Sylvia Mang (DIE LINKE)

Sylvia Mang
© Patrick Mang
Jahrgang
1951
Berufliche Qualifikation
Soziologin, Informatikkauffrau
Ausgeübte Tätigkeit
Förderlehrerin
Wohnort
Illertissen
Wahlkreis
Neu-Ulm
Ergebnis
6,3%
Landeslistenplatz
15, Bayern
(...) Ferner prangere ich die hohe Zahl der Jugendarbeitslosigkeit immer wieder an. Die älteren Arbeitnehmer wollen früher in Rente und dürfen nicht und die Jungen wollen mit ihrer Lebensplanung beginnen und dürfen nicht. (...)
 
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Frage zum Thema Umweltpolitik
21.07.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Mang,

1.)
Ist Ihnen folgende Nachricht bekannt:

"Bei einem Gewitter schlug ein Blitz am 15. Juli 09 nachts um 1 Uhr rund fünf Kilometer vom AKW Gundremmingen entfernt in die 400 kV-Leitung ein. Der hierdurch verursachte Kurzschluss schaltete eineder zwei abführenden 400-kV-Überlandleitungen sofort ab und zwang damit zur Halbierung der Leistung des Blocks C. 630 Tausend Kilowatt (...) mussten in Sekundenschnelle ausgebremst werden.

Das Manöver gelang. Es dauerte dann rund zwölf Stunden bis der Block C wieder seine volle Leistung erreichte. Im Block B, der momentan zur Überholung abgeschaltet ist, mußte die weiterhin gerade für die Kühlung überlebenswichtige Stromversorgung durch die zweite Überlandleitung sicher gestellt werden. Vor 32 Jahren hingegen erlitt in Gundremmingen bei einer ebenfalls durch einen wetterbedingten externen Kurzschluss notwendig gewordenen Schnellabschaltung der Block A einen Unfall mit Totalschaden."
(21.07.09, oekonews.at )

Die Lebenserwartung im Landkreis Dillingen und Kreis Günzburg (nahe dem AKW Grundremmingen) liegt unter den Werten vergleichbarer schwäbischer Landkreise. Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Christine Kamm, hatte einen Zusammenhang mit einem Störfall im Jahr 1977 im Kernkraftwerk Gundremmingen hergestellt.
(s.: www.augsburger-allgemeine.de , 08.05.09 )

Wie stehen Sie bzw. Ihre Partei zum AKW Grundremmingen?

2.)

Am Standort Gundremmingen wird mit den Blöcken B und C nicht nur Deutschlands größtes Atomkraftwerk betrieben, mit 192 CASTOR-Stellplätzen für Hochrisiko-Atommüll soll dort zusätzlich auch Deutschlands größtes Atommüll-Lager entstehen.
( www.atommuell-lager.de )

Gibt es dazu Forderungen bzw. Aktivitäten der Partei die LINKE?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Sylvia Mang
1Empfehlung
11.08.2009
Sylvia Mang
Sehr geehrte Frau , vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Verzögerung bitte ich
zu entschuldigen. Hier die Antworten auf Ihre Fragen:

Als Atomkraftwerksgegenerin seit nunmehr 30 Jahren streite ich für eine Abschaltung aller AKWs. Als Konsequenz sind der Export von Atomtechnik und überflüssige Atommülltransporte zu verbieten. Eine sichere Endlagerung ist für die nächsten Jahr- tausende nicht sichergestellt. Eine Kernschmelze würde weite Teile Deutschlands unbewohnbar machen. Zunehmende Gesundheitsschäden im Umkreis von AKWs sind mir bekannt.

Die von Ihnen angeführten Störungen im Betrieb der AKWs sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ich habe selber im Reaktor gearbeitet (als Gegnerin der Kernenergie) und die Ängste der dort tätigen Ingenieure sind real.

Wir werden viel zu tun haben, die politischen Fehlentwicklungen der vergangenen Jahrzehnte zu korrigieren. In diese Welt möchte ich meine Kinder nicht entlassen. Wir haben seit Jahrzehnten bereits alternative Energiequellen, die jedoch keine politische Lobby finden, da sie keinen reich machen. Dennoch sind natürliche Ressourcen die Zukunft für die ich mich stark mache.

Unsere Forderungen: Unverzüglicher Ausstieg aus der Atomwirtschaft - in Bayern wie in Deutschland.

Für weitere Fragen habe ich ein Ohr. Vielen Dank für Ihr Vertrauen.

Sylvia Mang, Direkt- und Listenkandidatin zur BTW 2009 für die Partei "DIE LINKE"
Illertissen, 11.08.2009
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Frage zum Thema Außenpolitik
22.07.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Mang,

Als langjähriges Mitglied der Tibet Initiative Deutschland, Regionalgruppe Ulm/Neu-Ulm, bin ich äußerst besorgt über die gegenwärtige Entwicklung in dieser Region, die seit 1949 von der Volksrepublik China als eigenes Territorium beansprucht wird.

Seit den Unruhen vom März 2008 ist Tibet weitgehend abgeriegelt. Weder Medienvertreter noch eine unabhängige Untersuchungskommission durften bis heute einreisen. Es fließen keine neutralen Informationen, das Schicksal vieler Tibeterinnen und Tibeter ist ungewiss.

Als Wähler in Ihrem Wahlkreis bitte ich Sie, sich dafür einzusetzen, dass eine unabhängige Untersuchungskommission, wie sie das UN-Committee Against Torture im November 2008 vorgeschlagen hat, ins Land darf.

Bitte lassen Sie mich wissen, was Sie und Ihre Partei unternehmen werden, um dieses Ziel zu erreichen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Sylvia Mang
1Empfehlung
14.08.2009
Sylvia Mang
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Zuschrift vom 22. Juli.

DIE LINKE tritt für die Gewährleistung der Menschenrechte in der Einheit von ökonomischen, sozialen und politischen Rechten überall in der Welt ein. Eklatante Menschenrechtsverletzungen prangern wir an und üben Solidarität mit den Opfern. Menschenrechte sind für uns unantastbar.

Im von Ihnen dargestellten Fall kam es sicherlich zu massiven Menschenrechtsverletzungen seitens der chinesischen Staatsgewalt, die auch klar benannt werden müssen. Insofern wäre eine objektive Untersuchung der Vorfälle durch unabhängige Beobachter der Vereinten Nationen zu begrüßen.

Menschenrechte gelten überall und ihre Durchsetzung und breite gesellschaftliche Anerkennung erfordert die Bereitschaft der Mehrheit sich dafür einzusetzen und zugleich Andersdenkenden seine Freiheiten und Lebensentwürfe einzuräumen. Hierzu muss es einen gesellschaftlichen und politischen Dialog geben. Kritische Solidarität von außen ist hierbei wichtig, aber Belehrungen oder Druck können eher das Gegenteil bewirken.

Es geht hier weniger um politische Passivität, als vielmehr um einen praktikablen Ansatz, mit dem Ziel, die Situation nachhaltig zu verbessern. Ein Kernproblem in punkto Tibet liegt meines Erachtens darin, dass die Tibeter ihre Kultur erhalten wollen, während es der chinesischen Regierung an politischer Stabilität und territorialen Integrität gelegen ist. Eine Annäherung ist nur dann möglich, wenn beide Seiten aufeinander zugehen: Die per Gesetz zugesicherte Religionsfreiheit muss auch entsprechend von den chinesischen Behörden gehandhabt werden. Ein weiterer Schritt könnte die Weiterentwicklung der seit den 50er Jahren existierenden Regionalautonomie sein - Lösungen, die sich an den Beispielen Wales oder Katalonien orientieren,sind in der Diskussion und sollten unterstützt werden.

Freilich werden die unter der Losung der Religionsfreiheit vertretenden Sezessionsbestrebungen stets eine rote Linie für die chinesische Regierung darstellen und sollten zu Gunsten konstruktiver Forderungen in Sachen Menschenrechte und Autonomiestatus aufgegeben werden.

DIE LINKE hält es aus historischen Gründen für richtig, dass alle bisherigen Regierungen der Bundesrepublik Tibet als Bestandteil der VR China anerkennen. Hier bestehen sicherlich wesentliche Differenzen in Bezug auf ihre Positionen. Falls Sie an einer ausführlicheren Darlegung aus dem Bereich Internationale Politik der Bundesgeschäftsstelle der LINKEN zur Problematik interessiert sind, wenden sie sich bitte an meinen Kollegen Oliver Schröder ( oliver.schroeder@die-linke.de ).

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Info weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Mang
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Frage zum Thema Arbeit
08.09.2009
Von:

Guten Tag Frau Mang,

ich bin eine 25jährige junge Frau mitten im Berufsleben. Ich mache mir viele Gedanken um die Zukunft unseres Landes, in dem ich noch ein paar Jährchen zu Leben und zu Arbeiten habe. Um meine persönliche Zukunft zu gestalten, steht für mich an erster Stelle ein sichere Einstellung. Leider muss ich immer mehr mit Ansehen, wie wir Jugendlichen immer unsicherer unserer Zukunft entgegenstehen. Viele - und diese haben Glück, dass sie einen "festen" Job haben - werden immer wieder um ein Jahr verlängert oder zur nächsten Zeitarbeitsfirma geschickt. Das macht es schwer auf eigenen Beinen zu stehen. Und an Familie ist erst einmal gar nicht zu denken.

Leider sehe ich auch die Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte als nicht ausreichend. Wenn überhaupt ein Betriebsrat besteht.

Wie werden Sie und Ihre Partei sich dafür einsetzen, dass wir Jugendlichen wieder optimistisch in die Zukunft schauen können und vor allem planen können?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Sylvia Mang
1Empfehlung
10.09.2009
Sylvia Mang
Sehr geehrte Frau ,

herzlich willkommen in meinem Profil. Natürlich freue ich mich, dass ich Ihnen diese Frage beantworten darf.

Die von mir seit Jahrzehnten angeprangerten Missstände im Bildungssystem und in der Ausbildung führen seit langem bereits zu einer gesellschaftlichen Schieflage gerade junger Leute. Als Patin junger Menschen, Elternbeiratsvorsitzende der HS Illertissen und Landesvorstandsmitglied des Bayerischen Elternverbandes bin ich oft mit Petitionen und Anträgen unterwegs, um die Bedingungen junger Menschen in unserem Land zu verbessern.

Was fordere ich im Einzelnen?

Eine Schule für alle wie dies in anderen Ländern der üblich ist. Meine letzte Petition vom April des Jahres hatte die Forderung nach einer 10. Klasse für alle Hauptschüler zum Thema, da mir Unternehmer in der Region immer wieder mitteilen, 15-jährige Azubis seien ihnen zu jung. Wurde abgelehnt bzw. wird in die Planung der neuen Mittelschule (neuer Name für die Hauptschule!!!) mit aufgenommen.

Parallel zur dualen Ausbildung, die längst nicht mehr genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung stellt, fordere ich seit ca.5 Jahren eine schulische Berufsausbildung für diejenigen, die keine Lehrstelle direkt im Anschluss an die Beendigung der Schule gefunden haben. Natürlich muss diese Ausbildung der dualen gleichgestellt werden.

Ferner prangere ich die hohe Zahl der Jugendarbeitslosigkeit immer wieder an. Die älteren Arbeitnehmer wollen früher in Rente und dürfen nicht und die Jungen wollen mit ihrer Lebensplanung beginnen und dürfen nicht. Dieser Zustand muss beendet werden. Es darf keinen Leerlauf in einer jungen Biographie geben, wenn sie denn nicht gewollt ist vom Jugendlichen selber. Unsere Forderung: Rente ab 60 und Teilzeitmodelle für die Frührente, dafür Einstellung junger ArbeitnehmerInnen, mehr Hilfe für Selbständigenmodelle.

Die Leiharbeit hat mit uns keine Zukunft. Sie stellt eine moderne Sklaverei dar und reduziert die festen Arbeitsplätze. Sie gehört abgeschafft. Mit einem branchenübergreifenden Mindestlohn von 10 € - in Frankreich Gesetz - wird die Binnennachfrage angekurbelt und die Menschen in unserem Land können endlich wieder von ihrer Arbeit leben.

Durch Beteiligungen an den Unternehmen selber und eine echte Parität können die zur Wirtschaftskrise/ Kapitalismuskrise geführten Fehlentscheidungen des Managements verhindert werden und die Motivation und Sicherheit der Arbeitnehmer würden berechenbarer gestaltet werden können. Sicherere Arbeitsplätze die Folge.

Sie sprechen die Betriebsräte an. Mir ist bekannt, dass in unserer Region dieses Thema von Unternehmerseite verdrängt wird. Es wird Zeit, dass Unternehmer begreifen lernen, dass sie sich selber eine Ei legen, wenn sie keine Betriebsräte zulassen. Dies wird sicher noch ein harter Kampf der Gewerkschaften selber werden. Die Linie ist seit der Großveranstaltung der Gewerkschaften in Frankfurt am vergangenen Wochenende klar erkennbar - auch wenn keine Wahlempfehlung ausgegeben wurde. Derzeit sind die Gewerkschaften gespalten in SPD und Linke, wobei die Linke von Tag zu Tag mehr Zulauf erhält, denn die SPD hat Jahrzehnte Zeit gehabt, die Arbeitsbedingungen unserer ArbeitnehmerInnen zu verbessern. Sie hat diese Aufgabe grob vernachlässigt, weshalb die heutige Linke die ArbeitnehmerInnenpartei von morgen ist.

Unser Kreisverband hat zahlreiche Mitglieder aus den Reihen von SPD, Gewerkschaft und Grünen wie mich. Für weitere Informationen können Sie uns/mich persönlich an den aufgelisteten Infoständen erreichen, diesen Samstag im Vöhringer Stadtcenter von 9-13 Uhr zum Beispiel. Ich freue mich auf Ihren Besuch.

Mit den besten Wünschen

Sylvia Mang
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