 19-23, die wir vor dem Abriss retten konnten. Dort wird die Miete nach der kompletten Instandsetzung 4,05€ / qm netto kalt betragen!

Außerdem müssen die bestehenden städtebaulichen Strukturen gegen großflächigen Abriss und große Neubauprojekte geschützt werden. Wir haben deshalb den gesamten Bereich zwischen Reeperbahn, Davidstraße, Bernhard-Nocht-Straße und Silbersackstraße unter den Schutz einer städtebaulichen Erhaltungsverordnung gestellt. Dadurch konnten bereits konkret Abrisse und Spekulation verhindert werden.

Die Wohnungsbestände von SAGA/GWG, insbesondere südlich der Reeperbahn, müssen durch moderate Mieten zur Dämpfung der Mietenentwicklung beitragen.
Und schließlich werden wir wohl auch darauf achten müssen, dass die Reeperbahn nicht zu sauber und glatt wird, solange das Rotlichtmilieu bleibt, werden die Mieten nicht so leicht nach oben gehen wie z.B. in der Schanze.

Was aus dem Gebäude Reeperbahn 1 wird, ist leider weiter unklar. Letztlich ist hier der Eigentümer in der Verantwortung, der jedoch im Moment keinerlei Aktivitäten erkennen lässt (auch nicht zum Bau von Türmen). Wir setzen uns dafür ein, dass jedenfalls die bestehenden Nutzer (Mojo, Mandarin, Skam) bleiben können, bis tatsächlich ein konkretes neues Projekt umgesetzt wird und nicht vorher rausgedrängt werden.

Die Internationale Bauausstellung (IBA) in Wilhelmsburg ist für den Stadtteil grundsätzlich eine große Chance. Bei den Einzelprojekten ist auch viel sinnvolles dabei, aber auch manche zweifelhafte Vorhaben, wie z.B. die Verlagerung der Baubehörde. Es stimmt auch, dass die Menschen vor Ort z.T. nicht optimal in die Planungen eingebunden sind.

Die Kulturförderung in Wilhelmsburg tut dem Stadtteil gut. Sie haben aber Recht, dass Kultur und Kreative für St. Pauli ebenfalls eine wichtige Rolle spielen und Förderung verdienen. Wir haben als SPD/GAL-Koalition einiges für die Kulturszene tun können, z.B. durch Unterstützung der Livemusik-Clubs auf St. Pauli. Das möchte ich in der Bürgerschaft fortsetzen. Denn St. Pauli war immer ein Stadtteil mit einer faszinierenden Kulturszene, die auch für Hamburg insgesamt wichtig ist.

Beste Grüße

Andy Grote
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