Andreas Geisel (SPD)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Andreas Geisel
© D. Butzmann/F. Jaenicke/S. Knoll/B. Kraehahn
Ziele von Andreas Geisel
Ich arbeite für ein kinder- und familienfreundliches Land. Dieses Leitmotiv lenkt mein politisches Handeln.



Ich möchte, dass die Zukunftsfragen Deutschlands wieder im Mittelpunkt stehen. Der Sozialstaat muss leistungsfähig, aber auch bezahlbar bleiben. Das Zweiklassensystem im Gesundheitswesen mit Privatversicherten und Kassenpatienten ist ein Skandal. Das muss sich ändern.



Wichtig ist mir der Grundsatz gleicher Chancen für alle, unabhängig von Herkunft und Einkommen. Ich freue mich sehr über die Schulsanierungen und arbeite engagiert am Erfolg des Konjunkturprogramms.



Aber nötig sind auch kleinere Klassen und mehr Lehrer.



Häuser und Straßen müssen in gutem Zustand sein. Kultur, Sport, Jugendarbeit und Seniorenclubs brauchen Unterstützung und die Auftragslage der Firmen muss sich verbessern. Dafür möchte ich im Bundestag die Weichen stellen.

Das ist mir wichtig



Ich wünsche mir Lichtenberg noch viel lebendiger, bunter, toleranter und lebensfroher. Mich ärgert, wenn wir uns von der rasanten Entwicklung Berlins abkoppeln und Chancen ergeben, weil wir zu sehr im Gestern verhaftet bleiben. Wir müssen endlich unsere Möglichkeiten nutzen.



Für Gerechtigkeit sorgt nicht, wer nur Sprüche klopft, die berechtigten Zorn aufgreifen. Misstrauen Sie einfachen Antworten, denn sie lösen real keine Probleme. Die Wahrheit ist komplexer als manche Parole es verspricht.
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Andreas Geisel hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Wirtschaft
20.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Geisel,

die Ansiedlung von weiteren Handelsunternehmen, z. B. Globus, verneinen Sie an der Landsberger Allee, weil naheliegende Geschäfte darunter leiden würden.

In der Hauptstraße seien Sie aber dafür, dass unmittelbar neben dem Storchenhof ein weiterer Großunternehmer, Kaufland bzw. Kaufmarkt, bauen darf.
Kein Nachteil für bestehende Geschäfte?
Wie paßt das zusammen?

Warum sind in Lichtenberg Dienstgebäude wie z. B.
Rathaus, Große-Leege-Str. , Alt-Friedrichsfelde,
buntes Jobcenter

so zahlreich saniert worden. Stattdessen ist die Wirtschaftsförderung vergessen.
Grünflächen allein in Hohenschönhausen machen diesen Stadtteil nicht interessanter.

Herr Geisel, wie sehen Sie das?
Antwort von Andreas Geisel
5Empfehlungen
22.09.2009
Andreas Geisel
Sehr geehrter Herr ,

ja, ich bin gegen die Ansiedlung eines weiteren überdimensioniert großen SB-Warenhauses (hier von Globus) an der Landsberger Allee, weil es dort ein völlig neuer Standort wäre, außerhalb bestehender Wohngebiete und nur mit dem Auto zu erreichen. Damit würden wir die Fehler der 80er und 90er Jahre wiederholen, wo vor die Tore der jeweiligen Städte riesige Einkaufszentren gebaut wurden und man sich anschließend darüber wunderte, warum die Innenstädte veröden. Der Kaufpark Eiche ist hier ein Beispiel, das in sich zwar gut funktioniert, das aber auf den Einzelhandel in Marzahn katastrophale Auswirkungen hatte. An der Landsberger Allee werden aber trotzdem Wirtschaftsansiedlungen stattfinden, nur eben Möbel- und Fachmärkte (z.B. IKEA) und nicht riesige Lebensmittelflächen.

Der Storchenhof ist wiederum ein anderes Problem. Hier haben wir ein bestehendes Zentrum in einem Wohngebiet, das trotzdem verödet, weil die Kunden zunehmend wegbleiben. Der Kaisers-Expansionsleiter erklärte mir das mit der fehlenden Kundenzahl am Ort. Deshalb würden die Umsätze einbrechen, weshalb Kaisers das Angebot immer mehr verringert, weshalb dann wiederum noch mehr Kunden wegbleiben. Eine Abwärtsspirale, an deren Ende erkennbar auch die Schließung von Kaisers stünde. Dem ist nur entgegen zu wirken, wenn für die Kunden neue, zusätzliche Gründe geschaffen werden, am Storchenhof einzukaufen. Also mehr Angebote, um den Umsatz aller Beteiligten zu steigern. Ja, Sie haben Recht, natürlich bedeutet das auch zusätzliche Konkurrenz für die bestehenden Geschäfte und für die Konrad-Wolf-Straße. Das Problem ist nicht zu leugnen. Allerdings reden wir hier von einer völlig anderen Größenordnung als bei Globus. Die neue Ansiedlung von Kaufland am Storchenhof wird nur ein Viertel der bei Globus beantragten Verkaufsfläche umfassen. Aber richtig ist schon, dass andere Angebote (Kultur, Gastronomie, Sport, Gesundheit u.a.) am Storchenhof viel besser aufgehoben wären, als schon wieder ein neuer Supermarkt. Mein Problem ist nur, dass die einzigen beiden Nachfragen für das Grundstück eben nur von PLUS und von Kaufland kamen. Und PLUS war architektonisch und städtebaulich am Standort verheerend, weshalb die Entscheidung zu Gunsten von Kaufland fiel. Und die Alternative bestand im dauerhaften Erhalt der Kaufhallenruine und der Aussicht, dass sich das "neue" Storchenhofgebäude (mit Kaisers) dann auch noch leert. Schöner Mist, was? Nur vor diesem Hintergrund habe ich dann die Entscheidung getroffen, die sie hier berechtigt kritisch ansprechen.

Die Sanierung der von Ihnen genannten Gebäude hat damit zu tun, dass wir aus Kostengründen zahlreiche andere Standorte geschlossen haben, um die Mitarbeiter an diesen zentralen Standorten zu konzentrieren. Und dafür müssen einerseits die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden und andererseits musste eine energetische Sanierung der Gebäude stattfinden, um die Betriebskosten im Griff zu behalten. Vor allem in der Große-Leege-Str. haben wir vorher quasi aus dem Fenster geheizt...

Ja, Sie haben auch hier Recht. Grünflächen machen zwar das Wohnumfeld attraktiver und sind deshalb wichtig, um den Wohnstandort aufzuwerten, aber allein reichen sie natürlich nicht aus. Und ja, noch haben wir bei der Wirtschaftsförderung Defizite. Auf meiner Internet-homepage www.andreas-geisel.de finden Sie dazu eine Reihe von Vorschlägen. Aber das ist ein "weites Feld", das nicht nur mit fehlender Wirtschaftsförderung, sondern vor allem mit unzureichender Verkehrsanbindung, schlechtem Image und hohen Grundstückspreisen zu tun hat. Ich schlage vor, sich am Erfolg der WISTA Adlershof zu orientieren und den Einsatz regenerativer Energien zum Leitthema der Wirtschaft unseres Bezirks zu machen. Mit dieser Spezialisierung haben wir in Berlin eine Chance. Beliebigkeit bliebe dagegen auch in der Wirtschaftsansiedlung weiter ohne Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Geisel
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
20.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Geisel,
Ist Ihnen der Unfallschwerpunkt Zingster-, Ecke Ribnitzer Straße bekannt ?
Dort gab es schon bedauerlicherweise mehrere Todesopfer infolge von
Verkehrsunfällen in den letzten Jahren. Zuletzt ein Kind, das mit dem Fahr-
rad unterwegs war. Die LINKEN versprachen vor den letzten Wahlen schon
mal, dort etwas zur Verkehrsberuhigung zu tun.
Tun Sie bitte etwas !
Kreisverkehr, Ampeln oder Fussgängerschutzweg, was ist Ihrer Meinung
nach möglich ?
Antwort von Andreas Geisel
3Empfehlungen
22.09.2009
Andreas Geisel
Sehr geehrter Herr ,

ja, selbstverständlich ist mir diese Kreuzung und ihre besondere Problematik bekannt. Von aktuellen Todesopfern wusste ich allerdings noch nichts, werde mich aber dazu mit der Polizei in Verbindung setzen.
Die Kreuzung war vor einigen Jahren als Kreisverkehr geplant, was aber am dafür notwendigen Flächenbedarf scheiterte. Dazu hätten in den Randbereichen jeweils noch Grundstücksankäufe stattfinden müssen. Außerdem gab es gegen diesen Lösungsvorschlag erhebliche Proteste der Behindertenverbände.
Die Polizei hat im vergangenen Jahr auf Anregung meiner Abteilung den Bau einer Ampelanlage angeordnet, was aber regulär bis zur tatsächlichen Ausführung noch Jahre dauern würde. Wir haben derzeit einen "Stau" bei der Errichtung von Ampeln in Berlin. Allein in Lichtenberg/Hohenschönhausen sind weitere 23 Ampeln von der Polizei angeordnet, aber noch nicht errichtet worden. Da eine Ampelanlage im Durchschnitt zwischen 80.000 Euro und 250.000 Euro kostet, können Sie das Problem erkennen. Wenn allerdings die Polizei diese Kreuzung als Unfallschwerpunkt (mit Todesopfern) einstuft, muss hier eine Prioritätenverschiebung stattfinden. Genau dazu ist ein direktes Gespräch mit der Polizei notwendig. Ich bedanke mich bei Ihnen für diesen Hinweis!

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Geisel
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
24.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Geisel,

Immer wieder wird in der Zeit vor den Wahlen über die unterschiedlichsten Themen geredet. Dabei wird aber sehr selten das Thema Bafög angeschnitten. Dabei müsste gerade dieses Thema auch einmal wirklich diskutiert werden, denn es gibt in diesem, nun schon mehr als 30 Jahren alten Recht auf Unterstützung während der Ausbildung erhebliche Mängel.
Denn kann es sein, dass man einen Mietzuschuss genehmigt, der ab einem Mietbetrag von 145 €, nur noch 72 € beträgt. Betrachtet man dabei aber die Mietpreise kann kein Mensch auch nur annähernd mit diesem Betrag etwas anfangen, Denn selbst in Studentenwohnheimen wird eine Miete von 200 € aufwärts verlangt. Dies ist also eigentlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Auch das Schulden von Seiten der Eltern immer noch nicht angerechnet werden, ist in einer Gesellschaft, von der erwartet wird, dass sie sich um die Altersvorsorge selber kümmern sollte (zum Beispiel ein Haus kaufen), mehr als unvertretbar.

Denn so wird dann auf Bürgern, die seit mehr 25 Jahren Steuern zahlen herumgetreten. Und das nur, weil sie höchste Bildungsmöglichkeit für ihre Kinder wollen, dies aber nicht unterschtützen können.

Daher meine Frage: Wird sich in Sachen Bafög in nächster Zeit etwas grundlegend ändern, wird die Berechnungsgrundlage einmal kritisch hinterfragt und gegenfalls geändert?

Mit freundlichen Grüßen

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