Volker Beck (DIE GRÜNEN)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Angaben zur Person
Volker Beck
Jahrgang
1960
Berufliche Qualifikation
Studium: Kunstgeschichte, Geschichte, Germanistik
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Köln II
Landeslistenplatz
4, Nordrhein-Westfalen
(...) Die Analyse, "der Islam" würde sich in Deutschland immer mehr zur "Leitkultur" entwickeln halten wir für nicht nachvollziehbar. Ihr liegt eine Angst zu Grunde, die wohl am treffendsten mit Islamophobie bezeichnet werden kann. Das Recht, unsere Meinung wiederum als "wirr" zu bezeichnen, ist Ihnen unbenommen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
03.07.2009
Bundestagswahlrecht
nicht beteiligt
02.07.2009
AWACS-Einsatz in Afghanistan
nicht beteiligt
18.06.2009
Internetsperren
nicht beteiligt
18.06.2009
Patientenverfügung (Stünker-Antrag)
nicht beteiligt
29.05.2009
Schuldenbremse
nicht beteiligt
28.05.2009
Abgabe von künstlichem Heroin an Schwerstabhängige
nicht beteiligt
Fragen an Volker Beck
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Die Datenschutzbestimmungen zur Behandlung meiner Daten habe ich gelesen.
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Kultur
10.01.2008
Von:

Herr Beck,

warum empören Sie sich nur über eine zwangsläufige Begleiterscheinung dieses Festivals? (Anm.d.Red.: Christival 2008)

Diese Festival ist ein unter der Schirmherrschaft der deutschen Politik stehendes evangelikales Großereignis von christlichen Fundamentalisten für christliche Fundamentalisten - weiter nichts!
Ich bin sehr erstaunt, wie in letzter Zeit diese Gruppierungen mit ihren kruden Ansichten hoffähig gemacht werden - Amerika läßt grüßen.
Oder ist die Politik auf diesem Auge völlig erblindet und auf beiden Ohren taub. Informieren Sie sich doch mal intensiv über diese "Christen". Gehen Sie auf deren Web-Seiten auch in den USA.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Volker Beck
59Empfehlungen
13.01.2008
Volker Beck
Sehr geehrter Herr ,

die Schirmherrschaft über dieses Festival hätte ich persönlich nicht übernommen, sie wäre mir vermutlich aber auch nie angetragen worden. Ich weiß nicht, welche Glaubensüberzeugungen die Bundesfamilienministerin hat und welches Motiv sie zur Übernahme der Schirmherrschaft bei diesem Festival bewogen hat.

Ich bin mir über das Spektrum der Veranstaltung durchaus bewusst, weise aber daraufhin, dass zu den Unterstützerinnen und Unterstützern auch hohe Würdenträger und Persönlichkeiten aus den evangelischen Landeskirchen oder Organisationen wie der CVJM gehören.

Die Glaubens- und Religionsfreiheit gebietet Respekt auch vor den von Ihnen angesprochenen Ausprägungen des Glaubens, solange nicht danach getrachtet wird, die Rechtsordnung entsprechend auszurichten und Andersgläubige in ihren Freiheitsrechten zu beschränken. Wenn Kreationismus im Biologieunterricht gelehrt werden soll und Homosexualität als therapiebedürftiger Defekt diffamiert wird, ist allerdings eine rote Linie überschritten.

Mit freundlichen Grüßen

Volker Beck
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.01.2008
Von:

Guten Tag Herr Beck,


bei youtube gibt es offenbar Tendenzen schwule Inhalte zu zensieren.
www.gayromeo.com


Andererseits gibt es viele diskriminierende Videos auf Youtube. Es geht von Antisemitismus über Homophobie bis hin zur werbug für rechte Gewalt.

Was kann man tun?
Wie beurteilen Sie dieses Handeln von youtube?


Mit freundlichen Grüßen


Antwort von Volker Beck
22Empfehlungen
18.01.2008
Volker Beck
Sehr geehrter Herr ,

Volker Beck hat vor geraumer Zeit in einem Fall, in dem in einem Video im Internet zur Gewaltanwendung und Vertreibung von Homosexuellen aufgerufen wurde, Strafanzeige gestellt und veranlasst, dass das entsprechende Video gelöscht wurde. Dabei handelte es sich allerdings um eine andere Videoplattform als Youtube.

Grundsätzlich ist zu empfehlen, die maßgeblichen Videos zu speichern, sie damit als Beweismaterial zu sichern und den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung zu stellen.

Hinsichtlich Ihres Hinweises, bei youtube gäbe es Tendenzen schwule Inhalte zu zensieren, habe ich mich zur Klärung heute in einem Schreiben an youtube gewandt.

Mit freundlichen Grüßen

Büro Volker Beck
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Familie
14.01.2008
Von:

Ich finde es schade, dass wegen eines kleinen Seminares beim Christival 2008 so ein massiver Druck auf die Organisatoren
ausgeübt wird. Ich nenne sowas Zensur!

Denn kein Homosexueller wird gezwungen, dieses Seminar zu besuchen, es soll doch nur ein Angebot sein, bei dem niemand
hingehen muss.

Haben Sie nicht die Befürchtung, dass Sie damit Ihr Eintreten für die Homosexuellen geschadet haben, in meinen Augen auf jeden Fall ?!
Antwort von Volker Beck
55Empfehlungen
18.01.2008
Volker Beck
Sehr geehrter Herr ,

Ihrem Eindruck, es sei Zensur ausgeübt worden, kann ich nicht folgen. Weder das Christival noch das Seminar sind verboten worden, das stand nie zur Diskussion und wurde auch von mir nie gefordert. Deutliche Kritik an einem antihomosexuellen Seminar ist keine Zensur. Forderungen an eine Bundesministerin, eine solche Veranstaltung nicht durch ihre Schirmherrschaft zu bewerben, ist ebenfalls keine Zensur. Es gibt keinen Anspruch auf kostenlose Reklame durch die Bundesregierung. Und wenn bei dieser Veranstaltung Inhalte vertreten werden, die den Aufgaben dieser Ministerin widersprechen, zu dem der Schutz vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung gehört, erwarte ich, dass sie dazu auf Distanz geht. Das antihomosexuelle Seminar, das von den Veranstaltern zurückgezogen worden ist, ist keine Petitesse. Dass niemand "gezwungen wird" dort hinzugehen, ist eine Selbstverständlichkeit (wäre es anders, hätte die Polizei wegen Freiheitsberaubung einschreiten müssen). Aber auch als "Angebot" muss sich ein Seminar Kritik gefallen lassen, wenn damit ein Unwerturteil über Homosexualität verbreitet wird.
Vielleicht hilft Ihnen das folgende kleine Gedankenexperiment nachzuvollziehen, warum ich das Seminar kritisiere: Stellen Sie einmal vor, der Titel des Seminars hätte gelautet "Heterosexualität verstehen - Chance zur Veränderung" und die dazugehörige Beschreibung: "Viele Menschen leiden unter ihren heterosexuellen Neigungen. Im Seminar geht es um Ursachen und konstruktive Wege heraus aus heterosexuellen Empfindungen." Ein solches Seminar wäre offensichtlich Quatsch. Ein ganz genauso großer Unsinn ist es aber, homosexuell empfindenden Menschen einzureden, diese Gefühle seien Ursache für Leid und therapiebedürftig.

Genau dies tut aber die Organisation OJC und ihr angebliches "Institut" seit Jahr und Tag. In einem Faltblatt dieser Organisation (das interessanterweise den gleichen Titel trägt wie ihr Christival-Seminar) werden sie noch etwas deutlicher. Dort ist von der angeblichen "Heilung" homosexueller "Patienten" die Rede und es wird behauptet, es schade Teenagern, wenn ihnen gesagt wird, Gefühle für das gleiche Geschlecht seien normal. Die OJC begnügt sich nicht damit, eine religiöse Auffassung zu vertreten, die man teilen mag oder nicht, sondern gibt ihre Auffassung als Wissenschaft aus, schürt Angst vor Homosexualität und empfiehlt "Therapien", die von tatsächlichen Wissenschaftlern als unnötig, nutzlos und potenziell gefährlich eingeschätzt werden. Als Beispiel empfehle ich etwa die deutliche Stellungnahme Prof. Dr. Udo Rauchfleisch (Professor für Klinische Psychologie an der Uni Basel, www.gaynial.net ). Gerade junge Menschen mit homosexuellen Empfindungen werden durch unseriöse Behauptungen von Gruppen wie OJC unter Druck gesetzt. Die Phase, in der Jugendliche versuchen, mit Gefühlen klar zu kommen, von denen sie gelernt haben, dass diese schlecht seien, ist meist keine einfache. Das letzte, was sie in dieser Situation brauchen, ist ein Pseudo-Institut, das ihnen einredet, ihre Gefühle für andere Menschen des gleichen Geschlechts seinen therapiebedürftig und therapierbar. Seriöse Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und psychotherapeutische Praxen sind voll von Menschen, die vergeblich und unter großem Leid versucht haben, ihre homosexuellen Gefühle zu unterdrücken. Ich nehme diese Menschen und ihr Leid sehr ernst. Gerade deswegen kritisiere ich das Seminar so deutlich. Dass ich Homosexuellen schade, wenn ich darauf aufmerksam mache, dass das "Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft" eine unseriöse Vereinigung ist, von der keine wirkliche Hilfe zu erwarten ist, sehe ich nicht. Was mich irritiert, ist, dass es im Umkreis des "Christivals" bisher offenbar keine kritische Auseinandersetzung mit der "Ex-Gay"-Bewegung gibt, die gerade unter jungen Christen so viel Leid erzeugt.

Mit freundlichen Grüßen
Volker Beck
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
19.01.2008
Von:

Betr. Christival 2008

Sehr geehrter Herr Beck!
Sie betreiben eine sehr gute Lobbyarbeit für Ihre etwa 2% gleichgeschlechtlich orientierten Mitmenschen. In Ihrer Kritik an einem Workshop schießen Sie aber wohl etwas übers fundamentale Ziel hinaus, Sie treffen alle bibelgläubigen Christen und Sie sind dabei in Ihrem Verhalten (Schirmherrschaft ...) noch intoleranter als die von Ihnen kritisierten Christen. Ich lebe in einer Stadt wo es selbstverständlich, ist die Homofahne vor einem Rathaus zu hissen und den regierenden Bürgermeister als Schirmherren für ein dubioses schwul-lesbisches Straßenfest zu bekommen. Als Christ fühle ich mich hier inzwischen benachteiligt und behaupte, dass inzwischen diese Randgruppe (zahlenmäßig betrachtet) einen Stellenwert bekommen hat, den Christen und Familien längst nicht haben. Sie verwenden geschickt den Begriff fundamentalistisch und diffamieren eine harmlose Veranstaltung und deren Teilnehmer, für die sich nur ein Bruchteil Ihrer Wähler interessieren würde und die mit Sicherheit keinen Platz in der Berichterstattung einer überregionalen Tageszeitung finden wird.
Ich frage Sie: Warum tun Sie das und von welchem missionarischen Eifer werden Sie getrieben? In einem derartig toleranten Land wie der Bundesrepublik vergeuden Sie nur Ihre Zeit! Sprechen Sie doch einmal mit den zugewanderten muslimischen Deutschen in unserem Land. Hier hätten Sie ein dankbares Aufgabengebiet.
Antwort von Volker Beck
33Empfehlungen
24.01.2008
Volker Beck
Sehr geehrter Herr ,

mir geht des um die Wahrung und den Ausbau der Bürgerrechte aller Menschen in unserem Land. Lesben und Schwule sind gleichberechtigte Staatsbürger, unabhängig der Frage ihrer Anzahl. In einem Rechtsstaat werden Rechte zwar nicht mathematischen Mengenverhältnissen gewährt, dennoch würde mich interessieren wie Sie auf 2 % kommen.

Ich setze mich dafür ein, dass niemand wegen seiner sexuellen Orientierung benachteiligt wird. Mit der Beseitigung der Diskriminierung von Homosexuellen sind wir ein gutes Stück vorangekommen, aber noch immer haben z.B. schwule und lesbische Partnerschaften und Familien nicht die gleichen Rechte wie Eheleute. Gleiche Rechte richten sich gegen niemanden. Der Wert von traditionellen Ehen und Familien hängt nicht davon ab, dass andere Formen des Zusammenlebens benachteiligt werden! Keine Bevölkerungsgruppe kann in einer pluralistischen Gesellschaft Höherrangigkeit beanspruchen, egal ob Mehrheit oder Minderheit.

Wenn Menschen gleiche Rechte abgesprochen werden, findet das meinen Widerspruch, egal ob es im islamischen, christlichen oder säkularen Gewand daherkommt. Inwiefern Sie als Christ benachteiligt werden, kann ich Ihrer Äußerung nicht entnehmen. Sollten Sie aber einmal tatsächlich aufgrund Ihrer Religion z.B. am Arbeitsplatz oder auf dem Wohnungsmarkt diskriminiert werden, stehen Ihnen mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz die gleichen rechtlichen Möglichkeiten zur Verfügung wie Personen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung benachteiligt werden. Wir haben uns erfolgreich dafür eingesetzt, dass bei der Antidiskriminierungsgesetzgebung nicht mit zweierlei Maß gemessen wird. Wenn Sie sich von der Präsenz von Lesben und Schwulen beeinträchtigt fühlen, finde ich das bedauerlich, aber wenig nachvollziehbar. Was ist denn bedrohlich an Regenbogenfahnen oder lesbisch-schwulen Straßenfesten? Sie machen Vielfalt sichtbar, sagen aber niemandem, wie er oder sie zu leben oder zu fühlen hat, noch verpflichten sie zur Teilnahme.

Ich muss (und kann) damit leben, wenn Sie Homosexualität als Sünde betrachten, so wie Sie damit leben müssen, wenn ich das anders sehe. Toleranz bedeutet nicht, dass alles ohne Widerspruch hingenommen werden muss. In meiner Kritik an dem inzwischen abgesagten Seminar des "Christivals" ging es zudem nicht um religiöse Fragen, die jeder und jede für sich selbst beantworten mag. Es ging darum, ob die Jugendministerin für eine Veranstaltung werben soll, bei der jungen Menschen eingeredet wird, Homosexualität sei pathologisch, therapiebedürftig und heilbar. So lautet jedenfalls in verschiedenen Variationen die unablässige Propaganda des sogenannten "Instituts" der OJC, die offensichtlich auch auf dem Christival verbreitet werden sollte. Das OJC-Seminar halte ich weder für eine Kleinigkeit noch für harmlos. Zu den Gründen habe ich mich bereits in anderen Antworten auf abgeordnetenwatch.de ausführlich geäußert. Ich weise an dieser Stelle aber noch einmal darauf hin, wie Prof. Dr. Udo Rauchfleisch die Risiken und Nebenwirkungen der von OJC propagierten "reparativen Therapie" beurteilt: "Häufig wird die Änderung im Sexualverhalten mit schweren Depressionen, zentralen Selbstwertproblemen und tiefer Verzweiflung erkauft und kann zum Suizid der betreffenden Menschen führen, die an dem Konflikt zwischen dem äußeren und dann von ihnen verinnerlichten Druck einerseits und dem Gefühl, ein Leben im Gegensatz zu ihrer sexuellen Orientierung zu führen, zerbrechen. Hier muss man eindeutig von einem Missbrauch und einer Schädigung durch so genannte therapeutische oder seelsorgerische Interventionen sprechen."

Meines Erachtens werden hinter der hilfsbereiten Fassade der OJC Abgründe von Intoleranz gegenüber Homosexualität sichtbar, die deutliche Worte erfordern. Dass "alle bibeltreuen Christen" sich mit den unseriösen Methoden der OJC identifizieren und deswegen von meiner Kritik schwer getroffen wären, stimmt nicht. Das zeigt mir auch der Zuspruch von Christen, die die Homoheilungspropaganda ebenfalls ablehnen. Christ sein und homosexuell - das ist kein Widerspruch. Davon zeugen Gruppen wie "Homosexuelle und Kirche" (http:www.huk.org) oder "Zwischenraum" (www.zwischenraum.net), die niemanden dazu nötigen, entweder ihre Gefühle für Menschen des gleichen Geschlechts oder ihren Glauben zu verdrängen. Die Worte "Homosexualität", "Schwule" oder "Lesben" werden sie übrigens in der Bibel vergeblich suchen.

Mit freundlichen Grüßen
Volker Beck
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Inneres und Justiz
23.01.2008
Von:

Guten Tag Herr Beck,

in der Welt vom 14. Januar wurde über Muslime berichtet, welche zum Christentum konvertiert sind und seit dem innerhalb und außerhalb Deutschlands einer "Verfolgung" durch Muslime ausgesetzt sind.

www.welt.de

Zwei Fragen habe ich:
1.) Was unternehmen Sie als Abgeordneter des Wahlkreises Köln II um die konvertierten Muslime in Köln vor Übergriffen zu schützen?
2.) Was unternimmt Ihre Partei B90/Grünen dafür, die Religionsfreiheit in Deutschland zu schützen und allen Menschen in Deutschland (und Europa) eine freie Religionsausübung inkl. Werbung (Mission) zu gewährleisten?

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Antwort von Volker Beck
17Empfehlungen
25.01.2008
Volker Beck
Sehr geehrte Frau ,

zur verfassungsrechtlich besonders geschützten Glaubens- und Religionsfreiheit gehört nicht nur, dass jeder und jede seinen Glauben gegebenenfalls ändern und einer anderen Religion beitreten kann, sondern auch die Freiheit zu versuchen, andere Menschen für seinen Glauben zu gewinnen. Menschen, die deswegen Übergriffe zu befürchten oder zu erleiden haben, kann ich nur empfehlen, sich an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden (Polizei, Staatsanwaltschaft) zu wenden. Auch Dritten, die von solchen Straftaten Kenntnis erlangen, empfehle ich, die Behörden zu benachrichtigen.

Bündnis 90/Die Grünen setzen sich konsequent für eine Achtung der Glaubensfreihheit ein. Mit entsprechenden Parlamentsinitiativen haben wir dies in dieser Wahlperiode bereits einige Male bekräfitgt. (vgl., www.volkerbeck.de Parlamentsrede Volker Beck: www.volkerbeck.de )

Ausgerechnet heute hat die Fraktion übrigens die Große Anfrage "Das Menschenrecht der Religions- und Glaubensfreiheit sichern" zur Religions- und Glaubensfreiheit in der Welt in den Deutschen Bundestag eingebracht. Hintergrund: Weltweit werden Menschen aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen bedroht, verhaftet, gefoltert und getötet. Opfer von Gewalt und Verfolgung sind Anhängerinnen und Anhänger jeglicher Glaubensrichtungen.

Mit der Anfrage setzen wir uns deutlich von den Koalitionsparteien ab. Diese haben sich mit dem Thema Religions- und Glaubensfreiheit in dieser Legislaturperiode nur sehr eingeschränkt auseinandergesetzt. Wir legen in unserer Großen Anfrage keine Schwerpunkte auf einzelnen Konfessionen, Religionen oder Länder, sondern das Thema wird in seiner Gesamtheit betrachtet: Die Glaubens- und Religionsfreiheit ist ein universelles Menschenrecht.

Wer wie CDU/CSU das Menschenrecht der Glaubens- und Religionsfreiheit hauptsächlich als Solidarität mit Christen versteht und dieses auch nur für diese einfordert, der zeigt nicht nur ein beschränktes Verständnis der Menschenrechte, sondern wird auch bei der Durchsetzung scheitern.

Das Menschenrecht der Religions- und Glaubensfreiheit hat drei Dimensionen: 1. als Individuum seinen Glauben auch öffentlich zu leben, 2. sich mit anderen zu Glaubensgemeinschaften zusammen zu tun sowie öffentlich zu artikulieren und 3. das Recht, nicht zu glauben. Wer glaubwürdig das Menschenrecht der Religions- und Glaubensfreiheit einfordern will, der muss dies für alle Religionen und Konfessionen tun und muss auch das Recht verteidigen, nicht zu glauben. Die Frage des Schutzes der Freiheit zu Glauben oder Nicht zu Glauben ist ein Lackmustest für den Stand der Menschenrechte allgemein. Sie findet ihre Schranken da, wo im Namen der Religion die Menschenrechte anderer tangiert sind.

Die Religions- und Glaubenfreiheit kann im interkulturellen Diskurs über die Menschenrechte als Brücke dienen. Jede Kultur und jede Religion befindet sich irgendwo auf der Welt in der Minderheit. Deshalb wollen wir hier einen Schwerpunkt in der Menschenrechtsdiskussion setzen, weil davon ein Impuls für eine breitere Verankerung der Menschenrechte insgesamt ausgehen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Büro Volker Beck
X
Antwort empfehlen
Ihre Frage an Volker Beck
Sie befinden sich auf einer Archivseite. Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.