Silva Seeler (SPD)
Abgeordnete Niedersachsen 2008-2013
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Angaben zur Person
Silva Seeler
Jahrgang
1951
Berufliche Qualifikation
2. Staatsexamen Lehramt
Ausgeübte Tätigkeit
MdL, Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages
Wohnort
-
Wahlkreis
Buchholz
Ergebnis
26,9%
Landeslistenplatz
7
(...) Ich gebe Ihnen vollkommen Recht, dass Niedersachsen im Umgang mit Flüchtlingen aktuell allzu selten ein menschenfreundliches Handeln an den Tag legt. Auch in meinem Wahlkreis hier im Landkreis Harburg gab und gibt es Fälle, die eine sensible Handhabe dieses Themas vermissen lassen. (...)
Parlamentarische Arbeit
Fragen an Silva Seeler
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Die Datenschutzbestimmungen zur Behandlung meiner Daten habe ich gelesen.
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Schulen
11.02.2011
Von:

Frau Seeler,

in der 19. Sitzung des Nds. Landtags am 20. Januar 1999 verteidigten Sie die Einführung der so genannten "Verlässlichen Grundschule" durch die damalige SPD-Regierung. Hier ein Protokollauszug: ( www.landtag-niedersachsen.de dort ist die folgende pdf Datei mit dem Protokoll zu finden: endber019.pdf (PDF, 547 KB)
"Frau Seeler (SPD): Die Volle Halbtagsgrundschule, in der Kinder vormittags zu festen Zeiten zwischen vier und fünf Zeitstunden täglich in der Schule verbringen, in der eine Vertretungsreserve und auch die Betreuungszeiten von Lehrkräften wahrgenommen werden, ist für uns ein überaus qualifiziertes, ein anspruchsvolles und ein sehr sinnvolles Vorhaben. Es hat leider nur einen Nachteil. Es ist zu teuer, um es für alle Grundschulen in Niedersachsen einzuführen. Allein der Einsatz der Lehrkräfte für das zusätzliche Betreuungsangebot würde, wenn man das auf ganz Niedersachsen ausweiten würde, rund 300 Millionen DM zusätzlich kosten. Dieser Betrag ist in Zeiten knapper Kassen einfach nicht darzustellen. Eine weitere Staatsverschuldung ist nicht sinnvoll, wenn man die Zukunft unserer Kinder nicht zusätzlich belasten will."
Damals wollten Sie die Zukunft unserer Kinder nicht durch Schulden belasten, waren aber bereit die Zukunft unserer Kinder durch nicht getätigte Bildunginvestitionen zu belasten. Haben Sie inzwischen Ihre Meinung dazu geändert?
Auf Ihrer SPD-Internetseite: www.spd-silva-seeler.de fordern Sie jedenfalls dazu auf, das Volksbegehren der Niedersächsischen Schuleltern für gute Schulen zu unterstützen, mit dem unter anderem der Erhalt der vollen Halbtagsschulen verlangt wird, die Sie damals dem Schuldenabbau opfern wollten: "Ich möchte diese Initiative ausdrücklich unterstützen und alle, die an einem chancengerechteren Schulsystem in Niedersachsen interessiert sind, bitten, das Volksbegehren mit einer Unterschrift oder dem Sammeln von Unterschriften zu unterstützen!"
Antwort von Silva Seeler
bisher keineEmpfehlungen
10.03.2011
Silva Seeler
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 11. Februar 2011.

Zum Zeitpunkt meiner Rede, auf die Sie Bezug nehmen - also Ende der 90er Jahre - war es eine große Herausforderung für die SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, alle Grundschulen wenigstens in verlässliche Grundschulen umzuwandeln. Die Umwandlung aller Grundschulen in Volle Halbtagsschulen war finanziell nicht leistbar, obwohl aus sozialdemokratischer Sicht sinnvoll.

Mehr als ein Jahrzehnt später sinken einerseits die Schülerzahlen in weiten Teilen Niedersachsens dramatisch, andererseits ist inzwischen von vielen Seiten belegt, wie wichtig eine gute Schulbildung gerade in der Grundschule für die weitere Entwicklung der Kinder ist. Deshalb hat die SPD gefordert, die bestehenden Vollen Halbtagsschulen als Modellschulen zu erhalten.

2003 hatten CDU und FDP den Erhalt der Vollen Halbtagsschulen versprochen und sogar eine Garantie für deren Erhalt ins Schulgesetz (§189 NSchG) aufgenommen. Kurz danach wurden den Vollen Halbtagsschulen aber vollständig und ersatzlos die Vertretungsreserven gekürzt. 2004 wiederum erklärten CDU und FDP, die Vollen Halbtagsschulen bestehen zu lassen. Im Rahmen des Maßnahmenkataloges zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung wurde allerdings im vergangenen Jahr deren endgültige Abschaffung beschlossen.

Dabei hatten CDU und FDP versprochen, alle bestehenden Lehrerstellen zu erhalten, so dass eine bessere Ausstattung der Schulen mit Lehrkräften zukünftig auch möglich ist. Auch die Umstellung - sofern von den Schulen gewünscht - von Vollen Halbtagsschulen in Ganztagsschulen wurde 2009 zugesagt. Allerdings hat sich im vergangenen Jahr gezeigt, dass die Landesregierung dafür im Haushaltsplan keine zusätzlichen, geschweige denn ausreichenden Mittel zu Verfügung stellt.

Leider haben CDU und FDP ein gegebenes Versprechen gebrochen, denn inzwischen wurden schon etliche Lehrerstellen gestrichen.

Mit freundlichen Grüßen

Silva Seeler
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
10.04.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Seeler,

laut Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt wird in der industriellen Tierhaltung das Tierschutzgesetz regelmäßig gebrochen, weil bei Hühnern, Puten, Schweinen und Rindern routinemäßig Amputationen durchgeführt werden, die eigentlich nur in Ausnahmefällen erlaubt wären. Was unternehmen Sie, damit solche Nutztierhaltungen nicht mehr genehmigt werden? Was unternehmen Sie, damit Betriebe, die solche illegalen Aktivitäten durchführen, geschlossen werden?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Silva Seeler
bisher keineEmpfehlungen
20.04.2011
Silva Seeler
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 10. April 2011.

Das Thema, das Sie darin ansprechen, wird seit geraumer Zeit im Niedersächsischen Landtag behandelt.

Die ehemalige niedersächsische Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen musste aufgrund ihrer Verflechtungen in die Massentierhaltungsbranche sogar zurücktreten. Sie selbst war viele Jahre als Prokuristin im Netzwerk der Massentierhaltung tätig. Dieser Tatbestand hat die Debatte um tierschutzgerechte Haltungsbedingungen verschärft. Ebenso der zunehmende Bau neuer Tierställe im ländlichen Raum, die von massiver Größe sein sollen. Gegen diese Auswüchse wächst zunehmend der Widerstand in der Bevölkerung.

Die SPD-Fraktion im Niedersächsichen Landtag hat hierzu eine eindeutige Position: Mit einer Änderung des Baugesetzbuches, was allerdings auf Bundesebene erfolgen muss, kann man langfristig den Neubau von diesen Anlagen sinnvoller regeln. Das würde bedeuten, dass der sogenannte Privilegierungstatbestand in § 35 BauGB verändert werden müsste.

Nach geltender Rechtslage ist es nahezu unmöglich, den Bau von Massentierhaltungsanlagen zu stoppen. Bitte lesen Sie dazu auch im Internet die parlamentarischen Aktivitäten zu diesem Thema:

www.spd-fraktion-niedersachsen.de

Bitte diesem Link folgen und ganz herunter scrollen.



Mit freundlichen Grüßen
Silva Seeler
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Umwelt
27.06.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Seeler,

mit der geplanten Energiewende werden auch die Einspeisungsvergütungen für Strom
aus Solaranlagen fortgeschrieben.
Sind die Bedenken der Wissenschaftler was das finanzielle Risiko dieser garantierten Zahlungen im Zusammenhang mit mangelnder Speicherung des Stromes und der geringen Versorgungssicherheit (kein Strom bei Nacht und Schlechtwetter) ausreichend berücksichtigt? Zumal ja Kraftwerke zum Ausgleich bereit gehalten werden müssen.
Ist da die Windkraft nicht deutlich effektiver?
Wie wird Ihr Abstimmungsverhalten sein?

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Silva Seeler
bisher keineEmpfehlungen
30.06.2011
Silva Seeler
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ich bin für eine dezentrale Stromversorgung. Das verringert den Umfang von Stromleitungen aus dem Norden in den Süden. Dazu trägt auch jede Solaranlage bei. Den notwendigen Grundlastbereich sichert auch die Windkraft nicht allein. Deshalb ist ein Mix aus Wind, Sonne, Wasser und Geothermie erforderlich, wobei über neue Speichertechnologien die Grundlastsicherung aus diesem Mix entsteht.
Darüber hinaus hoffe ich, dass die jetzige Bundesregierung einen klugen und ehrlichen Weg geht beim Ausstieg aus der Atomkraft und beim Umstieg auf die erneuerbaren Energien.



Mit freundlichen Grüßen

Silva Seeler
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Kinder und Jugend
15.05.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Seeler,

im Dezember 2011 haben wir vom Unterstützerkreis der Familie Salame/Siala Sie schon einmal um Ihre Unterstützung gebeten. Jetzt bitten wir Sie erneut um Hilfe.

Leider weigern sich das Innenministerium und die Ausländerbehörde des Landkreises Hildesheim bis heute, der im Jahr 2005 abgeschobenen Gazale Salame und ihren beiden Kindern Schams (8) und Gazi (6) endlich die Rückkehr zu ihrer Familie (Vater Ahmed Siala mit Amina (15) und Nura (13)) in den Landkreis Hildesheim zu ermöglichen. Die Behörden missachten damit in unseren Augen sowohl die UN-Kinderrechtskonvention als auch die Europäische Menschenrechtskonvention.

Die Abschiebung der Gazale Salame nach 17 Jahren Aufenthalt mit einem Teil der gemeinsamen Kinder stellte eine offenkundige Menschenrechtsverletzung dar. Nach sieben Jahren ist es mehr als höchste Zeit, die gegen Gazale und ihre Kinder praktizierte Politik der Verbannung endlich zu beenden, unter der vor allem Gazale extrem leidet. Der Fall der sechsköpfigen Familie ist mittlerweile zu einem bundesweiten Symbol für eine kinder- und menschenrechtsverletzende Flüchtlingspolitik in Niedersachsen geworden. (siehe Berichte unter www.nds-fluerat.org / Infomaterial / Gazale Salame / zurückliegende Aktivitäten.

Etliche Prominente, unter ihnen Rita Süßmuth und Heiner Geißler, Prof. Dr. Klaus J. Bade, Prof. Dr. Lothar Krappmann, Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, Tom Koenigs und andere, haben sich ebenso wie unzählige Unterstützer/innen an den Ministerpräsidenten McAllister gewandt und ihn um eine Lösung gebeten. Leider blieben alle bisherigen Bemühungen ohne den gewünschten Erfolg.

Um dem Rest der Bundesrepublik zu zeigen, dass Niedersachsen nicht "gebrandmarkt als bedeutendes Negativbeispiel der deutschen Immigrationsdebatte" (HAZ vom 04.04.2012) ist, sondern im Sinne der Verpflichtungen der Europäischen Menschenrechtskonvention handelt, bitten wir Sie hiermit, persönlich Stellung zu beziehen:

Freundliche Grüße
Antwort von Silva Seeler
1Empfehlung
22.05.2012
Silva Seeler
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Mail.

Ich gebe Ihnen vollkommen Recht, dass Niedersachsen im Umgang mit Flüchtlingen aktuell allzu selten ein menschenfreundliches Handeln an den Tag legt. Auch in meinem Wahlkreis hier im Landkreis Harburg gab und gibt es Fälle, die eine sensible Handhabe dieses Themas vermissen lassen. Bürokratismus siegt dabei über eine humane, das menschliche Einzelschicksal in den Fokus nehmende Herangehensweise. Die Ergebnisse, wie im Fall der Familie Salame/Siala, sind traurig und kaum nachvollziehbar. Die SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag setzt sich deshalb für die Rückkehr von Gazale Salame und ihren Kindern in den Landkreis Hildesheim ein.

Darüber hinaus werde ich mich als Landtagsabgeordnete weiterhin für mehr Menschlichkeit in Niedersachsens Flüchtlingspolitik stark machen.

Nicht zuletzt möchte ich aber auch die Arbeit und Bemühungen des Flüchtlingsrates Niedersachsen und der jeweiligen Unterstützerkreise an dieser Stelle loben.

Mit freundlichen Grüßen

Silva Seeler
X
Antwort empfehlen
Ihre Frage an Silva Seeler
Sie befinden sich auf einer Archivseite. Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.