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Sehr geehrter Herr Gabriel,
mit Begeisterung habe ich mir heute ihre Beiträge im Zetgeschichtlichen Forum Leipzig zum Thema "Zukunft der Sozialen Demokratie. Herausforderungen für Wirtschaft, Arbeit und Gesellschaft" angehört.
Sie sprachen u.a. über das verlorene Vertrauen der Bürger in die Poltiik und ich war überrascht wie selbstkritisch Sie auch über das Handeln ihrer Partei bzw. die gemachten Fehler in den letzten Jahren gesprochen haben.
Für mich war auch alles was Sie sagten schlüssig und würde ich allein ihre Reden, ihre Ideen und ihr Engagement betrachten, würde ich sofort die SPD wählen und andere Mitmenschen davon überzeugen wollen es mir gleich zu tun.
Was mich jedoch davon abhält sind nicht die gemachten Fehler der Regierungszeit, sondern die nie beantwortete Frage, warum die SPD danach alle falschen Entscheidungen von Schwarz / Gelb mitgetragen hat?
Bei den Rettungspaketen für die Krisenländer gab es bei Schwarz / Gelb mehr Gegenstimmen als bei den Abgeordneten von Rot / Grün.
Bei diesen Rettungspaketen kann ich es Aufgrund der nicht abzusehenden Folgen auf dem Finanzmarkt noch halbwegs verstehen, dann darf man aber meine Erachtens auch nicht dagegen Reden, wenn man am Ende dafür stimmt.
Des weiteren kann ich nicht verstehen, wie bzw. warum man sich z.B. bei der Abstimmung über eine mögliche Wasserprivatisierung enthalten hat.
Die SPD hat meines Erachtens ihr Vertrauen nicht Allein in der Regierungszeit verpspielt, sondern besonders als nicht vorhandene Opposition und wurde selbst in den Medien (z.B. der Zeit) als "Ja, aber" - Partei bezeichnet, die zwar Links bzw. gegen die Regierung redet, dann aber doch die Kernentscheidungen mitträgt.
Ich hoffe Sie können mir erklären wie dieser Unterschied zwischen den Reden und dem Handeln der SPD zusammen hängt.