Thomas Oppermann (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Thomas Oppermann
© spdfraktion.de
Geburtstag
27.04.1954
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
Göttingen
Wahlkreis
Göttingen
Ergebnis
36,8%
Landeslistenplatz
5, Niedersachsen
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(...) Der SPD-Bundestagsfraktion ist die Lage religiöser Minderheiten bekannt. Sowohl Bundesregierung als auch die EU setzen sich gegen die Verfolgung der Ahmadiyya-Mitglieder ein und befinden sich im Dialog mit der pakistanischen Regierung. Trotz Besserungen sieht die EU in der weiterhin kritischen Menschenrechtslage in Pakistan ein Problem. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
19.04.2012
Von:
Ute

Sehr geehrter Herr Oppermann,

was ist Ihrer Meinung nach geschichtlich falsch an der Aussage von Herrn Kauder " Der Islam ist nicht Teil unserer Tradition und Identität in Deutschland ( und gehört somit nicht zu Deutschland) ?

Mit freundlichem Gruß
Ute
Antwort von Thomas Oppermann
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25.04.2012
Thomas Oppermann
Sehr geehrte Frau ,

wir können die Menschen nicht von ihrem Glauben trennen. Ich stimme Herrn Kauders Parteikollegen, dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz, zu: "Mit vier Millionen Muslimen wirkt der Islam mit an der Ausprägung dessen, was wir die deutsche Identität nennen – auf dem Boden des Grundgesetzes, das für uns alle in gleicher Weise verbindlich gilt."

Volker Kauder wollte mit seinem Interview zum Islam offenkundig die konservativen Stammwähler versöhnen, die nach den abrupten Kurswechseln von Angela Merkel beim Atomausstieg und bei der Wehrpflicht verunsichert sind.
Ich habe mich darüber geärgert, dass er mit seiner Aussage die Muslime in Deutschland abwertet und ausgrenzt. Denselben Fehler hat schon Innenminister Friedrich kurz nach seinem Amtsantritt gemacht.

Wir sollten all jene Muslime unterstützen, die einen modernen und weltoffenen Islam wollen. Gegen Gruppen, die unsere Wertvorstellungen und die freiheitliche Ordnung des Grundgesetzes bekämpfen, müssen Polizei und Verfassungsschutz einschreiten.


Mit freundlichen Grüßen

Thomas Oppermann
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
26.04.2012
Von:
-

Sehr geehrter Herr Oppermann!

Vielen Dank für die Beantwortung der ersten Frage. Wie ich auch Ihrem Kollegen Ferlemann schrieb, haben Ihre und seine Ausführungen nicht die gestellten Fragen beantwortet. Auch kann ich nicht glauben, daß ein Aufsatz der Herren Frank-Walter Steinmeier, Sigmar Gabriel und Peer Steinbrück zur Abstimmung im Bundestag ansteht. Deshalb nochmals die Fragen,

· welche Änderungen tatsächlich geplant sind, also welche Hoheitsrechte Sie an wen vergeben wollen
· welche Auswirkungen diese Änderungen auf die Souveränität des Volkes, des Einzelnen und, besonders vor dem Hintergrund der noch gültigen Haltung des BVG zur finanzrechtlichen Hoheit des Bundestages, des Bundestages als Institution haben werden, und
· welches Gremium dann über die Finanzen bestimmen wird sowie wie es um die demokratische Legitimation dieser Institution steht oder stehen wird?

Deshalb nochmals die Nachfrage, verbunden mit der Bitte, die Fragen auch zu beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

-
Antwort von Thomas Oppermann
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26.04.2012
Thomas Oppermann
Sehr geehrter Herr ,

wie ich Ihnen bereits mitgeteilt habe, müssen wir über die Gesetzentwürfe zum Fiskalpakt zunächst gründlich mit der Bundesregierung verhandeln.

Wir sehen hier eine Reihe von offenen Fragen. Deshalb haben wir die Bundesregierung um Klärung gebeten, aber noch keine ausreichenden Antworten bekommen.

Obwohl die Bundeskanzlerin diese Verhandlungen bereits im März angekündigt hat, haben diese noch gar nicht richtig begonnen. Seit dem ersten Gespräch mit der Opposition gab es keine weiteren Signale oder Verhandlungsangebote seitens der Regierung.

Unser Fraktionsvorsitzender Frank-Walter Steinmeier hat deshalb heute betont: "Ich erwarte, dass das Kanzleramt endlich auf die Opposition zugeht und mit uns sowohl über einen realistischen Zeitplan spricht als auch auf unsere Forderung nach Wachstumsimpulsen eingeht. Phantasieloses Sparen in allen EU-Staaten zur gleichen Zeit ist kein Ausweg aus der Krise."

Erst nach Abschluss dieser Verhandlungen wird klar sein, welche Änderungen mit welchen Auswirkungen in Kraft treten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Oppermann
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Frage zum Thema Finanzen
26.04.2012
Von:

Werter Herr Oppermann,


warum haben die SPD und die Grünen bei der Einführung des €uro nicht den WERNERPLAN, ausgearbeitet von Wissenschaftlern, beachtet?
Weshalb wurde die aufgeführten Probleme, die zu einer höheren steuerlichen Belastung für die deutsche Bevölkerung führen, von den beiden Parteien in Kauf genommen?
Haben die Parteien die STAATSSCHULDENKRISE absichtlich in Kauf genommen, und warum?
Aus welchen Gründen wurden die Haushaltspläne der gefährdeten Staaten nicht kontrolliert?

Es wäre sehr nett von ihnen, wenn Sie so antworten, dass ein Bürger
dieses Landes, es auch versteht.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen

E.
Antwort von Thomas Oppermann
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27.04.2012
Thomas Oppermann
Guten Tag Herr ,

Thomas Oppermann hat bereits in zahlreichen Antworten auf Abgeordnetenwatch zu den Ursachen und Lösungsansätzen der Euro-Krise Stellung genommen. Darauf möchten wir Sie verweisen.


Mit freundlichen Grüßen

Büro Thomas Oppermann, MdB 
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Frage zum Thema Finanzen
28.04.2012
Von:

Hallo Herr Oppermann,

in Ihrer Antwort vom 30.06.2011 begründen Sie, wieso der Euro für Deutschland von Vorteil ist. Nun, fast ein Jahr später, sieht es doch so aus, dass wir unseren Export zumindest in der Euro-Zone selbst finanziert haben. Die EZB kauft Staatsanleihen, die Bundesbank hat mittlerweile fast 600 Mrd. Euro Target-2 Forderungen gegenüber der Eurozone in den Büchern. Wer wird im gar nicht so unwahrscheinlichen Ausfallszenario für diese Forderungen aufkommen? Ist der Euro in der jetzigen Form wirklich eine so gute Idee gewesen?

Wurde nicht das Verursacherprinzip ausgehebelt, bei dem die schlecht wirtschaftenden Länder (oder auch: Regionen) durch Transferleistungen in ihrem Handeln noch bestärkt werden? Wir selbst haben das Defizit in Deutschland, auch bedingt durch direkte und indirekte Kredite/Zusagen an marode EU-Staaten, innerhalb kürzester Zeit von knapp 1,4 Billionen auf 2 Billionen € erhöht (Zeitraum 2008-2011). Fallen nun Spanien und weitere Staaten als zuverlässige Schuldner aus, sind wir doch die nächsten, die von einer Abwertung der Kreditwürdigkeit betroffen sind.

Finden Sie wirklich, dass dies das Modell der nächsten 10-20 Jahre sein kann? Immer so weitermachen? Fällt da nicht ein Kartenhaus zusammen, in dem sich jeder auf den anderen verlässt, aber eine klare Strategie und die Grundprinzipien wirtschaftlichen Handelns und Geldwertstabilität nicht vielleicht doch missachtet werden?

Es geht nicht nur mir so, viele fragen sich, ob die hohen Abgaben die wir Bürger (Nichtselbständige: direkte Abgaben 50%, dazu kommen noch mal gut 10-15% indirekte Abgaben) gut reinvestiert werden und auch dem Volk zu Gute kommen. Wir haben da schon lange Zweifel daran und ich muss ehrlich sagen: motivierend ist die Entwicklung auf politischer Ebene für uns Bürger nicht wirklich, es ist demotivierend.

Viele Grüße
Antwort von Thomas Oppermann
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10.05.2012
Thomas Oppermann
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Sorgen um die Zukunft des Euro kann ich gut nachvollziehen, dennoch möchte ich mich ihrer pessimistischen Sicht der Dinge nicht anschließen.

Fakt ist: Trotz Mitgliedschaft in der Eurozone ist Deutschland bislang vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Mehr noch – ohne den Euro wäre die schnelle Erholung Deutschlands von der heftigen Rezession im Jahre 2009 überhaupt nicht denkbar gewesen. Eine rein nationale Währung hätte sowohl gegenüber unseren europäischen Handelspartnern, als auch gegenüber Konkurrenten aus Drittstaaten massiv aufgewertet, die nicht zuletzt durch die unter Rot-Grün eingeleiteten Strukturreformen erzielten Wettbewerbsvorteile Deutschlands wären dadurch wieder verloren gegangen. Die logische Folge: Deutschland hätte heute mehr Arbeitslose, weniger Steuereinnahmen und höhere Schulden. Trotz der Probleme in der Eurozone halten globale Investoren Deutschland heute für eine Top-Adresse der Weltwirtschaft, oder, wie es der Chef der globalen Investmentgesellschaft PIMCO jüngst ausdrückte, das AAA unter den AAAs.

Die von Ihnen angeführten Salden im so genannten "Target-II-System" der EZB verweisen meines Erachtens vor allem auf die noch immer ungelösten Probleme auf dem europäischen Finanzmarkt. Trotz der massiven Interventionen der Europäischen Zentralbank funktioniert das Geschäft unter den Banken Europas nicht. Sie leihen es sich nicht untereinander auf dem sogenannten Geldmarkt, sondern wickeln ihre Geschäfte über die Zwischenstation der EZB ab, wo die einen als Kreditnehmer mit negativen, die anderen als Kreditgeber mit positiven Target-Salden auftreten. Endlich die Probleme der Kapitalschwäche der Banken und der Intransparenz ihrer Bilanzen anzugehen – das wäre meines Erachtens eine viel nahe liegendere Konsequenz aus dieser Saldenentwicklung, als ein Ausstieg aus der Gemeinschaftswährung.

Letzterer würde nämlich genau das auslösen, was auch Sie gerne verhindern möchten – nämlich, dass aus diesen Buchsalden in der Bilanz der EZB tatsächliche Verluste werden, die dann von den bisherigen Euro-Mitgliedstaaten zu tragen wären. Wer das verhindern will, der muss seine ganze Kraft für einen möglichst umfassenden Erhalt der Währungsgemeinschaft einsetzen und den Krisenstaaten einen Ausweg aus der Abwärtsspirale aus Rezession und Verschuldung aufzeigen. Diese Lösung ist die einseitige Sparpolitik von Merkel/Sarkozy bisher schuldig geblieben.

Wir brauchen endlich eine Politik, die Haushaltskonsolidierung nicht nur in Worten einfordert, sondern sie tatsächlich auch im Ergebnis bewirkt. Das kann ohne Wachstum und ohne eine Lösung der Probleme auf dem Finanzmarkt aber nicht gelingen. Bitte bedenken Sie: Das aktuelle Krisenland Spanien hat noch immer eine öffentliche Schuldenquote, die noch heute niedriger liegt, als in Deutschland.

Der Erhalt der gemeinsamen Währung dient also sowohl dem fiskalischen Interesse Deutschlands, wie auch dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit seiner Unternehmen und Arbeitsplätze – daran sollten wir unsere Politik in Europa auch weiterhin ausrichten. Wir Sozialdemokraten werden uns in Deutschland, wie in Europa weiterhin dafür einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Oppermann
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Frage zum Thema Wirtschaft
19.05.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Oppermann,

in der letzten Sendung von "Günter Jauch" behaupteten Sie, Deutschland wäre durch die temporäre Einführung der sogenannten "Abwrackprämie" besser durch die Wirtschaftskrise gekommen.

Woran machen Sie das angesichts der Tatsache fest, das der Konzern OPEL offenbar das Werk Bochum nun doch schließen muss, also offenbar eine NACHALTIGKEIT dieser Maßnahme nicht gegeben war und die Wirtschafts- und Finanzkrise sich offenbar immer weiter ausweitet?

Sind Wirtschaftssubventionen vielleicht doch nur ein Instrument, mit dem sich Politiker selbst darstellen, auf Kosten der Steuerzahler (also der Bürger)?

Welche STRUKTURELLEN, d.h. nachhaltigen Konzepte hat die SPD zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise?

Verhindern Sie im Bundesrat nicht durch VERWEIGERUNG einer Zustimmung zu dringend NOTWENDIGEN Steuersenkungen bei der Einkommenssteuer, dass die Binnenkonjunktur anspringt, weil Sie den kleinen Leuten zu wenig Geld im Portmonaie lassen?

Ist die SPD zu einer Partei der "Besserverdienenden" mutiert, die nur noch diejenigen unterstützt, die sich hohe Steuersätze LEISTEN können, weil sie ihr Geld einfach ins Ausland verlagern KÖNNEN?

Hat die SPD auch ein nachhaltiges Konzept, wie man die SOZIALLASTEN der arbeitenden Bevölkerung reduzieren kann, und könnten Sie das bitte mal ERKLÄREN?

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Thomas Oppermann
bisher keineEmpfehlungen
24.05.2012
Thomas Oppermann
Sehr geehrter Herr ,

zu den von Ihnen aufgeworfenen Themen habe ich hier schon mehrfach Stellung genommen.

Die SPD spricht sich gegen Politik auf Pump aus. Unsere Konzepte zur Finanz- und Wirtschaftspolitik können Sie im Parteitagsbeschluss "Fortschritt und Gerechtigkeit: Wirtschaftlicher Erfolg, solide Finanzen und sozialer Zusammenhalt" ( www.spd.de ) und im Positionspapier "Der Weg aus der Krise – Wachstum und Beschäftigung in Europa" ( www.spd.de ) nachlesen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Oppermann
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