Thomas Händel (DIE LINKE)
Abgeordneter EU

Grunddaten
Thomas Händel
Jahrgang
1953
Berufliche Qualifikation
Elektromechaniker
Ausgeübte Tätigkeit
Gewerkschaftssekretär, MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Bayern
Bundeslistenplatz
4
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(...) Auf "EU-Ebene" gäbe es durchaus Möglichkeiten, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Europäische Kommission und der Europäische Rat könnten eine Gesetzgebung vorschlagen, die den Stabilitäts- und Wachstumspakt, der unter anderem die Neuverschuldung strikt begrenzt, durch einen Pakt für Wachstum, Beschäftigung und Soziale Sicherheit ersetzen, der dem Sozialen Fortschritt in Europa den Vorrang vor Unternehmensinteressen einräumt. (...)
Parlamentarische Arbeit
16.04.2013
Deckelung von Banker-Boni
JA
16.04.2013
Verknappung von CO2-Zertifikaten
JA
13.03.2013
EU-Finanzplan 2014-2020
nicht beteiligt
04.07.2012
ACTA-Abkommen
nicht beteiligt
03.07.2012
Einführung neuer LKW-Fahrtenschreiber
nicht beteiligt
13.06.2012
Entschließungsantrag zum Waffenhandel
nicht beteiligt
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
29.01.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Abgeordneter Ferber,

Seit 2005 sind die globalen Lebensmittelmärkte so instabil wie nie zuvor. Weltweit wird Ackerland von Investoren als Mittel zum Profit eingesetzt, ländliche Familien verlieren ihre Lebensgrundlage und die Profite sammeln sich zunehmend bei einer kleinen Elite von Agri-Industriellen und Investoren. Jedoch auch in Europa und in Deutschland sind kleine Bauernhöfe vom Aussterben bedroht. Die "konventionelle" brennstoff-, mineral- und chemieintensive Landwirtschaft wird immer rationalisierter. Das ist nicht schlimm per se, jedoch bedeutet das den Verlust von Arbeitsplätzen, Landflucht, Verlust von Kultur- und Sozialstrukturen auf dem Land und Umweltschäden wie Bodenerosion, Versauerung der Böden, Massentierhaltung, Pestizidbelastung und mehr. Sollten wir nicht lieber auf lokale Märkte setzen, in denen bäuerliche Betriebe Arbeitsplätze in einem lebenswerten ländlichen Raum schaffen? Lebensmittel sind mehr als nur eine Handelswahre. Mit ihnen verbunden sind Tradition, Vielfalt, und Regionale Spezialitäten. Das hat der Menschheit bis jetzt das Überleben gesichert und Artenvielfalt erhalten, die wir im Angesicht des Klimawandels mehr denn je brauchen um auch in Zukunft Essen auf dem Tisch zu haben.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen Subventionen im Agrarbereich. Im Gegenteil. Wenn diese Subventionen ökologisch und sozial nachhaltige (bäuerliche nicht agroindustrielle) Landwirtschaft fördern sehe ich sie als richtig an! Mit der aktuellen Gemeinsamen Agrarpolitik GAP geschieht jedoch genau das Gegenteil! Der Weltmarkt bestimmt was unser Essen, und damit was ländliches Leben WERT ist. Und die Reform soll jetzt verwässert werden.

Was tun Sie, damit wir in Zukunft vielfältiges, lokales, und gesundes Essen produzieren? Was tun Sie, damit die Kleinbauern und Familien von unseren Lebensmitteln profitieren und nicht internationale Konzerne und Spekulanten?

Mit freundlichen Grüßen aus Neu-Ulm,
Antwort von Thomas Händel
2Empfehlungen
29.01.2013
Thomas Händel
Sehr geehrter Herr ,

vielen dank für ihren Eintrag. Ich denke, es ist für Herrn Ferber sicher leichter zu beantworten, wenn Sie diese auf seiner Seite posten. Sollte Sie die Position der LINKEN zur GAP interessieren, können Sie übrigens hier fündig werden:

dip21.bundestag.de

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Thomas Händel
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.02.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Händel,

Wie verteidigen Sie mein Grundrecht auf Datenschutz im Zuge der aktuellen Diskussion um die Datenschutzverordnung?

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Thomas Händel
1Empfehlung
12.02.2013
Thomas Händel
Sehr geehrter Herr ,

Vielen Dank für Ihre Zuschrift, die ich gern im folgenden beantworte. Ich als nur indirekt, weil nicht im entsprechenden Ausschuss damit befasst, betroffenem Mitglied des Europäischen Parlaments und direkt betroffener Bürger, möchte auf die Position der Fraktion und der zuständigen Kollegin Cornelia Ernst verweisen bzw. diese zitieren:

"Auch wenn der größte Teil der Debatten, die zu dieser Reform geführt werden, von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet bleiben, so hat die Geschäftswelt dennoch die Bedeutung des Projekts erkannt. Vor Anfragen von Lobbyisten ist im Europaparlament wohl kein Abgeordneter gefeit; bei den meisten Gesetzen landen etwa drei bis fünf dieser Anfragen in meinem Postfach, dazu kommt meistens noch eine NGO. Aber diesmal ist das anders. Es sind zwar noch immer drei Lobbyanfragen - allerdings am Tag, seit fast einem Jahr. Bürgerrechtler, Daten- und Verbraucherschützer sind zwar auch darunter, verschwinden aber fast vollständig in der Masse. Die überwältigende Mehrheit der Lobbyisten kommt aus den USA oder aus der Werbebranche. Sie setzen sich ein für wenig Regulierung, für einen möglichst einfachen Datentransfer nach Amerika, wo es kein vergleichbares Datenschutzrecht gibt und dafür, dass weniger Daten als persönliche Daten gelten. Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, hat selbst die US-Regierung versucht, die EU-Kommission von dem Projekt abzubringen. Unnötig zu sagen, dass Nichts von dem im Interesse der europäischen Bürgerinnen und Bürger liegt.

Daten seien das neue Öl, ist oft zu hören. Fakt ist, dass sehr viele Firmen mit dem Handel und der Auswertung personenbezogener Daten milliardenschwere Umsätze machen, meistens ohne dass die Nutzer darin eingewilligt hätten oder nachvollziehen könnten, was mit ihren Daten geschieht. Datenschutz hat nicht zum Ziel, Dinge wie Facebook zu verbieten. Ziel ist es, den Menschen die Entscheidungshoheit über dieses neue Öl zu erhalten, und dafür zu Sorgen, dass Angebote wie Facebook genutzt werden können, ohne dass wir dafür die Kontrolle über unsere Daten aufgeben müssen."

Mehr dazu finden Sie auf der Homepage der Abgeordneten Cornelia Ernst www.cornelia-ernst.de/schlagwort/datenschutz/ . Die Delegation DIE LINKE im Europäischen Parlament und damit auch ich stützen diese Position und werden uns auch weiterhin dementsprechend dazu einbringen. Das heisst, unsere Fraktion wird sicher zu dem vorgelegten Entwurf noch Änderungsanträge in Plenum einbringen und anhand des abgestimmten Textes entscheiden, ob dieser nach den obigen Kriterien für uns zustimmungsfähig ist oder ob die Sicherheit der persönlichen Daten der BürgerInnen der EU eine Ablehnung des gesamten Vorschlag erforderlich machen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Thomas Händel
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.02.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Händel,

wie ich der Internetseiten "LobbyPlag" und "netzpolitik.org", sowie dem "gutjahrs blog" entnommen habe, wird zur Zeit im Europäischen Parlament an einer sogenannte Datenschutzreform gearbeitet: "General Data Protection Regulation (GDPR)".

Wie ich den oben genannten Quellen entnommen habe, nehmen scheinbar verschiedene Unternehmen und Interessenverbände dabei großen Einfluss auf die Ausgestaltung der Gesetzestexte. Genauer, Textvorlagen werden von MitarbeiterInnen dieser Unternehmen und Interessenverbänden verfasst und scheinbar in unterschiedlichem Umfang von einigen Abgeordneten in deren Gesetzestextvorschläge übernommen. Schließlich werden die Vorschläge dann zur Abstimmung im Parlament eingereicht.

In diesem Zusammenhang habe ich folgende Fragen an Sie:

1. Wie stehen Sie zum Thema "Einflussnahme auf die Politik durch LobbyvertretterInnen"?

2. Wie ist Ihre Position bzgl. der oben genannten Datenschutzreform?

Vielen Dank für Ihre Mühe.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Thomas Händel
2Empfehlungen
12.02.2013
Thomas Händel
Sehr geehrter Herr ,

zunächst einmal vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zu 1. möchte ich wie folgt antworten:

Es ist ein offenes Geheimnis, dass verschiedene Abgeordnete des EP sich die Inspiration für ihre Änderungsanträge lieber bei den Unternehmen als bei ihren Wählerinnen und Wählern suchen. Wir haben dies schon verschiedentlich kritisiert und entsprechende Transparenz eingefordert. Denn grundsätzlich ist dagegen zumindest de jure nichts einzuwenden. Auch wir lassen uns von Zusendungen verschiedener Organisationen inspirieren resp. vertrauen auf deren Sachverstand. Auch deren Arbeit ist unter den Begriff Lobbyismus zu fassen. Der Unterschied besteht darin, dass wir als LINKE uns unsere Anregungen lieber bei der Zivilgesellschaft, also Gewerkschaften, Verbraucherschützern, Datenschutzinitiativen holen als bei der Industrie und deren Vertretern, denen am Ende eben mehr an ihrem Gewinn als an den Interessen der Menschen in Europa liegt. Transparenz ist in diesem Zusammenhang deshalb so wichtig, weil Sie, die Bürgerinnen und Bürger natürlich a) die Möglichkeiten kennen und nutzen können müssen, ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen und b) bei der nächsten Wahl natürlich wissen müssen, wem Sie ihre Stimme anvertrauen und wer mit dieser Stimme verantwortungsvoll umgeht.

Zu 2. bleibt mir als nur indirekt, weil nicht im entsprechenden Ausschuss damit befasst, betroffenem Mitglied des Europäischen Parlaments und direkt betroffener Bürger, auf die Position der Fraktion und der zuständigen Kollegin Cornelia Ernst zu verweisen bzw. diese zu zitieren:

"Auch wenn der größte Teil der Debatten, die zu dieser Reform geführt werden, von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet bleiben, so hat die Geschäftswelt dennoch die Bedeutung des Projekts erkannt. Vor Anfragen von Lobbyisten ist im Europaparlament wohl kein Abgeordneter gefeit; bei den meisten Gesetzen landen etwa drei bis fünf dieser Anfragen in meinem Postfach, dazu kommt meistens noch eine NGO. Aber diesmal ist das anders. Es sind zwar noch immer drei Lobbyanfragen - allerdings am Tag, seit fast einem Jahr. Bürgerrechtler, Daten- und Verbraucherschützer sind zwar auch darunter, verschwinden aber fast vollständig in der Masse. Die überwältigende Mehrheit der Lobbyisten kommt aus den USA oder aus der Werbebranche. Sie setzen sich ein für wenig Regulierung, für einen möglichst einfachen Datentransfer nach Amerika, wo es kein vergleichbares Datenschutzrecht gibt und dafür, dass weniger Daten als persönliche Daten gelten. Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, hat selbst die US-Regierung versucht, die EU-Kommission von dem Projekt abzubringen. Unnötig zu sagen, dass Nichts von dem im Interesse der europäischen Bürgerinnen und Bürger liegt.

Daten seien das neue Öl, ist oft zu hören. Fakt ist, dass sehr viele Firmen mit dem Handel und der Auswertung personenbezogener Daten milliardenschwere Umsätze machen, meistens ohne dass die Nutzer darin eingewilligt hätten oder nachvollziehen könnten, was mit ihren Daten geschieht. Datenschutz hat nicht zum Ziel, Dinge wie Facebook zu verbieten. Ziel ist es, den Menschen die Entscheidungshoheit über dieses neue Öl zu erhalten, und dafür zu Sorgen, dass Angebote wie Facebook genutzt werden können, ohne dass wir dafür die Kontrolle über unsere Daten aufgeben müssen."

Mehr dazu finden Sie auf der Homepage der Abgeordneten Cornelia Ernst. Die Delegation DIE LINKE im Europäischen Parlament und damit auch ich stützen diese Position und werden uns auch weiterhin dementsprechend dazu einbringen. Das heisst, unsere Fraktion wird sicher zu dem vorgelegten Entwurf noch Änderungsanträge in Plenum einbringen und anhand des abgestimmten Textes entscheiden, ob dieser nach den obigen Kriterien für uns zustimmungsfähig ist oder ob die Sicherheit der persönlichen Daten der BürgerInnen der EU eine Ablehnung des gesamten Vorschlag erforderlich machen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Thomas Händel
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Frage zum Thema Gesundheit
12.02.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Händel,

am 25.Feb. wird über die neue Tabakrichtlinie der EU beraten.
Ein Punkt dieser Tabakrichtlinie betrifft rauchlose Tabakprodukte. Mein persönliches Anliegen betrifft die E-Zigarette, deren Inhalt, das verdampfbare "Liquid" künftig als Genussmittel nur noch in einer Menge und Nikotinkonzentration verkauft werden kann die das Produkt E-Zigarette für die Benutzer unattraktiv und wirkungslos macht.

Natürlich ist es für die Volksgesundheit zuträglicher, würden keinerlei Nikotinprodukte mehr konsumiert - die Realität ist aber, nicht jeder kann oder will den Nikotinkonsum beenden. Viele Raucher haben daher die E-Zigarette als eine deutlich weniger schädliche Alternative zum Tabak rauchen entdeckt. Das die E-Zigarette deutlich weniger schädlich ist, dazu gibt es, auch wenn immer das Gegenteil behauptet wird, zahlreiche Studien. Viele andere Gründe für die angeblich gefährliche E-Zigarette wie bsp. explodierende Akkus, Nitrosamine, etc wie sie gerne von den Gegnern der E-Zigarette aufgelistet werden sind allesamt entweder falsch oder wesentlich falsch dargestellt.

Dazu gibt es auf der Seite www.rursus.de eine beachtenswerte Arbeit zu dem Thema, auf der auch alle bisher bekannten ernsthaften Studien zur E-Zigarette gelistet sind.

Meine Befürchtung ist, das sowohl die Tabak wie auch die Pharmalobby die E-Zigarette eher als Bedrohung ihrer Pfründe einstuft und daher versucht, diese vom Markt zu drängen.

Das wäre, angesichts der vielen positiven nachprüfbaren gesundheitlichen Erfahrungen der Benutzer von E-Zigaretten die absolut falsche Entscheidung.

Welchen Standpunkt zum Thema E-Zigarette werden Sie vertreten?

Viele Grüße,
Antwort von Thomas Händel
bisher keineEmpfehlungen
13.02.2013
Thomas Händel
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich muss Sie allerdings um Verständnis für eine etwas zurückhaltende Antwort bitten. Ich bin bisher mit diesem Gesetzentwurf nicht befasst und habe mir deshalb noch keine eigene Meinung dazu bilden können. Derzeit wird der Entwurf der Kommission im Umwelt- und Gesundheitsausschuss beraten, am 25. Februar soll dazu eine Anhörung stattfinden. Für nähere Informationen können Sie sich vertrauensvoll an meine Kollegin Sabine Wils wenden, die im entsprechenden Ausschuss Mitglied ist und Ihre Frage sicher gern beantwortet.

Bis zur Abstimmung im Plenum des Parlaments (vorgesehen im November diesen Jahres) werde auch ich mich mit diesem Thema befasst haben und kann Ihnen dann auch meine voraussichtliche Positionierung mitteilen. Diese dürfte sich an der Empfehlung meiner Fraktion ausrichten und in erster Linie den Verbraucherschutz ebenso wie die Gesundheit der EuropäerInnen im Fokus haben, weniger die Interessen von Pharma- und Zigarettenkonzernen.

Mit freundlcihen Grüßen

Ihr Thomas Händel
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
06.05.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Händel,

wie stehen Sie zum Vorschlag für die Saatgutverordnung, die EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg am 06.05.2013 vorgelegt hat?

Herzlichen Dank,

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