Siegfried Lehmann (DIE GRÜNEN)
Abgeordneter Baden-Württemberg 2011-2016

Angaben zur Person
Siegfried Lehmann
Geburtstag
24.01.1955
Berufliche Qualifikation
Berufsschullehrer
Ausgeübte Tätigkeit
MdL
Wohnort
Radolfzell
Wahlkreis
Konstanz über Wahlkreis eingezogen
(...) Zentral in allen Bildungsreformen, die wir auf den Weg gebracht haben, ist das Grundverständnis, dass inklusive pädagogische Ansätze, in denen Menschen mit unterschiedlichen Lern- und Leistungsvoraussetzungen und Bildungsbiografien in gemeinsamen Lernprozessen und Lernorten nicht zuallererst als weitere Belastung, sondern als Gewinn erfahrbar gemacht werden und Vielfalt als Normalität und Stärke anerkannt und wertgeschätzt werden. Dieses pädagogische Grundverständnis haben wir mit der Gemeinschaftsschule, die zum neuen Schuljahr an 299 Schulstandorten angeboten wird, in der Breite ermöglicht. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Arbeit
26.02.2014
Von:

Sehr geehrter Herr Lehmann,

mich beunruhigt es sehr, dass kaum noch Erwerbslose Jobs bekommen, sondern vor allem Zuwanderer aus Süd-und Osteuropa, wie Sie anhand dieses Links sehen können:

www.rp-online.de

Wie wollen Sie das ändern?

Ich meine in der Tat, dass die Personenfreizügigkeit nichts anderes bedeutet, als Menschen im Interesse von Kapital und Investitionen - zu möglichst geringen Löhnen- zu verschieben.
Würden Sie dem zustimmen?
Das mit der Kapitalfreiheit zu vergleichen ist m.E. einfach falsch, weil diese m.W. auch über die Grenzen von Europa besteht.

Es kann nicht nur um Chancengleichheit gehen.
Denn es gibt gesunde und kranke, schöne und nicht so schöne, leistungsfähige und leistungseingeschränktere Menschen. Bei einem 100 Meter-Lauf gibt es Sieger und Verlierer. Ist das nicht auch in der globalisierten Welt so?
Ist es nicht so, dass es längst gar nicht mehr um Nationalitäten geht, sondern darum wie "nützlich" ein Mensch für die Wirtschaft ist?
Warum soll ich dann für die Personenfreizügigkeit sein, über die der deutsche Souverän gar nicht abstimmen durfte?

Müsste da Ihre Partei nicht ganz andere Akzente setzen?

Mit freundlichen Grüßen


Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen.
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Frage zum Thema Schulen
03.02.2016
Von:

Hallo,

nach dem langersehnten Beschluss der KMK im letzten Sommer stellt sich für mich die Frage wie Sie die Inklusion für besonders begabte Schüler in der Schulpraxis umsetzen wollen. Sonderpädagogik muss sich auch für diese, genauso große, Gruppe von Schülern verantwortlich fühlen und die Aus- und Fortbildung aller am Unterrichtsprozess Beteiligten muss entsprechend weiterentwickelt werden. Derzeit besteht in der Lehrerausbildung auch im Bereich der Sonderpädagogik doch erheblicher Verbesserungsbedarf, wie mir Studierende weiterhin berichten.
Wie wollen Sie das Recht auf individuelle Förderung und die Rücksichtnahme auf besondere pädagogische Bedürfnisse auch für besonders begabte Schülerinnen und Schüler umsetzen, welchen Zeitrahmen haben Sie sich hierfür gesetzt, welche Initiative dürfen die Eltern hierbei unterstützen?
Antwort von Siegfried Lehmann
1Empfehlung
10.02.2016
Siegfried Lehmann
Sehr geehrter Herr von Bandemer,

mit den großen Bildungsreformen der Grün-Roten Landesregierung (Bildungsplanreform, Lehrebildungsreform, Einführung der Gemeinschaftsschule, Realschulreform, Weiterentwicklungskonzept Gymnasium, Verankerung der Inklusion im Schulgesetz und deren schrittweisen Umsetzung ...), die seit 2011 in der Umsetzen sind, werden bereits eine Reihe von Reformen zur Umsetzung der im Beschluss der KMK zur "Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler" aufgeführten Handlungsstrategien auf den Weg gebracht.

Zentral in allen Bildungsreformen, die wir auf den Weg gebracht haben, ist das Grundverständnis, dass inklusive pädagogische Ansätze, in denen Menschen mit unterschiedlichen Lern- und Leistungsvoraussetzungen und Bildungsbiografien in gemeinsamen Lernprozessen und Lernorten nicht zuallererst als weitere Belastung, sondern als Gewinn erfahrbar gemacht werden und Vielfalt als Normalität und Stärke anerkannt und wertgeschätzt werden. Dieses pädagogische Grundverständnis haben wir mit der Gemeinschaftsschule, die zum neuen Schuljahr an 299 Schulstandorten angeboten wird, in der Breite ermöglicht. Dies entspricht der Überzeugung, dass individuelle Förderung als durchgängiges Prinzip des Lehrens und Lernens auch den Anforderungen leistungsstarker Schülerinnen und Schüler gerecht wird. Durch eine Pädagogik der Vielfalt mit einem differenzierten Lernangebot in verschiedenen Schularten oder binnendifferenzierendem Unterricht tragen sie der Heterogenität der Schülerinnen und Schüler Rechnung. Die angemessene Förderung aller Zielgruppen, auch der leistungsstarken Schülerinnen und Schüler, verstehen die Gemeinschaftsschulen als eine Regelaufgabe jeder einzelnen Lehrkraft.

Individuelle Förderung und die angemessene Umgang mit Vielfalt müssen aber auch in den anderen Schularten zu einem zentralen Ansatz der Pädagogik werden. Wir haben uns daher in dem eingeleiteten Reformkonzept zur Realschule und in den Vorschlägen zur Weiterentwicklung des Gymnasiums von der Notwendigkeit lassen, die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Diversität in einem umfassenden Sinne ist Realität und muss in Zukunft Aufgabe jeder Schule sein. Dabei gilt es, die verschiedenen Dimensionen von Diversität an allen Schularten zu berücksichtigen. Das schließt sowohl Behinderungen im Sinne der Behindertenrechtskonvention ein, als auch besondere Begabungen, Sprache oder soziale Lebensbedingungen.

Daher werden auch mit der eingeleiteten Lehrerbildungsreform für alle Schularten und Schulstufen die angehenden Lehrerinnen und Lehrer auf einen konstruktiven und professionellen Umgang mit Diversität vorbereitet und die diagnostischen Verfahren als Grundlage vermittelt, die sie für die individuelle Förderung benötigen.

Darüber hinaus werden es in den nächsten Jahren in Baden-Württemberg eingeleiteten Reformen mit einem breit angelegten Fort- und Weiterbildungsoffensive für die bereits in den Schulen unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer begleiten.

Neben diesen grundlegenden Reformen, bleiben natürlich die bestehenden und bewährten Hochbegabtenschulen und -züge bestehen:
www.schule-bw.de

Mit freundlichen Grüßen
Siegfried Lehmann
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