Volker Beck (DIE GRÜNEN)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Angaben zur Person
Volker Beck
Jahrgang
1960
Berufliche Qualifikation
Studium: Kunstgeschichte, Geschichte, Germanistik
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Köln II
Landeslistenplatz
4, Nordrhein-Westfalen
(...) Solange die Türkei die Aufarbeitung der eigenen Geschichte mit Strafverfolgung wegen Beleidigung des Türkentums verhindert, ist sie noch nicht reif für den Beitritt. Hier muss sie parallel zu den Verhandlungen mit der EU noch erhebliche Fortschritte machen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
03.07.2009
Bundestagswahlrecht
nicht beteiligt
02.07.2009
AWACS-Einsatz in Afghanistan
nicht beteiligt
18.06.2009
Internetsperren
nicht beteiligt
18.06.2009
Patientenverfügung (Stünker-Antrag)
nicht beteiligt
29.05.2009
Schuldenbremse
nicht beteiligt
28.05.2009
Abgabe von künstlichem Heroin an Schwerstabhängige
nicht beteiligt
Fragen an Volker Beck
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Beck!

Zuerst mal vielen Dank. Ich finde es klasse, dass Sie als Bundestagsmandatsträger sich die Zeit nehmen und Mails beantworten.
Sie behaupten darin, dass die therapeutischen und seelsorgerlichen Angebote eine Herabwürdigung von Schwulen und Lesben darstellen. Ich bezweifle, dass Sie damit Recht haben.
Bei Veranstaltungen und in Publikation konnte ich eine Wertschätzung und Achtung vor homosexuellen Menschen zu verspüren, wenngleich die OJC und andere christliche Organisationen mit theologischen und humanwissenschaftlichen Begründungen Homosexualität nicht als normale Form menschlicher Sexualität anerkennen können.
Theologisch ist festzuhalten, dass es in der Bibel eine deutliche Ablehnung von gelebter Homosexualität gibt. Humanwissenschaftlich gibt es unterschiedl. Auffassungen zur Homosexualität. Um diese Fragen müsste sich – mindestens für Christen - eine fruchtbare Auseinandersetzung drehen: Was hat das biblische Zeugnis für Christen heute zu sagen? Wie kann Homosexualität heute erklärt und verstanden werden? (Wie) Können Christen Homosexualität praktizieren? Für die Gemeinden und Werke stellt sich die Frage, wie sie sich evangeliumsgemäß und hilfreich verhalten können.
Diese Fragen werden von unterschiedlichen Lagern unterschiedlich beantwortet. Aber das ist in vielen Fragen so und wir leben damit. Warum – das möchte ich fragen – kann das in dieser Frage der Beurteilung von Homosexualität nicht so sein?
Ich denke, dass die sachliche Auseinandersetzung zur Beurteilung von Homosexualität verunmöglicht wird, wenn jedem kritischen Kopf direkt eine Verachtung von Homosexuellen oder Homophobie oder "Pseudowissenschaftlichkeit" unterstellt wird. Damit kann man jemand vielleicht mundtot machen, aber nicht ins Gespräch kommen.
Nötig und gut jesuanisch ist die Differenzierung zwischen Person und Sachverhalt. Wertachtung für Betroffene und eine kritische Haltung in der Sache. Kann das nicht zusammengehen, Hr. Beck?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Volker Beck
11Empfehlungen
07.03.2008
Volker Beck
Sehr geehrter Herr ,

auf die meisten Ihrer Anmerkungen sind wir in den Antworten an die anderen Fragesteller bereits eingegangen und erlauben uns, darauf zu verweisen. Dabei werden Sie feststellen: Ihre exegetischen Auffassungen und Ihr Verständnis des wissenschaftlichen Diskurses teilen wir nicht.

Eine Anmerkung möchten wir dennoch machen:

Sie verlangen eine Differenzierung zwischen Person und Sachverhalt (der Homosexualität). Dass Sie und viele Kritiker hier überhaupt eine Unterscheidung machen wollen, zeigt, dass sie Homosexualität nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. Eine Wertachtung der "Betroffenen" – wie sie schreiben – und eine kritische Haltung in der Sache (Homosexualität) ist in diesem Fall ein Widerspruch an sich.

Wir unterstellen einmal, dass Sie, lieber Herr , heterosexuell sind. Und nehmen wir einmal an, es wäre Heterosexualität die als Sünde und Krankheit bezeichnet wird (rein hypothetisch natürlich). Würden Sie sich nicht diffamiert und missachtet vorkommen, wenn ihr Umfeld zwar behauptet, Sie als Person wertzuschätzen, aber ihre Empfindungen, die Liebe zur Ihrer Frau/Freundin als Sünde oder Krankheit bezeichnen würde? Sind nicht Person und Emotion eine Einheit?

Vielleicht würden Sie dann sogar auch den Wunsch nach Änderung verspüren. Aber wäre dies ein realistischer Wunsch oder ist dieser Wunsch eher Resultat der Ablehnung ihres Umfeldes? Was wäre wenn man Sie als Person wertschätzen würde aber ihr Empfinden und Ihre Liebe zu Gott als krank darstellen würde (was wir keinesfalls tun!)?

Würden wir Ihnen gerecht werden, wenn wir zwischen Person und Sachverhalt trennen?

Mit freundlichen Grüßem

Büro Volker Beck
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Frage zum Thema Integration
12.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Beck,

lt. eigenen Angaben der verschiedenen Verbände wie z.b. Islam.de leben z.zt. mehr als die von Ihnen genannten 3 Mio. Muslime in Deutschland. Bereits Ende letzten Jahres waren es 3,2 Mio. Sicherlich haben Sie doch ältere Zahlen vorliegen, die auch beweisen, dass die Zahl steigend ist.

Wenn Sie die Ihnen vorliegende Übersetzung des Koran gelesen haben, ist mir unverständlich, wie Sie zu der Behauptung kommen, es seien Ihnen keine Suren im Koran bekannt, die zum töten aufrufen.
Ich empfehle Ihnen nur mal einige:
Sure 9:5
Sure 9:20
Sure 9:29
Sure 9:41
Sure 4:95

Sie können gerne auch noch weitere eindeutige Stellen haben.

Wenn Sie behaupten, dass der Koran mit der deutschen Verfassung zu vereinbaren ist, dann frage ich Sie, ob Ihnen denn die Scharia bekannt ist?

Eine letzte Frage: wie beurteilen Sie die neue Entscheidung der Türkei betreffend Kopftuchverbot?

mit freundlichen Grüßen
Antwort von Volker Beck
4Empfehlungen
27.02.2008
Volker Beck
Sehr geehrter Herr ,

ihre erste Frage ist etwas unscharf:

Die Scharia ist kein Teil des Koran, sondern eine Rechtsordnung, die aus vielen kulturellen Einflüssen in vergangen Jahrhunderten entstanden ist in Ländern, in denen der Koran ein wichtige Rolle gespielt hat. Also ist die Scharia vom Koran und den Lehren des Koran erheblich beeinflußt, aber kein Teil des Koran. Um ihre Frage zu beantworten: Die Scharia ist mir bekannt, ich halte Sie in einigen ihrer Ausprägungen weder für verfassungskonform noch für mit den Menschenrechten vereinbar.

Zu Ihrer "letzten" Frage:
Ich halte die Aufhebung des Kopftuchverbotes an türkischen Hochschulen grundsätzlich für richtig, da auch das Tragen eines Kopftuches zur Ausübung einer Religion dazugehören kann. Diese ist von der Glaubensfreiheit geschützt, die ich aber für alle Religionen in der Türkei einfordere.

Sollten Sie sich intensiver mit der Frage Kopftuch an türkischen Hochschulen auseinandersetzen wollen, so gebe ich Ihnen noch eine Nachricht zur Kenntnis, die ich diese Woche las und die darauf hindeutet, das die Diskussion über das Kopftuchverbot mit sehr vielen innertürkischen Begebenheiten zusammenhängen, die bei einer ähnlichen Diskussion in Deutschland keine Rolle spielen oder spielen würden:

"Istanbul (AFP) — Trotz der Freigabe des islamischen Kopftuches für Studentinnen in der Türkei herrscht nach Inkrafttreten der Reform weiter Streit und Verwirrung über die Anwendung der Neuerung. In der Hochschulrektorenkonferenz revoltierten einige Mitglieder offen gegen den Präsidenten, wie Fernsehsender berichten. Neun Mitglieder der Rektorenkonferenz erklärten, Studentinnen mit Kopftuch dürften trotz der Verfassungsänderung nicht in die Hörsäle gelassen werden.

Der Präsident der Rektorenkonferenz, Yusuf Ziya Özcan, hatte nach Inkrafttreten der Verfassungsänderung am Samstag erklärt, das Kopftuch sei nun freigegeben. Einige Hochschulen wie die Universität Istanbul wollen nach wie vor keine Studentinnen mit der islamischen Kopfbedeckung einlassen.

Die türkische Hochschulrektorenkonferenz ist eine Hochburg der Kemalisten, die sich auf Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk berufen und das Kopftuch als Symbol des politischen Islam betrachten. An diesem Mittwoch will die kemalistische Oppositionspartei CHP wie angekündigt Verfassungsklage gegen die Kopftuchfreigabe einlegen, die am Freitag von Staatspräsident Abdullah Gül in Kraft gesetzt worden war.

Hinter dem Kopftuchstreit steht ein sozialer Konflikt zwischen den traditionellen kemalistischen Eliten in Bildungswesen, Bürokratie, Armee und Justiz auf der einen Seite und einem aufstrebenden fromm-konservativen Mittelstand auf der anderen Seite."

Mit freundlichen Grüßen
Büro Volker Beck
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
12.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Beck,

Ihre Konversation bezüglich der Christival-Debatte habe ich aufmerksam verfolgt. Mir ist dabei aufgefallen, daß Sie doch öfter die Begriffe "Christen" und "Fundamentalisten" verwenden. Würden Sie mir freundlicherweise erklären, was Sie bzw. Ihre Partei unter diesen Kategorisierungen verstehen? Kann ein Christ Fundamentalist sein und umgekehrt? Und warum ist die Definition eines "Fundamentalisten" grundsätzlich negativ besetzt? Ist es denn im Rahmen der seit einigen Jahren geführten Diskussion um Besinnung auf Werte in diesem Lande nicht gut, ein Fundament zu haben?

Herzlichen Dank für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit und Antwort.

Ihr
Antwort von Volker Beck
9Empfehlungen
21.02.2008
Volker Beck
Sehr geehrter Herr ,

wir möchten Sie auf unsere Antwort auf die Frage von Herrn Dr. Hohage
verweisen.


Mit freundlichen Grüßen

Büro Volker Beck
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Frage zum Thema Familie
13.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Beck,

in der Fragestunde im Bundestag vom 13. Februar haben Sie ausgesagt, dass das Seminar von wuestenstrom e.V. "Tabuthema: Sexueller Missbrauch an Jungen" gegebenenfalls dem Jugendschutz widerspreche, da es sich zum einen um eine "Homoheilungsorganisation" handle und weil wuestenstrom den sexuellen Missbrauch als eine Ursache von Homosexualität betrachte.

Dazu meine Fragen: Inwiefern und auf welcher Grundlage könnte ein Seminar bei einem christlichen Mitarbeiterkongress dem Jugendschutz widersprechen? Welche zusätzlichen rechtlichen Grundlagen könnten herangezogen werden, um zur Beurteilung von Gefährdungen im Sinne des Jugendschutzgesetzes zu gelangen?

Auf welcher Grundlage behaupten Sie, dass wuestenstrom den sexuellen Missbrauch als eine Ursache von Homosexualität ansieht oder bezeichnet? Tatsache ist, dass wuestenstrom, bzw. Markus Hoffmann als Gründer und Vorstandsvorsitzender des wuestenstrom e.V. zu keinem Zeitpunkt diese Korrelation behauptet hat. Im Gegenteil hat er sich zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten explizit dagegen ausgesprochen, von einer solchen Korrelation insbesondere bei männlicher Homosexualität auszugehen.

Mit freundlichen Grüßen,

wuestenstrom e.V.
Antwort von Volker Beck
53Empfehlungen
22.02.2008
Volker Beck
Sehr geehrter Herr ,

Dass Wüstenstrom eine ursächliche Beziehung zwischen Homosexualität und sexuellem Missbrauch sieht, entnehme ich Ihrer Homepage, wo im Schwerpunkttext "Missbrauch" unter "2.2. Die Folgen" in einem Spiegelstrich "Entwicklung von homosexuellen Neigungen" genannt wird.
Quelle: www.wuestenstrom.de

Wenn sie dies inzwischen anders sehen, empfehle ich Ihnen, dies dort zu ändern.
Ich räume ein, dass sich Wüstenstrom in seiner Darstellung von Homosexualität geschickter anstellt als andere Ex-Gay-Gruppen. Die Stoßrichtung wird jedoch auch dann deutlich, wenn statt von "Umpolung" von "Veränderung" die Rede ist.

Dass - wie verschiedentlich beteuert - Wüstenstrom-Therapien ergebnisoffen seien und dass sie Homosexuelle respektieren würden, halte ich angesichts anderer Aussagen nicht für überzeugend. Ginge es wirklich um Wahlfreiheit, wie jemand glücklich werden will, stellt sich die Frage, warum von Wüstenstrom stets nur Homosexualität problematisiert wird und Therapien ersonnen werden, die angeblich zur Abnahme homosexueller und zur Zunahme heterosexueller Empfindungen führen. So ist in dem Schwerpunktartikel "Homosexualität" auf der Homepage von Wüstenstrom, in dem auch ein Therapiekonzept umrissen wird, die Rede vom "Problem der Homosexualität" undder "homosexuellen Illusion", die es aufzubrechen gälte. Aus dem Befund mancher Wissenschaftler, dass sexuelle Orientierung sich im Laufe des Lebenswandeln könne, schließt Wüstenstrom kurz auf eine willentliche Veränderbarkeit. Die Veränderung beruhe auf einer Entscheidung. "Dieser Entscheidung geht eine ethische Vorentscheidung voraus."
Quelle: www.wuestenstrom.de

Wüstenstrom lässt immer wieder durchblicken, dass Homosexualität nicht nur veränderbar, sondern auch veränderungsbedürftig sei. Wüstenstrom-Leiter Hoffmann erklärte in einem Interview mit Idea Spektrum (18.12.2006) deutlich:

"Nach unserer Ansicht beurteilt der biblische Befund gelebte Homosexualität eindeutig als Sünde."

Dass dies in der Therapie ohne Bedeutung bleibt, ist schwer vorstellbar bei einer Organisation, die sich dieser Interpretation der Heiligen Schrift verpflichtet hat. Dem angeblichen Verzicht auf Sündenrhetorik im Umgang mit Klienten scheinen vor allem Zweckmäßigkeitsvorstellungen zugrunde zu liegen:

"Wir haben leider oft erlebt, dass gerade homosexuell empfindende Menschen Entscheidungen, die sie unfreiwillig trafen, wieder verwarfen und dann zum homosexuellen Lebensstil zurückkehrten."
Quelle: www.wuestenstrom.com

Mit anderen Worten: eine Therapie, die auf der Fiktion einer freien Entscheidung aufbaut, wird für effektiver gehalten. Das Ziel der Überwindungvon Homosexualität ist aber offensichtlich das gleiche wie bei klassischen Konversionstherapien.

Dass Therapien, die auf eine Änderung der homosexuellen Orientierung abzielen, in der Fachwelt abgelehnt werden, hat auch die Bundesregierung in ihrer Antwort auf unsere Kl. Anfrage betont: "Dies gründet sich auf die Ergebnisse neuerer wissenschaftlicher Untersuchungen, nach denen bei der Mehrzahl der so therapierten Personen negative und schädliche Effekte (z.B. Ängste, soziale Isolation, Depressionen bis hin zu Suizidalität) auftraten und die versprochenen Aussichten auf ´Heilung´ enttäuscht wurden."

Nachdem die Bundesregierung solche Therapien als für potenziell schädlich befunden hatte, nachdem sie erklärt hatte, keine Organisationen unterstützen zu wollen, die auf die "Überwindung" von Homosexualität abzielen und sie die Absage des OJC-Seminars als richtig bezeichnet hatte, hielt ich es für angemessen zu fragen, was die Bundesregierung von dem Wüstenstrom-Seminar hält auf einer Veranstaltung, die sie immerhin mit einer Viertelmillion Euro und einer Schirmherrschaft fördert.

Das ist der entscheidende Punkt: Es geht mir nicht darum, Auffassungen, die ich für falsch halte, zu zensieren. Kritische Fragen an die Bundesregierung zu richten ist aber nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht der Opposition. Dazu gehört selbstverständlich das Nachhaken, wenn Worte und Taten nicht recht zusammenzupassen scheinen. Einerseits sagt die Bundesregierung, dass affirmative Therapien für junge Lesben und Schwule hilfreich, Konversionstherapien dagegen riskant und unwissenschaftlich sind, andererseits fördert sie anscheinend Gruppen, die für das Gegenteil stehen.

Ex-Gay-Gruppen unterstützen junge Menschen nicht dabei, homosexuelle Gefühle zu akzeptieren (was laut Bundesregierung nachweislich zu "einer geringeren Anfälligkeit bezüglich psychischer Erkrankungen" führt), sondern sie problematisieren und therapieren an ihnen herum. Auch von Wüstenstrom scheint mir für junge Menschen im Coming Out keine empfehlenswerte Adresse. Als "hinderlich" für die "Entdeckung der eigenen Sexualität" bezeichnet Wüstenstrom "die Reinterpretation von Lebensgeschichte unter dem Stichwort ´Natürlichkeit der sexuellen Orientierung´ oder ´sexuelle Orientierung als Schöpfungsvariante´."
Quelle: www.wuestenstrom.com

Dieser Meinung darf Wüstenstrom gern sein. Ob das eine geeignete Grundlage für Therapien darstellt, ist eine andere Frage. Für mich stand die Frage im Vordergrund, was die Bundesregierung für förderungswürdig hält. Dabei sollte sie sich meines Erachtens davon leiten lassen, was die überwältigende Mehrheit der Fachleute für richtig befunden hat. Gerade eine Bundesjugendministerin sollte in ihrer Förderpolitik stets prüfen, was der Entwicklung junger Menschen förderlich ist und was schädlich sein könnte.

Mit freundlichen Grüßen
Volker Beck
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Frage zum Thema Gesundheit
14.02.2008
Von:

Zu meiner, von Ihnen beantworteten, Frage vom 01.02.08 des Themas Salvia divinorum

Sehr geehrter Herr Beck,

vielen Dank für Ihre Antwort vom 11.02.08.

Möglicherweise ist Ihnen ebenfalls bekannt, das Huflattich auch nicht mehr von Apothekern ausgegeben werden darf?
Hier liegt zu Grunde, das eine schwangere Frau wohl etwas zu viel Tee davon zubereitet und konsumiert hatte.
Auch Schöllkraut betrifft diese Tatsache.

Zu beiden volksheilkundlichen Pflanzen gibt es genügend medizinische Nachweise über ihre Wirksamkeit.
Modafinil ist aus der Anlage 3 hingegen nun gestrichen, obwohl bekannt ist, das dieser Arzneistoff psychostimulierend ist und auch lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen kann ( www.aerzteblatt.de ).

Ist es nicht eher dringend erforderlich die Stützsäulen des BtMG grundsätzlich zu überarbeiten und bestimmte Dosen in Abgabe/mg zuzulassen, als ein grundsätzliches Verbot einzuführen oder gar abzuschaffen?
Klar ist, das sämtliche Arzneimittel - chemische sowie pflanzliche - grundsätzlich immer zwei bis mehrere Wirkungen mit sich bringen. Ganz im Sinne von Paracelsus´ Wortlaut: Die Dosis macht dass ein Ding Gift ist und ein Ding nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Volker Beck
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20.02.2008
Volker Beck
Sehr geehrte Frau ,

das von Ihnen genannte Beispiel Modafinil verdeutlicht, dass das Verfahren, an dessen Ende die Streichung einer Substanz aus einem der Anhänge des BtMG bzw. die Aufnahme einer Substanz in das BtMG steht, wenig transparent ist. Es ist vor allem geprägt durch moralische Werturteile über bestimmte Substanzen und die Einflußnahme pharmazeutischer Unternehmen.

Selbst wenn man sich denn auf die Logik des derzeitigen Betäubungsmittelrechts einließe, ist es nicht ersichtlich, warum eine Pflanze wie Salvia divinorum ohne eine transparente Risikoanalyse in das BtMG aufgenommen wird, während bei der Streichung einer Substanz wie Modafinil seitens der Bundesregierung damit argumentiert wird, dass diese Substanz in anderen Ländern auf einem normalen Rezept erhältlich sei. Im Falle von Modafinil deutet übrigens einiges darauf hindeuten, dass die Streichung aus dem BtMG mit den Bemühungen des Herstellers im Zusammenhang steht, die europäische Zulassung dieses Arzneimittels auf weitere Indikationen auszuweiten.

Es ist eine Suchtpolitik nötig, die alle psychoaktiven Stoffe gleichermaßen betrachtet und dabei auch berücksichtigt, dass nicht jeder Konsum unweigerlich negative gesundheitliche Folgen hat. Dies könnte auch die Glaubwürdigkeit notwendiger Präventionsmaßnahmen erhöhen. Präventionsmaßnahmen müßten sich dann an der Gefährlichkeit der Substanzen orientieren und hätten eher der Charakter von abgestuften Maßnahmen der Marktkontrolle.

Mit freundlichen Grüßen

Büro Beck
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Ihre Frage an Volker Beck
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