Theresa Schopper (DIE GRÜNEN)
Kandidatin Landtagswahl Bayern 2013
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Angaben zur Person
Theresa Schopper
Geburtstag
-
Berufliche Qualifikation
Diplom in Soziologie, Psychologie und Kriminologie
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
-
Stimmkreis
Marktoberdorf
Ergebnis
7,6%
Wahlkreislistenplatz
3, Schwaben
(...) 1. Planen Sie Veränderungen an der aktuellen Situation und/oder wollen sie am dreigliedrigen Schulsystem (Mittelschule/Realschule/Gymnasium - G8) festhalten? (...)
Fragen an Theresa Schopper
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
28.07.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Schopper,

mir geht es um das bayerische Schulsystem. Dazu drei Punkte:

1. Planen Sie Veränderungen an der aktuellen Situation und/oder wollen sie am dreigliedrigen Schulsystem (Mittelschule/Realschule/Gymnasium - G8) festhalten?

2. Wie stehen sie zum Thema Förderschulen? Auflösen? Beibehalten? Und wie sehen Sie die Inklusion im Bereich der weiterführenden schulen?

3. Wären Sie bereit mehr Lehrer einzustellen um die Klassengrößen zu senken?

Mit freundlichen Grüßen
D´Antino
Antwort von Theresa Schopper
bisher keineEmpfehlungen
07.08.2013
Theresa Schopper
Sehr geehrter Herr D’Antino,

vielen Dank für Ihre Fragen zum bayerischen Schulsystem.

Hier die Antworten zu Ihren drei Fragen:
1. Planen Sie Veränderungen an der aktuellen Situation und/oder wollen sie am dreigliedrigen Schulsystem (Mittelschule/Realschule/Gymnasium - G8) festhalten?

Wir setzen uns dafür ein, dass sich das dreigliedrige Schulsystem für Schulen des längeren gemeinsamen Lernens öffnet, an denen alle Abschlüsse gemacht werden können – bis zum Abitur. Die Schule der Zukunft ist der Bestleistung und nicht dem Mittelmaß verpflichtet. Anders als Schule in Bayern heute, setzt sie deshalb auf individuelle Förderung statt auf das vermeintlich richtige Sortieren der Kinder auf unterschiedliche Schularten. Jedes Kind und jede/r Jugendliche wird individuell so gefördert, dass sie das jeweils eigene Potential voll ausschöpfen und ihre persönliche Bildungsbestleistung vollbringen können.
Die Gemeinschaftsschule soll die unterschiedlichen Lerntypen der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt. Lernziele erreichen die SchülerInnen so auf individuelle Weise. Der Unterricht orientiert sich an ihren Bedarfen. Es geht aber nicht nur um die Spannbreite in den schulischen Leistungen. Vielfalt bezieht sich auf weit mehr – etwa auf den kulturellen, familiären, sozialen und ökonomischen Hintergrund, das Geschlecht und den Lernstil. Jedes Kind hat es "verdient", in seiner individuellen Vielfalt wahrgenommen zu werden.
Die Gemeinschaftsschule ist eine Sekundarschule ab Klasse fünf, die offen ist für alle Kinder aus der Grundschule. Die Gemeinschaftsschule besuchen alle Schülerinnen und Schüler mindestens bis zum Ende der Schulpflicht nach Klasse 9. Mit der Gemeinschaftsschule eröffnen sich für die SchülerInnen, die nach Klasse 9 nicht in das berufliche System gehen, unterschiedliche Wege. In der Klasse 10 werden die meisten SchülerInnen auf ihren mittleren Abschluss oder auf den Übergang zur gymnasialen Oberstufe vorbereitet; andere werden hier noch bis zur Ausbildungsreife besonders gefördert. Unser Weg sieht vor, das gegliederte Schulsystem durch eine Änderung im Schulgesetz zu öffnen, so dass Gemeinschaftsschulen, wo vor Ort gewünscht, entstehen können. Wir planen nicht Realschule oder Gymnasium einfach abzuschaffen.

Wir brauchen dringend eine Verbesserung der Situation der SchülerInnen des Gymnasiums, vor allem in der Mittelstufe. Zum G9 zurückzukehren bzw. G8- und G9-Züge parallel anzubieten halten wir für nicht zielführend, denn zum einen verbraucht eine Investition in G9-Züge viel Geld, das für die Verbesserung des Gymnasiums wichtig wäre. Das Nebeneinander von G8 und G9 ist darüber hinaus an vielen Schulen nicht umsetzbar, insbesondere im ländlichen Bereich. Zudem wird das Kernproblem dadurch nicht gelöst. Die Lernqualität und eine Entschleunigung stehen für uns im Zent- rum einer Reform. Wir halten den Weg zum Abitur im Gymnasium im gebundenen Ganztagssystem für die beste Möglichkeit, eine Entzerrung zu erreichen und einen besseren Lernrhythmus zu gestalten.
Wir Grüne wollen ein Gymnasium, das den Kindern Mut macht statt Druck. In der die Begeisterung für das Lernen bewahrt und ermöglicht wird und nicht bloß die Wiedergabe von Lehrinhalten.

2. Wie stehen sie zum Thema Förderschulen? Auflösen? Beibehalten? Und wie sehen Sie die Inklusion im Bereich der weiterführenden schulen?
Wir wollen Förderschulen zu Kompetenz- und Beratungszentren weiterentwickeln und Inklusion muss überall stattfinden, selbstverständlich auch an weiterführenden Schulen.
Die Grüne Landtagsfraktion tritt ein für ein inklusive Bildungssystem, in dem niemand verloren geht. Unsere Forderungen für eine rasche Umsetzung:
1. Inklusion braucht mehr LehrerInnenstellen für eine zügige Aufstockung der Stellen für Sonderpädagogik an Regelschulen mehr Stunden für die Lehrkräfte an der Regelschule, damit sie kleinere Klassen bilden und die SchülerInnen besser individuell fördern können und damit sie den notwendigen Raum erhalten für die Zusammenarbeit mit den SonderpädagogenInnen im Kollegium eine wesentlich bessere Ausstattung des mobilen Beratungs- und Unterstützungsdienstes (MSD)
2. Eine Offensive in der LehrerInnenfortbildung muss stattfinden, um die PädagogenInnen auf die neuen Aufgaben einer Inklusiven Schule vorzubereiten
3. Sonderpädagogische Ausbildungsinhalte müssen in allen Lehramtsstudiengängen verankert werden
4. Unabhängige Beratung für die Eltern aus einer Hand
5. SchulbegleiterInnen müssen in die schulische Arbeit einbezogen und für sie Qualifizierungsangebote geschaffen werden. Die Finanzierung dafür muss von Bezirken und Kommunen auf das Land übergehen
6. Barrierefreiheit an allgemeinen Schulen
7. Eine Umgestaltung der Förderschulen zu Kompetenz- und Beratungszentren

3. Wären Sie bereit mehr Lehrer einzustellen um die Klassengrößen zu senken?

Die Einstellung von mehr Lehrerinnen und Lehrer ist einer der Grundbausteine unserer Schule der Zukunft. Dies gilt insbesondere:
  • für eine zügige Aufstockung der Stellen für Sonderpädagogik an Regelschulen,
  • für mehr Stunden für die Lehrkräfte an der Regelschule ,für eine gezielte individuelle Förderung um Klassen teilen oder im "Zwei-Lehrerprinzip" unterreichten zu können,
  • für gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern,
  • für einen Stellenpool vor Ort, damit die Schulen in die Lage versetzt werden, je nach schulbezogenem Lehrerbedarf vor Ort nachsteuern zu können.

Mit freundlichen Grüßen,
Theresa Schopper
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