Ulrike Rodust (SPD)
Abgeordnete EU

Grunddaten
Ulrike Rodust
Jahrgang
1949
Berufliche Qualifikation
Industriekauffrau
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Schleswig-Holstein
Bundeslistenplatz
12
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(...) Der aktuelle Regulierungsrahmen für die Finanzwirtschaft ist unzureichend und wir benötigen dringend neue Lösungsansätze. Ein Problem sind vor allem auch die Provisionszahlungen bei der Finanzberatung, die oftmals zu völligen Fehlberatungen geführt haben. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
24.04.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Rodust,

ich bin soeben über einen Zeitungsartikel gestolpert, der eine Neuregelung des europäischen Saatgut-Marktes in Form einer Verordnung thematisiert.
Demnach dürfen Landwirte nur mehr amtlich zugelassenes Saatgut verkaufen. Bisher waren alte und seltene Saatgut-Sorten ausgenommen, die in althergebrachter Tauschwirtschaft gezüchtet und in meist kleinen Mengen gehandelt wurden. Geht es nach den Plänen der Kommission, dürfen Kleinbauern oder Privatleute ihr selbst gezüchtetes Saatgut in Zukunft nicht einmal mehr verschenken.
Diese Entwicklung ist unhaltbar! Sie dient lediglich den Interessen von Großkonzernen wie Monsanto und co.
Ich bin nicht gewillt, dergleichen hinzunehmen. Es wäre ein massiver Einschnitt in die bürgerlichen Freiheiten und würde sowohl die Artenvielfalt als auch die Lebensmittelqualität massiv einschränken. Da engagiert man sich für den Erhalt alter Kulturobst- und Gemüsesorten und dann sowas!

Die EU-Kommission soll am 6. Mai ihren Entwurf vorlegen. Bitte teilen Sie mir doch mit, wie Sie zu dieser Frage stehen und was ich persönlich noch tun kann, um dieser Ungeheuerlichkeit Einhalt zu gebieten. Vielen Dank!
Antwort von Ulrike Rodust
bisher keineEmpfehlungen
06.05.2013
Ulrike Rodust
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an diesem wichtigen Thema. Wie Sie bereits erwähnt haben, steht die Veröffentlichung des Kommissionsvorschlags am 06. Mai an. Bis dahin können wir nicht mit bestimmter Sicherheit sagen, was genau der Vorschlag beinhalten wird. Die Kommission selbst hat in einer Erklärung vergangene Woche geschrieben, dass Privatpersonen ausgenommen sein sollen und Kleinstanbieter vereinfachte Regeln für die Vermarktung ihres Saatguts erhalten. Außerdem soll die Registrierung alter und seltener Sorten ohne komplizierte Tests und mithilfe alter Verzeichnisse vonstattengehen. Die entsprechende Pressemitteilung finden Sie unter folgendem Link:
ec.europa.eu

Sobald uns der Gesetzesvorschlag vorliegt, werden wir eingehend prüfen, ob die Belange der Privat- und Kleinstanwender ausreichend berücksichtigt werden und ob der Schutz von alten und seltenen Sorten in ausreichendem Maße gewährleistet ist. Federführend werden höchst wahrscheinlich meine KollegInnen im Umweltausschuss (ENVI) den Text beraten. Zudem muss sich das Parlament nach der Abstimmung seiner Position noch mit den Regierungen der Mitgliedstaaten im Rat einigen. Wir hoffen, dass diese sich ebenfalls für den Erhalt alter und seltener Sorten stark machen werden.

Ich hoffe Ihnen mit dieser Frage weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,

Ulrike Rodust
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
24.04.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Rodust,

mit großer Besorgniss liest man in letzter Zeit in den Medien, dass die EU den Anbau von Obst und Gemüse regullieren will. Das bedeutet ja nichts anderes, als das es keine genetische Vielfalt mehr geben wird, weil Politik und Saatguthersteller einen vorschreiben was man aussähen darf. Es bedroht Existenzen und ist in meinen Augen eine Form von Diktatur. Ich möchte Sie bitten sich gegen diese Regullierung ein zusetzen und erbitte eine Stellungnahme. Denn hier wird über die Köpfe der Bürger wieder Beschlüsse gefasst und unglaublich sind und für mich eine Form der Diktatur darstellen.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Ulrike Rodust
bisher keineEmpfehlungen
06.05.2013
Ulrike Rodust
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage und für Ihr Interesse an diesem wichtigen Thema. Ich stimme mit Ihnen überein, dass die genetische Vielfalt bei Obst und Gemüse erhalten bleiben muss und auch weiterhin die Möglichkeit gegeben sein muss, alte und seltene Sorten zu züchten.

Allerdings hat die große Welle der Medienberichterstattungen dem eigentlichen Gesetzgebungsverfahren vorgegriffen. Die Kommission veröffentlicht ihren Vorschlag heute und erst danach ist ersichtlich, was genau zur Debatte steht. Sie hat bereits angekündigt, dass Privatleute ausgenommen sind, Kleinstunternehmen nur geringe administrative Hürden zu überwinden haben und alte und seltene Sorten auf Grundlage eines vereinfachten Verfahrens registriert werden sollen. Die entsprechende Pressemitteilung finden Sie unter folgendem Link:
ec.europa.eu

Die weiteren Schritte im demokratischen Entscheidungsprozess der EU werden sein, dass die Abgeordneten im Europäischen Parlament und die Mitgliedstaaten im Rat ihre Änderungswünsche zu dem Vorschlag einbringen werden. Nachdem beide Institutionen über ihre jeweilige Position abgestimmt haben, einigen sie sich und beschließen gemeinsam den letztendlichen Wortlaut der Verordnung.

Federführend sind im Europäischen Parlament meine KollegInnen aus dem Umweltausschuss (ENVI) zuständig. Gemeinsam mit ihnen werde ich den Kommissionsvorschlag dahingehend prüfen, ob die Belange der Privat- und Kleinstanwender ausreichend berücksichtig werden und der Erhalt alter und seltener Sorten sichergestellt ist. Auf dieser Grundlage werden wir ggf Änderungen vorschlagen.

Ich hoffe Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,

Ulrike Rodust
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Frage zum Thema Finanzen
01.05.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Rodust,

ich habe erstmalig 900€ für die Miete unsere Ferienwohnung nach Frankreich überwiesen. A wollte ich nicht so viel bares mitnehmen und B am Automaten die Gebühr sparen. Bleibt bei der Bank eine Auslandsüberweisung. Die Höhe der Gebühr schockt mich jetzt, 32,50€. Ich dachte die EU hätte die Kosten dafür eingedämmt, oder kommt das erst noch?
Antwort von Ulrike Rodust
bisher keineEmpfehlungen
06.05.2013
Ulrike Rodust
Sehr geehrter Herr ,

durch meine Arbeitsorte in Brüssel bzw. Straßburg bin ich ständig auf grenzüberschreitende Überweisungen angewiesen und habe hierfür noch nie Gebühren entrichten müssen. Seit Juli 2003 müssen bei den Banken der Eurozone für Überweisungen in Euroländer bis €12.500 nämlich die gleichen Gebührenregelungen gelten, wie beim Zahlungsverkehr im eigenen Land. Seit 2006 ist diese Summe sogar auf €50.000 angehoben worden. Die entsprechende Pressemitteilung der Kommission und die zugrunde liegende Verordnung (Nr. 2560/2001) finden Sie unter nachstehenden Links. Die erwähnte Bestimmung ist in Artikel 3 der Verordnung festgelegt:

europa.eu

eur-lex.europa.eu

Eventuell hat es sich um eine besondere Form der Auslandsüberweisung gehandelt. In dem Fall hat ihre Bank Sie schlecht beraten, denn mit dem IBAN und BIC des Besitzers der Ferienwohnung hätten Sie die Gebühr nicht entrichten müssen. Denn jede europäische Bank besitzt einen BIC (sozusagen die Bankleitzahl) und jedes europäische Konto einen IBAN (sozusagen die Kontonummer). Sollte der Ferienhausbesitzer seine IBAN/BIC Nummern nicht selbst kennen, können Sie diese aus seinen französischen Kontodaten auf verschiedenen Internetseiten ganz einfach umschlüsseln lassen (z.B. auf www.iban-rechner.de

Fragen Sie also bei der Bank nach einer IBAN-Überweisung und Sie werden sich die horrenden Gebühren sparen können.

Ich hoffe Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben und stehe Ihnen für weitere Fragen jederzeit gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Ulrike Rodust
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Frage zum Thema Internationales
22.05.2013
Von:
-

Sehr geehrte Frau Rodust,

im Folgenden habe ich Fragen zum Europäischen Parlament und dem europäischen Gedanken.

Welchen Reformbedarf sehen Sie in den Einflussmöglichkeiten des Europäischen Parlamentes? Ist das Europäische Parlament bereits so weit entwickelt, dass kein Reformbedarf mehr vorliegt?

Insbesondere interessiert mich die Frage: welchen Beitrag leistet das Europäische Parlament zur Weiterentwicklung des europäischen Gedankens?

Ich hoffe auf einen baldige Antwort,

Mit freundlichen Grüßen

L.-C.
Antwort von Ulrike Rodust
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24.05.2013
Ulrike Rodust
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an der Rolle des Europäischen Parlaments im Gesetzgebungsprozess der Europäischen Union.
Mit Inkrafttreten des Lissabonner Vertrages hat sich die Liste der Politikfeldern, in denen das Parlament am Ordentlichen Gesetzgebungsverfahren (früheres Mitentscheidungsverfahren) beteiligt wird, deutlich verlängert. Besonders wichtig ist die gleichberechtigte Beteiligung bei der Entscheidungsfindung in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) - nicht nur, weil die GAP immer noch der größte Einzelposten im Haushalt der EU ist, sondern auch, weil es eine der wenigen Politiken ist, die vollständig vergemeinschaftet ist.

Trotz der deutlichen Kompetenzerweiterung seit 2010 muss sich meiner Meinung nach noch viel tun. Zum einen merke ich als Berichterstatterin für die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik, dass die Mitgliedstaaten im Rat die neue Rolle des EP noch nicht erkannt haben und weiterhin probieren, "Business as usual" zu machen. Zu anderen gibt es jedoch noch Felder, in denen ich das EP gestärkt sehen möchte. Die Kommission sollte z.B. aus der Mitte der Abgeordneten gewählt werden - die Entscheidung der europäischen Parteien, für die Wahl 2014 "Spitzenkandidaten" als Anwärter für der Position des Kommissionspräsidenten aufzustellen, ist ein Schritt in diese Richtung. Zudem ist die Außen- und Sicherheitspolitik ein Politikfeld der EU, das zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Folgerichtig sollte auch hier das Parlament gleichberechtigt neben den Mitgliedstaaten mitentscheiden dürfen.

Bei der Fragen, welchen Beitrag das Europäische Parlament bei der Weiterentwicklung des europäischen Gedankens leistet, muss vor allem die Tatsache angesprochen werden, dass es die einzig direkt gewählte Institution der EU ist. Seit der letzten Kompetenzerweiterung durch den Lissabonner Vertrag haben die Medien mehr und mehr über die verschiedenen im EP vertretenen Positionen zu verschiedensten Themen berichtet. Hierin liegt das Potential, dass Bürger bei kommenden Wahlen für das EP sehen, dass sie ihren Belangen bei der Stimmabgabe Ausdruck verleihen und politische Entscheidungen in Brüssel beeinflussen können. Auch die Rolle von uns Abgeordneten als "Botschafter" der EU in den Mitgliedstaaten ist enorm wichtig - denn das Fortleben und die Weiterentwicklung des europäischen Gedankens ist letztendlich von den Entscheidungen der EU-Bürger und ihrem Bezug zu Europa abhängig.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Frage weitergeholfen zu haben. Sollten Sie Rückfragen oder Anmerkungen haben können Sie sich gern an mich bzw. meine MitarbeiterInnen in Brüssel und Kiel wenden.


Mit freundlichen Grüßen,

Ulrike Rodust
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
16.06.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Rodust,

Am 6.5 hatten Sie 2 Anfragen zur neuen EU-Saatgutverkehrsverordnung nur vorläufig beantwortet mit Blick auf die Tatsache, dass der Entwurf erst am Tag Ihrer Antwort bekannt wurde.

Jetzt steht aber fest
  • Es wird nur eine sehr schmale Nische für alte Sorten geben, die schon vorher registriert gewesen sein müssen, nicht aber für neue und noch nicht registrierte Sorten
  • Alle Erhalter und ihre oft mehrere hundert Sorten müssen sich registrieren lassen. Viele, die das aus Enthusiasmus gemacht haben, ohne davon wirklich leben zu können, werden aufgeben müssen. Die Sorten werden dann untergehen.
  • Die DUS – Kriterien für unveränderliches uniformes Saatgut sollen auch auf die Vielfaltssorten angewendet werden, obwohl deren Wert gerade darin liegt, dass sie anpassungsfähig und veränderbar sind
  • Es liegt eine gemeinsame Stellungnahme aller Europäischer Saatgutinitiativen vor, die den vorliegenden Entwurf ablehnen ( www.seed-sovereignty.org )
  • Federführend wird nicht der Umweltausschuss sein (bei dem man Verständnis für Biodiversität vermuten könnte) sondern der Agrarausschuss, dem die Lobbyisten der Industrie im Nacken sitzen
Werden Sie sich einsetzen dafür, dass Produktion und Vermarktung von Saatgut von Sorten, für die keine geistigen Eigentumsrechte reklamiert werden, frei bleibt von überbordenden EU-Regulierungen, damit ein breiter Strom von Sorten entstehen kann als Alternative zu industriellen Sorten? Von klassischem bäuerlich erzeugtem Saatgut geht keine Gesundheitsgefahr aus, die eine derartige EU-Regulierung nötig machen würde

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